Zwei Hölzköpp

2 Holzköpp

Die „Zwei Holzköpp“, in einigen Quellen auch „2 Holzköpp“ oder „Zwei Hölzköpp“ geschrieben, gehörten zu den musikalischen Duos des Kölner Nachkriegskarnevals. Besonders in den 1950er-Jahren waren sie auf den Sitzungsbühnen zu erleben. Mit kölschen Liedern, humorvollen Texten und einem bewusst volkstümlichen Auftreten unterhielten sie das Publikum in einer Zeit, in der sich Köln noch mitten im Wiederaufbau befand.

Heute sind die Zwei Holzköpp nur noch wenigen Karnevalsfreunden bekannt. Während über Künstler wie Jupp Schmitz, Karl Berbuer oder das Steingass-Terzett umfangreiche Biografien vorliegen, sind die bürgerlichen Namen und persönlichen Lebenswege der beiden Mitglieder in den öffentlich zugänglichen Quellen kaum dokumentiert. Historische Programme, Rundfunkaufnahmen und erhaltene Schallplatten belegen jedoch, dass das Duo zum damaligen Künstlerkreis des Kölner Fastelovends gehörte.

Karneval in der Zeit des Wiederaufbaus

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Kölner Karneval schnell wieder an Bedeutung. In den Sälen suchten die Menschen Ablenkung vom schwierigen Alltag. Gefragt waren Künstler, die mit verständlichen Texten, eingängigen Melodien und Humor unmittelbar Kontakt zum Publikum herstellen konnten.

Die Zwei Holzköpp standen für diese Form der Unterhaltung. Sie wurden in historischen Programmen ausdrücklich als „Gesangduett“ angekündigt. Ihr Name war typisch für den kölschen Humor: „Holzköpp“ bedeutet auf Hochdeutsch „Holzköpfe“ und bezeichnet augenzwinkernd zwei eigensinnige oder begriffsstutzige Typen. Bereits der Künstlername versprach also komische Missverständnisse und eine gehörige Portion Selbstironie.

Dass das Duo damals gemeinsam mit den großen Namen des Karnevals auftrat, zeigt ein Programm vom 6. Januar 1952. Beim „Fest der Flieger am Rhein“ im Kölner Messe-Kongresssaal standen die Zwei Holzköpp neben August Batzem, Jupp Schmitz, Hans Jonen, Karl Küpper, Karl Berbuer und den Vier Botze auf der Bühne.

Auch bei einer frühen Mädchensitzung der Großen Karnevals-Gesellschaft Greesberger gehörten die Zwei Holzköpp zum Programm. Dort traten sie gemeinsam mit Künstlern wie Jupp Weller als „Tünnes“, Ludwig Geisler als „Tränentier“ und Kaspar Empt als „Schutzmann Streukuchen“ auf.

Lieder aus dem kölschen Alltag

Das Repertoire der Zwei Holzköpp bestand offenbar aus humorvollen Liedern über Köln, den Karneval und das Alltagsleben. Ein erhaltener Titel ist „An mieh Kölle“, eine musikalische Liebeserklärung an die Heimatstadt. Die historische Aufnahme wurde 2017 auf der Sammlung „Karneval Anno Dazumal: Jeck em Wirtschaftswunder“ neu veröffentlicht. Dort steht das Duo neben bekannten Künstlern wie Karl Berbuer, Jupp Schmitz, Willy Millowitsch, dem Eilemann-Trio und den Vier Botze.

Eine weitere erhaltene Aufnahme trägt den Titel „Englein auf Urlaub“. Auch sie wurde auf derselben historischen Sammlung wieder zugänglich gemacht. Die beiden Titel zeigen, dass sich die Zwei Holzköpp nicht allein auf ihre Bühnenauftritte beschränkten, sondern auch professionelle Musikaufnahmen hinterließen.

Darüber hinaus existieren Rundfunkmitschnitte ihrer Karnevalsvorträge. Wicky Junggeburth präsentierte 2017 bei einem historischen Hörabend in Köln-Niehl eine solche Aufnahme aus seinem umfangreichen Tonarchiv. Darin sangen die Zwei Holzköpp unter anderem die Zeile „Lippe schminke, Tünnese winke“. Der Vortrag wirkte nach Einschätzung der Zuhörer auch Jahrzehnte später noch komisch und zugleich wie ein Zeitzeugnis des damaligen Lebensstils.

Unterhaltung ohne großen technischen Aufwand

Die Auftritte der Zwei Holzköpp entstanden in einer Zeit, in der der Sitzungskarneval noch weitgehend ohne aufwendige Tonanlagen und große Bühnenshows auskam. Entscheidend waren deutliche Stimmen, verständliches Kölsch und ein gutes Gespür für den Saal. Ein Gesangsduett musste sein Publikum allein mit Liedern, Mimik und kleinen komischen Szenen erreichen.

Vermutlich lebten auch die Vorträge der Zwei Holzköpp vom Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Charaktere. Der Künstlername legte nahe, dass beide Figuren einander mit ihrer vermeintlichen Begriffsstutzigkeit übertrafen. Wie bei vielen damaligen Duos dürften musikalische Darbietung und humoristisches Spiel eng miteinander verbunden gewesen sein. Genaue Beschreibungen ihrer Rollenverteilung sind allerdings nicht erhalten, weshalb sich dieser Teil ihres Bühnenprogramms heute nicht mehr zuverlässig rekonstruieren lässt.

Ein Stück kölsche Kulturgeschichte

Die Zwei Holzköpp erreichten nicht den bis heute anhaltenden Bekanntheitsgrad anderer Karnevalskünstler ihrer Generation. Dennoch gehörten sie zu jener großen Zahl von Sängern, Duos und Komikern, die den Sitzungskarneval der Nachkriegszeit prägten. Sie trugen dazu bei, dass kölsche Sprache und Musik nach den Kriegsjahren wieder selbstverständlich auf den Bühnen zu hören waren.

Ihre erhaltenen Aufnahmen besitzen deshalb nicht nur einen nostalgischen Wert. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie der Karneval in den Jahren des Wirtschaftswunders klang: unmittelbar, volkstümlich, sprachlich fest in Köln verwurzelt und mit einem liebevoll-spöttischen Blick auf die Menschen der Stadt.

Auch wenn die Namen hinter den Zwei Holzköpp weitgehend in Vergessenheit geraten sind, lebt ein Teil ihres Schaffens in historischen Rundfunkmitschnitten und wiederveröffentlichten Liedern weiter. Damit bleiben sie ein kleines, aber bemerkenswertes Kapitel in der Geschichte des Kölner Karnevals.

Art: Duo

Status: Historisch

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