Eilemann-Trio
Das Eilemann-Trio war über vier Jahrzehnte eine der bekanntesten Stimmungsformationen des Kölner Karnevals. Gegründet wurde es 1952 von Günter Eilemann (* 14. April 1923 in Köln; † 4. Oktober 2015 ebenda), der Akkordeon spielte und die Lieder komponierte — die Texte kamen von anderen. Eilemann hatte ab 1938 an der Kölner Musikschule Klavier studiert und sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Alleinunterhalter durchgeschlagen.
Die erste Besetzung bestand aus Eilemann am Akkordeon, Karl-Heinz Nettesheim (Rhythmusgitarre) und Horst Muys (Kontrabass). Ihren ersten Auftritt hatte die Formation am 11.11.1952, nach einer Darstellung im Williamsbau an der Aachener Straße, mit dem Lied „Etz kütt et rut, rut, rut“ — einer Parodie auf die ersten Verkehrsampeln in Köln. Später wechselte die Besetzung zweimal: 1956 ersetzte Willy Schweden (1928–2002) Nettesheim an der Gitarre, 1961/62 löste Charly Niedieck (1930–1992) Horst Muys am Kontrabass ab. In dieser Aufstellung wurde das Trio über Köln hinaus bekannt.
Zu den bekanntesten Liedern zählen „Du alter Räuber“ (1954, Text Peter Urban), „Vater ist der Beste“ (1959), „Oh Heimat, wie bist du so schön“ (1960), „Sie vill ja“ (1964), „Camelle us Kölle“ (1983) und „Wir steigen auf das Matterhorn“ (1987). Die Gruppe trat in zahlreichen Fernsehshows auf, unter anderem bei Peter Frankenfeld, Hans-Joachim Kuhlenkampff und Hans Rosenthal.
Nach dem Unfalltod von Charly Niedieck am 1. November 1992 löste Günter Eilemann das Trio auf. Er starb 2015 im Alter von 92 Jahren und wurde auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt.