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Bunt kostümierte Karnevalsteilnehmer in Köln während des Karnevals.

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De Neppeser

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De Neppeser

Mit Gitarre, Lawumm und zwei Stimmen bringen „De Neppeser“ den Fastelovend dorthin, wo er seine besondere Nähe zum Publikum entfalten kann: in die Weetschaff, ins Brauhaus, auf die Straße, ins Festzelt und in den Sitzungssaal. Das Kölner Duo verbindet traditionelle Unterhaltung mit kölscher Mundart, leisen Tönen und humorvollen Geschichten.

Hinter „De Neppeser“ stehen Bruno Praß und Peter Merheim. Gemeinsam pflegen sie eine Form der Karnevalsunterhaltung, die ohne große technische Effekte auskommt. Entscheidend sind stattdessen verständliche Texte, bekannte Melodien, spontane Reaktionen und der direkte Austausch mit den Gästen.

Bruno Praß und Peter Merheim

Bruno Praß übernimmt bei „De Neppeser“ Gitarre und Gesang. Peter Merheim begleitet ihn mit Gesang und der sogenannten Lawumm, einer großen Trommel, die den Liedern den passenden Rhythmus gibt. Die überschaubare instrumentale Besetzung ist Teil des Konzepts: Das Duo kann nah am Publikum auftreten und sich flexibel auf unterschiedliche Veranstaltungsorte einstellen.

Beide Künstler sind seit vielen Jahren fest mit dem Kölner Karneval verbunden. Peter Merheim trat bereits 1971 als „Ne kölsche Lotterbov“ in Erscheinung. Von 1979 bis 2020 übernahm er außerdem verschiedene Aufgaben im Vorstand des Stammtischs Kölner Karnevalisten.

Bruno Praß war ebenfalls über Jahrzehnte in der Künstlervereinigung aktiv. Von 2014 bis 2026 stand er dem Stammtisch als Vorsitzender, dem sogenannten Baas, vor. Die Historie des Stammtischs Kölner Karnevalisten dokumentiert damit nicht nur die Laufbahn der beiden Musiker, sondern auch ihr Engagement hinter den Kulissen des Fastelovends.

Vom Terzett zum Duo

„De Neppeser“ waren ursprünglich als Terzett unterwegs. Neben Bruno Praß und Peter Merheim gehörte zeitweise Christian Kusen zur Gruppe. Gemeinsam präsentierten sie Krätzjer, Couplets und Parodien auf den Bühnen des Kölner Karnevals.

Heute führen Praß und Merheim die Tradition als Duo fort. Dadurch ist die Darbietung noch stärker auf das Zusammenspiel der beiden Musiker ausgerichtet. Gitarre und Trommel geben den Rhythmus vor, während der gemeinsame Gesang und der Wechsel zwischen Musik und gesprochenen Passagen für Abwechslung sorgen.

Diese Form erinnert an eine Zeit, in der kleine Gesangsgruppen, Duette und Zwiegespräche die Programme der Karnevalssitzungen besonders stark prägten. „De Neppeser“ kopieren diese Vergangenheit jedoch nicht einfach. Sie übertragen die traditionelle Darbietungsform auf heutige Veranstaltungen und beziehen das Publikum unmittelbar ein.

Krätzjer und Couplets in kölscher Mundart

Zum Programm gehören kölsche Krätzjer, Couplets, Parodien und Lieder zum Mitsingen. Ein Krätzje ist meistens eine kurze musikalische Geschichte. Darin werden alltägliche Begebenheiten, menschliche Schwächen oder typische Figuren mit Humor und häufig auch mit einer überraschenden Pointe beschrieben.

Couplets greifen dagegen oftmals aktuelle Themen und gesellschaftliche Beobachtungen auf. In der kölschen Tradition dürfen sie frech und kritisch sein, ohne dabei ihre Leichtigkeit zu verlieren. Parodien ergänzen diese Mischung und ermöglichen es den Künstlern, bekannte Personen, Situationen oder musikalische Vorlagen humorvoll aufzugreifen.

Die kölsche Mundart spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Pointen und Formulierungen erhalten ihren besonderen Klang erst durch den Dialekt. Gleichzeitig sorgen Melodien, Gestik und verständliche Geschichten dafür, dass auch Gäste folgen können, die nicht jedes einzelne kölsche Wort beherrschen.

„Fastelovend op d’r Stroß“

Mit ihrem Programm „Fastelovend op d’r Stroß“ rücken „De Neppeser“ den ursprünglichen Charakter des Straßenkarnevals in den Mittelpunkt. Der Fastelovend wird dabei nicht nur als große Veranstaltung im Saal verstanden, sondern als gemeinsames Erlebnis in Gaststätten, Veedeln und auf öffentlichen Plätzen.

Das Programm passt deshalb besonders gut in Brauhäuser, Kneipen und kleinere Säle. Dort gibt es keine große Entfernung zwischen Künstlern und Publikum. Die Musiker können durch die Reihen ziehen, Lieder anstimmen und unmittelbar auf die Stimmung der Gäste reagieren.

Der Stammtisch Kölner Karnevalisten führt „De Neppeser“ heute in seinem Künstlerverzeichnis als Duo im Bereich Zwiegespräche und Duette. Dort wird ihre Darbietung als rheinisch, traditionell und urig beschrieben.

Nähe zum Publikum statt großer Bühnenshow

Ein Auftritt von „De Neppeser“ lebt von seiner Unmittelbarkeit. Gitarre, Trommel und Gesang reichen aus, um eine Verbindung zu den Gästen herzustellen. Statt einer durchinszenierten Bühnenshow entsteht eine Atmosphäre, die an das gemeinsame Musizieren in einer kölschen Weetschaff erinnert.

Das Publikum soll dabei nicht nur zuhören. Bekannte Refrains, einfache Melodien und die persönliche Ansprache laden zum Mitsingen und Mitmachen ein. Gerade diese Nähe unterscheidet ein traditionelles Krätzjer-Duo von großen Musikgruppen, die mit umfangreicher Technik, Lichtshow und verstärktem Bandsound auftreten.

Beide Formen haben ihren Platz im modernen Kölner Karneval. „De Neppeser“ erinnern jedoch daran, dass eine gute Darbietung nicht von der Größe der Bühne abhängt. Entscheidend ist, ob die Künstler den Saal erreichen und ein gemeinsames Erlebnis schaffen.

Kölsche Unterhaltung für das ganze Jahr

Die Auftritte des Duos sind nicht auf die Wochen zwischen dem 11. November und Aschermittwoch beschränkt. „De Neppeser“ können ebenso bei Vereinsfesten, Jubiläen, Geburtstagen, Familienfeiern und Straßenfesten auftreten.

Auch für Weihnachtsfeiern bieten die Musiker ein eigenes, ruhigeres Programm an. Dabei steht weniger der karnevalistische Klamauk als vielmehr eine Mischung aus Frohsinn, kölscher Musik und besinnlichen Momenten im Mittelpunkt. Das Veranstaltungsportal fasteleer.koeln beschreibt ihr Repertoire entsprechend als eine Verbindung aus Krätzjern, Couplets, Parodien und Liedern für unterschiedliche Jahreszeiten.

Bewahrer einer lebendigen Tradition

„De Neppeser“ stehen für eine Form der kölschen Unterhaltung, die eng mit Sprache, Veedelskultur und persönlicher Begegnung verbunden ist. Bruno Praß und Peter Merheim bringen jahrzehntelange Erfahrung mit, ohne ihren Auftritten den Charakter einer historischen Vorführung zu geben.

Ihre Musik zeigt, dass traditionelle Krätzjer und Couplets auch im heutigen Karneval funktionieren können. Dafür braucht es keine große Besetzung: Eine Gitarre, eine Lawumm, zwei Stimmen und ein Publikum, das sich auf die Geschichten und Lieder einlässt, können bereits genügen.

So halten „De Neppeser“ nicht nur bekannte Formen der kölschen Unterhaltung lebendig. Sie machen deutlich, dass Fastelovend vor allem dort entsteht, wo Menschen gemeinsam singen, lachen und für einige Augenblicke den Alltag vergessen.

Art: Künstler

Status: Aktiv

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