De Stroßefäjer

De Stroßefäjer

De Stroßefäjer gehören zu jenen Gruppen, die den Kölner Karneval besonders in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren musikalisch bereicherten. Mit kölschen Texten, mehrstimmigem Gesang und einer Mischung aus traditioneller Karnevalsmusik, Rock und Pop erspielte sich die Band einen festen Platz auf den Bühnen der Domstadt.

Der Name „Stroßefäjer“ bedeutet auf Hochdeutsch „Straßenfeger“. Er passte gut zum temperamentvollen Auftreten der Musiker: Wenn die Gruppe auf der Bühne stand, sollte der Funke schnell auf das Publikum überspringen.

Von der Hobbyband auf die Karnevalsbühne

Gegründet wurden De Stroßefäjer im Juli 1994. Einige Mitglieder fanden über eine Zeitungsanzeige zusammen. Was zunächst als Hobbyprojekt begann, entwickelte sich schon bald zu einer ernsthaften Band. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Burkhard Kaiser, Werner Fink, Andreas Wohlfahrt, Martin Klug und Rolf Krüger.

Mit ihren ersten selbst geschriebenen Liedern bewarben sich die Musiker beim Vorstellabend des Festkomitees Kölner Karneval. Bereits im Oktober 1994 standen sie erstmals im Ostermann-Saal des Kölner Sartory auf der Bühne. Ein Jahr später gelang ihnen erneut die Teilnahme. Damit war der Grundstein für eine erfolgreiche Zeit im Kölner Sitzungskarneval gelegt.

1996 erschien mit Ejal wat kütt – mer kumme die erste größere CD-Produktion der Gruppe. In der Session 1996/97 folgten Auftritte bei bekannten Karnevalsgesellschaften wie den Roten Funken, den Blauen Funken, der Nippeser Bürgerwehr und der KG Treuer Husar.

Musikalische Vielfalt und mehrstimmiger Gesang

Musikalisch ließen sich De Stroßefäjer nicht auf den klassischen Karnevalsschlager beschränken. Die Band verband kölsche Mundart mit Gitarren, Bass, Keyboard, Akkordeon, Mandoline und Schlagzeug. Neben schwungvollen Stimmungsliedern gehörten auch rockige Stücke und ruhigere Melodien zum Repertoire.

Ein besonderes Kennzeichen war der mehrstimmige Gesang. Fast alle Mitglieder wirkten auch als Sänger mit. Bei einem Konzert im Jahr 1999 bestand die Gruppe aus Frank Faust, Werner Fink, Burkhard Kaiser, Martin Klug, Ilja Körrer und Rolf Krüger. Die Besetzung ermöglichte abwechslungsreiche Arrangements, die deutlich voller klangen als die Musik vieler kleinerer Karnevalsformationen.

Die Stroßefäjer verstanden sich als Vertreter einer frischen und zugleich handgemachten Mundartmusik. Ihre Lieder sollten nicht allein während der Karnevalssession funktionieren. Deshalb spielte die Gruppe ebenfalls auf Sommerfesten und bei anderen kölschen Veranstaltungen.

Der Durchbruch mit dem „Düsseldorf-Leed“

Einer der bekanntesten Titel der Gruppe war das humorvolle Düsseldorf-Leed. Darin griffen die Musiker die traditionelle Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf auf. Das Lied wurde erstmals auf der CD von 1996 veröffentlicht und entwickelte sich zunächst zu einem Geheimtipp.

1998 gelang damit der große Erfolg: Beim Wettbewerb „Top Jeck“ von Radio Köln erreichten De Stroßefäjer den ersten Platz. Sie setzten sich dabei unter anderem gegen die Höhner und die Bläck Fööss durch. Bereits zuvor hatten sie mit Luur ens he, luur ens do die „Närrische Hitparade“ des WDR gewonnen. Die Erfolge brachten der Gruppe mehr Radioeinsätze, Fernsehauftritte und Engagements auf den großen Karnevalsbühnen.

Im November 1998 erschien das Album Leer jefäch. Es enthielt neben dem Düsseldorf-Leed Titel wie Dat es e deckes Ding, Wenn de Boore fiere, Jrillfess und Jäv mer ding Hand. Das Album zeigte die musikalische Bandbreite der Gruppe zwischen Humor, Feierlaune und kölschem Heimatgefühl.

„Endlich widder Karneval“

Zum nachhaltigsten Erfolg der Stroßefäjer wurde das Lied Endlich widder Karneval. Es erschien 2001 auf dem Album Echt Stroßefäjer. Der Titel verbindet einen eingängigen Refrain mit Blasmusik und der Vorfreude auf die neue Session.

DOMRADIO bezeichnete das Stück 2002 als einen der stärksten Songs der damaligen Karnevalssession und hob besonders die traditionelle, handgemachte Produktion mit einer vollständigen Blaskapelle hervor.

Auch bei der ersten öffentlichen „Loss mer singe“-Einsingtour erreichte das Lied 2002 den dritten Platz – hinter Brings mit Wenn et funk und den Höhnern mit Sansibar.

Der Erfolg ist bis heute nachvollziehbar: Endlich widder Karneval bringt das besondere Gefühl auf den Punkt, wenn nach langer Wartezeit wieder gemeinsam gesungen, geschunkelt und gefeiert werden darf. Das Lied ist auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung auf Streamingplattformen verfügbar und wird weiterhin von Freunden der kölschen Musik gehört.

Ein Stück kölsche Musikgeschichte

De Stroßefäjer standen für eine Form der Karnevalsmusik, die Tradition und moderne Bandbesetzung miteinander verband. Ihre Lieder wurden nicht von elektronischen Effekten getragen, sondern von Instrumenten, mehrstimmigem Gesang und der Freude am gemeinsamen Musizieren.

Auch wenn die Gruppe nie denselben überregionalen Bekanntheitsgrad wie Brings, Höhner oder Bläck Fööss erreichte, hinterließ sie hörbare Spuren in der kölschen Musiklandschaft. Besonders das Düsseldorf-Leed und Endlich widder Karneval gehören zu den Titeln, an die sich viele Karnevalsfreunde bis heute erinnern.

Damit sind De Stroßefäjer ein Beispiel für die große musikalische Vielfalt des Kölner Karnevals. Sie zeigen, dass dessen Geschichte nicht nur von wenigen berühmten Bands geschrieben wurde. Auch Gruppen abseits des ganz großen Rampenlichts haben mit ihren Liedern, Auftritten und ihrer Begeisterung dazu beigetragen, das kölsche Lebensgefühl lebendig zu halten.

Art: Künstler

Status: Aktiv

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