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NeuTanzbrunnen Köln: Geschichte, Theater und Karneval am Rhein
Der Tanzbrunnen ist eine Veranstaltungsanlage im Kölner Rheinpark, direkt gegenüber der Altstadt in Deutz. Er besteht aus einem Open-Air-Gelände mit der markanten Bühne im Wasserbecken und dem Theater am Tanzbrunnen, einer überdachten Halle. Für den Kölner Karneval ist vor allem das Theater wichtig: Dort finden Sitzungen statt, und dort wird fürs Fernsehen aufgezeichnet.
Der Tanzbrunnen im Karneval
Das Theater am Tanzbrunnen fasst nach Angaben des Betreibers 1.004 Plätze – groß genug für eine Sitzung mit vollem Programm, klein genug, dass der Saal nicht auseinanderfällt. In der Session 2027 steht dort unter anderem eine Kostümsitzung im Kalender.
Bekannt ist das Haus aber vor allem als Aufzeichnungsort der ZDF-Mädchensitzung „Kölle Alaaf“. Wichtig für die Planung: Aufzeichnung und Ausstrahlung sind zwei verschiedene Termine. Wer im Saal dabei sein will, braucht eine Karte für den Aufzeichnungstag – wer die Sendung sehen will, den Sendetermin.
Damit steht der Tanzbrunnen für eine Seite des Kölner Karnevals, die man leicht übersieht: Ein großer Teil dessen, was bundesweit vom Kölner Fastelovend wahrgenommen wird, entsteht nicht im Gürzenich, sondern in Fernsehstudios und Hallen wie dieser.
Die Geschichte: von 1928 bis zum Sternwellenzelt
Der Tanzbrunnen entstand 1928 im rechtsrheinischen Messeareal, das Konrad Adenauer als Oberbürgermeister gemeinsam mit Stadtbaumeister Adolf Abel entwickeln ließ. Die Gestaltung geht auf Josef Op Gen Orth zurück, der einen Tanzplatz über einem kreisrunden Wasserbecken entwarf – die Grundform, die bis heute das Bild prägt.
In dasselbe Jahr fällt die PRESSA, die große Kölner Presseausstellung, mit der Adenauer die Stadt als Wirtschafts- und Kulturstandort voranbringen wollte. Dass der Rosenmontagszug den Ehrgeiz des Oberbürgermeisters schon damals auf die Schippe nahm, gehört zur Kölner Karnevalsgeschichte – 1928 soll ein Wagen mit dem Wortspiel „Adeneier“ durch die Stadt gefahren sein.
Die beiden Bundesgartenschauen 1957 und 1971 gaben dem Gelände seine heutige Gestalt. Hans Schilling ergänzte die Bühne mit den pilzförmigen Stützen, und Frei Otto schuf das Sternwellenzelt – jene leichte Dachkonstruktion, die den Tanzbrunnen architektonisch berühmt gemacht hat.
Theater, Bühne, Gelände: die Anlage heute
- Theater am Tanzbrunnen – 1994 erbaut, 1.004 Plätze, überdacht und damit ganzjährig bespielbar. Der Ort für Sitzungen und Fernsehaufzeichnungen.
- Open-Air-Gelände – rund 30.000 Quadratmeter mit etwa 12.500 Steh- und 2.500 Sitzplätzen. Hier finden die großen Sommerkonzerte statt.
- Die Bühne im Wasser – das Wahrzeichen der Anlage, Ergebnis der Entwürfe von 1928 und der Umbauten zu den Gartenschauen.
Außerhalb der Session ist der Tanzbrunnen vor allem Konzertgelände; das Amphi-Festival macht ihn an zwei Tagen im Jahr zum Treffpunkt der schwarzen Szene. Dass derselbe Ort im Januar eine Karnevalssitzung und im Sommer ein Gothic-Festival trägt, sagt einiges über Köln.
Anfahrt und Praktisches
- Lage: Rheinpark in Deutz, gegenüber der Altstadt. Zu Fuß über die Hohenzollernbrücke vom Dom aus gut erreichbar.
- Öffentlich: über Köln Messe/Deutz mit Bahn und KVB; an Veranstaltungstagen die bessere Wahl als das Auto.
- Karneval: Karten für Sitzungen gibt es über die jeweils ausrichtende Gesellschaft, nicht über den Tanzbrunnen selbst.
- Fernsehaufzeichnungen: Termin und Zugang regelt der Sender beziehungsweise die Produktion.
Warum der Ort für den Karneval zählt
Der Tanzbrunnen ist keine Karnevalsinstitution wie der Gürzenich oder das Haus des Kölner Karnevals. Er ist ein Veranstaltungsort, der in der Session gebraucht wird – weil er die richtige Größe hat, überdacht ist und fernsehtauglich. Genau deshalb entstehen dort Abende, die weit mehr Menschen sehen als jede Saalsitzung in der Innenstadt.
Jecken-Post
Neuigkeiten aus den Sälen, Probenräumen und Veedeln – unregelmäßig, dafür immer mit Anlass.
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