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Bunt kostümierte Karnevalsteilnehmer in Köln während des Karnevals.

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August Batzem († 1976)

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August Batzem († 1976)

Herkunft und frühe Auftritte

August Batzem wurde am 26. August 1889 in Köln als Sohn eines Versandmeisters geboren. Mit 17 Jahren stand er erstmals als Alleinunterhalter auf der Bühne. Er entwickelte sich zum rheinischen Volkssänger, Tenor und Vortragskünstler und trat in Varietés und im Kölner Karneval auf. Neben der Kunst ging er einem bürgerlichen Beruf nach; überliefert sind Tätigkeiten als Betriebsbeamter und Kameralist.

Zusammenarbeit mit Willi Ostermann

Seit Mitte der 1920er-Jahre arbeitete Batzem eng mit Willi Ostermann. Er sang zahlreiche Lieder des bekannten Kölner Komponisten und half, sie im Karneval und über neue Medien zu verbreiten. Bald schrieb Batzem eigene Texte und Melodien. Seine Lieder handelten von Köln, Geselligkeit, Liebe, Wein und Fastelovend. Kölsche Mundart, verständliche Refrains und ein ausgeprägter Sinn für Stimmung bestimmten seinen Stil. Zu seinen bekannt gebliebenen Eigenkompositionen gehören „D’r Pötze Fuss“ und „Mer fahre en de Alpe“.

Schallplatte und Rundfunk

In den 1920er-Jahren begann Batzems erfolgreiche Laufbahn als Platten- und Rundfunksänger. Eine Diskografie führt rund 250 Aufnahmen auf. Er nahm für Homocord, Odeon, Beka, Grammophon, Electrola und Ultraphon auf. Begleitet wurde er unter anderem vom Orchester Paul Godwin. Sein Repertoire umfasste kölsche Lieder, Karnevalsschlager, Trinklieder, Volksweisen und Unterhaltungsmusik. Schallplatte und Rundfunk machten seine Stimme weit über Köln hinaus bekannt.

Nationalsozialismus

Zu Batzems Biografie gehört seine politische Belastung. Die historische Aufarbeitung des Kölner Karnevals hält fest, dass er sich dem nationalsozialistischen Regime rasch anpasste. Zum 1. April 1933 trat er in die NSDAP ein; seine Mitgliedsnummer lautete 1.760.077. Dieser dokumentierte Schritt ist bei der Bewertung seiner Laufbahn zu berücksichtigen. Über konkrete politische Inhalte seiner Lieder oder Auftritte geben die verfügbaren Kurzbiografien jedoch nur begrenzt Auskunft.

Nachkriegszeit und Lebensende

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Batzem seine Karriere im Kölner Karneval fort und trat gelegentlich im Fernsehen auf. Eigentlich wollte er sich mit 70 Jahren von der Bühne verabschieden, blieb aber länger aktiv. Erst 1969 zwang ihn eine schwere Erkrankung, seine Laufbahn zu beenden. August Batzem starb am 29. Januar 1976 im Alter von 86 Jahren in Köln. Sein Grab liegt auf dem Kölner Südfriedhof in Flur 20.

Nachwirkung

Historische Tonträger, Wiederveröffentlichungen und digitale Editionen bewahren sein Repertoire. Batzem steht für eine Epoche, in der Rundfunk und Schallplatte den Kölner Karneval über die Säle der Stadt hinaustrugen. Einzelne Titel sind Teil des kölschen Liedgedächtnisses geblieben. „D’r Pötze Fuss“ setzte Karnevalsarchivar Wicky Junggeburth 2023 auf Platz fünf seiner persönlichen Hitliste. Batzems Werk verbindet Unterhaltung, Mundart und Mediengeschichte, verlangt wegen seiner Anpassung nach 1933 aber zugleich eine kritische Einordnung.

Art: Künstler

Status: Historisch

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