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Jeck sein ist gesund!

Karneval ist mehr als Schunkeln, Sitzung und Rosenmontag. Eine Kölner Studie liefert dafür bemerkenswerte Argumente – und hat bislang vielleicht weniger Aufmerksamkeit bekommen, als sie verdient.

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Illustration mit Büchern zu Gesundheit und Gemeinschaft, Stethoskop und Notizbuch „Jeck sein tut gut!" vor dem Kölner Dom

Schon im Dezember 2025 berichtete die Universität zu Köln über ihre „Jeckenstudie“. Das Ergebnis dürfte jedem gefallen, der das ganze Jahr über Zeit und Herzblut in eine Karnevalsgesellschaft steckt: Vereinsleben kann nicht nur Freude machen, sondern auch das soziale Wohlbefinden stärken und sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Für die Untersuchung befragten die Soziologinnen Lea Ellwardt, Paula Steinhoff und Amelie Reiner Mitglieder kleinerer Karnevalsgesellschaften in Köln und im Umland. In den Jahren 2022 und 2023 wurden unter anderem 28 ausführliche Interviews geführt und die sozialen Kontakte von 114 Vereinsmitgliedern untersucht.

Besonders interessant ist, was die Forscherinnen über die Motivation der Jecken herausgefunden haben. Denn vielen geht es offenbar gar nicht in erster Linie um den Karneval selbst. Mindestens genauso wichtig ist das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Gerade für ältere Mitglieder kann der Verein eine besondere Bedeutung bekommen: Aufgaben übernehmen, gebraucht werden, gemeinsam etwas auf die Beine stellen und dabei regelmäßig Menschen treffen. Ein Karnevalsverein ist damit eben nicht nur Veranstalter von Sitzungen und Zügen, sondern häufig ein echtes soziales Netzwerk.

Und dieses Netzwerk funktioniert offenbar auch jenseits von Orden, Bühne und Bütt. Die Befragungen zeigen beispielsweise, dass Vereinsmitglieder untereinander über gesundheitliche Fragen sprechen – und sich dabei durchaus auch an Menschen wenden, mit denen sie nicht besonders eng befreundet sind. Gerade solche lockeren Bekanntschaften können wertvoll sein.

Natürlich macht ein Mitgliedsausweis allein niemanden gesund. Auch die Wissenschaftlerinnen behaupten nicht, Karneval sei ein medizinisches Wundermittel. Ihre Ergebnisse zeigen aber, wie wichtig soziale Kontakte, Zugehörigkeit und gegenseitige Unterstützung sein können. Gut eingebundene Menschen können in schwierigen Situationen von ihrem Umfeld aufgefangen werden.

Eigentlich eine Erkenntnis, die im organisierten Karneval viel stärker diskutiert werden dürfte. Denn zwischen Nachwuchssorgen, steigenden Kosten und der Frage nach der Zukunft des Ehrenamts liefert die Studie noch ein ganz anderes Argument für die Karnevalsvereine:

Sie organisieren nicht nur Fastelovend. Sie schaffen Gemeinschaft. Und die kann Menschen guttun.

Oder auf Kölsch deutlich kürzer: Zesamme jeck sin es mehr als nur fiere.

Quelle: Universität zu Köln, „Als »Jeck« aufgefangen werden“, veröffentlicht am 11. Dezember 2025. Die dort vorgestellte, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte „Jeckenstudie“ untersucht soziale Beziehungen und gesundheitliches Wohlbefinden in Karnevalsvereinen.

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