Künstlerische Darstellung des romantischen Karnevals mit historischen Kostümen und Wagen aus dem Jahr 1823 bis 1844.
1823 – Die Thronbesteigung des Helden Carneval
Eine Idee im Ursulahäuschen
Gegen Ende des Jahres 1822 versammeln sich einige Männer aus dem Kölner Bildungsbürgertum in der kleinen Weinstube „Im Häuschen“ nahe der Kirche St. Ursula – dem später so genannten Ursulahäuschen. Ihr Anliegen: den Karneval retten. Das alte Volksfest droht zu verrohen, das Treiben auf den Straßen gilt vielen als zügellos. Die Männer beschließen, das Fest in geordnetere Bahnen zu lenken und ihm zugleich eine neue Form zu geben. In nur vierzehn Tagen planen sie für den Fastnachtsmontag 1823 einen organisierten Maskenzug. Damit beginnt die Geschichte des modernen Kölner Karnevals.
Ein närrischer Herrscher wird gekrönt
Der Zug beginnt mit der feierlichen Inthronisation des „König Carneval“ auf dem Neumarkt. Schon bald muss die Figur jedoch auf Druck der Behörden umbenannt werden: Aus dem König wird der Held Carneval, um jede Anspielung auf wirkliche Monarchen zu vermeiden. Die Rolle übernimmt Emanuel Ciolina Zanoli, Kölnisch-Wasser-Fabrikant und Mitglied der Casino-Gesellschaft, der die Figur bis 1830 darstellen wird. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht der Mensch hinter der Maske, sondern die Figur selbst – ein Grundsatz der frühen Jahre.
Der erste organisierte Maskenzug
Der Zug selbst folgt einer strengen Ordnung und erinnert zugleich an höfische Einzüge und kirchliche Prozessionen – eine bewusste Persiflage auf den alten Herrscherempfang, den sogenannten Adventus. Fünfzehn Gruppen ziehen durch die Stadt: Reichsbannerträger und Trompeter, Gecken und Fähnriche, heilige Knechte und Mädchen, die Kölnischen Funken, die Jungfrau Colonia mit vier Rittern, Musikchöre, Leibgarden, Ministerwagen und schließlich der prächtige Triumphwagen des Helden Carneval mit Hofnarr und Gefolge. Das Programm ist noch schlicht, doch der Erfolg ist groß – eine neue Tradition ist geboren.
Colonia – die Jungfrau der Stadt
Bereits im ersten Zug erscheint auch die Jungfrau, die mit der römischen Gründerin Agrippina identifiziert wird. In römischem Gewand, mit goldener Mauerkrone auf dem Haupt, reitet sie auf einem weißen Pferd durch die Straßen. In der einen Hand trägt sie das Kölner Wappen, in der anderen einen von Schlangen umwobenen Stab als Sinnbild des Fleißes. Überall, wo sie erscheint, ruft die Menge begeistert: „Vivata Colonia Agrippina!“
1824 – Die Ankunft der Prinzessin Venetia
Eine erfundene Geschichte begeistert Köln
Nach dem Erfolg des ersten Jahres wird der Karneval 1824 erheblich aufwändiger gestaltet. Das Comité erfindet eine Geschichte, die den jungen Kölner Karneval mit dem berühmten venezianischen verbindet: Venetia, die stolze Fürstin des südlichen Karnevals, hört von der Thronbesteigung des Helden Carneval in Köln. Durch die Berichte ihres Gesandten Graf Geniosottile und die Empfehlung ihres Hofarztes Baron Tuccacurore – der die Heilquellen des Duffesbachs rühmt – entschließt sie sich, selbst nach Köln zu reisen.
Eine Stadt erwartet die Fürstin
Die Nachricht verbreitet sich rasch. Zeitungen berichten über die Reise, Gerüchte entstehen, und viele Bürger glauben bald tatsächlich an die Existenz der Prinzessin. Am 6. Februar 1824 bestätigt die Kölnische Zeitung ihre Ankunft für den 29. Februar. Als Venetia schließlich am Fastnachtssonntag um drei Uhr nachmittags das Severinstor durchfährt, ist die Stadt festlich geschmückt. Menschenmassen säumen die Straßen, Häuser sind beleuchtet, und vierundzwanzig Kuriere verkünden auf ihren Pferden laut die nahende Ankunft. Die Fürstin erscheint in einem sechsspännigen Wagen, müde von der Reise – und der Held Carneval sendet ihr zur Stärkung ein Fläschchen Eau de Cologne.
Zwei Züge vereinigen sich
Am Fastnachtsmontag ziehen zwei Züge auf den Neumarkt zu: der „nordische“ Zug des Helden Carneval und der südliche Zug der Prinzessin Venetia. Dort treffen beide feierlich aufeinander. Der Hanswurst wird zum Ritter geschlagen, die beiden Herrscher tauschen Orden, und der Bannerrat kredenzt ihnen Ehrenwein. Danach ziehen die vereinten Maskenzüge durch die Stadt. Das Kölner Hänneschen verteilt Bonbons und Blumen, vierzehn rote Funken marschieren im Zug, und der Held fährt in einem prächtigen Wagen in Gestalt eines vergoldeten Delphins.
Der erste große Karnevalsball
Am Abend endet der Tag im Gürzenich mit einem Maskenball. Dort beginnen Held Carneval und Venetia gemeinsam den ersten Tanz. Damit entsteht eine weitere Tradition: der legendäre Montagsfestball, der in den folgenden Jahren zu den glanzvollsten Ereignissen des Kölner Karnevals gehören wird.
1825 – Der Sieg der Freude
Der Held auf Reisen
Im Jahr 1825 erscheint der Held Carneval selbst nicht im Maskenzug. Der Bevölkerung wird erklärt, er sei zu einem Gegenbesuch bei der Fürstin Venetia nach Italien gereist. An seiner Stelle tritt wieder stärker der Hanswurst hervor, der die närrische Ordnung aufrechterhält. Dennoch entwickelt sich der Karneval weiter und gewinnt an Vielfalt.
Historische Gestalten im Zug
Viele Figuren des Zuges erinnern nun an berühmte Persönlichkeiten der Kölner Geschichte. Unter ihnen erscheinen der Reitergeneral Jan van Werth, der Maler Rubens und der Astronom Johann Adam Schall von Bell. Auch bedeutende Kölner Familien werden dargestellt. Damit wird der Karneval zunehmend zu einer Bühne, auf der sich die Stadt selbst und ihre Geschichte humorvoll präsentiert.
Bauer und Jungfrau im Karneval
In diesem Jahr tritt erstmals auch der Kölner Bauer im Maskenzug auf. Er verkörpert Stärke, Wehrhaftigkeit und Reichstreue der Stadt Köln. Im Programm heißt es, er sei der „Repräsentant der handfesten Bauerbänke mit den 1288 zu Worringen tapfer verteidigten Stadtschlüsseln und dem Dreschpflegel“. Zusammen mit der Jungfrau wird er zu einer festen Symbolfigur des Kölner Karnevals.
Erste Karnevalszeitung
1825 erscheint außerdem erstmals eine eigene Karnevalszeitung. Ursprünglich nur als Spalte in der Kölnischen Zeitung gedacht, entwickelt sie sich rasch zu einem eigenen kleinen Blatt, in dem satirische Texte, Gedichte und Berichte über das närrische Treiben erscheinen. Sie wird später allerdings verboten werden.
Goethe und der Kölner Karneval
Der Ruf des Kölner Karnevals reicht inzwischen weit über die Stadt hinaus. Selbst Johann Wolfgang von Goethe beteiligt sich literarisch und verfasst für die Kölner Karnevalisten das Gedicht „Der Cölner Mummenschanz“, das die Bedeutung des Festes würdigt.
1826 – Die Fahrt nach dem Mond
Eine närrische Reise ins All
Der Rosenmontagszug von 1826 steht unter einem besonders phantasievollen Motto. Eine Zeitungsmeldung hatte behauptet, ein Professor der Münchener Sternwarte habe eine Festung auf dem Mond entdeckt. Diese Nachricht wird zum Ausgangspunkt einer närrischen Geschichte: Der Held Carneval, dem in den Armen der holden Venetia langweilig geworden ist, reist zum Mond, um die geheimnisvolle Festung zu erkunden.
Die Narren des Mondes
Auf den Mondfluren begegnet er allerlei wunderlichen Gestalten: toll gewordenen Romantikern, wahnsinnigen Dichtern und anderen Narren. Der Held beschließt schließlich, einige dieser Mondbewohner auf die Erde zu bringen, um sein Reich mit ihnen zu bevölkern. Doch ihre Versuche, alles zu verbessern und zu verändern, führen bald zu heilloser Verwirrung.
Verbannung und Rückkehr des Hanswurst
Der Hanswurst lehnt sich gegen die Mondnarren auf und wird dafür zunächst als Demagoge verbannt. Schließlich schickt das Volk eine Deputation der Klügsten zum Mond, die am Karnevalssonntag mit der Nachricht zurückkehrt, dass das Verbannungsdekret aufgehoben worden sei. Am Rosenmontag versammelt sich das Volk auf dem Neumarkt, wo das entsprechende Monddekret feierlich verlesen wird.
Die Enthüllung im Gürzenich
Am Abend im Gürzenich wird schließlich das Geheimnis gelüftet: Der Herrscher des Mondes ist niemand anderes als der Held Carneval selbst, der zusammen mit Venetia nach Köln zurückgekehrt ist. Mit dieser phantasievollen Geschichte zeigt der junge Kölner Karneval bereits seine besondere Mischung aus Satire, Theater und politischer Anspielung.
1827 – Die Prüfung
Spiele statt Maskenzug
Im Jahr 1827 steht der Karneval unter dem Motto „Lit de Justice – Die Prüfung“. Vermutlich finden in diesem Jahr keine großen Maskenzüge statt, sondern eher öffentliche Spiele und Veranstaltungen. Die genauen Hintergründe sind unklar, doch der Karneval bleibt weiterhin ein wichtiges Ereignis im städtischen Leben.
Die Geburt der Narrenkappe
Eine Neuerung aus diesem Jahr hat jedoch bis heute Bestand. Auf einer Generalversammlung am 14. Januar 1827 schlägt der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß vor, bei den Versammlungen eine kleine bunte Gesellschaftsmütze zu tragen – nach dem Motto: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ Der Vorschlag wird begeistert angenommen. Damit entsteht die Narrenkappe, die kölsche „Fastelovendsmötz“, die fortan zum sichtbaren Zeichen der Narren wird.
1828 – Alte und neue Zeit
Zwei Welten im Zug
Der Karneval des Jahres 1828 stellt symbolisch die alte und die neue Zeit dar. Zwei Gruppen ziehen zunächst getrennt zum Neumarkt: eine, die die Vergangenheit verkörpert, und eine zweite, die für die Gegenwart steht. Dort tritt der Held Carneval als Vermittler auf und versöhnt beide Seiten. Schließlich vereinigen sich die Gruppen zu einem gemeinsamen Zug durch die Stadt – ein Bild für den Wandel der Zeit.
Tragisches Duell
Doch das Jahr endet mit einem düsteren Ereignis: Beim Maskenball im Gürzenich kommt es zu einem Duell zwischen zwei Bonner Studenten. Beide sterben an ihren Verletzungen – ein tragischer Zwischenfall im sonst ausgelassenen Karneval.
1829 – Der große Narrentag
Ein Kongress der Narren
1829 trägt der Rosenmontagszug den Titel „Der große Narrentag“ oder „Allgemeiner Narrenkongress“. Der Karneval wird nun zunehmend zu einer Plattform für Satire und Kritik an gesellschaftlichen Zuständen.
Scharfe Satire
In der Karnevalszeitung erscheinen Texte und Bilder mit dem Motto:
„Wie klug sich Thorheit auch versteckt,
Der Narr sie dennoch bald entdeckt.“
Die satirischen Beiträge werden immer schärfer. Schon im folgenden Jahr wird die Karnevalszeitung deshalb von den Behörden verboten.
1830 – Regierungsverbot
Karneval fällt aus
Im Jahr 1830 fällt der Karnevalszug vollständig aus. Die Regierung überwacht Lieder und Reden zunehmend streng und verbietet schließlich die Karnevals-Zeitung, da man staatsgefährdende Inhalte befürchtet.
Protest der Karnevalisten
Das Karnevalscomité protestiert gegen die Entscheidung und beschließt, solange keine Sitzungen mehr abzuhalten, bis die Zeitung wieder zugelassen wird. Als Zeichen des Protests wird am Karnevalsdienstag ein symbolischer Trauerzug veranstaltet: Ein toter Hanswurst in Ketten wird durch Köln getragen, begleitet von verteilten Totenzetteln.
Teilweise Zugeständnisse
Die Behörden lenken schließlich teilweise ein. Maskenzüge dürfen weiterhin stattfinden, solange sie sich im Rahmen von Anstand und guten Sitten bewegen und keine persönlichen Angriffe enthalten. Die Karnevalszeitung bleibt jedoch weiterhin verboten.
1831 – Hanswursts Wiedergeburt
Rückkehr des Karnevals
Im Jahr 1831 sind die Feierlichkeiten wieder erlaubt. Der neue preußische Generalgouverneur der Rheinprovinz besucht persönlich das Karnevalsfest und beobachtet das Treiben der Kölner Narren.
Der Hanswurst im Mittelpunkt
In diesem Jahr steht nicht mehr der vornehme Held Carneval im Mittelpunkt, sondern der Hanswurst, der derbe und volkstümliche Narr. Seine „Wiedergeburt“ wird mit großer Begeisterung gefeiert.
Ein Gedicht des Hanswurst
Im Namen des Hanswurst wird ein Gedicht verbreitet, das die Hoffnung der Karnevalisten ausdrückt:
„Hoffen und Harren
Macht viele zu Narren;
Wenn Hoffnung nicht wär,
So lebt ich nicht mehr!
Achtzehnhundert einunddreißig
Wieder neu die Kappe glänzt,
Siehst du, Köln, mich wieder fleißig,
Reich mit Immergrün bekränzt.“
1832 – Die Kölner Messe der Zukunft
Eine Vision der Zukunft
Der Rosenmontagszug des Jahres 1832 steht unter einem ungewöhnlichen Thema: die Kölner Handelsmesse des Jahres 1932. Der Karneval wagt damit einen humorvollen Blick ein Jahrhundert in die Zukunft. Händler, Kaufleute und Waren aus aller Welt werden in närrischer Form dargestellt. Köln präsentiert sich dabei als große Handelsstadt, deren wirtschaftliche Bedeutung weit über den Rhein hinaus reicht.
1833 – Uneinigkeit im Comité
Kein gemeinsamer Zug
Eigentlich wollte man 1833 das zehnjährige Jubiläum des organisierten Karnevals feiern. Doch im Festkomitee kommt es zu schweren Meinungsverschiedenheiten. Einige Mitglieder werfen den Festleitern vor, zu streng und zu vorsichtig zu sein, während diese jede Provokation der Behörden vermeiden wollen.
Spaltung statt Jubiläum
Die Diskussionen enden schließlich in einer vollständigen Entzweiung. Statt eines großen Rosenmontagszuges ziehen mehrere kleinere Gruppen getrennt durch die Stadt. Der Karneval findet zwar statt, doch ohne die gewohnte gemeinsame Ordnung.
1834 – Das Orakel des Helden Carneval
Der Held kehrt zurück
Nach den Streitigkeiten des Vorjahres tritt Held Carneval wieder in Erscheinung. Man erzählt, er habe sich um die Konflikte im Comité gekümmert und dem Karneval wieder zu Ansehen verholfen.
Rat für die Narren der Welt
Das Motto des Zuges lautet „Das Orakel des Helden Carneval“. Narren aus allen Teilen der Welt kommen nach Köln, um sich vom Helden beraten zu lassen. Der Maskenzug stellt ihre Reise zum närrischen Orakel dar. In den folgenden Jahren treten auch Bauer und Jungfrau wieder regelmäßig im Zug auf.
1835 – Der Karnevals-Sprudel
Der Karneval als Heilquelle
Der Rosenmontagszug von 1835 trägt den Titel „Der Kölner Karnevals-Sprudel“. Der Karneval wird dabei symbolisch als Heilquelle dargestellt – als Ort, an dem die Menschen Freude, Gesundheit und Lebenslust finden. Der Zug selbst wird zur Reise zu diesem närrischen Gesundbrunnen.
1836 – Der Stein der Weisen
Weisheit und Narrheit
Das Motto des Jahres 1836 lautet „Der Stein der Weisen“. Der Zug versucht auf humorvolle Weise zu beweisen, dass Weisheit und Narrheit eng miteinander verbunden sind – dass manchmal gerade der Narr die Wahrheit erkennt.
1837 – Carneval, der Bezwinger der Jahre
Ein Jubiläum und ein Abschied
Der Karneval des Jahres 1837 ist zugleich eine Jubelfeier zum 79. Geburtstag von Johann Baptist Farina, einem bedeutenden Kölner Unternehmer und Alterspräsidenten der Karnevalsgesellschaft.
Im Dezember desselben Jahres stirbt jedoch Emanuel Ciolina Zanoli, der Mann, der seit 1823 den Helden Carneval verkörpert hatte. Mit seinem Tod endet eine wichtige Epoche der frühen Karnevalsgeschichte.
1838 – Das Monument für den Helden
Spott über Denkmäler
Der Maskenzug von 1838 nimmt eine damals verbreitete Mode aufs Korn: den Bau immer neuer Denkmäler. In humorvoller Weise errichten die Narren ein Monument für den Helden Carneval.
Ein Römerglas als Denkmal
Statt eines ehrwürdigen Standbildes besteht dieses Denkmal aus einem riesigen Römerglas, in dem der Held im Zug herumgeführt wird. Die Persiflage spielt auf die zunehmende Begeisterung für Herrscherdenkmäler im preußischen Staat an.
1839 – Die Aller-Welt-Aktien-Börse
Spott über Spekulation
Das Motto des Rosenmontagszuges 1839 lautet „Aller-Welt-Aktien-Börse“. Die Narren nehmen damit das hektische Treiben an den Börsen und den Aktienschwindel ihrer Zeit aufs Korn. Händler, Spekulanten und Finanzgeschäfte werden in karikierter Form dargestellt.
1840 – Das Turnier
Ritterspiele im Karneval
Der Rosenmontagszug des Jahres 1840 steht unter dem Motto „Das Turnier“. Über den genauen Ablauf ist wenig bekannt, doch offenbar wird ein mittelalterliches Ritterturnier nach Köln verlegt.
Skepsis gegenüber der Zukunft
Auch in diesem Jahr findet wieder ein großer Maskenball im Gürzenich statt. Die Eintrittskarte zeigt eine Karikatur, die eine gewisse Sorge um die Zukunft des Karnevals ausdrückt: Während die Vergangenheit als prächtig gefiedert dargestellt ist, erscheint die Zukunft als gerupftes Huhn – ein ironischer Kommentar auf die damaligen Diskussionen über die Qualität der karnevalistischen Darbietungen.
1841 – Der gordische Knoten
Ein unlösbares Problem
Der Rosenmontagszug von 1841 steht unter dem Motto „Der gordische Knoten und seine Lösung“. In Anlehnung an die antike Legende um Alexander den Großen wird im Zug ein scheinbar unlösbares Problem dargestellt, das schließlich durch einen entschlossenen närrischen „Schnitt“ gelöst wird. Wie so oft nutzt der Karneval historische Stoffe, um mit Humor über Politik, Gesellschaft und menschliche Schwächen zu spotten.
1842 – Die kölnischen Olympischen Spiele
Uneinigkeit verhindert den Zug
Für 1842 ist ein Zug unter dem Motto „Die ächt kölnischen olympischen Spiele“ geplant. Doch erneut kommt es zu Streit im Festkomitee. Die Meinungsverschiedenheiten führen schließlich dazu, dass kein Rosenmontagszug zustande kommt. Der Karneval erlebt damit erneut eine Phase der Unsicherheit.
1843 – Die kölnische Hochschule
Versöhnung im Karneval
Im Jahr 1843 gelingt schließlich eine Versöhnung der zerstrittenen Parteien. Der Rosenmontagszug steht unter dem Motto „Die Köllsche Huhschull“ – die kölnische Hochschule. In humorvollen Darstellungen werden Professoren, Studenten und wissenschaftliche Disziplinen karikiert. Der Karneval zeigt sich wieder als Ort des Spottes über Autoritäten und Gelehrsamkeit.