Don de Cologne

Don de Cologne

Wenn im Kölner Karneval von Musik die Rede ist, denken viele zunächst an große Bands, volle Tanzflächen und moderne Sessionshits. Don de Cologne schlägt bewusst einen anderen Weg ein. Mit Gitarre, Mundharmonika und kölschen Texten erinnert der Sänger und Liedermacher an eine Form des Fastelovends, bei der das gemeinsame Singen, Zuhören und Schmunzeln im Mittelpunkt steht.

Hinter dem Künstlernamen Don de Cologne – ausgesprochen „Don de Kolonn“ – steht Patrik Reichwein. Sein Repertoire verbindet alte kölsche Lieder und traditionelle Krätzjer mit eigenen Stücken und humorvollen Geschichten. Damit knüpft er an den Kneipenkarneval und die musikalische Erzähltradition Kölns an.

Wer ist Don de Cologne?

Don de Cologne ist ein kölscher Sänger, Musiker und Liedermacher aus dem Rheinland. Auf der Bühne tritt Patrik Reichwein überwiegend als Solokünstler auf. Gelegentlich wird er von weiteren Musikern unterstützt, darunter Andreas Gassewicz und Holger.

Seine wichtigsten Begleiter sind jedoch die Gitarre und die Mundharmonika. Auf aufwendige Arrangements oder eine große Bühnenshow ist sein Programm nicht angewiesen. Stattdessen setzt Don de Cologne auf Nähe zum Publikum, verständliche Texte und Melodien, die zum Mitsingen einladen.

Der Künstler beschreibt seine Musik selbst als „garantiert Ballermannfrei und handgemacht“. Damit grenzt er sich nicht grundsätzlich von modernen Karnevalsbands ab, sondern besetzt innerhalb des Fastelovends eine eigene musikalische Nische. Bei ihm stehen das kölsche Liedgut, der Dialekt und die Geschichten hinter den Liedern im Vordergrund. Einen Überblick über seine Programme und Auftritte gibt die offizielle Internetseite von Don de Cologne.

Von Joker Colonia zum Solokünstler

Bevor Patrik Reichwein als Don de Cologne auftrat, gehörte er zur kölschen Formation Joker Colonia. Die Gruppe war mit Liedern aus dem Kölner Karneval und eigenem kölschen Repertoire auf Veranstaltungen im Rheinland zu erleben.

Gemeinsam mit Hermann „Scotty“ Rheindorf entwickelte Reichwein außerdem ein weihnachtlich-kölsches Bühnenprogramm. In einem Bericht über die Veranstaltung „Advent op Kölsch“ werden beide Musiker als Mitglieder von Joker Colonia vorgestellt. Schon damals spielte die Verbindung aus Musik, Geschichten, kölschem Humor und Publikumsbeteiligung eine wichtige Rolle.

Als Don de Cologne führt Patrik Reichwein diesen musikalischen Weg als Solist fort. Einige Lieder aus seiner früheren Zeit gehören weiterhin zu seinem Bühnenrepertoire. Gleichzeitig gibt ihm das Soloprogramm die Möglichkeit, spontaner auf sein Publikum und die jeweilige Veranstaltung einzugehen.

Alte kölsche Lieder neu auf die Bühne gebracht

Ein Schwerpunkt von Don de Cologne sind ältere kölsche Lieder, die auf heutigen Karnevalsbühnen nicht mehr regelmäßig zu hören sind. Dabei geht es ihm nicht um eine möglichst originalgetreue Kopie früherer Künstler. Er interpretiert die Stücke mit seiner eigenen Stimme und in einer bewusst reduzierten musikalischen Form.

Viele dieser Lieder benötigen keine große Instrumentierung. Eine Gitarre, eine eingängige Melodie und ein guter Text reichen aus, um beim Publikum Erinnerungen zu wecken. Gerade ältere Besucher erkennen häufig bereits nach wenigen Takten ein Lied wieder. Jüngere Zuhörer können auf diese Weise Titel kennenlernen, die zum kulturellen Gedächtnis des kölschen Karnevals gehören.

Der Stammtisch Kölner Karnevalisten von 1951 beschreibt Don de Cologne als Künstler, der alte Klassiker mit Gitarre und authentischer Stimme wieder aufleben lässt. Neben bekannten Liedern gehören humoristische Krätzjer und eigene Stücke zu seinem Programm. Patrik Reichwein ist aktives Mitglied der Künstlervereinigung.

Die Tradition der kölschen Krätzjer

Krätzjer sind kurze, häufig humorvolle Lieder in kölscher Mundart. Sie erzählen von alltäglichen Situationen, menschlichen Schwächen, ungewöhnlichen Begegnungen oder kleinen Missverständnissen. Der Witz entsteht oftmals nicht durch eine einzelne Pointe, sondern durch die genaue Beobachtung des kölschen Lebens.

Traditionell werden Krätzjer mit wenigen Instrumenten vorgetragen. Dadurch bleibt genügend Raum für den Text und den persönlichen Vortrag des Sängers. Genau diese Form passt zu Don de Cologne. Seine Auftritte erinnern an den Kneipenkarneval, bei dem Künstler und Gäste nicht streng voneinander getrennt sind.

Das Publikum wird einbezogen, singt bekannte Refrains mit und reagiert unmittelbar auf die Geschichten. Ein solcher Auftritt kann deshalb je nach Veranstaltung unterschiedlich verlaufen. Don de Cologne arbeitet nicht ausschließlich ein festgelegtes Programm ab, sondern nutzt auch die Stimmung im Saal.

Bekannte Stücke und humorvolle Themen

Auf seiner Videoseite präsentiert Don de Cologne unter anderem Titel wie „Op d’r Wellnessfarm“, „Fründe“, „Dat Jeld is weg“, „Wie kann die Polizei“ und „Dat Leed, wo et öm Kölle jeht“. Bereits die Titel zeigen, dass sein Repertoire verschiedene Seiten der kölschen Unterhaltung umfasst.

Manche Stücke erzählen von typischen Alltagserlebnissen, andere beschäftigen sich mit Köln, Freundschaft oder dem lieben Geld. Der Humor bleibt dabei überwiegend bodenständig. Don de Cologne sucht nicht den schnellen Effekt, sondern entwickelt seine Geschichten aus Situationen, die viele Zuhörer aus dem eigenen Leben kennen.

Daneben präsentiert er bekannte kölsche Lieder, etwa aus dem Umfeld der Bläck Fööss und anderer prägender Interpreten. Dadurch eignet sich sein Programm besonders für Veranstaltungen, bei denen gemeinsam gesungen werden soll.

Dritter Platz beim Kölsche Musik Bänd Kontest 2023

Dass Don de Cologne auch außerhalb klassischer Karnevalssitzungen sein Publikum erreicht, zeigte sich beim Kölsche Musik Bänd Kontest 2023. Der Wettbewerb richtet sich an Künstlerinnen, Künstler und Gruppen, die neue kölsche Musik präsentieren.

Im Finale in der Alteburg in der Kölner Südstadt trat Don de Cologne gegen Wat ess?!, Vrings 5 und die Marie Band an. Mit Mundharmonika und volkstümlich geprägten Pop-Rhythmen brachte er das Publikum zum Schmunzeln.

In der abschließenden Wertung erreichte Don de Cologne den dritten Platz. Die vollständigen Ergebnisse dokumentiert die Initiative Loss mer singe. Der Erfolg machte deutlich, dass auch eine reduzierte Darbietung mit Gitarre, Mundharmonika und kölschen Texten neben größeren Formationen bestehen kann.

Don de Cologne auf Kölner Karnevalsbühnen

Don de Cologne ist sowohl bei kleineren Veranstaltungen als auch auf etablierten Kölner Karnevalsbühnen zu erleben. Im Jahr 2024 gehörte er beispielsweise zum Programm der Seniorensitzung der Meister-Stiftung Köln im Kristallsaal der Koelnmesse.

Dort stand er gemeinsam mit bekannten Kräften des Kölner Karnevals auf dem Programm. Dazu zählten unter anderem die Roten Funken, Volker Weininger, die Rabaue, die Rheinmatrosen und die Bläck Fööss. Rund 750 Gäste besuchten die Veranstaltung.

Solche Auftritte zeigen, dass handgemachte, leisere Töne auch bei größeren Sitzungen ihren Platz haben. Besonders zwischen Tanzgruppen, Rednern und Bands kann ein Solokünstler für einen bewussten Wechsel im Programm sorgen.

Kneipenkarneval mit Nähe zum Publikum

Am unmittelbarsten wirkt Don de Cologne jedoch dort, wo Künstler und Gäste dicht beieinanderstehen. In Kneipen, Vereinsheimen und kleineren Sälen kann er direkt mit dem Publikum kommunizieren. Zwischen den Liedern erzählt er Geschichten, erklärt Hintergründe oder reagiert spontan auf Zurufe.

Diese Nähe gehört zu den ältesten Formen des Kölner Karnevals. Lange bevor große Veranstaltungshallen und technisch aufwendige Bühnenshows den Sitzungskarneval prägten, wurde in Gaststätten gesungen, erzählt und musiziert. Die Grenzen zwischen Vortragendem und Publikum waren fließend.

Don de Cologne überträgt diese Atmosphäre in die Gegenwart. Sein Programm lebt nicht allein von bekannten Melodien, sondern von der gemeinsamen Situation im Raum. Wenn ein Refrain von vielen Stimmen übernommen wird, entsteht das viel zitierte „kölsche Jeföhl“ nicht als Werbespruch, sondern als gemeinsames Erlebnis.

Mit „WinterJeck“ durch die ruhigere Jahreszeit

Neben seinen Karnevalsauftritten bietet Don de Cologne das Programm „WinterJeck“ an. Dabei verbindet er kölsche und rheinische Lieder mit Geschichten, Krätzjern, weihnachtlichen Elementen und Publikumsbeteiligung.

Die sogenannte Christelovend-Revue schlägt eine Brücke zwischen dem Sessionsbeginn am 11. November und der Weihnachtszeit. Neben einer größeren Bühnenfassung existiert ein ruhigeres Format für private Feiern und kleinere Veranstaltungen.

Auch dieses Angebot passt zu seinem grundsätzlichen Ansatz: Kölsche Musik soll nicht ausschließlich während weniger Wochen in der Karnevalssession stattfinden. Sie kann Menschen ebenso bei Weihnachtsfeiern, Geburtstagen oder anderen geselligen Anlässen zusammenbringen.

Ein Bewahrer des kölschen Liedguts

Don de Cologne gehört nicht zu den Künstlern, die den Kölner Karneval mit großen Produktionen oder ständig wechselnden Sessionshits prägen möchten. Seine Stärke liegt in der Konzentration auf das Wesentliche: Stimme, Instrument, Text und Publikum.

Damit trägt Patrik Reichwein dazu bei, ältere kölsche Lieder und die Tradition der Krätzjer lebendig zu halten. Er zeigt zugleich, dass Traditionspflege nicht bedeuten muss, lediglich Vergangenes zu wiederholen. Durch eigene Interpretationen, neue Stücke und spontane Begegnungen mit dem Publikum entwickelt er diese Form der kölschen Unterhaltung weiter.

Don de Cologne steht somit für eine persönliche und handgemachte Seite des Kölner Karnevals. Seine Auftritte erinnern daran, dass der Fastelovend nicht immer laut sein muss. Manchmal reichen eine Gitarre, eine Mundharmonika und ein gutes kölsches Leed, damit ein ganzer Saal gemeinsam singt.

Art: Künstler

Status: Aktiv

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