Am 28. Februar 1949 kündigt das Festkomitee vorsichtig nur eine „Erweiterte Kappenfahrt“ an – der erste Straßenumzug seit dem letzten Rosenmontagszug 1939. Da die Innenstadt größtenteils noch nicht begehbar ist, führt die Route über die Außenbezirke. Zugleiter Thomas Liessem bringt immerhin zwölf Wagen zusammen, und dank städtischer Unterstützung für Zuckerscheine gibt es sogar wieder Kamelle.
Prinz ist Theo Röhrig, der als volkstümlicher „Volksprinz“ schnell beliebt wird und mit seinen Karnevalserinnerungen „16 Tage Fürst“ zum Bestseller-Autor wird. Das Dreigestirn ist nach der NS-Zeit wieder rein männlich besetzt.
Am 11. November 1948 stellt der Bäcker und Musiker Karl Berbuer im Rundfunk das „Trizonesien-Lied“ vor – kurzfristig umbenannt, nachdem aus der britisch-amerikanischen Bizone durch den Beitritt der französischen Zone die „Trizone“ geworden war. Das Lied wird zum Sensationserfolg in ganz Westdeutschland und bis heute gesungen, sorgt im Ausland aber auch für Irritation über vermeintlich wiedererstarkten deutschen Nationalstolz.
Ein Aprilscherz der „Kölnischen Rundschau“, das Dreigestirn werde die Enttrümmerung des Gürzenich einläuten, wird von der Bevölkerung so ernst genommen, dass daraus tatsächlich der symbolische Auftakt zum Wiederaufbau des Gürzenich wird.