Karnevallica

Karnevallica

Der Name Karnevallica klingt zunächst nach einer karnevalistischen Metallica-Coverband. Doch die Kölner Musiker spielen keine Metal-Klassiker mit kölschen Texten. Ihre Spezialität ist eigener Kölschrock, der traditionelle Karnevalsstimmung mit kräftigen Gitarren, Rockrhythmen und einer energiegeladenen Bühnenshow verbindet.

Die Band bezeichnet ihre Musik selbst als eine Reise zwischen „Rock und Rap, Pop und Palaver“. Damit spricht sie besonders jene Jecken an, denen die Musik im Fastelovend gelegentlich etwas zu sanft erscheint.

Angefangen auf Pfarrsitzungen

Karnevallica wurde 2003 im rechtsrheinischen Köln-Flittard gegründet. Nach eigener Beschreibung startete die Gruppe mit „vier Mann und zwei Akkorden“, um Pfarrsitzungen und kleinere Bühnen im Veedel musikalisch unsicher zu machen.

Die Gründungsmitglieder kannten sich aus der kirchlichen Jugendarbeit. Eine professionelle musikalische Ausbildung hatten die meisten von ihnen nicht. Das Spielen ihrer Instrumente brachten sie sich weitgehend selbst bei. Anfangs trat Karnevallica vor allem als Coverband auf und spielte bekannte Party- und Karnevalslieder.

Später entstand der Wunsch, einen eigenen musikalischen Stil zu entwickeln. Aus den Covermusikern wurde eine Kölschrockband mit selbst geschriebenen Liedern. Trotz mehrerer Besetzungswechsel blieb die Verbindung zum Heimatveedel Flittard erhalten.

Die Musiker

Auf der offiziellen Internetseite wird Karnevallica als sechsköpfige Formation vorgestellt. Zur Band gehören demnach:

  • Micha – Gesang und Kazoo
  • Marcel – Gesang, Tenorhorn und Trompete
  • Andy – Gitarre
  • Christian – Gitarre
  • Till – Bass
  • Stefan – Schlagzeug

Unterstützt werden sie von Peter, den die Band augenzwinkernd als „technikbetreuenden Lautstärkeregler“ bezeichnet. Seit 2020 gehört Karnevallica zum Förderkreis des Festkomitees Kölner Karneval.

Kutten statt Uniformjacken

Musikalisch setzt Karnevallica auf einen gitarrenbetonten Klang. Zwei E-Gitarren, Bass und Schlagzeug sorgen für deutlich mehr Druck als bei vielen klassischen Karnevalsgruppen. Dazu kommen mehrstimmiger Gesang sowie gelegentlich Trompete und Tenorhorn.

Dennoch versteht sich die Band nicht als reine Metalgruppe. Auf extremes Schreien und besonders düstere Klänge verzichtet sie. Die Lieder sollen rockig sein, aber gleichzeitig mitsingbar und für ein breites Karnevalspublikum funktionieren.

Auch optisch greift die Gruppe Elemente der Rock- und Metalszene auf. Statt klassischer Bühnenjacken tragen die Musiker Kutten mit Aufnähern. Ihr Motto lautet deshalb „Kutten statt Jacken“. Begriffe wie „Koppnicke“ für Headbanging und „Frittejaffel“ für die bekannte Metal-Handgeste übertragen die Rockkultur mit kölschem Humor in den Fastelovend.

Eigene Lieder mit Heimatgefühl

Zu den veröffentlichten Titeln von Karnevallica gehören unter anderem:

  • „Definitiv villeich“
  • „Do schöne Weihnachtszigg“
  • „R(h)ingkapitän“
  • „Pappnasrocker“
  • „Hätt ich nur noch ene Daach“

Die Lieder verbinden Humor, Karneval und Heimatliebe mit einem kräftigen Rocksound. „R(h)ingkapitän“ arbeitet bereits im Titel mit einem Wortspiel zwischen Rhein und Ring. Der „Pappnasrocker“ beschreibt dagegen besonders deutlich das Selbstverständnis der Band: Jeck im Herzen, aber musikalisch mit ordentlich Druck.

Mit „Hätt ich nur noch ene Daach“ erreichte Karnevallica 2025 das Finale des Wettbewerbs „Euer Song für Köln“. Das Lied beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Kölner seinen letzten noch verbleibenden Tag verbringen würde. Beim Wettbewerb erreichte die Band den vierten Platz. Der Titel erschien außerdem auf einem bekannten Karnevalssampler.

Von Flittard bis Berlin

Aus den ersten Auftritten auf Pfarrsitzungen entwickelte sich im Laufe der Jahre eine beachtliche Bühnenlaufbahn. Karnevallica spielte unter anderem im Kölner Gloria-Theater und im Hard Rock Café. Auch auf einem Musikwagen des Kölner Rosenmontagszuges war die Gruppe bereits vertreten.

Mehrfach reiste die Band an Weiberfastnacht nach Berlin, um bei der großen Karnevalsfeier in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung aufzutreten. Dort spielte sie vor zahlreichen Exil-Rheinländern nicht nur eigene Stücke, sondern auch bekannte Klassiker des Fastelovends. Moderiert und gesungen wurde selbstverständlich op Kölsch.

Zwischen Veedel und großer Bühne

Trotz wachsender Bekanntheit betrachtet Karnevallica die kleineren Veranstaltungen in den Kölner Stadtteilen weiterhin als ihr Zuhause. Gerade dort entstand ihr Stil: nah am Publikum, handgemacht und ohne große Distanz zwischen Bühne und Saal.

Karnevallica zeigt, wie vielfältig die Musik des Kölner Karnevals geworden ist. Die Band verbindet das traditionelle Lebensgefühl des Fastelovends mit einer härteren musikalischen Gangart. Dabei bleibt sie kölsch, humorvoll und mitsingbar. Wo andere schunkeln, wird bei Karnevallica zusätzlich „jekoppnickt“ – natürlich mit Pappnas und Pommesgabel.

Art: Band

Status: Aktiv

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