Klabes
Die Kölner Band Klabes steht für eine Form der Karnevalsmusik, die ohne große Verstärker, elektronische Effekte oder aufwendige Bühnenshows auskommt. Mit Gitarre, Mandoline, Kontrabass und dreistimmigem Gesang widmet sich das Trio dem traditionellen kölschen Krätzje. Seine selbst geschriebenen Lieder erzählen kleine Geschichten aus Köln – mal humorvoll, mal nachdenklich und fast immer mit einem liebevollen Augenzwinkern.
Drei Musiker und ein kompakter Klang
Klabes wurde 2018 gegründet. Zur Band gehören:
- Klaus „Klöös“ Jansen – Gesang und Gitarre
- Stefan Göbel – Mandoline, Gitarre und Gesang
- Bernd Kistemann – Kontrabass und Gesang
Klaus Jansen ist der Gründer und wichtigste Liedautor der Gruppe. Der gebürtige Kölner sang zwölf Jahre bei den Kölner Sängerknaben in Holweide und war bereits zuvor in einer kölschen Band aktiv. Bei Klabes schreibt er viele Texte und Melodien.
Stefan Göbel verfügt über langjährige Erfahrung als Gitarrist und Mandolinenspieler. Er arbeitete unter anderem mit verschiedenen Kölner Musikern und Formationen zusammen. Bernd Kistemann ist ausgebildeter Kontra- und E-Bassist, war an zahlreichen Bühnen- und Studioproduktionen beteiligt und spielt regelmäßig im Kölner Hänneschen-Theater.
Die Kunst des Krätzchens
Ein Krätzje ist eine kurze musikalische Erzählung in kölscher Mundart. Im Mittelpunkt steht nicht unbedingt ein großer Refrain, sondern eine Geschichte mit überraschender Wendung. Die Begleitung ist häufig akustisch und lässt dem Text genügend Raum.
Genau daran knüpft Klabes an. Die Lieder erzählen beispielsweise von einem Gartenfreund mit einem besonders ausgeprägten „jröne Dume“, von Karnevalsliebschaften oder von Schwierigkeiten mit einer kölschen Spezialität. Andere Stücke behandeln den Alltag mit dem Smartphone, die Liebe oder das wechselhafte Leben in der Großstadt.
Der Klang bleibt bewusst überschaubar: Eine Gitarre sorgt für das rhythmische Fundament, die kölsch „Flitsch“ genannte Mandoline setzt helle Akzente und der Kontrabass liefert die tiefen Töne. Hinzu kommt der dreistimmige Gesang. Das Ergebnis ist überraschend kraftvoll, bewahrt aber den persönlichen Charakter eines Krätzchens. Das Festkomitee beschreibt das Programm als eine charmante Liebeserklärung an Köln, seine Bewohner und die kölsche Lebensart.
Sieg beim Kölsche Musik Bänd Kontest
Bereits ein Jahr nach der Gründung gelang Klabes ein wichtiger Erfolg: Das Trio gewann 2019 den Kölsche Musik Bänd Kontest. Der von „Loss mer singe“ mitorganisierte Wettbewerb bietet neuen Bands eine Bühne, die eigene Musik in kölscher Sprache präsentieren.
Der Sieg brachte Klabes zusätzliche Aufmerksamkeit in der Kölner Musik- und Karnevalsszene. Radio Köln stellte Klaus Jansen, Stefan Göbel und Bernd Kistemann anschließend als Gewinner des Wettbewerbs vor.
„Leed för Dich“
Nach dem Wettbewerb veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Leed för Dich“. Es enthält zwölf eigene Lieder und wurde vollständig akustisch mit Gitarre, Mandoline, Kontrabass und Gesang aufgenommen. Damit übertrug Klabes den Klang seiner Bühnenauftritte unmittelbar auf den Tonträger.
Zu den Liedern des Trios gehören unter anderem:
- „Leed för Dich“
- „Schmachtefon“
- „Flönz“
- „Plüschprummebaum“
- „De jröne Dume“
- „Romeo spille“
- „Drinke!“
- „Blondes Jeff“
- „Waldbad“
In „Schmachtefon“ wird das moderne Mobiltelefon zum Gegenstand einer typisch kölschen Alltagsgeschichte. „Romeo spille“ überträgt dagegen die alte Kölner Erzählung von Jan und Griet in die Gegenwart. Das Lied entstand für die Reihe „Kölsche Heimat“.
Kölsche Musik mit gesellschaftlichem Bezug
Dass Krätzjer mehr können, als nur unterhalten, zeigte Klabes mit dem Lied „Drinke!“. Es entstand für den Kölner Hitzeaktionsplan und sollte besonders ältere Menschen daran erinnern, an heißen Tagen genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Begleitend spielte die Band Konzerte in Kölner Senioren- und Pflegeeinrichtungen.
Auch mit „Waldbad“ griff das Trio ein Thema aus dem Kölner Alltag auf. Das Lied beschäftigt sich mit dem Dünnwalder Waldbad und dem Wunsch, diesen beliebten Erholungsort zu erhalten. Damit führt Klabes eine alte Tradition des kölschen Liedes fort: Begebenheiten und Probleme aus dem Veedel werden in Musik verwandelt.
Die leiseren Töne im Fastelovend
Im heutigen Karneval dominieren häufig große Bands, elektronische Begleitungen und kurze, besonders laute Auftritte. Klabes setzt einen bewussten Gegenpunkt. Das Trio hört auf die Sprache, lässt seinen Geschichten Zeit und gewinnt das Publikum durch musikalisches Können und feinen Humor.
Dabei ist die Band keineswegs nur an Karneval aktiv. Ihre Lieder funktionieren ebenso bei Mundartabenden, Musikfesten und kleinen Konzerten. Klabes zeigt, dass kölsche Musik mehr sein kann als reine Stimmungsmusik. Sie kann Geschichten bewahren, aktuelle Themen aufgreifen und die Menschen daran erinnern, wie viel Witz und Gefühl in der kölschen Sprache steckt.