Karnevalschronik

Unsere Karnevalsgeschichte

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246 Einträge · 1823 bis 2026

Unsere Karnevalsgeschichte

Die Chronik des Kölner Karnevals von der Reform 1823 bis in die Gegenwart – zusammengetragen aus historischen Aufzeichnungen.

  1. Generationswechsel an der Spitze des Festkomitees

    Am 23. März 2026 wählen die Mitgliedsgesellschaften Lutz Schade zum neuen Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval.

    Nach seiner Amtszeit seit 2017 scheidet Christoph Kuckelkorn als Präsident des Festkomitees Kölner Karneval aus und wird Ehrenpräsident.

    Am 23. März 2026 wählen die Mitgliedsgesellschaften Lutz Schade zu seinem Nachfolger.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  2. Marc Michelske übernimmt den Rosenmontagszug

    Marc Michelske übernimmt 2025 die Leitung des Kölner Rosenmontagszuges.

    Marc Michelske übernimmt die Leitung des Kölner Rosenmontagszuges. 2025 präsentiert er erstmals gemeinsam mit seinem Team die unter seiner Verantwortung entstandenen Persiflagewagen.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  3. Die StattGarde stellt erstmals das Dreigestirn

    Die StattGarde Colonia Ahoj stellt 2025 mit Prinz René I., Bauer Michael und Jungfrau Marlis erstmals das Kölner Dreigestirn.

    Die StattGarde Colonia Ahoj stellt mit Prinz René I., Bauer Michael und Jungfrau Marlis erstmals das Kölner Dreigestirn. Die 2003 gegründete Gesellschaft gehört seit 2018 als ordentliches Mitglied dem Festkomitee an.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  4. Köln wird Närrisch-Europäische Kulturstadt

    2024 trägt Köln den Titel „Närrisch-Europäische Kulturstadt".

    2024 trägt Köln den Titel „Närrisch-Europäische Kulturstadt“. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Vermittlung des Kulturguts Karneval an die nächste Generation.

    Quelle: Närrische Europäische Gemeinschaft (NEG) / Festkomitee Kölner Karneval

  5. Das erste Familien-Dreigestirn

    Mit Prinz Sascha I., Bauer Werner und Jungfrau Frieda besteht das Kölner Dreigestirn 2024 erstmals aus Vater, Sohn und Onkel.

    Mit Prinz Sascha I., Bauer Werner und Jungfrau Frieda besteht das Kölner Dreigestirn erstmals aus Vater, Sohn und Onkel. Alle drei gehören dem Traditionskorps Treuer Husar Blau-Gelb an.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  6. Der Rosenmontagszug überquert erstmals den Rhein

    Zum 200-jährigen Jubiläum startet der Rosenmontagszug 2023 erstmals auf der Schäl Sick in Deutz.

    Zum 200-jährigen Jubiläum startet der Rosenmontagszug erstmals auf der Schäl Sick in Deutz und führt über die Deutzer Brücke in die Kölner Innenstadt.

    Mit mehr als 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einer Zuglänge von rund 8,5 Kilometern erreicht der Jubiläumszoch historische Dimensionen.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  7. 200 Jahre organisierter Kölner Karneval

    Köln feiert 2023 200 Jahre seit der Karnevalsreform von 1823 und dem ersten organisierten Rosenmontagszug.

    Köln feiert 200 Jahre seit der Karnevalsreform von 1823 und dem ersten organisierten Rosenmontagszug. Die Jubiläumssession steht unter dem Motto „200 Jahre Kölner Karneval: Ov krüzz oder quer“.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  8. Jüdischer Karneval kehrt ins Festkomitee zurück

    Die Kölsche Kippa Köpp werden 2022 als hospitierende Mitgliedsgesellschaft in das Festkomitee aufgenommen.

    Die Kölsche Kippa Köpp werden als hospitierende Mitgliedsgesellschaft in das Festkomitee aufgenommen. Der 2017 gegründete Verein knüpft dabei auch an die Geschichte des jüdischen Karnevals in Köln und des während der NS-Zeit aufgelösten „Kleinen Kölner Klubs“ an.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  9. Aus Rosenmontag wird eine Friedensdemonstration

    Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sagt das Festkomitee das geplante Rosenmontagsfest 2022 ab.

    Wegen der Corona-Pandemie war zunächst ein Rosenmontagsfest im RheinEnergieStadion geplant. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sagt das Festkomitee auch diese Veranstaltung ab.

    Stattdessen zieht am Rosenmontag eine große Friedensdemonstration durch Köln. Mehr als 250.000 Menschen setzen ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval / Stadt Köln

  10. Ein Dreigestirn für zwei Sessionen

    Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie von den Altstädtern bleiben pandemiebedingt sowohl 2021 als auch 2022 im Amt.

    Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie von den Altstädtern bleiben pandemiebedingt sowohl 2021 als auch 2022 im Amt. Damit entsteht eine außergewöhnliche Konstellation in der Geschichte des Kölner Dreigestirns.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  11. Das Foto zeigt den Zugleiter mit einem Miniatur-Modell seines Rosenmontagswagen
    Der Zugleiter mit einem Miniatur-Modell seines Rosenmontagswagens

    Der Rosenmontagszug wird zum Puppenspiel

    Die Corona-Pandemie macht 2021 einen normalen Straßenkarneval unmöglich.

    Die Corona-Pandemie macht einen normalen Straßenkarneval unmöglich. Gemeinsam mit dem Hänneschen-Theater entsteht deshalb ein Rosenmontagszug im Miniaturformat.

    Persiflagewagen werden im Maßstab 1:3 nachgebaut und der außergewöhnliche Zoch im Fernsehen gezeigt.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval / Hänneschen-Theater

  12. Sturm stoppt die Schull- un Veedelszöch

    Wegen starker Windböen werden die Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag 2020 kurzfristig abgesagt.

    Wegen starker Windböen werden die Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag 2020 kurzfristig abgesagt. Vertreter der Schulen und Veedelsgruppen erhalten dafür die Möglichkeit, am folgenden Tag im Rosenmontagszug mitzugehen.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  13. Holger Kirsch wird Zugleiter

    2019 übernimmt der frühere Prinz Karneval Holger Kirsch die Leitung des Kölner Rosenmontagszuges.

    2019 übernimmt der frühere Prinz Karneval Holger Kirsch die Leitung des Kölner Rosenmontagszuges. Damit wird die Organisation des größten Ereignisses des Kölner Straßenkarnevals in neue Hände gelegt.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  14. Dreigestirn aus drei Gesellschaften

    Erstmals seit 1955 stammen Prinz, Bauer und Jungfrau 2019 wieder aus drei unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften.

    Erstmals seit 1955 stammen Prinz, Bauer und Jungfrau wieder aus drei unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften. Prinz Marc I., Bauer Markus und Jungfrau Catharina führen damit eine ältere Tradition des Kölner Karnevals fort.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  15. Christoph Kuckelkorn wird Präsident des Festkomitees

    Nach zwölf Jahren als Zugleiter übernimmt Christoph Kuckelkorn 2017 die Präsidentschaft des Festkomitees Kölner Karneval.

    Nach zwölf Jahren als Zugleiter übernimmt Christoph Kuckelkorn 2017 die Präsidentschaft des Festkomitees Kölner Karneval.

    Als Präsident des Dachverbandes prägt er in den folgenden Jahren unter anderem die Corona-Zeit und das große Jubiläum 2023.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval

  16. Rosenmontagszug trotzt dem Sturm

    Wegen angekündigter Sturmböen findet der Kölner Rosenmontagszug 2016 nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.

    Wegen angekündigter Sturmböen findet der Kölner Rosenmontagszug 2016 unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt. Pferde und Pferdefuhrwerke bleiben ebenso zu Hause wie Großfiguren, Trageschilder und Fahnen.

    Während Rosenmontagszüge in mehreren anderen Städten abgesagt werden, zieht der Kölner Zoch durch die Stadt.

    Quelle: Festkomitee Kölner Karneval, Presseberichterstattung 2016

  17. „Social jeck – kunterbunt vernetzt”: Motto der Session 2015

    Zur Session 2015 ist aus der Quelle lediglich das Motto „Social jeck – kunterbunt vernetzt” überliefert; weitere Angaben zum Dreigestirn liegen nicht vor.

    Für das Jahr 2015 überliefert die Chronik nur die Überschrift bzw. das Motto der Session: „Social jeck – kunterbunt vernetzt”. Weitere Angaben zum Dreigestirn oder zu Ereignissen der Session sind der Quelle nicht zu entnehmen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  18. Erster Professor im Kölner Dreigestirn

    Mit Bauer Michael Bernecker stellt das Dreigestirn 2014 erstmals einen Hochschulprofessor; die Blauen Funken besetzen nach 18 Jahren wieder das Trio.

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    Prinz Björn Griesemann (Björn I.), Bauer Professor Dr. Michael Bernecker und Jungfrau Jens Hermes (Jungfrau Hermina), alle von den Blauen Funken, bilden das Dreigestirn der Session „Zokunft – Mer spingkse wat kütt”. Nach 18 Jahren stellen die Blauen Funken damit wieder das Dreigestirn.

    Bauer Michael Bernecker, Professor für Marketing und Betriebswirtschaftslehre, ist der erste Hochschulprofessor in einem Kölner Dreigestirn. Anders als es das Klischee vom Kölsch-trinkenden Jecken nahelegt, ist er bekennender Weinliebhaber mit einer umfangreichen Sammlung – als Kölner mit FC-Dauerkarte und Herz für die Stadt verzeihen ihm die Kölner das gern.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  19. Dreigestirn der Alte Kölner „Schnüsse Tring”

    Prinz Ralf III., Bauer Dirk und Jungfrau Katharina von der Alte Kölner KG „Schnüsse Tring” 1901 e.V. bilden das Dreigestirn der Session 2013.

    Prinz Ralf Görres (Ralf III.), Bauer Dirk Königs und Jungfrau Axel Busse (Jungfrau Katharina), alle von der Alte Kölner KG „Schnüsse Tring” 1901 e.V., bilden das Dreigestirn der Session „Fastelovend em Blot – he un am Zuckerhot”. Motto: „Von Köln bis Rio, mir drei sin euer Trio.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  20. Erstmals offener Umgang mit Homosexualität im Dreigestirn

    Die Chronik vermerkt für 2012 erstmals einen offenen Umgang mit Homosexualität innerhalb des Dreigestirns.

    Die Chronik hält fest, dass im Kölner Karneval 2012 erstmals ein Mitglied des Dreigestirns offen mit seiner Homosexualität umgeht.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  21. Dreigestirn der Prinzen-Garde: „Jedem Jeck sing Pappnas”

    Prinz Marcus II., Bauer Thorsten und Jungfrau Olivia von der Prinzen-Garde bilden das Dreigestirn der Session „Jedem Jeck sing Pappnas”.

    Prinz Marcus Gottschalk (Marcus II.), Bauer Thorsten U. Schmidt und Jungfrau Dr. Oliver von Rosenberg (Jungfrau Olivia), alle von der Prinzen-Garde, bilden das Dreigestirn der Session „Jedem Jeck sing Pappnas”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  22. Dreigestirn der Bürgergarde blau-gold: „Köln hat was zu beaten”

    Prinz Frank I., Bauer Günter und Jungfrau Reni von der Bürgergarde „blau-gold” bilden das Dreigestirn der Session „Köln hat was zu beaten”.

    Prinz Frank Steffens (Prinz Frank I.), Bauer Günter Flüch und Jungfrau Hans René Sion (Jungfrau Reni), alle von der Bürgergarde „blau-gold”, bilden das Dreigestirn der Session „Köln hat was zu beaten”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  23. Rosenmontagszug nach Stadtarchiv-Einsturz umgeleitet

    Wegen des Einsturzes des Historischen Archivs der Stadt Köln kann der Rosenmontagszug 2010 nicht wie gewohnt über den Waidmarkt geführt werden.

    Nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln (Kölner Stadtarchiv) kann der Rosenmontagszug 2010 nicht seine gewohnte Strecke über den Waidmarkt nehmen. Er wird stattdessen über Löwengasse, Follerstraße, Matthiasstraße und Mühlenbach umgeleitet.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  24. Dreigestirn der Großen Braunsfelder KG

    Prinz Markus, Bauer Hubert und Jungfrau Martina von der Großen Braunsfelder KG bilden das Dreigestirn der Session „In Kölle jebützt”.

    Prinz Markus Zehnpfennig, Bauer Hubert Hornung und Jungfrau Wolfgang Fritsch (Jungfrau Martina), alle von der Großen Braunsfelder KG, bilden das Dreigestirn der Session „In Kölle jebützt”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  25. Dreigestirn der EhrenGarde: „Himmlisch jeck”

    Prinz Hans-Georg I., Bauer Bernd und Jungfrau Johanna von der EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V. bilden das Dreigestirn der Session „Unser Fastelovend – himmlisch jeck”.

    Prinz Hans-Georg Haumann (Hans-Georg I.), Bauer Bernd Tschirschnitz und Jungfrau Hajo Jennes (Jungfrau Johanna), alle von der EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V., bilden das Dreigestirn der Session „Unser Fastelovend – himmlisch jeck”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  26. Dreigestirn „Seiner Tollität Luftflotte”: Kulturkamelle für Kölle

    Prinz Rainer I., Bauer Harald und Jungfrau Albertina von der KG Seiner Tollität Luftflotte bilden das Dreigestirn der Session „Jeschenke för Kölle – uns Kulturkamelle!”.

    Prinz Rainer Herschel (Rainer I.), Bauer Harald Kloiber und Jungfrau Thomas A. Heinen (Jungfrau Albertina), alle von der KG Seiner Tollität Luftflotte, bilden das Dreigestirn der Session „Jeschenke för Kölle – uns Kulturkamelle!”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  27. Kardinal Meisner feiert erstmals Hochamt mit dem Dreigestirn

    Vor der Proklamation zelebriert Kardinal Meisner erstmals ein Hochamt im Kölner Dom mit dem Dreigestirn, der Standartengruppe und den Gesellschaftspräsidenten.

    Kardinal Meisner feiert 2007 erstmals vor der Proklamation gemeinsam mit dem Dreigestirn, der Standartengruppe und sämtlichen Gesellschaftspräsidenten ein Hochamt im Kölner Dom.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  28. Dreigestirn der Kölsche Funke rut-wiess

    Prinz Jacky I., Bauer Walter und Jungfrau Antonia von der Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V. bilden das Dreigestirn der Session „Mir all sin Kölle!”.

    Prinz Josef Beumling (Jacky I.), Bauer Walter Hüsch und Jungfrau Jörg Anton Kaltwasser (Antonia), alle von der Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V., bilden das Dreigestirn der Session „Mir all sin Kölle!”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  29. Dreigestirn zur Fußball-WM: „E Fastelovendsfoßballspill”

    Das Motto der Session 2006 spielt augenzwinkernd auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland an.

    Prinz Franz-Josef Hermann (Prinz Josef VII.), Bauer Rüdiger Höffken und Jungfrau Heinz-Josef „Jupp” Breuer (Jungfrau Josi), alle von der Prinzen-Garde, bilden das Dreigestirn. Das Motto „E Fastelovendsfoßballspill” nimmt Bezug auf die im selben Jahr in Deutschland ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  30. Kölner Karnevalsmuseum feierlich eröffnet

    Im Juni 2005 eröffnet das Festkomitee das Kölner Karnevalsmuseum, das nach eigenen Angaben das größte seiner Art in Deutschland ist.

    Im Juni 2005 wird das Kölner Karnevalsmuseum feierlich eröffnet. Das Festkomitee zeigt sich stolz auf das nach eigenen Angaben größte Karnevalsmuseum der Republik.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  31. Dreigestirn der Kölnischen KG 1945

    Prinz Walter II., Bauer Uli und Jungfrau Claudia von der Kölnischen KG 1945 e.V. bilden das Dreigestirn der Session „Kölle un die Pänz us aller Welt”.

    Prinz Walter-Ferdinand Passmann (Prinz Walter II.), Bauer Uli Döres und Jungfrau Claus Frohn (Jungfrau Claudia), alle von der Kölnischen KG 1945 e.V., bilden das Dreigestirn der Session „Kölle un die Pänz us aller Welt”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  32. Dreigestirn der Prinzen-Garde: „Laach doch ens”

    Prinz Wolfgang I., Bauer Peter und Jungfrau Berta von der Prinzen-Garde bilden das Dreigestirn der Session 2004.

    Prinz Wolfgang Heckner (Prinz Wolfgang I.), Bauer Peter-Josef Wolf und Jungfrau Bernd Schröder (Jungfrau Berta), alle von der Prinzen-Garde, bilden das Dreigestirn der Session „Laach doch ens, et weed widder wäde”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  33. Dreigestirn der Nippeser Bürgerwehr: „Klaaf und Tratsch”

    Prinz Dietmar I., Bauer Manfred und Jungfrau Mareike von der Nippeser Bürgerwehr bilden das Dreigestirn der Session 2003.

    Prinz Dietmar Broicher (Prinz Dietmar I.), Bauer Manfred Bergfelder und Jungfrau Dr. Markus Beckers (Jungfrau Mareike), alle von der Nippeser Bürgerwehr, bilden das Dreigestirn der Session „Klaaf und Tratsch op kölsche Art”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  34. Tödlicher Unfall einer Wagenengel-Helferin

    Beim Rosenmontagszug 2002 wird eine junge Helferin, die als „Wagenengel” die Sicherheit an einem Festwagen gewährleisten sollte, von dem Wagen überrollt und stirbt.

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    Der Rosenmontagszug 2002 wird von einem schweren Unglück überschattet: Eine junge Frau, die als sogenannter „Wagenengel” im Einsatz ist – also als Helferin, die neben den Festwagen hergeht und darauf achtet, dass keine Zuschauer oder Kinder unter die Räder geraten –, wird beim Sichern einer Kurve von einem tonnenschweren Festwagen überrollt und stirbt.

    Eine Gedenkplakette am Gebäude der Artothek Köln erinnert bis heute an den Unfall.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  35. Dreigestirn der Müllemer Junge

    Prinz Michael, Bauer Norbert und Jungfrau Marika von den Müllemer Junge bilden das Dreigestirn der Session „Janz Kölle es e Poppespill”.

    Prinz Michael Pohl, Bauer Norbert Hasbach und Jungfrau Markus Pohl (Jungfrau Marika), alle von den Müllemer Junge, bilden das Dreigestirn der Session „Janz Kölle es e Poppespill”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  36. Dreigestirn der Altstädter Köln

    Prinz Franz VIII., Bauer Walter und Jungfrau Hansi von den Altstädtern Köln bilden das Dreigestirn der Session „Köln kann sich mit allen messen”.

    Prinz Franz Buchholz (Prinz Franz VIII.), Bauer Walter Engelmann und Jungfrau Hans Kölschbach (Jungfrau Hansi), alle von den Altstädtern Köln, bilden das Dreigestirn der Session „Köln kann sich mit allen messen”.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  37. Rosenmontagszug ändert nach 30 Jahren seine Richtung

    Zur Jahrtausendwende kehrt der Rosenmontagszug seine traditionelle Laufrichtung um: Statt im Severinsviertel zu enden, startet er dort nun.

    Prinz Ralf Günther (Prinz Ralf II.), Bauer Karsten Schnöring und Jungfrau Peter Hansmann (Jungfrau Petra), alle von der KG Treuer Husar, bilden das Dreigestirn der Session „Kölle loß jon, ins neue Jahrtausend”.

    Am 6. März 2000 ändert der Rosenmontagszug nach fast 30 Jahren erstmals seine Richtung: Endete er bislang im Severinsviertel, nimmt er dort nun um 11 Uhr seinen Anfang.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  38. Kajuja feiert 50-jähriges Bestehen

    Die 1949 gegründete katholische Jugendorganisation Kajuja, aus der viele bekannte Karnevalisten hervorgingen, begeht ihr 50-jähriges Jubiläum.

    Die 1949 gegründete „Kajuja” (Bund der deutschen katholischen Jugend in der Stadt Köln), aus deren Reihen zahlreiche später bekannte Karnevalisten hervorgegangen sind, feiert 1999 ihr 50-jähriges Bestehen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  39. Kurzfristiger Dreigestirn-Wechsel nach Betrugsvorwürfen

    Nach öffentlichen Betrugsvorwürfen gegen den designierten Prinzen tritt das gesamte vorgesehene Dreigestirn zurück; neun Tage vor dem 11.11. springt die KG Uhu ein.

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    Ursprünglich sollen drei Mitglieder des Reiterkorps Jan von Werth das Dreigestirn 1999 stellen: Günter Clotten als Prinz, Rüdiger Becker als Bauer und Heinz Wittemann als Jungfrau. Kurz nach der Bekanntgabe werden öffentlich Vorwürfe gegen Clotten laut, die ihn als Betrüger darstellen. Er tritt daraufhin zurück, wenig später ziehen aus Solidarität auch Becker und Wittemann ihre Kandidatur zurück.

    Eine Woche vor dem 11.11. steht das Festkomitee ohne Dreigestirn da. Am 9. November 1999 werden mit Kurt Richter (Prinz Kurt IV.), Hans-Jürgen Köber (Bauer Jürgen) und Klaus Fischer drei Kandidaten der KG Uhu aus Köln-Dellbrück als neues Dreigestirn präsentiert; unter dem Motto der Session „999 Jahre – Das waren Zeiten” ziehen sie durch die Session.

    Die Vorwürfe gegen Günter Clotten erweisen sich einige Monate später als falsch.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  40. Premiere des Sternmarschs am Karnevalsfreitag

    Am Karnevalsfreitag findet 1998 erstmals der Sternmarsch statt, der seither fester Programmpunkt der Session ist.

    Der Sternmarsch am Karnevalsfreitag feiert 1998 seine Premiere.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  41. Festkomitee feiert 175-jähriges Jubiläum

    Das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V. begeht sein 175-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum.

    Prinz Konstantin Brovot (Prinz Konstantin I.), Bauer Roland Pilot und Jungfrau Hans-Willy Fahnenbruck (Jungfrau Hanny), alle von den Roten Funken, bilden das Dreigestirn der Session „Fastelovend und Dom im Jubiläumsfieber”.

    Das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V. feiert 1998 sein 175-jähriges Bestehen; das Kölnische Stadtmuseum zeigt dazu eine Ausstellung über die Geschichte des Komitees.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  42. Familien-Dreigestirn: Brüder und Schwager im Ornat

    Prinz Thomas und Bauer Werner Brauckmann sind Brüder, ihr Schwager Georg Holl zieht als Jungfrau Schorschi mit – und kommt auf Inlinern zu rund 500 Auftritten.

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    Prinz Thomas Brauckmann und Bauer Werner Brauckmann sind Brüder; ihr Schwager Georg Holl vervollständigt als Jungfrau Schorschi das Dreigestirn der Kölner Narren-Zunft in der Session „Nix bliev wie et es, aber wir werden das Kind schon schaukeln”.

    Jungfrau Schorschi, ein ehemaliger Eishockeyspieler, absolviert gut 500 Auftritte auf Inlinern und geht damit als ungewöhnlichste Jungfrau ihrer Zeit in die Erinnerung der Session ein.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  43. Dreigestirn der Blauen Funken: „Typisch Kölsch”

    Prinz Kurt III., Bauer Ewald und Jungfrau Froni von den Blauen Funken bilden das Dreigestirn der Session 1996.

    Prinz Kurt Görgens (Prinz Kurt III.), Bauer Ewald Kappes und Jungfrau Fro Kuckelkorn (Jungfrau Froni), alle von den Blauen Funken, bilden das Dreigestirn der Session „Typisch Kölsch”. Motto: „Fastelovend en Kölle es Freude pur mem Prinz, d’r Jungfrau un dem Buur.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  44. Dreigestirn mit Familientradition bei der Kölnischen KG

    Bauer Udo und Jungfrau Theodora treten in die Fußstapfen früherer Dreigestirn-Mitglieder aus der eigenen Familie.

    Prinz Rolf Lautenbach (Prinz Rolf II.), Bauer Udo Feldbusch und Jungfrau Theo Bischof (Jungfrau Theodora), alle von der Kölnischen KG, bilden das Dreigestirn der Session „Colonia ruft die Narren aller Länder”.

    Bauer Udo Feldbusch ist der Bruder der Jungfrau von 1971, Jungfrau Theo Bischof der Sohn der Jungfrau von 1954 – eine bemerkenswerte familiäre Kontinuität im Dreigestirn.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  45. Tommy Engel verlässt die Bläck Fööss

    Nach 24 Jahren trennt sich Frontmann Thomas „Tommy” Engel von der Kölner Kultband Bläck Fööss.

    Im November 1994 sorgt eine Nachricht für Aufsehen unter den Kölnern: Thomas „Tommy” Engel, langjähriger Frontmann der Bläck Fööss, verlässt die Band nach 24 Jahren. Mit Kafie Biermann findet die Gruppe einen Ersatz für die Bühne.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  46. Dreigestirn der KG Alt Köllen

    Prinz Ralf I., Bauer Reinhold und Jungfrau Herwiga von der KG Alt Köllen bilden das Dreigestirn der Session „Hokuspokus Kölsche Zauberei”.

    Prinz Ralf Cremer (Prinz Ralf I.), Bauer Reinhold Masson und Jungfrau Herwig Bartsch (Jungfrau Herwiga), alle von der KG Alt Köllen, bilden das Dreigestirn der Session „Hokuspokus Kölsche Zauberei”. Ihr Motto: „Kölsch es et Hätz, Kölsch es d’r Senn, Fastelovend es en uns Drei dren.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  47. Nippeser Bürgerwehr feiert 90 Jahre mit eigenem Dreigestirn

    Zum 90-jährigen Bestehen stellt die Nippeser Bürgerwehr das Dreigestirn der Session „Sinfonie in Doll”.

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    Prinz Wilfried Junggeburth, Bauer Karl Petry und Jungfrau Artur Tybussek (Jungfrau Artura), alle von der Nippeser Bürgerwehr, bilden anlässlich des 90-jährigen Vereinsjubiläums das Dreigestirn der Session „Sinfonie in Doll”.

    Bei der Prinzenproklamation begeistert das Trio das Publikum, als der Prinz zur Gitarre greift und gemeinsam mit Bauer und Jungfrau ein selbstgesungenes Lied anstimmt, das schon bald zum Schlager der Session wird.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  48. Tod von Charly Niedieck: Eilemann Trio löst sich auf

    Nach dem Tod von Charly Niedieck entscheidet Günter Eilemann, das nach ihm benannte Trio nach 40 Bühnenjahren aufzulösen.

    Am 1. November 1992 stirbt Charly Niedieck. Sein Tod veranlasst Günter Eilemann zu der Entscheidung, das gemeinsame Eilemann Trio aufzulösen. Die folgende Session wird nach 40 Bühnenjahren zu einem ernsten, zugleich aber auch fröhlichen Abschied von der Karnevalsbühne.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  49. Zwei Dreigestirne im Rosenmontagszug

    Weil das Dreigestirn 1991 wegen der Zugabsage keinen Straßenkarneval erleben konnte, darf es 1992 gemeinsam mit dem neuen Dreigestirn am Rosenmontagszug teilnehmen.

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    Prinz Arnold Dircks, Bauer Berthold Schneider und Jungfrau Manfred Funken (Jungfrau Manfrieda), alle von der Ehrengarde der Stadt Köln, bilden das Dreigestirn der Session „Et kütt wie et kütt”.

    Da dem Dreigestirn des Vorjahres 1991 der Straßenkarneval verwehrt geblieben war, darf es ab Weiberfastnacht 1992 gemeinsam mit dem amtierenden Dreigestirn feiern und in vollem Ornat auf einem Extrawagen am Rosenmontagszug teilnehmen. Wegen Überladung mit Wurfmaterial platzt dabei ein Reifen; nach einer Teilentladung und kurzer Verzögerung kann der Wagen wieder in den Zug einreihen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  50. Golfkrieg überschattet den Karneval – Rosenmontagszug fällt aus

    Wegen des Golfkriegs wird der Rosenmontagszug 1991 komplett abgesagt; an Weiberfastnacht feiern die Altstädter dennoch unverstärkt und in Zivil auf dem Alter Markt.

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    Der Krieg am Golf löst in Köln heftige Debatten darüber aus, ob in dieser Zeit überhaupt Karneval gefeiert werden könne. Trotz massiver Drohungen von Gegnern entscheidet man sich, den Sitzungskarneval durchzuführen.

    An Weiberfastnacht treffen sich die Altstädter wie gewohnt auf dem Alter Markt – diesmal jedoch in Zivil statt in Uniform. Unterstützt von Bläck Fööss, Höhner und Paveier singen und schunkeln rund 5000 Jecke ganz ohne Verstärkeranlagen.

    Der Rosenmontagszug selbst fällt aus; stattdessen ziehen mehrere spontan gebildete kleine Umzüge friedlich durch die Stadt. Als Ausgleich darf das Dreigestirn 1991 im folgenden Jahr zusätzlich am regulären Rosenmontagszug teilnehmen – 1992 fahren dadurch zwei Dreigestirne mit.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  51. Dreigestirn der Schäl Sick

    Prinz Heinz-Ludwig I., Bauer Peter und Jungfrau Dietlinde bilden das Dreigestirn der DKG Schäl Sick in der Session „Kinema Colonia”.

    Prinz Heinz-Ludwig Busbach, Bauer Heinz-Peter Schnepf und Jungfrau Dr. Dieter Maffei, alle von der DKG Schäl Sick, bilden das Dreigestirn der Session „Kinema Colonia”. Ihr Motto: „Of links vum Rhing, oder op d’r Schäl Sick, Fastelovend fiere all nette Lück.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  52. Colonia-Duett: Hans Süper und Hans Zimmermann trennen sich

    Nach 16 gemeinsamen Jahren beendet Hans Süper die Zusammenarbeit mit seinem Partner Hans Zimmermann.

    Der 8. November 1990 gilt im Rückblick als „Trauertag”: Hans Süper beendet die Partnerschaft mit Hans Zimmermann. Das Colonia-Duett will sich nach 16 erfolgreichen gemeinsamen Jahren im folgenden Jahr mit einer Abschiedstournee von der Bühne verabschieden.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  53. Orkan „Wiebke” legt den Rosenmontagszug lahm

    Ein schwerer Sturm zwingt die Organisatoren, sämtliche Großfiguren und Pferde aus dem Rosenmontagszug zu nehmen; der Zug startet stark verspätet.

    Am Rosenmontag 1990 fegt der Orkan „Wiebke” über Köln. Wegen der schweren Sturmböen müssen alle Großfiguren sowie die Pferde aus dem Zug genommen werden. Der Rosenmontagszug kann erst mit großer Verspätung starten, sodass das Dreigestirn nahezu im Dunkeln durch die Stadt fährt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  54. Dreigestirn mit Weltbürger: die Jungfrau aus Philadelphia

    Prinz Hans-Jürgen I., Bauer Franz-Josef und Jungfrau Wally bilden das Dreigestirn 1990 – die Jungfrau lebt seit ihrer Auswanderung 1959 in Philadelphia.

    Prinz Hans-Jürgen Eschweiler, Bauer Franz-Josef Kurt und Jungfrau Walter Pottgießer (Jungfrau Wally), alle von der 1. Kleinen KG Löstige Innenstädter, bilden das Dreigestirn der Session „Hereinspaziert, hereinspaziert zur größten Schau der Welt”.

    Walter Pottgießer war bereits 1959 nach Amerika ausgewandert und betreibt in Philadelphia ein Reisebüro. Zum Karneval reist er dennoch jedes Jahr pünktlich nach Köln.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  55. Ungewöhnliches Dreigestirn aus drei Gesellschaften

    Prinz, Bauer und Jungfrau der Session 1989 kommen erstmals aus drei unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften.

    Prinz Peter Valder (Prinz Peter VII.) von der Großen Kölner KG, Bauer Franz Schmitz von der Ehrengarde der Stadt Köln und Jungfrau Josef Beck (Jungfrau Josefa) von den Fidele Zunft Brüder bilden gemeinsam das Dreigestirn der Session „Wir machen Musik met vill Harmonie” – eine für die Zeit ungewöhnliche Konstellation, da die drei Rollen sonst meist aus derselben Gesellschaft besetzt werden.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  56. Dreigestirn der Prinzen-Garde: „Kölle Alaaf, Colonia feiert Feste”

    Prinz Claus III., Bauer Knut und Jungfrau Karla von der Prinzen-Garde ziehen als Dreigestirn durch die Session 1988.

    Prinz Claus Dillenburger (Prinz Claus III.), Bauer Knut Wörner und Jungfrau Karl Gottschalk, alle von der Prinzen-Garde, bilden das Dreigestirn der am 15. Februar 1988 proklamierten Session „Kölle Alaaf, Colonia feiert Feste”. Ihr Motto: „Freud ze han und Freud ze maache un vör allem vill ze laache, dozo han mir kölsche Junge uns em Dreijesteen jefunge.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  57. Karl-Berbuer-Brunnen im Severinsviertel eingeweiht

    Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wird der von Ferdi Leisten initiierte Karl-Berbuer-Brunnen im Severinsviertel an den Kölner Oberbürgermeister übergeben.

    Am 12. Juli 1987 übergibt eine große Zahl Kölner Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung den von Hans Bauhoff und Ferdi Leisten angestoßenen Karl-Berbuer-Brunnen im Severinsviertel an den Kölner Oberbürgermeister. Geschaffen hat ihn der Aachener Bildhauer Bonifatius Stirnberg.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  58. Dreigestirn der Alt Lindenthal: „Ganz Kölle dräumt”

    Prinz Carl V., Bauer Wilfried und Jungfrau Johanna von der KG Alt Lindenthal bilden das Dreigestirn der Session 1987.

    Prinz Hans-Carl Hagemann (Prinz Carl V.), Bauer Wilfried Wolters und Jungfrau Hans Dieter Maciejewski, alle von der KG Alt Lindenthal, bilden das Dreigestirn der Session „Ganz Kölle dräumt un jede Jeck dräumt anders”. Ihr Motto lautet: „Träume vergehen, doch eins dat es klor, Fastelovend en Kölle fiere mer alle Johr.”

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  59. Amtswechsel in der Bütt: Jungfrau Helmi muss gehen

    Das Dreigestirn der Session „Karneval der Rekorde” wird von Prinz Hans II., Bauer Matthias und Jungfrau Hansi gebildet – nachdem der ursprünglich vorgesehene Jungfrau-Darsteller sein Amt wegen eines Zwischenfalls mit einem Pressefotografen abgeben musste.

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    In der Session „Karneval der Rekorde” bilden Prinz Hans Olberts (Prinz Hans II.) von der Großen Mülheimer KG, Bauer Matthias Meyer und Jungfrau Hans-Dieter Salchert (Jungfrau Hansi) das Kölner Dreigestirn. Ihr Motto lautet: „Rächs un links vum Rhing mer Fastelovend fiere, domet sich kölsche Hätze besser kenne liere.”

    Ursprünglich sollte Helmut Lengert als „Jungfrau Helmi” amtieren. Nachdem es zu Handgreiflichkeiten mit einem Pressefotografen gekommen war, muss er sein Amt während der Session abgeben; Hans-Dieter Salchert übernimmt die Rolle.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  60. Reiter-Korps Jan von Werth springt kurzfristig für das Dreigestirn ein

    Als die für das Dreigestirn 1985 vorgesehene Kölnische KG 1945 wegen interner Unstimmigkeiten zurücktritt, übernimmt kurzfristig das Reiter-Korps Jan von Werth und stellt das Trifolium zu seinem eigenen 60. Geburtstag.

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    Eigentlich sollte die Kölnische KG 1945 e.V. zur Feier ihres 40-jährigen Jubiläums das Dreigestirn 1985 stellen. Wegen Unstimmigkeiten innerhalb des designierten Trifoliums zieht sich die Gesellschaft jedoch wieder zurück. Daraufhin nutzt das Reiter-Korps Jan von Werth kurzfristig die Gelegenheit, zum eigenen 60. Geburtstag ein Dreigestirn zu nominieren.

    Prinz wird der Kreischorleiter Karl Josef Kappes als Prinz Karl Josef I., Bauer der Container-Unternehmer Reiner Töller, Jungfrau der Karosseriebau-Unternehmer Fritz Voss als Jungfrau Friederike. Motto: „Wir lieben Wein, Weib und Gesang und Euch Narren im Karneval.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  61. 82-jähriger Jupp Schmitz feiert triumphales Comeback

    Festkomitee-Präsident Ralf Bernd Assenmacher präsentiert 1984 mit Jupp Schmitz einen lange zurückgezogenen Karnevalisten auf der Prinzenproklamation. Der 82-jährige 'Schnäuzer' wird nach seinem Auftritt zum Star der Session.

    Für eine der schönsten Überraschungen der Session 1984 sorgt Festkomitee-Präsident Ralf Bernd Assenmacher: Auf der Prinzenproklamation präsentiert er mit Jupp Schmitz einen Karnevalisten, der sich viele Jahre zuvor völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Nach einem grandiosen Auftritt wird „der Schnäuzer“ im Alter von 82 Jahren zum umjubelten Star der Session.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  62. Grosse KG von 1823 und Rote Funken bilden gemeinsam das Dreigestirn

    1984 setzt sich das Dreigestirn aus zwei Gesellschaften zusammen: Prinz Jupp VI. kommt von der Großen KG von 1823, Bauer Claus und Jungfrau Theodora von den Roten Funken.

    1984 stellt sich das Dreigestirn gesellschaftsübergreifend zusammen: Prinz wird der Glaserei-Inhaber Josef Söller als Prinz Jupp VI. von der Großen KG von 1823, Bauer der Metzgermeister Claus Wagner und Jungfrau der Dachdecker-Unternehmer Theo Schneefeld als Jungfrau Theodora, beide von den Roten Funken. Motto: „Junge un och ahle Lück, helft met Kölle un sing Eigenaat ze halde en unserer Zick.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  63. KG Alt Köllen stellt Dreigestirn ‚wie ein Märchen‘

    1983 stellt die KG Alt Köllen mit Prinz Kurt II., Bauer Reinhold und Jungfrau Hansi das Dreigestirn der Session 'Kölner Karneval wie ein Märchen'.

    1983 stellt die KG Alt Köllen das Dreigestirn: Prinz wird der Künstlervermittler Kurt Ludes als Prinz Kurt II., Bauer der Tankstellenpächter Reinhold Schornstein, Jungfrau der Druckerei-Inhaber Hans-Dieter Salchert als Jungfrau Hansi. Motto: „Vergeßt die Sorgen. Dem Griesgram Stopp. Mer drei stelle Kölle op d’r Kopp.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  64. Große Kölner KG stellt Dreigestirn ‚Karneval der Schlagzeilen‘

    1982 stellt die Große Kölner KG mit Prinz Günter I., Bauer Peter und Jungfrau Petra das Dreigestirn der Session.

    1982 stellt die Große Kölner KG das Dreigestirn: Prinz wird der Bankdirektor Günter Deibert als Prinz Günter I., Bauer der Architekt Hanspeter Kottmair als Bauer Peter, Jungfrau der Elektromeister Peter Harens als Jungfrau Petra. Motto der Session: „Maht üch Freud sulang es jeiht, et Levve duhrt kein Iwichkeit.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  65. Rote Funken feiern Silberjubiläum ihrer Ühlepooz

    Die Roten Funken feiern 1981 das Silberjubiläum ihres wiederaufgebauten Hauptquartiers, der Ühlepooz. Auf- und Ausbau sowie Unterhalt des historischen Turms haben bis dahin rund 1 Million DM gekostet, je zur Hälfte in bar und in Sachleistungen aufgebracht.

    1981 feiern die Roten Funken das Silberjubiläum ihres wiederaufgebauten Hauptquartiers, der Ühlepooz. Dabei wird bekannt, dass Auf- und Ausbau sowie der laufende Unterhalt des historischen Turms bis zu diesem Zeitpunkt rund 1 Million DM gekostet haben – die Hälfte davon in bar, die andere Hälfte in Sachleistungen der Mitglieder aufgebracht.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  66. Prinzen-Garde stellt Dreigestirn ‚Zirkus Colonia‘

    Die Prinzen-Garde stellt 1981 mit Prinz Peter VI., Bauer Gerd und Jungfrau Helmi das Dreigestirn der Session 'Zirkus Colonia'.

    1981 stellt die Prinzen-Garde das Dreigestirn: Prinz wird der Brauerei-Geschäftsführer Peter Ganser als Prinz Peter VI., Bauer der Markthallen-Gemüsehändler und Spediteur Gerd Kick, Jungfrau der Zahnarzt Dr. Helmut Bends als Jungfrau Helmi. Motto: „Un jitt et och ringsöm vill Jemölsch, mer blieve selvs uns treu, denn kölsch bliev kölsch.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  67. Schwerer Sturz von Tänzerin Rita Pabel löst Solidaritätswelle aus

    Bei einem Auftritt der Tanzgruppe 'Kammerkätzchen und Kammerdiener' stürzt Rita Pabel am 11. November 1980 so schwer, dass sie eine Querschnittlähmung erleidet. Zahlreiche Benefizveranstaltungen, unter anderem mit dem Circus Roncalli, unterstützen ihre Rehabilitation.

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    Der kölsche Fastelovend fordert 1980 seinen Tribut: Bei einem Auftritt der Tanzgruppe „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ stürzt die Tänzerin Rita Pabel am 11. November so schwer, dass sie eine Querschnittlähmung erleidet.

    Der Unfall löst eine breite Welle der Hilfsbereitschaft aus. Aus dem Erlös zahlreicher Benefizveranstaltungen, an denen sich unter anderem der Circus Roncalli beteiligt, werden ihre Rehabilitationsmaßnahmen finanziell unterstützt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  68. Zugmotto würdigt 100 Jahre Dom-Vollendung

    Zum 100-jährigen Jubiläum der Domvollendung steht der Rosenmontagszug 1980 unter dem Motto 'Mer loße dr Dom verzälle'.

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    1980 stellt die Kölner Narren-Zunft das Dreigestirn: Prinz wird der Konditormeister Bert Zorn als Prinz Bert I., Bauer der Versicherungs-Landesdirektor Helmut Schüller, Jungfrau der Raumausstatter Wilhelm Oberwalleney als Jungfrau Wilhelmine. Motto: „Halt Handwerk un Heimat en Ihre, un dun ech kölsch Fastelovend fiere.“

    Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Domvollendung steht der Rosenmontagszug selbst unter dem Motto „Mer loße dr Dom verzälle“ und macht den Kölner Dom zum zentralen Thema des Zuges.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  69. Frauen dürfen erstmals offiziell im Rosenmontagszug mitgehen

    1979 fällt unter Zugleiter Bernd Assenmacher eine wichtige Schranke: Frauen dürfen erstmals offiziell am Rosenmontagszug teilnehmen, nachdem ihnen dies zuvor untersagt war.

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    1979 stellen die Blauen Funken das Dreigestirn: Prinz wird der Maschinenfabrik-Inhaber Hermann-Josef Spicher als Prinz Hermann-Josef I., Bauer der Schuhbetriebsleiter Rainer Hochhausen, Jungfrau der Friseurmeister Hans-Georg Ferrand als Jungfrau Hannie. Motto: „Lock och vun fän d’r Sonnesching, mer fiere Fastelovend en Kölle am Rhing.“

    Wichtiger als das Motto ist eine strukturelle Neuerung: Unter Zugleiter Bernd Assenmacher dürfen Frauen erstmals offiziell am Rosenmontagszug teilnehmen – zuvor war ihnen die Teilnahme ausdrücklich untersagt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  70. Nippeser Bürgerwehr stellt Dreigestirn ‚Flohmarkt Colonia‘

    1978 stellt die Nippeser Bürgerwehr mit Prinz Heinz VI., Bauer Hans und Jungfrau Henriette das Dreigestirn der Session unter dem Motto 'Flohmarkt Colonia'.

    1978 stellt die Nippeser Bürgerwehr das Dreigestirn: Prinz wird der Küchenmeister Heinz Landen als Prinz Heinz VI., Bauer der Fassbier-Großhändler Hans Mirbach, Jungfrau der Goldschmiedemeister Hans Jungverdorben als Jungfrau Henriette. Motto der Session: „Mer laache nit nur em Fasteleer, och em Levve fällt uns dat Laache nit schwer.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  71. Prinz legt Amt wegen Trauerfalls nieder – Vorgänger springt ein

    Prinz Paul Petry tritt 1977 nach nur 20 Tagen im Amt wegen eines Todesfalls in der Familie zurück; vier Tage später übernimmt der frühere Prinz Claus Kegelberg (1973) kurzerhand seine Nachfolge. Der Rosenmontagszug feiert zugleich das 175-jährige Jubiläum des Hänneschen-Theaters.

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    Die Session 1977 der Ehrengarde der Stadt Köln beginnt mit Prinz Paul Petry, einem Architekten, als Prinz Paul I. Wegen eines Todesfalls in seiner Familie legt er sein Amt jedoch bereits nach 20 Tagen nieder. Vier Tage später springt Claus Kegelberg, bereits Prinz im Jahr 1973 und ebenfalls Mitglied der Ehrengarde, ein. Bauer ist Heinz-Werner Bonjean, Sohn eines Bauern von 1959, Jungfrau Hans Kirsch als Jungfrau Hanni.

    Der Rosenmontagszug steht unter dem Motto „Mer loße de Pöppcher danze – 175 Johr Kölsch Hännesje“ und würdigt damit das 175-jährige Jubiläum des Hänneschen-Theaters. Höhepunkt ist die Teilnahme des gesamten Ensembles des städtischen mundartgebundenen Stockpuppen-Theaters am Zug.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  72. Zugmotto ehrt Willi Ostermann zum 100. Geburtstag

    Zu Willi Ostermanns 100. Geburtstag steht der Rosenmontagszug 1976 unter dem Motto 'Sang und Klang mit Willi Ostermann' und stellt Motive aus mehr als 100 Liedern des 1936 verstorbenen Liedermachers bildlich dar.

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    1976 stellt die Gesellschaft „Mer blieve zesamme“ das Dreigestirn: Prinz wird der Autohaus-Niederlassungsleiter Hans Lindemann als Prinz Hans I., Bauer der städtische Liegenschaftsrat Hans Burckhart, Jungfrau der Arzt und Chirurg Dr. Jan-Uwe Disselbeck als Jungfrau Hanna. Motto: „Mer blieve zesamme, of krütz udder quer, uns Kölle, d’r Ostermann un d’r Fasteleer!“

    Anlass ist der 100. Geburtstag Willi Ostermanns: Der Rosenmontagszug trägt das Motto „Sang und Klang mit Willi Ostermann“ und stellt Motive aus dessen mehr als 100 Liedern bildlich dar – eine Erinnerung daran, dass der 1936 verstorbene „Meister“ im kölschen Liedgut weiterlebt. Zudem feiern die Greesberger in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  73. Liederwettbewerb zum Ostermann-Jahr: Etablierte setzen sich durch

    Im Vorfeld des Willi-Ostermann-Jahres schreibt der Ostermann-Verlag einen mit 20.000 DM dotierten Liederwettbewerb aus. Von 241 Einsendungen setzen sich am Ende erneut etablierte Komponisten wie Günter Eilemann, Hans Knipp und Toni Steingass durch.

    Im Vorfeld des Willi-Ostermann-Jahres schreibt der Ostermann-Verlag einen Liederwettbewerb aus, der auch dem Nachwuchs offensteht und mit 20.000 DM dotiert ist. 241 Einsendungen gehen ein – am Ende setzen sich jedoch erneut etablierte Namen wie Günter Eilemann, Hans Knipp und Toni Steingass durch.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  74. Kommunalreform macht Köln vorübergehend zur Millionenstadt

    Durch die kommunale Gebietsreform 1975 wird Köln vorübergehend Millionenstadt – eine Entwicklung, die im Zugmotto 'Seid umschlungen Millionen' aufgegriffen wird, in den eingemeindeten Orten Porz und Wesseling aber nicht nur positiv aufgenommen wird.

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    1975 stellt das Reiter-Korps Jan von Werth das Dreigestirn: Prinz wird der Statiker und Baumeister Edmund Weber als Prinz Edmund II. – als „Millionenprinz“ geht er in die Geschichte des Kölner Karnevals ein –, Bauer der Unternehmer Kurt Groten, Jungfrau der Wohnungswirtschaftskaufmann Josef Müser als Jungfrau Josefa. Motto: „Jeck loß Jeck elans, dun laache, wenn do kanns.“

    Anlass für den „Millionenprinz“-Titel ist die kommunale Gebietsreform, durch die Köln vorübergehend zur Millionenstadt wird. Das Zugmotto „Seid umschlungen Millionen“ spielt darauf an – wenngleich die Eingemeindung insbesondere in Porz und Wesseling nicht nur auf Zustimmung stößt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  75. Rosenmontagszug persifliert Steiner-Wienand-Affäre

    Ein Wagen im Rosenmontagszug 1974 greift die Steiner-Wienand-Affäre um die mutmaßliche Bestechung des Abgeordneten Julius Steiner satirisch auf. Schon damals zeichnet sich ab, dass der zugehörige Untersuchungsausschuss ergebnislos bleiben wird.

    Der Rosenmontagszug 1974 nimmt auch politische Themen aufs Korn: Ein Wagen persifliert die sogenannte Steiner-Wienand-Affäre um die mutmaßliche Bestechung des Bundestagsabgeordneten Julius Steiner. Bereits zu diesem Zeitpunkt deutet sich an, dass sich der parlamentarische Untersuchungsausschuss zu dem Fall ergebnislos auflösen wird.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  76. Bläck Fööss veröffentlichen erste LP, Höhner debütieren

    1974 erscheint mit 'Op bläcke Fööß noh Kölle' die erste LP der Bläck Fööss, die anfangs wegen ihrer legeren Kleidung umstritten waren, sich inzwischen aber als umjubelte Bühnenstars etabliert haben. Mit den Höhnern tritt zudem eine neue Gruppe in der Kölner Musikszene auf.

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    1974 veröffentlichen die Bläck Fööss nach fünf Singles in den vorangegangenen vier Jahren mit „Op bläcke Fööß noh Kölle“ ihre erste LP. Ihr Einstieg in den organisierten Karneval hatte einst wegen der legeren Kleidung und der namensgebenden „unbekleideten Füße“ für hitzige Diskussionen gesorgt – inzwischen sind die „Fööss“ umjubelte Stars auf allen Bühnen.

    Mit der Gruppe De Höhner tauchen 1974 zudem neue Gesichter in der Kölner Musikszene auf.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  77. Jusos scheitern mit Antrag gegen städtischen Zug-Zuschuss

    Die Jusos, die Nachwuchsorganisation der SPD, fordern 1973 die ersatzlose Streichung des städtischen Zuschusses für den Rosenmontagszug – scheitern damit aber an den etablierten Parteien.

    1973 fordern die Jusos, die Nachwuchsorganisation der SPD, die ersatzlose Streichung des städtischen Zuschusses für den Rosenmontagszug. Die etablierten Parteien tragen diesen Vorstoß jedoch nicht mit, sodass sich die Jusos mit ihrem Antrag nicht durchsetzen können.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  78. Angebliche Tänzerinnen aus Rio als Kölner Schwindel entlarvt

    Eine mit großem Bahnhof empfangene Tanzgruppe aus Rio de Janeiro entpuppt sich in Köln schnell als Schwindel: Es handelt sich um verkleidete Mitglieder eines Südstädter Veedelsvereins.

    Für Heiterkeit sorgt 1973 ein gelungener Schwindel: Eine angeblich aus Rio de Janeiro angereiste Tanzgruppe wird in Köln mit großem Empfang begrüßt. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei den vermeintlichen Tänzerinnen um verkleidete Mitglieder eines Kölner Südstadt-Veedelsvereins handelt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  79. Festkomitee feiert 150-jähriges Jubiläum mit Sondermarke und Feuerwerk

    Das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 feiert 1973 sein 150-jähriges Bestehen: mit prominenten Gästen bei der Prinzenproklamation, städtischer Straßendekoration, einem Feuerwerk am Rhein und einer Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost.

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    1973 feiert das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V. sein 150-jähriges Jubiläum. Das Dreigestirn aus Ehrengarde und Altstädter Köln – Prinz Claus Kegelberg (Prinz Claus II.), Bauer Rudolf Paffrath und Jungfrau Klaus Ulonska als Jungfrau Claudia – amtiert unter dem Motto „Dat soll su blieve en Iwigkeit, d’r Rhing, uns Kölle un d’r Spaß an d’r Freud.“

    Zum Jubiläum treten im künstlerischen Teil der Prinzenproklamation die Keßler-Zwillinge und René Kollo auf. Die Stadt Köln spendiert eine leuchtende Straßendekoration, die bis heute von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch die Innenstadt schmückt. Ein Feuerwerk am rechten Rheinufer lockt Hunderttausende an den Strom und endet mit dem Lichtschriftzug „150 Jahre Festkomitee des Kölner Karnevals 1823–1973 Kölle Alaaf“. Die Deutsche Bundespost gibt zudem eine Sonderbriefmarke zum Jubiläum heraus.

    Auch politisch macht die Session von sich reden: Der Kölner Karnevalsprinz trifft 1973 Bundeskanzler Willy Brandt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  80. ‚Wir sind alle kleine Sünderlein‘: Zugmotto sorgt für Schmunzeln

    Das Zugmotto 1972, 'Wir sind alle kleine Sünderlein', fällt zufällig in die Nähe der Eröffnung des Eros-Centers an der Hornstraße – ein Zusammenhang, den die Veranstalter offiziell bestreiten.

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    1972 stellt die Große KG von 1823 das Dreigestirn: Prinz wird der Wohnungsbau-Unternehmer Bernd Beckers als Prinz Bernhard I., Bauer der Kantinenbetreiber Adam de Haas, Jungfrau der Wohnungsbau-Zweigstellenleiter Josef Kreimer als Jungfrau Josi. Motto: „Boten der Freude, dat wolle mer sin, mer drei us Kölle, us Kölle am Rhing.“

    Für Gesprächsstoff sorgt das Motto des Rosenmontagszuges, „Wir sind alle kleine Sünderlein“ – es soll, wie ausdrücklich betont wird, in keinerlei Zusammenhang mit der drei Wochen später erfolgenden Eröffnung des Eros-Centers an der Hornstraße stehen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  81. Bundesgartenschau prägt Zugmotto – ‚Oben-ohne‘-Debatte erschüttert Karneval

    Köln ist 1971 erneut Gastgeber der Bundesgartenschau, worauf das Zugmotto 'Rosen, Tulpen und Narzissen' Bezug nimmt. Zugleich sorgen 'oben-ohne' auftretende Tänzerinnen auf Herrensitzungen für eine handfeste Karnevalskrise.

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    Nach 1957 ist Köln 1971 erneut Austragungsort der Bundesgartenschau, worauf der Rosenmontagszug mit dem Motto „Rosen, Tulpen und Narzissen – Das ganze Leben könnte so schön sein“ Bezug nimmt. Prinz ist der 50-jährige Modegeschäfts-Inhaber Rudolf Hochgürtel als Prinz Rolf I. von der Kölnischen KG, wegen seiner Opernliebe auch „Rosenkavalier“ genannt; er verteilt bei seiner Proklamation rote Rosen an die anwesenden Damen. Bauer wird Erich Thonon, Jungfrau Josef Feldbusch als Jungfrau Josefine.

    Zugleich gerät der Kölner Karneval in eine Krise: Auf einigen Herrensitzungen treten „oben-ohne“ tanzende Tänzerinnen auf, was für erhebliche gesellschaftliche Diskussionen sorgt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  82. Blaue Funken stellen Dreigestirn 1970

    Die Blauen Funken stellen 1970 mit Prinz Heribert I., Bauer Erich und Jungfrau Ossi das Dreigestirn der Session.

    1970 stellen die Blauen Funken das Dreigestirn: Prinz wird der Architekt Heribert Hall als Prinz Heribert I., Bauer der Bankkaufmann Erich Zehner, Jungfrau der Planungsbüro-Inhaber Oskar Osten als Jungfrau Ossi. Motto der Session: „Wat Ahle künne, dun Junge liehre, met vill Freud Fastelovend fiere.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  83. Rechtsstreit um Nachfolge der ‚Großen Allgemeinen‘

    1969 muss das Kölner Amtsgericht klären, ob die Große Allgemeine von 1900 rechtmäßige Nachfolgerin der vor dem Krieg bekannten, nach dem Krieg aufgelösten Karnevalsgesellschaft 'Große Allgemeine' ist. Erst 1975 kommt es zur Versöhnung mit der Großen von 1823.

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    Das Dreigestirn der Roten Funken 1969 – Prinz Gisbert Brovot (Prinz Gisbert I.), Bauer Heinz Berg und Jungfrau Heinz-Josef Adams als Jungfrau Henriette – zieht unter dem Motto „Ganz Kölle steiht Kopp, mer maache eine drop“ durch die Session.

    Vereinsrechtlich beschäftigt das Jahr 1969 das Kölner Amtsgericht: Es muss klären, ob die Große Allgemeine von 1900 e.V. die rechtmäßige Nachfolgerin der vor dem Krieg bekannten und in den Nachkriegsjahren „sanft entschlafenen“ Gesellschaft Große Allgemeine ist. Nach einem für die Gesellschaft positiven Urteil kommt es erst 1975, anlässlich des 75-jährigen Jubiläums, zur Versöhnung zwischen der Großen von 1823 als Muttergesellschaft und der Großen Allgemeinen von 1900 als Tochter.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  84. Achsenbruch im Rosenmontagszug: Jungfrau dirigiert zu Fuß die Kapelle

    Im Rosenmontagszug 1968 bricht die Achse des Wagens von Bauer und Jungfrau. Jungfrau Johanna, gespielt von Hans Becker, setzt den Zug zu Fuß fort und dirigiert dabei die Musikkapelle der Prinzen-Garde – gut ein Jahr später wird er deren Präsident.

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    Der Rosenmontagszug 1968 steht unter dem Motto „Märchen und Wunder unserer Zeit“. Das Dreigestirn des Großen Senats bilden Prinz Dr. Claus Welcker als Prinz Claus I., Bauer Horst Loosen und Jungfrau Hans Becker als Jungfrau Johanna.

    Ein „blaues Wunder“ erlebt die Jungfrau während des Zuges: Der Wagen von Bauer und Jungfrau erleidet einen Achsenbruch. Beide setzen den Zug daraufhin zu Fuß fort, wobei Jungfrau Johanna kurzerhand die Musikkapelle der Prinzen-Garde dirigiert – ein Fußmarsch, der im kölschen Gedächtnis bleibt. Gut ein Jahr später wird der „Lyskircher Jung“ Hans Becker zum Präsidenten eben jener Prinzengarde Köln gewählt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  85. Rote Funken stellen Dreigestirn ‚Dat Klockespill vum Rothusturm‘

    1967 stellen die Roten Funken das Dreigestirn der Session, angeführt von Prinz Jupp V. Das Motto nimmt Bezug auf das Glockenspiel des Kölner Rathausturms.

    1967 stellen die Roten Funken das Dreigestirn: Prinz wird der Kaufmann Josef Schlack als Prinz Jupp V., Bauer der Prokurist Hermann Töller, Jungfrau der Gutsbesitzer und Konservenfabrikant Josef Stollenwerk als Jungfrau Josefa. Motto der Session, benannt nach dem Glockenspiel des Kölner Rathausturms: „Doht springe, singe, juhze laache, üch öntlich an d’r Freud vermaache.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  86. Streit um Vereinsspitze: Abwahl führt zur Gründung der Kölschen Narren Gilde

    Die Mitglieder der Großen von 1823 wählen 1966 ihren Präsidenten Jupp Fabry ab. Ein Teil seiner Anhänger verlässt daraufhin die Gesellschaft und gründet die K.G. Kölsche Narren Gilde.

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    1966 stellt der Lyskircher Junge das Dreigestirn: Prinz wird der Süßwaren-, Spirituosen- und Tabakgroßhändler Hermann Forstbach als Prinz Hermann II., Bauer der Eisenwarenhändler Robert Haag, Jungfrau der Uhrmacher und Uhrengroßhändler Albert Bernhard als Jungfrau Albertine. Motto: „Maht Freud üch, doht laache un hat vill Humor, dat wünsche vun Hätze Prinz, Jungfrau un Boor.“

    Vereinsintern kommt es zum Bruch: Die Mitglieder der Großen von 1823 e.V. wählen ihren Präsidenten Jupp Fabry ab. Ein größerer Kreis seiner Anhänger ist mit der Entscheidung nicht einverstanden, trennt sich von der Gesellschaft und gründet in der Folge die K.G. Kölsche Narren Gilde e.V.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  87. Erstmals ein Kinderdreigestirn beim Ehrenfelder Kinderzug

    Der Festausschuss Ehrenfelder Karneval veranstaltet 1965 erstmals einen Kinderzug mit eigenem Kinderdreigestirn als Höhepunkt. Aus der Ehrenfelder Tradition entwickelt sich später das offizielle Kölner Kinderdreigestirn.

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    1965 tritt erstmals ein Kinderdreigestirn in Erscheinung: Der Festausschuss Ehrenfelder Karneval (FEK) veranstaltet gemeinsam mit der Bürgervereinigung Ehrenfeld am Karnevalsdienstag einen Kinderzug, dessen Höhepunkt das mitfahrende Kinderdreigestirn bildet. In den ersten beiden Jahren wird die Rolle der Kinderjungfrau noch von einem Jungen besetzt, danach übernehmen Mädchen das Amt – wodurch auch Mädchen erstmals die Gelegenheit erhalten, sich im Kinderkarneval zu präsentieren. Das Kaufhaus Karstadt stiftet dem Kinderdreigestirn Ornate, die denen des großen Kölner Dreigestirns entsprechen.

    1967 nimmt Festkomitee-Präsident Ferdi Leisten dies zum Anlass, die Nachwuchstollitäten für alle Kölner Kinder zu proklamieren: „Ehrenfeld stellt bereits seit einigen Jahren ein Dreigestirn der Kinder. Erstmals hat es nun für das ganze junge Kölner Narrenvolk die Regentschaft übernommen.“ Im Herbst 1994 stellt der neue Festkomitee-Präsident Hans-Horst Engels das Kinderdreigestirn unter die Schirmherrschaft des Festkomitees, um dessen Bedeutung als offizielles Kölner Kinderdreigestirn zu unterstreichen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  88. Kölner Karneval verliert an Strahlkraft gegenüber Mainz

    Unter dem Motto 'Olympiade der Freude' stellt die Kölnische KG das Dreigestirn 1965 – doch der Kölner Karneval verliert an Bedeutung: Nach einer missglückten Prinzenproklamation zieht sich das Fernsehen zurück und setzt verstärkt auf Mainz.

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    1965 stellt die Kölnische KG das Dreigestirn der Session „Olympiade der Freude“: Prinz wird der Markisen- und Campingartikel-Unternehmer Georg Muskulus als Prinz Georg I., Bauer der Metzgermeister und Hotelier Teo Scholl, Jungfrau der Pharma-Kaufmann Horst Liepert als Jungfrau Horstine.

    Der Kölner Karneval steckt zu dieser Zeit jedoch in einer Imagekrise: Das Fernsehen hatte sich nach einer als missglückt empfundenen Prinzenproklamation im Vorjahr zurückgezogen und setzt in der Berichterstattung nun verstärkt auf den Mainzer Karneval – ein spürbarer Ansehensverlust für Köln.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  89. Prinzengarde paradiert zu Adenauers 88. Geburtstag

    Die Kölner Prinzengarde paradiert am 5. Januar 1964 zu Ehren des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer anlässlich seines 88. Geburtstags.

    Am 5. Januar 1964 paradiert die Kölner Prinzengarde zu Ehren Konrad Adenauers anlässlich von dessen 88. Geburtstag – eine Geste der Wertschätzung für den einstigen Bundeskanzler, der in der Karnevalsstadt Köln besondere Sympathien genoss.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  90. Erstes reines Dreigestirn von der Schäl Sick

    1964 amtiert erstmals ein komplett von der rechtsrheinischen 'Schäl Sick' gestelltes Dreigestirn – die Große Mülheimer KG stellt Prinz, Bauer und Jungfrau. Auch das Sessionsmotto nimmt darauf Bezug.

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    1964 stellt die Große Mülheimer KG erstmals ein komplett von der „Schäl Sick“, der rechten Rheinseite, kommendes Dreigestirn: Prinz wird der Sanitärfirma-Inhaber Heinz Schmalen als Prinz Heinz V., Bauer der Kaminstein-Unternehmer Heinz Simokat, Jungfrau der HNO-Facharzt und Kieferchirurg Dr. Dr. Franz-Josef Broicher als Jungfrau Franziska-Josefin. Auch das Motto greift den Anlass auf: „Op jeder Sick vum Rhing es Kölle ding un ming.“

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  91. Kennedy grüßt Köln mit ‚Kölle Alaaf‘ – Orden nach seiner Ermordung zurückgehalten

    US-Präsident John F. Kennedy begrüßt die Kölner bei seinem Besuch am 23. Juni 1963 mit 'Kölle Alaaf!'. Der zu seinen und Adenauers Ehren gestaltete Sessionsorden der Großen Kölner gerät nach Kennedys Ermordung im November in ein Dilemma.

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    Das Dreigestirn der Session 1963 – Prinz Franz Pohl (Prinz Franz VII.) von der Prinzen-Garde, Bauer Leo Körsgen und Jungfrau Horst Fischer als Jungfrau Horstine – amtiert unter dem Motto „Loot kölsche Aat nit ungerjon, dann bliev Kölle iwig beston“.

    Prägendes Ereignis der Session: Am 23. Juni 1963 begrüßt der amerikanische Präsident John F. Kennedy die Kölner bei einem Besuch mit den Worten „Kölle Alaaf!“. Die Große Kölner ehrt daraufhin Kennedy und Bundeskanzler Konrad Adenauer auf ihrem Sessionsorden mit der Textzeile „Nit nur Kölsche sagen Alaaf“.

    Nach der Ermordung Kennedys im November desselben Jahres kommen in der Gesellschaft Zweifel auf, ob der Orden noch getragen werden dürfe. Die US-Botschaft signalisiert grünes Licht, sodass er zwar ausgegeben wird – allerdings mit einem Beipackzettel und der Bitte, ihn nicht offen zu tragen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  92. Eiszug 1962 und die zweite Karnevalswelle des 1. FC Köln

    Der Rosenmontagszug 1962 zieht bei Eis und Schnee durch Köln. Im Mai sorgt die Deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln für eine spontane 'zweite Karnevalswelle' in der Stadt.

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    1962 stellt die Große Kölner KG das Dreigestirn: Prinz wird der Käse-Generalvertreter Alex Schaaf als Prinz Alex I., Bauer der Goldleisten-Fabrikant Oswald Raymund Becker als Bauer Ray, Jungfrau der Textilkaufmann Winand Lukas als Jungfrau Winanda. Motto: „Kölsch dat Woot un kölsch d’r Senn, dat litt en unserm Hätze dren.“ Der Rosenmontagszug selbst zieht bei winterlichem Eis und Schnee durch die Stadt.

    Im Mai desselben Jahres löst die Deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln eine spontane „zweite Karnevalswelle“ in der Stadt aus.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  93. Jungfrau Theodora tritt zurück – Vorjahres-Jungfrau springt ein

    Kurz nach ihrer Proklamation tritt die neue Jungfrau Theodora (Theodor Esser) wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrer Kriegsgefangenschaft zurück; die Vorjahres-Jungfrau Josef Schneider übernimmt das Amt. Das Dreigestirn reist zudem zur Steuben-Parade nach New York.

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    Die Session 1961 verläuft turbulent: Die frisch proklamierte Jungfrau Theodora, bürgerlich Theodor Esser, tritt wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrer Kriegsgefangenschaft zurück. An ihre Stelle rückt die Jungfrau des Vorjahres, Josef Schneider, die das Amt kurzerhand ein zweites Mal übernimmt. Prinz wird der Süßwarengroßhändler Peter Schumacher als Prinz Peter V., Bauer der Architekt Paul Olpp, beide von der Großen KG von 1823. Motto: „Fidel un löstg, unverfälscht, in dingem Hätze immer kölsch“.

    Am 30. September nimmt das Kölner Dreigestirn mit Prinz Peter V. an der Spitze an der Steuben-Parade in New York teil.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  94. ‚Prinz Imi‘: Architekt Peter IV. aus Thüringen an der Spitze

    Die Roten Funken stellen 1960 mit dem Architekten Peter Neufert das Dreigestirn. Weil in Thüringen geboren, wird er von den Kölnern liebevoll 'Prinz Imi I.' genannt.

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    1960 stellen die Roten Funken das Dreigestirn: Prinz wird der Architekt Peter Neufert als Prinz Peter IV., Bauer der Süßwarengroßhändler Oskar Hamacher, Jungfrau der Bundesbahn-Oberinspektor Josef Schneider. Motto der Session ist „Alles för Kölle un der kölsche Fasteleer“.

    Weil Peter Neufert in Thüringen geboren und aufgewachsen ist, geben ihm die Kölner den liebevollen Beinamen „Prinz Imi I.“ – umgangssprachlich für Zugezogene.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  95. Prinz Ferdi III. tritt in die Fußstapfen seines Vaters

    Prinz Ferdi Leisten führt 1959 als Prinz Ferdi III. das Dreigestirn der Ehrengarde an – sein Vater war bereits 1927 Kölner Prinz. Motto der Session: 'Kölle darf niemols ungerjon, Kölle muss iwig levve'.

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    1959 stellt die Ehrengarde der Stadt Köln das Dreigestirn: Prinz wird der Ofenhaus-Inhaber Ferdi Leisten als Prinz Ferdi III., Bauer der Malermeister Heinz Bonjean, Jungfrau der Landwirt Werner von Meer als Jungfrau Vera. Das Motto lautet „Kölle darf niemols ungerjon, Kölle muss iwig levve“.

    Besonderheit der Session: Ferdi Leistens Vater war bereits 1927 Kölner Prinz und hatte sich auch in den Jahren davor und danach um den Karneval verdient gemacht.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  96. Rosenmontagszug erstmals komplett im Fernsehen

    1958 überträgt das Fernsehen den Rosenmontagszug erstmals in voller Länge, nachdem im Jahr zuvor bereits von sechs Kamerastandorten aus berichtet worden war. Das Dreigestirn bilden Prinz Walter I., Bauer Hans und Jungfrau Carla.

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    Ein technischer Meilenstein für den Kölner Karneval: 1958 überträgt das Fernsehen den Rosenmontagszug erstmals in voller Länge. Bereits im Vorjahr, 1957, war von sechs verschiedenen Kamerastandorten aus über den Zug berichtet worden – nun folgt die durchgehende Übertragung.

    Das Dreigestirn der Session stellen der Kinobesitzer Walter Ebers als Prinz Walter I. (Kölnische KG), der Gerling-Abteilungsleiter Hans Kolb als Bauer Hans und der Blumenhändler Carl Lehmann als Jungfrau Carla, beide Letztere von den Blauen Funken.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  97. Rosenmontagszug im Zeichen der Bundesgartenschau: ‚Lasst Blumen sprechen‘

    Anlässlich der Bundesgartenschau in Köln steht der Rosenmontagszug 1957 unter dem Motto 'Lasst Blumen sprechen' und zieht bei Sonnenschein vor fast zwei Millionen Zuschauern durch die Stadt. Prinz Willy III., von Beruf Blumenhändler, wird als 'Blumenprinz' gefeiert.

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    1957 ist Köln Gastgeber der Bundesgartenschau, und der Karneval nimmt darauf Bezug: Unter dem Motto „Lasst Blumen sprechen“ zieht der Rosenmontagszug bei strahlendem Sonnenschein durch die Stadt und erreicht mit fast zwei Millionen Zuschauern eine Rekordbeteiligung. Mit rund 400.000 DM Kosten gilt er als Zug der Superlative.

    Prinz ist in diesem Jahr passenderweise ein Blumenhändler: Willy Herold, Sohn eines Prinzen von 1926, tritt als Prinz Willy III. an. Sein Wagen ist mit 60.000 roten und weißen Nelken geschmückt, was ihm den Beinamen „Blumenprinz“ einbringt. Bauer wird der Kaufmann Siegfried Schlewing, Jungfrau der Besteckfachhändler Bodo Glaub, beide von der Großen Kölner KG.

    Willi Breuers Lied „Lasst Blumen sprechen, in Köln am Rhein, der Stadt des Frohsinns, voll Sonnenschein“ bleibt vielen im Gedächtnis; auch die Eilemänner greifen das Blumenthema in einem ihrer Lieder humorvoll auf.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  98. Prinzen-Garde stellt Dreigestirn zu ihrem 50-jährigen Bestehen

    Zum 50-jährigen Bestehen der Prinzen-Garde stellt die Gesellschaft mit Prinz Winand II., Bauer Josef und Jungfrau Wilhelmine das komplette Dreigestirn. Die Prinzenproklamation findet erstmals seit dem Krieg wieder im Gürzenich statt.

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    Die Prinzen-Garde feiert 1956 ihr 50-jähriges Bestehen und stellt aus den eigenen Reihen das komplette Dreigestirn: Prinz wird der Vermessungsingenieur Winand Müller als Prinz Winand II., Bauer der Versicherungs-Verwaltungsdirektor Josef Casper, Jungfrau der Feinkost-Verkaufsleiter Wilhelm Austermann als Jungfrau Wilhelmine. Unter dem Motto „Met kölschem Senn en de Freud eren“ zieht das Trifolium durch die Session.

    Die Prinzenproklamation kehrt in diesem Jahr erstmals seit Kriegsende wieder an ihren angestammten Ort zurück: den Gürzenich.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  99. Prinz Alfred Neven DuMont im Kölner Karneval 1955
    Prinz Alfred I. (Alfred Neven DuMont), 1955

    Verlegersohn Alfred Neven DuMont wird Prinz Karneval

    Mit dem 27-jährigen Alfred Neven DuMont, dem späteren Verleger von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“, übernimmt der Spross einer angesehenen Kölner Verlegerfamilie das Prinzenamt.

    Prinz Alfred I. – Alfred Neven DuMont, damals 27 Jahre alt – entstammt einer alteingesessenen Kölner Verlegerfamilie und wird später selbst Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und des „Express“. Bauer ist Hans Borgel, Jungfrau Günter Balve. In den 1950er-Jahren erstrahlen auch die Roten Funken im Rosenmontagszug wieder in alter Pracht, auch wenn im Stadtbild noch Kriegsruinen zu sehen sind.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  100. Prinz Hubert Camps im Kölner Karneval 1954
    Prinz Karneval 1954

    Festkomitee von 1823 gegründet, Großer Senat als neue Geldquelle

    Der „Festausschuss“ wird in „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“ umbenannt; mit dem neu gegründeten Großen Senat erschließt Thomas Liessem eine dauerhafte Finanzierungsquelle aus der Kölner Wirtschaft.

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    1954 wird der bisherige „Festausschuss“ in „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“ umbenannt – der bis heute gültige Name der Dachorganisation. Mit der Gründung des „Großen Senats“ erschließt Thomas Liessem eine neue, dauerhafte Geldquelle: Unter dem Vorsitz von Jan Brügelmann engagieren sich Wirtschaftsführer, Unternehmer und Industrielle finanziell für den Kölner Karneval. Im selben Jahr setzt die Kölner Polizei erstmals einen Hubschrauber zur Überwachung des Rosenmontagszuges ein.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  101. Die Altstädter von 1922 auf dem Alter Markt, 1953
    Die Altstädter auf dem Alter Markt, 1953

    Altstädter eröffnen Straßenkarneval auf dem Alter Markt

    Die Altstädter von 1922 eröffnen erstmals an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt den Straßenkarneval – eine bis heute lebendige Tradition.

    1953 eröffnen die Altstädter von 1922 e.V. erstmals an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt den Straßenkarneval. Die Tradition dieser zentralen Weiberfastnachts-Feier auf dem Alter Markt hat bis heute Bestand.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  102. Fernsehkamera bei der ersten TV-Übertragung des Kölner Rosenmontagszugs 1953
    Die erste Fernsehübertragung eines Kölner Rosenmontagszugs, 1953

    Erste Fernsehübertragung eines Rosenmontagszuges

    Der NWDR überträgt den Kölner Rosenmontagszug erstmals im Fernsehen – die erste große Live-Übertragung der deutschen TV-Geschichte, empfangen von rund 4.000 Haushalten.

    Unter dem Motto „Kölsch Thiater“ zieht der Rosenmontagszug 1953 durch Köln – und erstmals überträgt das deutsche Fernsehen live davon: Der NWDR (Vorläufer des WDR) sendet den Zug bei bestem Wetter über ein System aus Parabolspiegeln in Echtzeit an rund 4.000 Fernsehhaushalte. Es gilt als eine der ersten großen Live-Übertragungen der deutschen Fernsehgeschichte.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  103. Karnevalistische Kritik an Adenauers Wiederaufrüstung beschäftigt das Kabinett

    Kölner Karnevalisten machen sich unter Berufung auf die Meinungsfreiheit offen über Adenauers Wiederaufrüstungspolitik lustig – das Bundeskabinett berät sogar über ein Vorgehen dagegen, findet aber keine praktikable rechtliche Handhabe.

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    Nicht alle können sich mit dem Nachkriegskarneval anfreunden: Unter Berufung auf die im Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit nehmen Karnevalisten die Bonner Regierung unter Konrad Adenauer aufs Korn – besonders dessen Wiederaufrüstungspläne stoßen bei den Jecken auf Ablehnung. Als Soldaten verkleidete Teilnehmer robben durch die Straßen, auf Papppanzern steht „Wer soll das bezahlen?“.

    Am 1. Februar 1952 beschäftigt sich sogar eine Kabinettssitzung Adenauers mit dem Thema. Auf Wunsch von Innenminister Robert Lehr wird mit den Oberbürgermeistern der Karnevalshochburgen über ein Vorgehen gegen allzu spöttische Karnevalisten gesprochen – ein rechtliches Vorgehen scheitert jedoch, unter anderem weil man vor rheinischen Gerichten Freisprüche befürchtet. Adenauer selbst bleibt dem Karneval 1952 aus Protest fern.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  104. Prinz Peter III. beim Rosenmontagszug 1950, seltene Farbaufnahme
    Prinz Peter III. beim Rosenmontagszug zum 1900-jährigen Stadtjubiläum, 1950

    1900-Jahr-Feier Kölns prägt den Zug, Jungfrau wieder von einem Mann verkörpert

    Der Rosenmontagszug steht im Zeichen des 1900-jährigen Stadtjubiläums und zieht über eine Million Besucher an; seit 1949 wird die Jungfrau wieder traditionell von einem Mann dargestellt.

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    Das 1900-jährige Jubiläum der Stadt Köln bestimmt Motto und Gestaltung des Rosenmontagszuges 1950, der die Kölner Stadtgeschichte von den Ubiern bis in die Gegenwart humorvoll persifliert – mit Wagen zu Bundeskanzler Adenauer und den Kölner Oberbürgermeistern. Über eine Million Besucher säumen den Zugweg; zum ersten Mal sind auch Kraftfahrzeuge zugelassen, nachdem zuvor nur Pferde erlaubt waren.

    Seit 1949 wird die Jungfrau wieder, wie vor der NS-Zeit, traditionell von einem Mann dargestellt. Der Festausschuss-Geschäftsführer merkt an, man hätte die weibliche Besetzung durchaus beibehalten können – ausschlaggebend für die Rückkehr zur männlichen Besetzung sind aber vor allem die hohen Kosten einer bezahlten Jungfrau.

    Der „Bürgerausschuss“ konstituiert sich in diesem Jahr neu unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters. Am 27. Februar 1950 findet bei Regen und Schnee der erste Veedelszug der Nachkriegszeit statt.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  105. Das Kölner Dreigestirn der Session 1949 mit Prinz Theo Röhrig
    Das Kölner Dreigestirn 1949

    Erster Rosenmontagszug nach dem Krieg, das Trizonesien-Lied

    Zehn Jahre nach dem letzten Vorkriegszug fährt erstmals wieder ein Rosenmontagszug durch Köln – bescheiden und außerhalb der noch zerstörten Innenstadt, aber mit neuer Karnevalshymne: Karl Berbuers „Trizonesien-Lied“.

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    Am 28. Februar 1949 kündigt das Festkomitee vorsichtig nur eine „Erweiterte Kappenfahrt“ an – der erste Straßenumzug seit dem letzten Rosenmontagszug 1939. Da die Innenstadt größtenteils noch nicht begehbar ist, führt die Route über die Außenbezirke. Zugleiter Thomas Liessem bringt immerhin zwölf Wagen zusammen, und dank städtischer Unterstützung für Zuckerscheine gibt es sogar wieder Kamelle.

    Prinz ist Theo Röhrig, der als volkstümlicher „Volksprinz“ schnell beliebt wird und mit seinen Karnevalserinnerungen „16 Tage Fürst“ zum Bestseller-Autor wird. Das Dreigestirn ist nach der NS-Zeit wieder rein männlich besetzt.

    Am 11. November 1948 stellt der Bäcker und Musiker Karl Berbuer im Rundfunk das „Trizonesien-Lied“ vor – kurzfristig umbenannt, nachdem aus der britisch-amerikanischen Bizone durch den Beitritt der französischen Zone die „Trizone“ geworden war. Das Lied wird zum Sensationserfolg in ganz Westdeutschland und bis heute gesungen, sorgt im Ausland aber auch für Irritation über vermeintlich wiedererstarkten deutschen Nationalstolz.

    Ein Aprilscherz der „Kölnischen Rundschau“, das Dreigestirn werde die Enttrümmerung des Gürzenich einläuten, wird von der Bevölkerung so ernst genommen, dass daraus tatsächlich der symbolische Auftakt zum Wiederaufbau des Gürzenich wird.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  106. Für die Zeitung arrangiertes Bild vor dem Kölner Dom, 1948
    Kölner Karneval 1948 vor dem Kölner Dom

    Rote Funken feiern 125 Jahre mit informellem Umzug

    Ohne offiziellen Rosenmontagszug ziehen die Roten Funken mit tausenden Kindern singend über den Kaiser-Wilhelm-Ring und feiern so ihr 125-jähriges Bestehen.

    Auch 1948 gibt es noch keinen offiziellen Rosenmontagszug, doch die Stimmung auf Sitzungen und Bällen ist ausgelassen – unter anderem dank des Blaue-Funken-Funkenmariechens Lilo Sander. Begleitet von Wache und Spielmannszug sowie einigen tausend Kölner Kindern ziehen die Roten Funken vom (provisorischen) Rathaus zum Kaiser-Wilhelm-Ring und feiern damit ihr 125-jähriges Bestehen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  107. Stadtrat untersagt organisierten Karneval

    Angesichts der Nachkriegsnot untersagt der Kölner Stadtrat für 1947 offiziell organisierte Umzüge, öffentliche Maskenbälle und Kostümfeste.

    Der Kölner Stadtrat erlässt eine Verordnung, die organisierte Umzüge, öffentliche Maskenbälle und Kostümfeste für das Jahr 1947 untersagt – mit Verweis auf den „Ernst der Zeit“ und um jeder geschäftlichen Ausbeutung des Volksfests in der Notzeit vorzubeugen.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  108. Mitgliedskarte der Roten Funken aus der Nachkriegszeit 1945/1946 mit Wiederaufbau-Aufruf
    Mitgliedskarte der Roten Funken aus der Nachkriegszeit

    Spontane Umzüge durch das zerstörte Köln

    Ein Jahr nach Kriegsende gibt es noch keinen offiziellen Rosenmontagszug – doch hunderte notdürftig kostümierte Kinder und Jugendliche ziehen spontan durch die zerstörte Stadt, und die Karnevalsgesellschaften beginnen sich neu zu organisieren.

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    Ein offizieller Rosenmontagszug findet 1946 noch nicht statt – doch bereits ein Jahr nach Kriegsende ziehen hunderte notdürftig kostümierte Kinder und Jugendliche spontan über die Ringe zum provisorisch im Allianz-Gebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring untergebrachten Rathaus, mitten durch die zerstörte Stadt.

    Im Bavaria-Palast am Appellhofplatz finden die ersten karnevalistischen Nachkriegsveranstaltungen statt, mit Mitwirkenden wie Jupp Schlösser und Karl Schmitz-Grön. Die ersten Karnevalsgesellschaften reorganisieren sich; die Roten Funken rufen ihre Mitglieder zum Wiederaufbau Kölns auf.

    Quelle: Chronik Köln 1946–heute (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  109. Kein Zug, aber Gründung der Kölnischen Karnevals-Gesellschaft von 1945

    Auch 1945 fällt der Rosenmontagszug kriegsbedingt aus – noch im selben Jahr wird jedoch die Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e.V. gegründet.

    Am 12. Februar 1945, kurz vor Kriegsende, findet erneut kein Rosenmontagszug statt. Noch im selben Jahr wird jedoch die Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e.V. gegründet – ein früher Schritt hin zum Wiederaufbau des organisierten Karnevals nach dem Krieg.

    Quelle: Chronik Köln 1939–1945 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  110. Rosenmontagszug fällt vier Jahre in Folge kriegsbedingt aus

    In den Jahren 1941 bis 1944 findet kriegsbedingt kein Rosenmontagszug statt.

    Auch in den Jahren 1941 (24. Februar), 1942 (16. Februar), 1943 (8. März) und 1944 (21. Februar) fällt der Rosenmontagszug kriegsbedingt aus. Der organisierte Kölner Karneval ruht durchgehend bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

    Quelle: Chronik Köln 1939–1945 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  111. Seltene Aufnahme des inoffiziellen Kölner Dreigestirns von 1940 im Keller des Lokals Charlott
    Das inoffizielle Dreigestirn von 1940, heimlich proklamiert trotz Kriegsverbot

    Inoffizielles Dreigestirn trotz Kriegsverbot

    Der Zweite Weltkrieg beendet den öffentlichen Karneval – dennoch inthronisieren Prinzengardisten heimlich ein inoffizielles Dreigestirn in der Kegelbahn eines Lokals.

    Mit dem Zweiten Weltkrieg endet der öffentliche Karneval. Einen Rosenmontagszug gibt es nicht. Entgegen dem behördlichen Karnevalsverbot inthronisieren einige Prinzengardisten dennoch heimlich ein „inoffizielles“ Dreigestirn: Prinz Peter Beu, Bauer Christian Masson und die damals 19-jährige Jungfrau Elfriede Figge. Die Proklamation findet nur ein einziges Mal statt, versteckt in der Kegelbahn des Lokals „Charlott“.

    Quelle: Chronik Köln 1939–1945 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  112. Kölner Dreigestirn 1939 mit Prinz Josef Geyer, Bauer Heinz Stollenwerk und Jungfrau Else Horion
    Das Kölner Dreigestirn der Session 1939

    Willi-Ostermann-Brunnen eingeweiht, letzter Zug vor dem Krieg

    An Weiberfastnacht 1939 wird der Willi-Ostermann-Brunnen eingeweiht; der Rosenmontagszug steht ganz im Zeichen von Ostermanns Liedern – es ist der letzte Zug vor dem Zweiten Weltkrieg.

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    Dreigestirn der Session sind Prinz Josef Geyer, Bauer Heinz Stollenwerk und Jungfrau Else Horion. An Weiberfastnacht 1939 wird entgegen dem Willen der damals Verantwortlichen der steinerne Willi-Ostermann-Brunnen in der Kölner Altstadt eingeweiht; er übersteht den Krieg unbeschädigt und ist bis heute zu besichtigen.

    Der Rosenmontagszug steht ganz im Zeichen der populären Ostermann-Lieder und lässt politischen Motiven wenig Raum. Es ist der letzte Rosenmontagszug vor dem Zweiten Weltkrieg.

    Quelle: Chronik Köln 1939–1945 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  113. Alternativer, regimekritischer Wagenentwurf aus der illegalen KPD-Rosenmontagszeitung von 1938
    Einer der acht regimekritischen Wagenentwürfe aus der illegalen Rosenmontagszeitung der KPD, 1938

    Illegale KPD-Satire auf die Rosenmontagszeitung

    Im Untergrund erscheint eine gefälschte, satirische Rosenmontagszeitung von KPD-Mitgliedern, die Goebbels karikiert und mit alternativen Wagenentwürfen offen Kritik am NS-Regime übt – eine der wenigen dokumentierten Formen karnevalsnahen Widerstands.

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    Dokumentierte Fälle von offener Verweigerung gegenüber antisemitischen oder NS-propagandistischen Zugwagen sind aus dem Kölner Karneval kaum überliefert. Eine nachweisbare Ausnahme ist eine illegal hergestellte, satirische Version der offiziellen Kölner Rosenmontagszeitung, verbreitet unter dem Titel „Einzige offizielle Festschrift für den Karneval 1938“ – herausgegeben nicht von Karnevalisten, sondern von Mitgliedern der verbotenen KPD.

    Die Schrift übt scharfe Kritik am NS-System und karikiert Joseph Goebbels auf dem Titelblatt als vermeintlichen Karnevalsprinzen. Sie enthält acht alternative, bissige Wagenentwürfe des nach Belgien emigrierten Düsseldorfer Künstlers Karl Schleswig, der die Zeitung gemeinsam mit Otto Niebergall gestaltete. Einer der Entwürfe zeigt unter dem Prinzenkostüm die Allegorie des Krieges vor brennenden deutschen Städten, begleitet von Witwen und Waisen – eine unverhohlene Warnung vor den Kriegsfolgen der NS-Politik.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  114. Jungfrau Paula Zapf und Bauer Johannes Wiesbaum zu Besuch bei der Ehrengarde Köln, 1938
    Paula Zapf, erste echte weibliche Jungfrau im Kölner Karneval, mit Bauer Johannes Wiesbaum bei der Ehrengarde Köln

    Paula Zapf wird erste echte weibliche Jungfrau

    Auf Druck der NSDAP muss die traditionell von einem Mann verkörperte Jungfrau erstmals von einer echten Frau dargestellt werden: Die 19-jährige Paula Zapf übernimmt die Rolle.

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    1938 werden Prinz, Bauer und Jungfrau erstmals gemeinsam als „Dreigestirn“ bezeichnet. Zugleich erzwingt die NSDAP eine grundlegende Änderung: Die Jungfrau, seit den Anfängen des organisierten Karnevals traditionell von einem Mann dargestellt, muss künftig von einer Frau verkörpert werden.

    Hintergrund ist die NS-Kampagne gegen Homosexualität und „Transvestitismus“: Bereits 1935 waren die Karnevalsgesellschaften angewiesen worden, bei den Tanzkorps echte Frauen als Funkenmariechen auftreten zu lassen. Nun gibt auch das Festkomitee dem Druck nach, und die 19-jährige Paula Zapf aus Nippes, angestellt bei der Bekleidungsfirma Bierbaum & Proenen, wird als erste echte Frau Kölner Jungfrau. Prinz der Session ist Peter Hubert Schupp (Lindenthaler Husaren), Bauer Johannes Wiesbaum (Rote Funken). Paula Zapf selbst gilt bei den Jecken als beliebt und wird nach der Session als erfolgreiche Repräsentantin gewürdigt; mit der NSDAP wird ihr keine Nähe nachgesagt.

    Antisemitische Karikatur von Juden in einem Kölner Veedelszug, 1938
    Spöttische Darstellung von Juden in einem Veedelszoch 1938

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  115. NS-Organisation „Kraft durch Freude“ versucht Übernahme des Karnevals

    Die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ versucht, Organisation, Finanzen und Programm des Kölner Karnevals zu steuern – ein Zerwürfnis um städtische Zuschüsse verschafft den Karnevalisten unerwarteten Handlungsspielraum.

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    Der Kölner Karneval wird zunehmend für die NS-Propaganda vereinnahmt und reichsweit beworben. Die nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“ versucht, die Organisation, die Finanzierung, die Vorträge der Sitzungen und den Rosenmontagszug selbst zu steuern.

    Ein Zufall kommt den Karnevalisten zugute: Der in Ungnade gefallene Oberbürgermeister Riesen bewilligt ihnen kurz vor seiner Absetzung 150.000 Reichsmark – eine für die damalige Zeit gewaltige Summe. Sein Nachfolger, Dr. Schmidt, ist darüber verärgert und handelt die Summe auf 75.000 Reichsmark herunter. Der Verzicht der Karnevalisten verschafft ihnen jedoch das Wohlwollen der Stadtspitze; Dr. Schmidt zeigt sich fortan aufgeschlossener gegenüber den Anliegen der Kölner Karnevalsgesellschaften.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  116. Letzte von einem Mann verkörperte Jungfrau vor dem Krieg

    Bierbrauer Josef Pütz stellt die Jungfrau dar – nach über einem Jahrhundert männlicher Besetzung ist er der letzte Darsteller dieser Rolle vor dem 1938 erzwungenen Wechsel zu einer echten Frau.

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    Prinz ist in dieser Session Hermann Münchow, Bauer Werner Nolte von der Prinzen-Garde. Die Jungfrau wird von Josef Pütz, Bierbrauer und Mitglied der Ehrengarde der Stadt Köln, dargestellt – wie es seit den Anfängen des organisierten Karnevals Tradition war, von einem Mann. Pütz ist damit der letzte männliche Darsteller dieser Rolle: Bereits im Folgejahr 1938 zwingt die NSDAP das Festkomitee, die Jungfrau erstmals von einer Frau besetzen zu lassen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  117. Antisemitisches Karnevalslied „Die Jüdde wandern uss“

    Mit dem Spottlied „Die Jüdde wandern uss“ von Jean Müller hält offener Antisemitismus auch musikalisch Einzug in den Kölner Karneval.

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    Der Karneval wird in diesen Jahren zunehmend von antisemitischer Propaganda durchdrungen. Ein Beispiel dafür ist das im Kölsch verfasste Spottlied „Die Jüdde wandern uss“ von Jean Müller, das vermutlich bereits 1933 entstand. In hetzerischen, judenfeindlichen Versen wird die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus Deutschland verhöhnend als Erleichterung dargestellt. Das Lied wurde in Kölner Karnevalskreisen gesungen und steht beispielhaft dafür, wie tief nationalsozialistische Ideologie in dieser Zeit auch in den Karneval vordrang. Aus historischer Verantwortung verzichtet diese Chronik auf den vollständigen Abdruck des Texts.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  118. Tod des Liedermachers Willi Ostermann

    Beim Tod des populären Kölner Liedermachers Willi Ostermann nehmen rund 35.000 Menschen auf dem Neumarkt Abschied.

    Als der Komponist und Sänger Willi Ostermann am 6. August 1936 stirbt, versammeln sich rund 35.000 Menschen vor seiner Wohnung auf dem Neumarkt. Kölner Geschäfte schließen aus Anlass seines Todes, bis der Leichnam im Ehrengrab der Stadt auf dem Friedhof Melaten beigesetzt ist. Ostermanns Lieder prägen bis heute das musikalische Repertoire des Kölner Karnevals.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  119. Erste große Rundfunksitzung „Kölle Alaaf“

    Mit „Kölle Alaaf“ wird erstmals eine große Kölner Karnevalssitzung im Rundfunk ausgestrahlt und ist reichsweit zu hören.

    1936 wird mit „Kölle Alaaf“ erstmals eine große Kölner Karnevalssitzung per Rundfunk übertragen und ist in ganz Deutschland zu hören – ein früher Meilenstein für die mediale Verbreitung des Kölner Karnevals über die Stadtgrenzen hinaus.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  120. Einzug von Prinz Fritz Riese zur ersten Prinzenproklamation 1936 in der Deutzer Messehalle
    Erste Prinzenproklamation im Kölner Karneval, 1936 in der Deutzer Messehalle

    Erste Prinzenproklamation in der Deutzer Messehalle

    An Weiberfastnacht 1936 findet erstmals eine feierliche Prinzenproklamation in der Deutzer Messehalle statt – der Beginn einer bis heute fortgeführten Tradition.

    Am 20. Februar 1936, an Weiberfastnacht, wird Prinz Fritz Riese in der Deutzer Messehalle feierlich proklamiert – die erste Prinzenproklamation dieser Art im Kölner Karneval. Sein Motto lautet „Jeder su jeck wie d’r Fritz“, im selben Jahr erstmals auf Kölsch formuliert. Bauer ist Hermann Kemp, Jungfrau Josef Trompeter, beide von der Prinzen-Garde.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  121. Erstmals ein eigenes Prinzenmotto

    Prinz Konrad Maaßen ist der erste Kölner Karnevalsprinz, der ein eigenes, persönliches Motto führt: „Freude über alle Maaßen“.

    Prinz Konrad Maaßen, von Beruf Ingenieur und Mitglied der Großen Kölner KG, führt als erster Kölner Karnevalsprinz ein eigenes, auf seinen Namen zugeschnittenes Motto: „Freude über alle Maaßen“. Bauer ist Willi Unkelbach, Jungfrau sein Bruder Arnold Unkelbach, beide von der Prinzen-Garde. Schon in diesem Jahr ist die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf Thema des Zuges.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  122. Antisemitischer Festwagen im Rosenmontagszug 1934 unter dem Motto 'Die letzten ziehen ab'
    Festwagen im Rosenmontagszug 1934 mit judenfeindlichem Motto

    Antisemitischer Festwagen im Rosenmontagszug

    Ein Festwagen mit als Juden karikierten, schwarz gekleideten und bärtigen Karnevalisten verbreitet unter dem Motto „Die letzten ziehen ab“ offen antisemitische Stereotype.

    Im Rosenmontagszug 1934 verbreitet ein Festwagen unter dem Motto „Die letzten ziehen ab“ offen judenfeindliche Klischees: Karnevalisten sind darauf in schwarzer Kleidung und mit langen, künstlichen Bärten als abreisende jüdische Familien karikiert. Der Wagen zeigt, wie tief antisemitische Ideologie zu diesem Zeitpunkt bereits in Teile des organisierten Karnevals vorgedrungen war.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  123. „Narrenrevolte“ gegen die NS-Übernahme des Karnevals

    Die NSDAP löst das traditionelle Festordnende Komitee auf, um den Karneval organisatorisch zu übernehmen – die großen Gesellschaften drohen mit Fernbleiben, und das Regime lenkt formal ein.

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    Die NSDAP versucht, den Kölner Karneval organisatorisch zu übernehmen, und lässt das traditionsreiche „Festordnende Komitee“ auflösen. Die Vorsitzenden der großen Karnevalsgesellschaften wehren sich in der sogenannten „Narrenrevolte“: Sie kündigen an, ihre Gesellschaften vom Karneval fernzuhalten, sollten sie ihn nicht weiter selbst organisatorisch bestimmen können. Das Regime gibt formal nach – das Komitee firmiert fortan als „Festausschuss“.

    Historisch wird die „Narrenrevolte“ heute eher als Versuch gewertet, die eigene organisatorische Macht zu behaupten, denn als grundsätzlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Die Prinzengarde unter Präsident Thomas Liessem, die sich später als treibende Kraft der Revolte darstellte, ließ in der Session zuvor noch eine SA-Kapelle bei ihren Auftritten spielen. In den folgenden Jahren gewannen NS-Organisationen trotz des formalen Nachgebens zunehmend inhaltlichen Einfluss auf das Karnevalsgeschehen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  124. Bürgerausschuss organisiert erste Veedelszöch

    Oberbürgermeister Konrad Adenauer setzt sich für die Rückkehr des Rosenmontagszugs ein, ein neu gegründeter Bürgerausschuss sichert die Finanzierung – und organisiert erstmals eigene Veedelszöch.

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    Der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer dringt darauf, dass wieder ein Rosenmontagszug stattfindet. Die Stadt Köln unterstützt das Festkomitee dafür finanziell.

    Bereits am 17. Oktober 1932 hatte sich auf einer Generalversammlung des Kölner Verkehrsvereins ein „Bürgerausschuss“ gegründet: Persönlichkeiten aus Bürgerschaft, Industrie, Kunst und Wissenschaft sowie Vereinsvertreter erklären ihre Mitwirkung. Damit ist der Zug finanziell abgesichert.

    Neu ist zudem, dass auf Initiative des Bürgerausschusses erstmals eigene Veedelszöch – Umzüge in den einzelnen Kölner Stadtvierteln – stattfinden. Sie knüpfen an die mittelalterlichen Gesellenumzüge an und sollen den ursprünglichen Volkskarneval in den Veedeln neu beleben. Das Dreigestirn der Session bilden Prinz Franz Robens, Bauer Willi Jansen und Jungfrau Paul Kops.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  125. Wegen der Weltwirtschaftskrise kein Zug

    Die Weltwirtschaftskrise verhinderte 1931 und 1932 einen Rosenmontagszug; 1932 erschien stattdessen eine satirische Rosenmontagszeitung mit einem fiktiven „Zugprogramm" rund um das Thema Krise.

    Die Weltwirtschaftskrise machte es 1931 und 1932 unmöglich, einen Rosenmontagszug zu veranstalten. Zwei Jahre in Folge blieb der Zug damit aus wirtschaftlichen Gründen aus.

    1932 erschien dennoch eine Rosenmontagszeitung mit einem „Inoffiziellen Zugprogramm nach einer fixen Idee“: Sie beschrieb satirisch einen fiktiven Zug mit „Hungerprinzen“ und Festwagen, die sämtlich um das Thema Krise kreisten.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  126. Rosenmontagszug trotz Weltwirtschaftskrise

    Trotz Weltwirtschaftskrise fand 1930 ein Rosenmontagszug statt – finanziert durch Straßensammlungen und Werbezettel, weil die Stadt selbst keine Mittel bereitstellte.

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    Trotz der Weltwirtschaftskrise fand 1930 ein Rosenmontagszug statt, obwohl die Stadt erklärte, den Karneval finanziell nicht unterstützen zu können. Die Kölner halfen sich selbst: Ehrenamtliche Sammler zogen durch die Stadt, und die Bevölkerung spendete großzügig, um ihren Zug zu sehen. Zusätzlich finanzierte man den Zug über abgeworfene Werbezettel. Prunkwagen gab es dieses Jahr mangels Geld nicht.

    Das Dreigestirn bildeten Prinz Winand Kolfenbach (Architekt, Große Allgemeine KG), Bauer Karl Münchow (Architekt, Prinzen-Garde) und Jungfrau Georg Rung (Kaffeerösterei und Kolonialwarenhandlung, Rote Funken).

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  127. Wagenbau wird in den Kölner Messehallen zentralisiert

    Ab 1929 wurden die Wagen des Rosenmontagszuges erstmals zentral in den Kölner Messehallen gebaut – und aus Sicherheitsgründen wegen der elektrischen Straßenbahn auf 4,80 Meter Höhe begrenzt.

    Bis dahin bauten verschiedene Firmen die Festwagen des Rosenmontagszuges dezentral, mitunter bis zu 13 oder 14 Meter hoch. Ab 1929 wurde der Wagenbau in den Kölner Messehallen zentralisiert; wegen der neu eingeführten elektrischen Straßenbahn und ihrer Oberleitung begrenzte man die zulässige Wagenhöhe fortan auf 4,80 Meter.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  128. Minus 23 Grad am Rosenmontag

    Am Rosenmontag 1929 herrschten minus 23 Grad – Musikern froren die Instrumente an den Lippen fest, während die Kölner sich am Zugweg schunkelnd warmhielten.

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    Prinz 1929 war der Besteckhersteller Karl Breidenbach von der Großen Kölner KG. Als Bauer war ursprünglich Hans Bauwens vorgesehen, der wegen der schweren Erkrankung seiner Mutter kurzfristig absagte; für ihn sprang Max Schleh ein, Mitinhaber der Motorradfirma Bischof und Co. Jungfrau war Martin Roettgen, Kaufmann bei der Kellerei Deutz und Geldermann – alle drei von der Großen Kölner KG.

    Am Rosenmontag herrschte klirrende Kälte von rund 23 Grad unter null. Musikern froren die Instrumente an den Lippen fest, dennoch harrten viele Zuschauer am Zugweg aus, schunkelnd und von einem Bein aufs andere springend, um sich vor Erfrierungen zu schützen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  129. Vollständige Rückkehr des Karnevals: die Pressa als Zugmotto

    1928 durfte erstmals seit dem Krieg wieder uneingeschränkt Karneval gefeiert werden – rund 760 Veranstaltungen und ein Zug unter dem Motto der Pressa lockten Besucher aus ganz Deutschland nach Köln.

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    1928 durfte in Köln wieder wie vor dem Krieg Karneval gefeiert werden, und die Stadt machte davon ausgiebig Gebrauch: Rund 760 Karnevalsveranstaltungen, darunter allein 600 Maskenbälle, fanden statt. Der Andrang war groß, Besucher kamen aus ganz Deutschland.

    Motto des Rosenmontagszuges war die Internationale Presseausstellung (Pressa), die zeitgleich auf dem Messegelände stattfand. Im selben Jahr richtete Köln zudem das Deutsche Turnfest aus. Das Dreigestirn stellte mit Prinz Franz Robens (Vertreter einer Tabakwarenfabrik), Bauer Walter Rüsche (Handelsvertreter) und Jungfrau Josef Maier (Inhaber des Brauhauses Kolter) komplett die Große Kölner KG.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  130. Statt Zug nur Kappenfahrt: „Bunte Kappenfahrt aus der neuen Zeit“

    Weil die Genehmigung erst 14 Tage vor Karneval kam, fand 1927 statt eines vollen Rosenmontagszuges nur eine abgespeckte Kappenfahrt statt.

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    Da die Genehmigung für den Karneval 1927 erst 14 Tage vorher erteilt wurde, kam anstelle eines vollständigen Rosenmontagszuges nur eine sogenannte Kappenfahrt zustande – ein reduzierter Umzug, benannt nach der Narrenkappe. Das Motto lautete „Bunte Kappenfahrt aus der neuen Zeit“.

    Das Dreigestirn bildeten Prinz Ferdinand Leisten sen. vom Ofenhaus Leisten, Bauer August Waimann und Jungfrau Hans Holz, Diplom-Kaufmann von den Blauen Funken – Leisten und Waimann kamen beide von der Großen Kölner KG.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  131. Kein Zug: Britische Besatzung bis Ende Januar 1926

    Bis Ende Januar 1926 verhinderte die britische Besatzung erneut einen Rosenmontagszug – nach dem Abzug der Truppen feierten Kinder und Jugendliche trotz weiterhin geltenden Verbots spontan auf der Straße.

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    Auch 1926 fand wegen der andauernden britischen Besatzung kein Rosenmontagszug statt. Erneut fiel es schwer, einen Prinzen zu finden – er stand erst 14 Tage vor Karneval fest: Dr. Adalbert Oster, Oberchemierat von der Großen Kölner KG. Bauer war der Blumenhändler Philipp Herold, Jungfrau der Opel-Autoverkäufer Peter Heydenreich, beide ebenfalls von der Großen Kölner KG.

    Die karnevalslose Zeit unter britischer Besatzung wurde als sehr belastend empfunden. Mit dem Abzug der Briten Ende Januar 1926 war der Weg für den Karneval endlich wieder frei; eine Postkarte hielt Abzug und Wiedereinzug der Roten Funken fest. Der Straßenkarneval blieb zwar weiterhin offiziell verboten, doch an den Karnevalstagen fanden sich in allen Stadtteilen Kinder und Jugendliche spontan zu kleinen, verkleideten Umzügen zusammen – die Polizei drückte beide Augen zu.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  132. Rote Funken schließen jüdische Mitglieder aus

    1925 nahmen die Roten Funken – wie zu dieser Zeit viele andere Kölner Karnevalsgesellschaften – offiziell keine jüdischen Mitglieder als aktive Mitglieder mehr auf.

    Mit dem aufkommenden Nationalsozialismus schlossen die Roten Funken 1925 Juden offiziell als aktive Mitglieder aus – wie zu dieser Zeit auch etliche andere Kölner Karnevalsgesellschaften. Der Vorgang markiert einen frühen, deutlichen Vorboten der Ausgrenzungspolitik, die im folgenden Jahrzehnt den Karneval weit stärker prägen sollte.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  133. Sitzungskarneval erlaubt, Zug bleibt verboten

    1925 wurde der Sitzungskarneval wieder erlaubt, ein Rosenmontagszug blieb aber verboten – das Festkomitee musste sogar vor Gericht ein städtisches Saalverbot kippen lassen.

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    Im Dezember 1924 wurde der Sitzungskarneval für 1925 wieder gestattet, das Tragen von Kostümen in der Öffentlichkeit blieb jedoch verboten. Kurzfristig untersagte die Stadt Köln zusätzlich sämtliche Karnevalsveranstaltungen in städtischen Sälen. Das Festkomitee des Kölner Karnevals, dem damals neun Gesellschaften angeschlossen waren, klagte dagegen und erzwang vor der 12. Zivilkammer des Landgerichts Köln die Aufhebung des Saalverbots.

    Weil der Rosenmontagszug weiterhin verboten war, zogen Prinz, Bauer und Jungfrau erstmals in vollem Ornat auf den Sitzungen auf. Das Dreigestirn bildeten Prinz Dr. Kurt Töppel, Diplom-Kaufmann von der Prinzen-Garde, Bauer Carl Otte von den Roten Funken sowie Jungfrau Peter Höchstenbach, Vermieter von Privat- und Gesellschaftswagen, von den Blauen Funken.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  134. Wieder ein Dreigestirn, aber weiterhin kein Zug

    1924 gab es zwar wieder ein Dreigestirn, aber weiterhin keinen Rosenmontagszug.

    1924 stellte die Prinzen-Garde erneut ein Dreigestirn: Prinz war der Drogist Christian Wirges, Jungfrau der Süßwarengroßhändler Willi Dohmen. Wer in diesem Jahr den Bauern gab, ist nicht überliefert. Ein Rosenmontagszug fand weiterhin nicht statt.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  135. Gründung des jüdischen Karnevalsvereins „Kleiner Kölner Klub“

    1922 gründete sich mit dem „Kleinen Kölner Klub" (KKK) ein jüdischer Karnevalsverein, in dem sich vor allem jüdische Textilkaufleute um Präsident Max Salomon organisierten.

    Mitten in die karnevalslosen Besatzungsjahre fiel 1922 die Gründung eines jüdischen Karnevalsvereins: der „Kleine Kölner Klub“, kurz KKK. In ihm organisierten sich insbesondere jüdische Textilkaufleute, an der Spitze Präsident Max Salomon.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  136. Kein Zug: Erster Weltkrieg und Besatzungszeit

    Zwischen 1915 und 1923 fand wegen Erstem Weltkrieg und anschließender Besatzung kein Rosenmontagszug statt; erst ab 1919 wurde im kleinen Kreis wieder inoffiziell gefeiert.

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    Auf den Karneval 1914 folgten der Erste Weltkrieg und eine lange Besatzungszeit. Die britische Besatzungsmacht sprach ein Karnevalsverbot aus, ab 1923 kam die Ruhrbesetzung hinzu. Ein Rosenmontagszug war während dieser gesamten Zeit ausgeschlossen.

    Bereits ab 1919 wurde im kleinen Kreis wieder inoffiziell gefeiert, und schon 1924 – ein Jahr, bevor der Karneval 1925 bedingt wieder erlaubt wurde – gab es erneut ein Dreigestirn. Die wirtschaftliche Lage war so schlecht, dass selbst das 100-jährige Jubiläum des reformierten, organisierten Karnevals nicht ernsthaft gefeiert werden konnte.

    Die Stadt Köln gab in dieser Zeit eigenes Notgeld heraus – mit Motiven der Roten Funken versehen, ein Zeichen dafür, dass sich die Stadt selbst in dieser schweren Zeit dem Karneval verbunden fühlte.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  137. Rekordzug „Weltausstellung in Köln“ – der letzte vor dem Krieg

    Der Rosenmontagszug 1914 stellte mit 74 Abteilungen unter dem Motto „Weltausstellung in Köln" einen neuen Rekord auf – und wurde, ohne dass es jemand ahnte, der letzte für viele Jahre.

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    Prinz 1914 war der Architekt Fritz Herrmann von der Großen Kölner KG, Bauer der Biergroßhändler Theodor Preuß, Jungfrau der Dekorationsmaler Engelbert Klein – beide von der Ehrengarde der Stadt Köln.

    Der Rosenmontagszug selbst stellte mit 74 Abteilungen unter dem Motto „Weltausstellung in Köln“ einen neuen Rekord auf; so viele Abteilungen hatte es zuvor nie gegeben. Zu den zahlreichen Ideen gehörte etwa ein Wagen zur „Ausstellung für Ammenbedarf“ mit einer überdimensionalen „Mutter der Kompanie“, die fünf kleine Rekruten im Arm hielt.

    Der Zug wurde ein großer Erfolg – und blieb, ohne dass es zu dem Zeitpunkt absehbar war, für viele Jahre der letzte: Wenige Monate später begann der Erste Weltkrieg.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  138. Schauriges Wetter, ausgelassene Stimmung

    1913 herrschte am Rosenmontag schauriges Wetter – dennoch feierten die Kölner ausgelassen, unter anderem mit einem Bauer-und-Jungfrau-Wagen in Gestalt einer Schmeißfliege.

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    Prinz 1913 war Franz Oberliesen, Inhaber der Firma Theodor Hollender (Herde, Öfen, Küchengeräte) von der Prinzen-Garde. Bauer Christian Esser und Jungfrau Carl Horatz, Teilhaber der Kranzfirma Snog und Cie., kamen von der Ehrengarde der Stadt Köln.

    Trotz schaurigen Wetters war am Rosenmontag viel los: Der von der Prinzen-Garde eskortierte Prinz thronte auf einem blumenumrankten Narrenkopf, geschmückt mit dem Helm der Garden. Bauer und Jungfrau wiederum thronten auf einer Schmeißfliege, die auf einem Misthaufen saß.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  139. Politische Unruhen erschweren die Kandidatensuche

    1912 erschwerten politische Unruhen die Suche nach Prinz, Bauer und Jungfrau – der Prinz fand sich erst am Karnevalsfreitag.

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    Wegen politischer Unruhen fiel es 1912 schwer, drei geeignete Kandidaten für das Dreigestirn zu finden. Der Prinz, Heinrich Hünnes, Kartoffel- und Getreidehändler und Bruder des Vorjahresbauern, wurde erst am Karnevalsfreitag gefunden, Bauer und Jungfrau erst am Samstag.

    Bauer war Christian Krutwig, Ziegelei- und Sandgrubenbesitzer bei den Blauen Funken, Jungfrau Josef Schäfer von der Grosse KG von 1823, dessen Beruf nicht überliefert ist.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  140. Bauer-und-Jungfrau-Wagen mit umgedichtetem Motto

    1911 gehörte der Wagen von Bauer und Jungfrau zu den schönsten des Zuges – sein Motto wurde von den Kölnern spöttisch umgedichtet.

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    Das Dreigestirn 1911 bildeten Prinz Emil Grewe und Jungfrau Hubert Möst, beide Mitinhaber der Baubeschlaghandlung Möst und Grewe, sowie Bauer Willy Hünnes, Betreiber eines Kinos – alle aus der Leibgarde des Prinzen Karneval.

    Einer der schönsten Prunkwagen des Jahres gehörte Bauer und Jungfrau: Beide traten durch eine rosenumrankte Pforte aus einem Bau im Empirestil in einen Garten mit Brunnenbecken. Das Wagenmotto „Wir winden dir den Jungfernkranz“ dichteten die Kölner postwendend in „Die Mähd, die muss am Huus erus“ um.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  141. Mutter Colonia auf goldener Gondel im Prinzenwagen

    1910 thronte auf dem Prinzenwagen eine goldene Gondel mit Mutter Colonia, während der Prinz Kamellen und Blumen über das Volk regnen ließ.

    Prinz 1910 war der Weingroßhändler Jacob Schoß von den Blauen Funken. Bauer war der Kaufmann Otto F. Meyer, Jungfrau der Prokurist Josef Pleiß, beide vom Kölner Klub für Wassersport.

    Auf dem Prinzenwagen thronte in diesem Jahr auf einer goldenen Gondel die Mutter Colonia; aus einem Muschelkahn heraus ließ der Prinz einen wahren Regen von Kamellen und Blumen über die Zuschauer niedergehen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  142. Dreigestirn 1909: Bönsch wird Prinz, die Brüder Bruck folgen

    1909 wurde der Vorjahres-Jungfrau Josef Bönsch zum Prinzen; Bauer und Jungfrau stellten mit den Brüdern Kurt und Paul Bruck die Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters.

    1909 übernahm Josef Bönsch, im Jahr zuvor noch Jungfrau, das Amt des Prinzen. Als Bauer und Jungfrau amtierten die Brüder Kurt und Paul Bruck, beide Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters. Alle drei kamen aus der Leibgarde des Prinzen Karneval.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  143. Spaltung der Prinzen-Garde und Gründung der Leibgarde

    1908 spaltete sich die Prinzen-Garde: Ihr Reiterkorps gründete die kurzlebige Leibgarde des Prinzen Karneval, die im selben Jahr das Dreigestirn stellte.

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    1908 kam es zur Spaltung der Prinzen-Garde: Ihr Reiterkorps gründete die Leibgarde des Prinzen Karneval, die allerdings nur kurz Bestand hatte.

    Aus ihren Reihen stellte die neue Gesellschaft gleich das komplette Dreigestirn: Prinz war der Fabrikant und Kaufmann Felix Chorus, Bauer Heinrich Thorbeck, Inhaber eines Geschäfts für Polstermaterialien, Möbelstoffe und Wagenbau, Jungfrau Josef Bönsch, Besitzer der Hotels Victoria und Bellevue.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  144. Willi Ostermann startet seine musikalische Karriere

    1907 startete Willi Ostermann mit dem Lied „Dem Schmitz sing Frau ist durchjebrannt" seine musikalische Karriere und prägte damit das Kölner Karnevalslied nachhaltig.

    Mit dem Lied „Dem Schmitz sing Frau ist durchjebrannt“ begann 1907 die musikalische Karriere Willi Ostermanns. Karnevalslieder gab es zwar schon vorher, doch Ostermann professionalisierte das Genre und gilt heute als sein prägendster Vertreter.

    Über Schellackplatten fand der Karneval erstmals seinen Weg auch in die Wohnzimmer außerhalb der Session. Viele seiner Lieder werden in Köln bis heute gesungen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  145. Dreigestirn 1907: Schlimbach, Thelen und Wirz

    1907 bildeten Prinz Heinrich Schlimbach, Bauer Peter Thelen jr. und Jungfrau Jean Wirz das Kölner Dreigestirn.

    Prinz war 1907 der Architekt Heinrich Schlimbach, Bauer Peter Thelen jr., Teilhaber der väterlichen Zuckerfabrik, und Jungfrau der Gastwirt Jean Wirz – alle drei Mitglieder der Grosse KG von 1823.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  146. Gründung der Große Mülheimer KG

    1906 gründete sich in Mülheim die Große Mülheimer KG, die erst mit der Eingemeindung 1914 zu einer Kölner Karnevalsgesellschaft wurde.

    Im damals noch selbstständigen Mülheim entstand 1906 die Große Mülheimer KG. Erst mit der Eingemeindung Mülheims nach Köln im Jahr 1914 zählte sie zu den Kölner Karnevalsgesellschaften.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  147. Prinzen-Garde eskortiert erstmals den Prinzen

    1906 eskortierte die neue Prinzen-Garde erstmals den Prinzen durch den Rosenmontagszug.

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    1906 zog die im Dezember zuvor gegründete Prinzen-Garde erstmals als Begleitkorps des Prinzen durch den Rosenmontagszug und beendete damit die Ungleichbehandlung gegenüber Bauer und Jungfrau, die mit der Ehrengarde bereits länger ein eigenes Korps hatten.

    Das Dreigestirn bildeten in diesem Jahr Prinz Wilhelm Welsch, Weinhändler, Bauer Gustav Nolting, Großhändler für sanitäre Anlagen und Baumaterialien, sowie Jungfrau Emil Mewes, Architekt – alle drei aus den Reihen der Prinzen-Garde.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  148. Gründung der Prinzen-Garde

    Im Dezember 1905 gründete sich die Prinzen-Garde, die fortan als berittenes Begleitkorps des Prinzen fungierte.

    Bislang hatten nur Bauer und Jungfrau mit der Ehrengarde ein eigenes Begleitkorps – der Prinz zog ohne ein solches durch den Zug. Die im Dezember 1905 gegründete Prinzen-Garde beendete diesen Zustand: Ab der folgenden Session schritt sie dem Prinzen im Rosenmontagszug voran.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  149. Evangelischer Sittlichkeitsverein fordert Abschaffung des Karnevals

    Ende Oktober 1905 forderte der evangelische Sittlichkeitsverein zu Köln unter Pastor Wendland die vollständige Abschaffung des Karnevals – vergeblich.

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    Der evangelische Sittlichkeitsverein zu Köln forderte unter seinem Vorsitzenden Pastor Wendland Ende Oktober 1905 öffentlich die radikale Beseitigung des Karnevals. Der Verein argumentierte, das Fest verführe vor allem die „minderbemittelten Volksklassen“ dazu, sich monatelang von Beruf und sittlichen Interessen abzuwenden.

    Den Humor der Kölner Bevölkerung als Triebfeder des Karnevals bestritt der Verein; die Stadtbevölkerung habe durch Zuzug „ihren einheitlichen Charakter völlig eingebüßt“ – eine im Original überlieferte, fremdenfeindlich argumentierende Formulierung. Vielmehr stünden finanzielle Interessen von Büttenrednern, Liederdichtern, Wirten und Saalbetreibern sowie einer an Karnevalsanzeigen verdienenden Lokalpresse dahinter. Als Beleg für eine allgemeine Verrohung des Volkes führte der Verein Statistiken zu unehelichen Geburten, Pfandhausgeschäften und Gerichtsverfahren an.

    Der Vorstoß blieb folgenlos: Der Karneval fand auch im folgenden Jahr wie gewohnt statt.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  150. Dreigestirn 1905: Hunzinger, Ulonska und Düren

    1905 amtierten Prinz Ernst Hunzinger, Bauer Franz Ulonska und Jungfrau Carl Düren – wieder fand sich der Prinz erst kurz vor Karneval.

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    Prinz des Jahres 1905 war Ernst Hunzinger, genannt Prinz Ernestus I., Teilhaber der Agentur- und Lebensmittelfirma Cour und Hunzinger, von der Großen Kölner KG. Bis eine Woche vor Karneval war noch kein Prinz gefunden.

    Bauer war Franz Ulonska, Teilhaber der Fahnenfabrik Richter (Grosse KG von 1823), Jungfrau Carl Düren, Inhaber der Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren und Mitglied im Kölner Männer-Gesang-Verein; er hatte 1889 bereits die Jungfrau dargestellt.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  151. Prinz Zilkens trägt als einziger Blau-Gold statt Rot-Weiß

    1904 trug der Kölner Prinz zum einzigen Mal in der Geschichte des Karnevals kein rot-weißes, sondern ein blau-goldenes Ornat.

    Prinz 1904 war Prof. Dr. Karl Zilkens, genannt Prinz Carolus III., Arzt und Zahnarzt. Als gebürtiger Ehrenfelder erschien er nicht im traditionellen Rot-Weiß, sondern in den Ehrenfelder Farben Blau-Gold – bis heute das einzige Mal, dass ein Kölner Prinz vom klassischen Ornat abwich.

    Bauer war Erasmus Pott, Dachdecker- und Klempnermeister, Jungfrau der Student Hans Coelsch; beide gehörten der Grossen KG von 1823 an.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  152. Gründung der Nippeser Bürgerwehr

    1903 gründete sich im Stadtteil Nippes die Nippeser Bürgerwehr.

    Im selben Jahr entstand in Nippes die Nippeser Bürgerwehr, eine weitere der zahlreichen Stadtteilgesellschaften, die den Kölner Karneval in dieser Zeit prägten.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  153. Dreigestirn 1903: Kraus springt in letzter Minute ein

    1903 fand sich erneut erst in letzter Minute ein Prinz: Ferdinand Kraus erklärte sich kurz vor Karneval bereit.

    Wie schon im Vorjahr tat man sich 1903 schwer, einen Prinzen zu finden. Erst im letzten Moment sagte Ferdinand Kraus zu, Vertreter für Röhrendampfkessel und Mitglied der Großen Kölner KG.

    Als Bauer amtierte Wilhelm Peters, Teilhaber der Kolonialwarenfirma A. Göbel und Cie., als Jungfrau Fritz Tholfuß, Inhaber eines Geschäfts für Orden, Medaillen und Vereinsabzeichen – beide ebenfalls von der Großen Kölner KG.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  154. Ehrengarde erobert sich ihren Platz im Zug: der Rubbedidupp

    1902 trat die 1900 gegründete Ehrengarde erstmals öffentlich auf – und erkämpfte sich per Trick ihren bis heute gültigen Platz direkt vor Bauer und Jungfrau.

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    Die Ehrengarde, gegründet 1900, gab 1902 ihr erstes öffentliches Gastspiel im Rosenmontagszug. Bis heute begleitet sie den Kölner Bauern und die Kölner Jungfrau. Der Festausschuss verweigerte dem neuen Reiterkorps zunächst den angestrebten Platz direkt vor den beiden Tollitäten.

    Mit Hilfe von Bauer und Jungfrau griff die Ehrengarde zu einer List: An einer günstigen Stelle des Zugwegs täuschte die Reitergruppe eine Wagenpanne vor, um sich so in den Rosenmontagszug einzugliedern. Der Coup gelang – und an ihn erinnert bis heute der Schlachtruf der Ehrengarde: „Rubbedidupp“.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  155. Dreigestirn 1902: Depenheuer springt erneut ein

    Auch 1902 fand sich erst kurz vor Karneval ein Prinz: Franz Depenheuer, der schon Jahre zuvor eingesprungen war, übernahm das Amt ein weiteres Mal.

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    Eine Woche vor Karneval 1902 gab es noch immer keine Kandidaten für Prinz, Bauer und Jungfrau. Man griff auf Bewährtes zurück: Franz Depenheuer, Inhaber einer Fabrik für Eisenkonstruktionen und Mitglied der Grossen KG von 1823, ließ sich überreden, den Prinzen erneut zu geben – er hatte die Rolle schon einmal übernommen.

    Als Bauer sprang Hermann Faßbinder ein, Kaufmann bei den Roten Funken, als Jungfrau Peter Cader von der Bürgergesellschaft Köln von 1863, der Bruder der Jungfrau des Jahres 1890.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  156. Gründung der Alte Kölner KG Schnüsse Tring

    1901 gründete sich im Kölner Stadtteil Ossendorf die Alte Kölner KG Schnüsse Tring.

    Im selben Jahr entstand in Ossendorf die Alte Kölner KG Schnüsse Tring – eine von zahlreichen Kölner Karnevalsgesellschaften, die in dieser Zeit in den Stadtteilen gegründet wurden.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  157. Dreigestirn 1901: Scholz, Kränkel und Steinbach

    Das Kölner Dreigestirn des Jahres 1901 bestand aus Prinz Rudolf Scholz jun., Bauer Wilhelm Kränkel und Jungfrau Edmund Steinbach – über Letzteren ist bis heute kaum mehr als der Name überliefert.

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    Im Jahr 1901 stellte Prinz Rudolf Scholz jun. von der Großen Kölner KG den Kölner Karnevalsprinzen; sein Beruf ist nicht überliefert. Als Bauer amtierte Wilhelm Kränkel, Generalvertreter der Pilsener Genossenschaftsbrauerei, dessen Gesellschaft die Quelle nicht nennt.

    Von der Jungfrau des Jahres, Edmund Steinbach, ist außer dem Namen nichts bekannt. Erhalten geblieben ist immerhin das Festheft zum Rosenmontagszug 1901.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  158. Gründung der Ehrengarde

    1900 wird die Ehrengarde gegründet, die zu einer der bekanntesten Traditionsgesellschaften des Kölner Karnevals werden sollte.

    Im Jahr 1900 wird die Ehrengarde gegründet. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hat sie jedoch erst zwei Jahre später, 1902.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  159. Gründung der Großen Allgemeinen KG

    1900 spaltet sich die spätere Große Allgemeine KG von der Großen KG von 1823 ab – zunächst unter dem Namen Allgemeine-Carnevalsgesellschaft im Victoriasaal.

    1900 gründet sich als Abspaltung von der Großen KG von 1823 die Gesellschaft, die später als Große Allgemeine KG bekannt wird. Zunächst trägt sie den Namen Allgemeine-Carnevalsgesellschaft im Victoriasaal; 1901 entfällt der Zusatz „im Victoriasaal“, und 1903 kommt schließlich das „Große“ hinzu, um die Bedeutung der Gesellschaft zu unterstreichen.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  160. Zwei Jahrtausende rheinischen Lebens

    Bei herrlichem Wetter zieht der Rosenmontagszug zur Jahrhundertwende 1900 unter dem Motto 'Zwei Jahrtausende rheinischen Lebens'; der Prinz thront auf einem hohen Turm.

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    Am Rosenmontag der Jahrhundertwende 1900 herrscht prächtiges Wetter. Unter dem Motto „Zwei Jahrtausende rheinischen Lebens“ thront der Prinz auf einem hohen Turm auf seinem Wagen. Als Prinz amtiert Josef Winter von der Casino Gesellschaft, der in der väterlichen Brauerei Winter mitarbeitet und diese später übernimmt. Bauer ist Franz Reimbold, Bruder des Bauern von 1899 und Mitbegründer der Firma Gebrüder Reimbold, Jungfrau der Student Theodor Klein; beide gehören keiner Karnevalsgesellschaft an.

    Auf einem Bild des Zuges ist zudem „Kaiser Maximilian“ zu sehen – dargestellt vom Gesellschaftspräsidenten Wingender. Unter den Wagen des Zuges befindet sich unter anderem ein Wagen des Kaisers Trajan.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  161. Flüsse und Ströme als Gast bei Vater Rhein

    1899 ziehen unter dem Motto 'Flüsse und Ströme als Gast bei Vater Rhein' zahlreiche Themenwagen vom Rhein bis zur Themse durch Köln; Venetia und der Doge sind wieder dabei.

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    Unter dem Motto „Flüsse und Ströme als Gast bei Vater Rhein“ amtiert 1899 Karl Oster, Mitinhaber des Groß- und Einzelhandelskaufhauses P.W. Ossendorf, als Prinz Karneval, ohne Mitglied einer Karnevalsgesellschaft zu sein. Bauer ist Ernst Reimbold, Mitbegründer der Firma Gebrüder Reimbold (Präzisionszieherei und Fabrik für komprimierte Wellen), Jungfrau Christoph Gehly, Inhaber der ersten Kölner Plakat- und Reklamedruckerei Franz Greven.

    Neben Bauer und Jungfrau nehmen in diesem Jahr auch Venetia und der Doge wieder am Rosenmontagszug teil. Der Zug gilt als farbenprächtiges Spektakel: Die einzelnen Wagen thematisieren eine Vielzahl von Flüssen, vom Rhein über den Neckar bis zur Themse.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  162. Bunte Reihe Kölner Themen

    1898 stellt die Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaft mit Prinz Ludwig Ebeler das komplette Dreigestirn.

    Unter dem Motto „Bunte Reihe Kölner Themen“ stellen 1898 die Vereinigten Dienstagsball-Gesellschaften das komplette Dreigestirn: Prinz ist der Architekt Ludwig Ebeler, Bauer der Papierfabrikant Wilhelm Heyer (Papierfabrik Poensgen und Heyer), Jungfrau der Zahnarzt Dr. R. Patton.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  163. Die Griesgramschlacht: Bauer und Jungfrau reiten erstmals

    1897 brechen Bauer und Jungfrau mit dem alten Brauch und reiten erstmals getrennt zu Pferde statt gemeinsam auf einem Wagen.

    Unter dem Motto „Die Griesgramschlacht“ amtiert 1897 der Gastwirt Gerhard Becker von den Roten Funken als Prinz Karneval. Bauer ist der Archäologe Richard Meyer, Jungfrau der Betriebsleiter Leo Zeyen, beide von der Kölner Narren-Zunft.

    Eine Neuerung bricht in diesem Jahr mit dem alten Brauch: Bauer und Jungfrau fahren nicht mehr gemeinsam auf einem Wagen, sondern reiten getrennt zu Pferde.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  164. Zeitung – Neueste Nachrichten

    1896 amtiert der Kaufmann Robert Creutz als 'Robertus Amabilius I.' unter dem Motto 'Zeitung – Neueste Nachrichten'.

    Unter dem Motto „Zeitung – Neueste Nachrichten“ amtiert 1896 der Kaufmann Robert Creutz, genannt „Robertus Amabilius I.“, als Prinz Karneval der Großen KG von 1823. Bauer ist August Porzelt, Teilhaber der Agentur Topprogge und Porzelt, ebenfalls von der Großen KG von 1823. Als Jungfrau tritt der Drogist Ludwig Sester von der Bürgergesellschaft Köln von 1863 auf.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  165. Hervorragende Leistungen großer Männer, Dichter und Komponisten

    1895 huldigt der Rosenmontagszug großen Männern, Dichtern und Komponisten; Prinz ist der Kunst- und Schmuckhändler Heinrich Kayser.

    Unter dem Motto „Hervorragende Leistungen großer Männer, Dichter und Componisten“ amtiert 1895 Heinrich Kayser, tätig im Kunst-, Luxuswaren- und Schmuckhandel, als Prinz Karneval der Großen Kölner KG. Bauer ist der Architekt Peter Prior von der Großen KG von 1823, der 1879 bereits die Prinzessin Isabella dargestellt hatte. Als Jungfrau tritt der Schauspieler Julius Metz auf, Bruder des Prinzen von 1872.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  166. Concurrenz aller Feste der Welt

    1894 tritt der Mattenfabrikant Josef Wingender von der KG Carnevalistischer Reichstag als Prinz Karneval an.

    Unter dem Motto „Concurrenz aller Feste der Welt mit dem Kölner Carneval“ amtiert 1894 Josef Wingender, Inhaber einer Mattenfabrik und eines Großlagers für Teppiche und Vorhänge, als Prinz Karneval der KG Carnevalistischer Reichstag. Bauer ist der Bautechniker Adolf Weisweiler, Jungfrau der Kohlenhändler Josef Nierhoff, beide von der Großen KG von 1823.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  167. Heimkehr des Prinzen Karneval aus Sagen und Märchen

    1893 amtiert der Wein- und Spirituosenhändler Karl Strengnart als 'Prinz Carolus I.' unter dem Motto 'Heimkehr des Prinzen Karneval aus dem Reich der Sagen und Märchen'.

    Unter dem Motto „Heimkehr des Prinzen Karneval aus dem Reich der Sagen und Märchen“ amtiert 1893 der Wein- und Spirituosenhändler Karl Strengnart, genannt „Prinz Carolus I.“, als Prinz Karneval der Blauen Funken. Bauer ist der Bildhauer Johann Degen, Jungfrau der Architekt Edwin Crones, beide von der Großen KG von 1823.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  168. Erster Gürzenichball der Vereinigten Diensts-Ball-Gesellschaften

    1892 veranstaltet eine Reihe angesehener Vereine erstmals unter dem Namen 'Vereinigte Diensts-Ball-Gesellschaften' den fortan festen Gürzenichball am Karnevalsdienstag.

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    1892 veranstalten mehrere angesehene Vereine erstmals gemeinsam unter dem Namen „Vereinigte Diensts-Ball-Gesellschaften“ den Gürzenichball am Karnevalsdienstag, der sich seither als feste Einrichtung etabliert. Der Ertrag fließt teils in wohltätige Zwecke, teils in die Verschönerung des Rosenmontagszugs.

    Ab 1893 bauen die Dienstagsballgesellschaften den Wagen des Prinzen, einige Jahre später auch die Wagen von Bauer und Jungfrau.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  169. Kurzfristiges Dreigestirn und ruhiger Karneval

    Erst fünf Tage vor Rosenmontag 1892 findet sich ein Dreigestirn; nach einem Aufruf des Festkomitees gegen die Ausschreitungen des Vorjahres verläuft der Karneval ungewohnt ruhig.

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    Noch eine Woche vor Karneval 1892 ist kein Dreigestirn gefunden; erst fünf Tage vor Rosenmontag springen drei Herren ein: Der Metzgermeister Jean Schmitz von der Großen Kölner KG als Prinz, der Weinhändler Mathieu Aldendorf – bereits Prinz im Jahr 1889 – als Bauer, und Jacob Friedrichs – Prinz des Vorjahres 1891 – als Jungfrau, beide von der Großen KG von 1823.

    Zuvor hatte das Kölner Festkomitee alle Mitbürger aufgerufen, die Ausschreitungen des Vorjahres zu vermeiden, insbesondere das „Einschlagen der Hüte“, die Belästigung von Frauen und das Singen anstößiger Lieder. Der Aufruf zeigt Wirkung: Der Karneval 1892 verläuft ruhig.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  170. Närrische Ausstellung

    1891 amtiert Jacob Friedrichs als Prinz Karneval unter dem Motto 'Närrische Ausstellung'; Jungfrau ist der Gesangspädagoge und Komponist Paul Hoppe.

    Unter dem Motto „Närrische Ausstellung“ amtiert 1891 Jacob Friedrichs, Geschäftsführer im Hotel du Nord, als Prinz Karneval der Großen KG von 1823. Bauer ist Jacob Geub von der Kölner Narren-Zunft, Inhaber der Maschinen- und Eisengießerei Geub. Als Jungfrau tritt, ebenfalls von der Kölner Narren-Zunft, der Gesangspädagoge und Komponist Paul Hoppe auf, der zahlreiche Rhein- und Weinlieder komponiert hat.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  171. Zug ohne Musik: Trauer um Kaiserwitwe Augusta

    1890 zieht der Rosenmontagszug unter dem Motto 'Italien, Land der Sonne, huldigt dem Prinzen Karneval' ohne Musik, weil Kaiserwitwe Augusta verstorben ist.

    Unter dem Motto „Italien, Land der Sonne, huldigt dem Prinzen Karneval“ zieht der Rosenmontagszug 1890 wegen des Todes der Kaiserwitwe Augusta ohne Musik durch Köln. Als Prinz amtiert der Architekt Jean Ewald von der Großen Kölner KG. Bauer ist der Kaufmann Hermann Faßbinder von den Roten Funken, Jungfrau der Drogerie- und Farbwarenhändler Adolf Cader von der Bürgergesellschaft Köln von 1863.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  172. Die Künste huldigen dem Prinzen Karneval

    1889 huldigen die Künste dem Prinzen Karneval, während der Kölner Karneval durch den Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer und die große Eingemeindung von 1888 zunehmend unter Druck gerät.

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    Unter dem Motto „Die Künste huldigen dem Prinzen Karneval“ amtiert 1889 der Weingroßhändler Mathieu Aldendorff als Prinz Karneval der Großen KG von 1823. Bauer ist der Juwelier Carl Wagner, der bereits 1881 dieses Amt bekleidet hatte, Jungfrau der Architekt Fritz Reuther. Als Venetia tritt Carl Düren auf, Inhaber der Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren und Mitglied im Kölner Männer-Gesang-Verein.

    Der Karneval steht in dieser Zeit unter Druck: 1881 hatte man mit dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer begonnen, 1888 folgte die große Eingemeindung umliegender Gebiete. Beides setzt dem Karneval zu, der zunehmend verflacht und auszuarten droht; in den Folgejahren werden wiederholt Forderungen laut, ihn wegen Anzüglichkeiten und Übergriffen ganz zu verbieten.

    Quelle: Chronik Köln 1889–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  173. Franz Depenheuer springt als Prinz ein

    Unter dem Motto 'Köln in alter und neuer Zeit' findet sich 1888 zunächst kein Prinz Karneval, bis der Fabrikant Franz Depenheuer kurzfristig einspringt.

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    Unter dem Motto „Köln in alter und neuer Zeit“ zieht der Rosenmontagszug 1888 durch Köln. Zunächst findet sich jedoch kein Prinz Karneval, bis Franz Depenheuer, Inhaber einer Fabrik für Eisenkonstruktionen und Mitglied der Großen KG von 1823, kurzfristig einspringt. Über die Berufe von Bauer (Herr Durst jr.) und Jungfrau (Herr Rott) ist nur der Name bekannt.

    Depenheuer springt nicht nur 1888 als Prinz ein: 1902 sollte er das Amt erneut übernehmen.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  174. Volksfest der Kulturvölker an den Wahlen vorbei

    Weil am Rosenmontag 1887 Wahlen stattfinden, verlegt Köln seinen Zug auf den Sonntag; als Prinz Karneval springt kurzfristig der Sohn des erkrankten Werner Gartzen sen. ein.

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    Die Stadt Köln bittet 1887 darum, den Rosenmontagszug ausfallen zu lassen, da an diesem Tag Wahlen stattfinden und man um die öffentliche Ordnung fürchtet. Der Zug findet daher ausnahmsweise bereits am Sonntag statt, unter dem Motto „Volksfest der Kulturvölker“.

    Als Prinz sollte ursprünglich der Möbelfabrikant Werner Gartzen sen. auftreten, der jedoch kurz vor den Karnevalstagen schwer erkrankt und sich von seinem erst 19-jährigen Sohn Werner Gartzen jr. vertreten lässt – dieser wird später, ab 1889, Besitzer und Direktor des Varietés Kaiserhof. Bauer ist Matthias Haas, Inhaber eines Herrenkonfektionsgeschäfts, Jungfrau Johann Heukeshoven, Mitinhaber einer Marmorhandlung; beide gehören wie die Gartzens den Blauen Funken an.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  175. Die vier Jahreszeiten

    1886 amtiert der Kaufmann Ludwig Deichmann von den Blauen Funken als Prinz Karneval unter dem Motto 'Die vier Jahreszeiten'.

    Unter dem Motto „Die vier Jahreszeiten“ amtiert 1886 der Kaufmann Ludwig Deichmann von den Blauen Funken als Prinz Karneval. Bauer ist Karl Giebmans von der Kölner Narren-Zunft, Mitbegründer und Inhaber des Luisensaals, eines bekannten Theater- und Varieté-Hauses. Als Jungfrau tritt Josef Klaus auf, ein Kommissionshändler und Vetter Giebmans‘, der selbst keine weitere Verbindung zum Karneval hat.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  176. Held Carneval als Kolonisator: das Afrikafieber im Zug

    Angetrieben vom kölschen 'Afrikafieber' der Jahre 1884/85 zieht der Rosenmontagszug 1885 unter dem Motto 'Held Carneval als Colonisator' mit rußgeschwärzten Teilnehmern, die den kolonialen Zeitgeist aufgreifen.

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    In den Jahren 1884 und 1885 erfasst ein regelrechtes „Afrikafieber“ die Stadt: Viele Kölner verfolgen mit großem Interesse die in der Kölnischen Zeitung erschienenen Reiseberichte des Geographen und Ethnologen Wilhelm Joest, der ein Jahr lang das südliche und östliche Afrika bereist hatte. Im April 1884 hatte zudem ein Schutzbrief Bismarcks die erste deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika begründet, im Juli folgten Schutzbriefe für Kamerun und Togo, und im November 1884 begann in Berlin die Kongo-Konferenz.

    Diese politischen Ereignisse greift der Kölner Karneval 1885 unter dem Motto „Held Carneval als Colonisator“ auf. Als Prinz amtiert der Kaufmann Heinrich Kaufmann von der Großen KG von 1823; Bauer und Jungfrau sind nicht überliefert. Der Zug gilt als ungewöhnliches Spektakel, da die Teilnehmer – mit Schuhcreme geschwärzt – überwiegend schwarz geschminkt auftreten, um „Wilde“ darzustellen; eine Darstellung, die den kolonialrassistischen Zeitgeist der Epoche unmittelbar widerspiegelt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  177. Gefeiert wird das gute Weinjahr 1883

    1884 wird der Rosenmontagszug ausnahmsweise auf den Karnevalssonntag vorverlegt, um das gute Weinjahr 1883 zu feiern.

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    1884 verlegen die Kölner ihren Zug auf den Karnevalssonntag, um das vergangene, ertragreiche Weinjahr zu feiern. Als Prinz amtiert Karl Kracht, Hotelier im elterlichen Hotel Ernst und Mitglied der Großen KG von 1823. Bauer ist Fritz Saurenhaus, Kolonialwarenhändler und Kaffeeröster aus Mülheim am Rhein sowie dortiger Stadtverordneter, ohne Gesellschaftszugehörigkeit. Als Jungfrau tritt Robert Schaeben auf, Fabrikant von Kölnisch Wasser und Besitzer der Firma Klosterfrau.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  178. Gründung der KG Alt-Köllen

    1883 wird die KG Alt-Köllen gegründet.

    Im selben Jahr entsteht die KG Alt-Köllen als neue Karnevalsgesellschaft.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  179. Erstmals ‚Tollität‘: Dreigestirn wird zur Einheit

    Ab 1883 treten Prinz, Bauer und Jungfrau als feste Einheit auf und der Prinz wird erstmals 'Tollität' genannt – im selben Jahr spaltet sich die Große KG und schickt zwei separate Züge durch Köln.

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    1883 markiert einen Wendepunkt für das Kölner Dreigestirn: Prinz, Bauer und Jungfrau treten fortan als feste Einheit gemeinsam auf, und der Prinz wird erstmals als „Tollität“ bezeichnet. In diesem Jahr amtieren Heinrich Brunhuber, Teilhaber der Häute- und Lederhandlung Gebrüder Neumann, als Prinz, Josef Geuer als Bauer und Jean Frankle als Jungfrau, alle von der Großen KG von 1823.

    Zugleich kommt es zur Spaltung der Großen KG: Zwei Umzüge ohne eigenes Motto ziehen durch die Stadt – der Zug der „Großen Karnevalsgesellschaft“ am Rosenmontag und, dienstags, der Zug der „Großen Kölner Karnevalsgesellschaft“.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  180. Gründung der Großen Kölner KG

    1882 spaltet sich aus der Großen KG von 1823 die Große Kölner KG ab.

    Aus der Großen KG von 1823 heraus gründet sich 1882 die Große Kölner KG als eigenständige Gesellschaft.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  181. Jan und Griet: erster Prinz vom rechten Rheinufer

    1882 zieht der Rosenmontagszug unter dem Motto 'Jan und Griet' nach einem erfundenen Epos von Wolfgang Müller; mit Josef Trimborn amtiert erstmals ein Prinz aus dem rechtsrheinischen Köln.

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    Der Rosenmontagszug des Jahres 1882 steht unter dem Motto „Jan und Griet“ und gliedert sich in zwei Teile: Der erste zeigt „Episoden aus der vaterländischen Geschichte“ nach dem eigens von Wolfgang Müller gedichteten, erfundenen Epos von Jan und Griet; der zweite Teil ist karnevalistisch-humoristisch gehalten.

    Als Prinz amtiert Josef Trimborn, Sohn einer Advokatenfamilie mit großen Ländereien im rechtsrheinischen Kalk, von der Bürgergesellschaft Köln von 1863 – er ist damit der erste Prinz Karneval aus dem rechtsrheinischen Köln. Bauer ist Josef Vieten, Teilhaber der Holzhandlung Vetter und Vieten von der Großen KG von 1823, Jungfrau der Weinbauer Friedrich Josef Brodt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  182. Zug fällt aus: Musik aus allen Ländern

    Obwohl unter dem Motto 'Musik aus allen Ländern' ein komplettes Dreigestirn benannt ist, fällt der Rosenmontagszug 1881 wegen starken Schneetreibens aus.

    Für 1881 ist mit dem Motto „Musik aus allen Ländern“ und einem vollständigen Dreigestirn der Großen KG von 1823 – Prinz Albert Mertés, Inhaber einer Hutfabrik, Bauer Carl Wagner, Juwelier, und Jungfrau Herr Junkermann – eigentlich alles für den Rosenmontagszug vorbereitet. Wegen starken Schneetreibens muss der Zug jedoch ausfallen.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  183. Gründung der Kölner Narren-Zunft

    1880 wird mit der Kölner Narren-Zunft eine weitere prägende Karnevalsgesellschaft ins Leben gerufen.

    Im selben Jahr wird die Kölner Narren-Zunft gegründet, die sich zu einer der prägenden Gesellschaften des Kölner Karnevals entwickeln sollte.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  184. Bunter Blumenstrauß trotz leerer Stadtkasse

    Wegen schlechter Wirtschaftslage verweigert die Stadt 1880 ihren Zuschuss zum Rosenmontagszug – durch Spenden und Benefizfeste der Großen Carnevalsgesellschaft zieht der Zug dennoch als 'bunter Blumenstrauß'.

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    1880 verweigern die Stadtväter aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage den gewohnten Zuschuss zum Rosenmontagszug. Weil die Kölner ihren Karneval jedoch schätzen, treffen von überall Spenden ein, und die Große Carnevalsgesellschaft veranstaltet zusätzliche Feste, deren Erlös dem Zug zugutekommt. So kann der Zug trotz der Schwierigkeiten stattfinden und wird – seinem Motto entsprechend – tatsächlich zu einem „bunten Blumenstrauß“.

    Als Prinz amtiert der Dekorationsmaler Heinrich Hollmann, als Bauer der Delikatessen- und Seefischhändler Johann Kirsch, beide von der Großen KG von 1823; der Name der Jungfrau ist nicht überliefert. Die in diesem Jahr erfolgende Vollendung des Kölner Doms liefert zusätzliche Inspiration für den Zug.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  185. Einzug der Prinzessin Isabella

    1879 ergänzt eine eigens dargestellte Prinzessin Isabella das Dreigestirn um Prinz Franz von Geisten von der Großen KG von 1823.

    Unter dem Motto „Einzug der Prinzessin Isabella“ amtiert 1879 Franz von Geisten, der ohne festen Beruf von einer Erbschaft lebte, als Prinz Karneval der Großen KG von 1823. Als Jungfrau tritt Gisbert Erkens auf, der Name des Bauern ist nicht überliefert.

    Eine besondere Rolle kommt in diesem Jahr Peter Prior zu, der die titelgebende Prinzessin Isabella verkörpert.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  186. Motto König Wein

    1878 huldigt der Kölner Rosenmontagszug unter dem Motto 'König Wein' dem Hopfenhändler Louis Steinert als Prinz Karneval.

    Das Jahr 1878 steht unter dem Motto „König Wein“. Als Prinz amtiert Louis Steinert, Besitzer einer Hopfenhandlung, dessen Karnevalsgesellschaft nicht überliefert ist. Als Jungfrau tritt Diedrich Hönig auf, Rechnungsrat bei der Köln-Mindener Eisenbahn und Mitglied der Großen KG von 1823. Der Name des Bauern dieses Jahrgangs ist unbekannt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  187. Festspiel der Nibelungen

    1877 zieht der Rosenmontagszug unter dem Motto 'Festspiel der Nibelungen' mit dem Bauunternehmer Laurenz Blatzbecker von den Roten Funken als Prinz Karneval.

    Unter dem Motto „Festspiel der Nibelungen“ amtiert 1877 der Bauunternehmer Laurenz Blatzbecker von den Roten Funken als Prinz Karneval. Die Namen von Bauer und Jungfrau dieses Jahrgangs sind nicht überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  188. Zug zur Internationalen Gartenbau-Ausstellung

    1876 steht der Rosenmontagszug im Zeichen der Internationalen Gartenbau-Ausstellung, zieht jedoch ohne eigene Leitidee oder Motto durch die Stadt.

    Anlässlich der Internationalen Gartenbau-Ausstellung amtiert 1876 Ferdinand Hellmers als Prinz Karneval der KG Eureka, Heinrich Fuchs, Brauereibesitzer und Wirt der Großen KG von 1823, als Bauer und der Wein- und Sektgroßhändler Ludwig Koerfer als Jungfrau. Der Zug selbst zieht ohne besondere Idee oder Motto durch die Straßen.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  189. Die Närrische Lebensversicherungsanstalt

    1875 zieht das Dreigestirn der Großen KG von 1823 unter dem Motto der 'Närrischen Lebensversicherungsanstalt' trotz Schneefalls durch Köln.

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    Das Motto des Jahres 1875 lautet „Närrische Lebensversicherungsanstalt“. Als Prinz amtiert Fritz Hönig, Inhaber einer Firma für Feuerlöschgeräte und nebenbei Mundartforscher, als Bauer der Handelsvertreter Fritz Böhle und als Jungfrau der Verwaltungsangestellte und Mundart-Schriftsteller Jacob Dreesen – alle von der Großen KG von 1823.

    Der Rosenmontagszug hat in diesem Jahr mit Schneefall zu kämpfen. Auch Venetia zieht wieder mit, und gemeinsam mit dem Prinzen bildet sie das traditionelle Paar des Zuges.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  190. Prinz Anton Leinen und die Närrische Universität

    Unter dem Motto 'Närrische Universität' amtiert der Architekt Anton Leinen 1874 als Prinz Karneval – elf Jahre nachdem er selbst die Jungfrau dargestellt hatte.

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    1874 steht der Kölner Karneval unter dem Motto der „Närrischen Universität“. Als Prinz amtiert der Architekt Anton Leinen von der Großen KG von 1823. Auch Venetia ist in diesem Jahr wieder mit von der Partie, ihr Name ist jedoch nicht überliefert – ebenso wenig wie die Namen von Bauer und Jungfrau.

    Bemerkenswert an Leinens Auftritt: Bereits 1863 hatte er selbst die Rolle der Jungfrau übernommen, bevor er nun als Prinz an der Spitze des Zuges steht.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  191. 50-jähriges Jubiläum der Karnevalsreform von 1823

    Der reformierte, organisierte Kölner Karneval feiert sein 50-jähriges Bestehen – der Rosenmontagszug selbst hat allerdings mit schwerem Schneegestöber zu kämpfen.

    1873 feiert der 1823 reformierte, organisierte Kölner Karneval sein 50-jähriges Jubiläum. Prinz der Session ist Andreas Hennekens (Bruder des früheren Helden Carneval von 1869), Kölnisch-Wasser-Fabrikant und Mitglied der Großen KG von 1823. Die Feierlichkeiten werden von einem schweren Schneegestöber überschattet, das dem Rosenmontagszug zusetzt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  192. Aus dem Helden Carneval wird offiziell Prinz Karneval

    Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wird die zentrale Figur des Kölner Karnevals in Anlehnung an den neuen deutschen Kaiser offiziell vom „Helden Carneval“ zum „Prinz Karneval“.

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    Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wird aus dem „Helden Carneval“ in Anlehnung an den nun als Kaiser regierenden preußischen König offiziell der „Prinz Karneval“ – wobei sich die Bezeichnung als Prinz bereits in den Jahren zuvor angebahnt hatte. Der Zug 1872 steht dementsprechend ganz im Zeichen des Sieges über Frankreich: Ein Wagen zeigt die Germania, ein weiterer eine Kanone der Firma Krupp sowie die Wappen von Elsass und Lothringen. Prinz der Session ist August Metz, Mitinhaber des Dom-Hotels und Mitglied der Großen KG von 1823.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  193. Kein Rosenmontagszug wegen Krieg mit Frankreich

    Wegen des Deutsch-Französischen Kriegs und eines Verkleidungsverbots fällt 1871 der Rosenmontagszug aus – nur Karnevalssitzungen finden statt.

    Im Jahr 1871 zieht kein Rosenmontagszug durch Köln: Der Deutsch-Französische Krieg mit Frankreich und ein behördliches Verkleidungsverbot lassen den Straßenkarneval ruhen. Lediglich Karnevalssitzungen finden in diesem Jahr statt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  194. Blaue Funken gegründet, Dreigestirn erstmals als feste Einheit

    Mit den Blauen Funken entsteht 1870 die zweite große Kölner Funkengesellschaft; seit diesem Jahr treten Held/Prinz, Bauer und Jungfrau als feste Dreiereinheit auf, auch wenn der Begriff „Dreigestirn“ erst 1938 gebräuchlich wird.

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    1870 formieren sich die Blauen Funken – die „Kölner Funken-Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.“ – nach dem Vorbild der leichten berittenen Feldartillerie und grenzen sich damit von den bereits seit 1823 im Karneval aktiven Roten Funken ab.

    Im selben Jahr tritt die bis heute zentrale Dreiheit aus Held (später Prinz), Bauer und Jungfrau erstmals als feste, gemeinsame Einheit auf – auch wenn die zusammenfassende Bezeichnung „Dreigestirn“ erst 1938 offiziell aufkommt.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  195. Rote Funken gründen eigenständigen Karnevalsverein

    Nach fast 50 Jahren als angegliederte Gruppe der Großen KG gründen die Roten Funken 1869 ihren eigenen Karnevalsverein.

    Die „Roten Funken“ – als Persiflage auf die alten Kölner Stadtsoldaten eine Parodie alles Militärischen – waren fast fünfzig Jahre lang der Großen KG angegliedert, bis sie 1869 einen eigenständigen Karnevalsverein gründen. Zuvor wurden sie Jahr für Jahr von wechselnden jungen Leuten dargestellt, ohne feste Organisation.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  196. Kein Rosenmontagszug wegen Unwetter

    Nach Kürzung der städtischen Zuschüsse und sintflutartigen Regenfällen fällt der Rosenmontagszug 1868 aus; die Brüder der Schokoladenfabrikantenfamilie Stollwerck prägen dennoch das Karnevalsjahr.

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    1868 ist ein mageres Karnevalsjahr: Die Stadt Köln verweigert die gewohnte Bezuschussung, und sintflutartige Regenfälle lassen den Rosenmontagszug ganz ausfallen.

    Dennoch prägen zwei Brüder aus der bekannten Schokoladenfabrikantenfamilie Stollwerck, Söhne von Franz Stollwerck, das Jahr: Peter Stollwerck, Inhaber der Firma Gebrüder Stollwerck, tritt als Held Karneval auf, sein Bruder Heinrich Stollwerck, Betriebsleiter derselben Firma, als Bauer. Eine Jungfrau gibt es in diesem Jahr nicht.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  197. Gründung der KG Blomekörfge

    Aus einem gemischten Gesangsverein entsteht 1867 die KG Blomekörfge – die älteste Familiengesellschaft im Kölner Karneval.

    1867 wird die KG Blomekörfge gegründet, die als älteste Familiengesellschaft des Kölner Karnevals gilt. Ihren Ursprung hat sie in einem Gesangsverein mit gemischtem Chor, aus dem heraus sich die Karnevalsgesellschaft entwickelte.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  198. Karneval im Schatten der Cholera

    Der Kölner Karneval 1867 wird wegen einer grassierenden Cholera-Epidemie nur verhalten begangen; Viehkommissionär Jacob Aleff amtiert als Held Karneval.

    Im Jahr 1867 übernimmt der Viehkommissionär Jacob Aleff von der Großen KG von 1823 die Rolle des Held Karneval. Namen von Bauer und Jungfrau sind für dieses Jahr nicht überliefert.

    Der Karneval fällt insgesamt zurückhaltend aus: In Köln grassiert die Cholera und hat bereits zahlreiche Todesopfer gefordert. Der Rosenmontagszug findet dennoch statt – allerdings verspätet erst am Karnevalsdienstag.

    Quelle: Chronik Köln 1844–1888 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  199. Kurzfristiger Rollenwechsel: Schauspieler Albert Stöckel wird Held

    Als der vorgesehene Held Gustav Boisserée zwei Tage vor Karneval erkrankt, springt 1866 kurzfristig der Schauspieler Albert Stöckel ein. Die Stadt Köln unterstützt die Feierlichkeiten mit 500 Talern.

    Unter dem Motto „Hanswurstliche Industrie-Ausstellung“ ist Gustav Boisserée 1866 zunächst als Held Carneval vorgesehen, erkrankt jedoch zwei Tage vor Karneval. Als Ersatz findet sich rasch der Schauspieler Albert Stöckel von der Großen KG von 1823. Über Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt.

    Die Stadt Köln bezuschusst den Karneval in diesem Jahr mit 500 Talern, was ausgiebige Feierlichkeiten ermöglicht.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  200. Metzgermeister Jean Klein als Held Carneval

    1865 verkörpert der Metzgermeister Jean Klein unter dem Motto „Strauß bunter Ideen“ den Helden Carneval; Bauer und Jungfrau bleiben unbekannt.

    Unter dem Motto „Strauß bunter Ideen“ übernimmt 1865 der Metzgermeister Jean Klein von der Großen KG von 1823 die Rolle des Helden Carneval. Wer Bauer und Jungfrau in diesem Jahr darstellt, ist nicht überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  201. Held Johann Josef Fischer plädiert auf Kölsch

    1864 zieht der Rosenmontagszug ohne eigenes Motto durch Köln; Held Carneval ist der Justizrat Johann Josef Fischer, bekannt dafür, selbst vor Gericht auf Kölsch zu plädieren.

    Der Rosenmontagszug 1864 geht ohne eigenes Motto durch Köln; Bauer und Jungfrau nehmen nicht teil. Held Carneval ist der Justizrat und Stadtverordnete Johann Josef Fischer von der Großen KG von 1823, der für seine profunden Kenntnisse der kölschen Sprache bekannt ist und – damals nicht ungewöhnlich – vor Gericht auf Kölsch plädierte.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  202. Narren-Landtag II: Held Ludwig Ebeler und Fürstin Venetia

    1863 fährt Held Ludwig Ebeler sen. unter dem Motto „Narren-Landtag II“ gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Fürstin Venetia, in einem sechsspännigen Wagen durch Köln.

    Unter dem Motto „Narren-Landtag II“ verkörpert der Architekt Ludwig Ebeler sen. von der Großen KG von 1823 den Helden Carneval; die Rolle der Jungfrau übernimmt der ebenfalls als Architekt tätige Anton Leinen, der Bauer bleibt unbekannt. Der Held fährt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Fürstin Venetia, in einem sechsspännigen Wagen im Zug mit.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  203. Narren-Landtag I

    1862 zieht der Rosenmontagszug unter dem Motto „Narren-Landtag I“ durch Köln; weitere Details sind nicht überliefert.

    Für 1862 ist lediglich das Zugmotto „Narren-Landtag I“ überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  204. Kein Zug wegen Landestrauer um Friedrich Wilhelm IV.

    Wegen der Landestrauer um den verstorbenen König Friedrich Wilhelm IV. entfällt 1861 der offizielle Zug; ein Held zieht stattdessen mit Anhängern in einem stillen Geisterzug durch die Stadt.

    Wegen der Landestrauer um König Friedrich Wilhelm IV. fällt der Rosenmontagszug 1861 aus. Ein Held Carneval zieht dennoch am Karnevalssamstag mit seinen Anhängern in einem stillen „Geisterzug“ durch Köln.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  205. Carnevals-Congreß als Zugmotto

    Für 1860 ist als Zugmotto lediglich der „Carnevals-Congreß von 1860“ überliefert; weitere Angaben zum Ablauf fehlen.

    Für das Jahr 1860 ist nur das Motto „Carnevals-Congreß von 1860“ überliefert; nähere Angaben zum Zug fehlen.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  206. Napoleon und seine Franzosen als Zugmotto

    1859 steht der Rosenmontagszug unter dem Motto „Napoleon und seine Franzosen“; die Namen der Darsteller sind nicht überliefert.

    Der Maskenzug von 1859 trägt das Motto „Napoleon und seine Franzosen“. Wer die Hauptfiguren verkörpert, ist nicht überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  207. Gründung der Karnevalsgesellschaft Train de Plaisir

    1858 gründet sich in Köln die Karnevalsgesellschaft „Train de Plaisir“ mit 400 Mitgliedern, die sich zur aktiven Teilnahme am Rosenmontagszug verpflichten.

    Namensgebend für das Zugmotto des Jahres ist die neu gegründete Karnevalsgesellschaft „Train de Plaisir“: Ihre 400 Mitglieder verpflichten sich beim Eintritt, aktiv am großen Maskenzug teilzunehmen.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  208. Eisenbahn-Fieber: „Train de Plaisir“ zieht durch Köln

    Der Rosenmontagszug 1858 feiert unter dem Motto „Train de Plaisir“ den Bau des ersten Kölner Hauptbahnhofs – angeführt von einer lebensgroßen Zug-Lokomotive samt Hanswurst im Schornstein.

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    Der Trend, im Zug moderne technische Errungenschaften wie die Eisenbahn darzustellen, erreicht 1858 seinen Höhepunkt: Unter dem Motto „Train de Plaisir“ feiert der prächtige, bei gutem Wetter gezogene Rosenmontagszug den Bau des ersten Kölner Hauptbahnhofs.

    Eröffnet wird der Zug von einer lebensgroßen Lokomotiven-Nachbildung namens „Köln Nr. 11“, angeblich aus der Fabrik „Kuletschhoot und Ko.“ in Manchester. Als Lokführer fungiert ein Pierrot, als Heizer ein Harlekin, während aus dem Schornstein ein beweglicher, lustiger Hanswurst hervorlugt. Die Namen der Darsteller der Hauptfiguren sind nicht überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  209. Kein Zug im Jahr 1857

    Auch 1857 fällt der Rosenmontagszug aus – nähere Gründe sind nicht überliefert.

    Wie schon im Vorjahr fällt der Zug 1857 aus; die Quelle nennt keine weiteren Einzelheiten.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  210. Kein Zug im Jahr 1856

    Für das Jahr 1856 ist lediglich überliefert, dass kein Rosenmontagszug stattfand.

    Für 1856 vermerkt die Quelle knapp, dass in diesem Jahr kein Zug stattfand; weitere Angaben fehlen.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  211. Zug ohne Motto – oder doch mit?

    Für 1855 ist überliefert, dass der Zug ohne Motto stattfand; eine andere Quelle nennt hingegen „Ein aus dem täglichen Leben genommenes witzreiches Allerlei“ als Thema.

    Der Rosenmontagszug 1855 zieht nach der Hauptüberlieferung ohne eigenes Motto durch Köln.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  212. Wieder ein Zugmotto: die hanswurstliche Industrie-Ausstellung

    1854 hat der Kölner Karneval unter dem Motto „Große hanswurstliche Industrie-Ausstellung“ wieder ein festes Zugthema.

    Unter dem Motto „Große hanswurstliche Industrie-Ausstellung“ zieht 1854 wieder ein Zug mit erkennbarem Thema durch Köln.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  213. Zug ohne Motto und ohne Organisation

    1853 findet zwar wieder ein Zug statt, jedoch ohne erkennbares Motto und ohne straffe Organisation – vermutlich erneut nur eine Kappenfahrt.

    1853 zieht wieder ein Zug durch Köln, doch es fehlt an Organisation und an einem erkennbaren Motto; vermutlich handelt es sich, wie schon im Vorjahr, lediglich um eine Kappenfahrt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  214. Gründung der Großen KG Greesberger

    1852 gründet sich in Köln die Große KG Greesberger als neue Karnevalsgesellschaft.

    Im selben Jahr gründet sich die Große KG Greesberger als weitere Kölner Karnevalsgesellschaft.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  215. Kappenfahrt statt Rosenmontagszug

    Da der Rosenmontagszug weiterhin verboten bleibt, weichen die Kölner 1852 unter dem Motto „Ich hab's gewagt“ auf eine Kappenfahrt aus.

    Da der Rosenmontagszug 1852 weiterhin verboten ist, findet stattdessen unter dem Motto „Ich hab’s gewagt“ eine Kappenfahrt statt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  216. Zug verboten: Angst vor staatsgefährdenden Umtrieben

    1851 fällt der Karneval aus, weil die preußische Polizei befürchtet, im Trubel des Festes könnten sich staatsgefährdende Elemente verbergen.

    Aus Sorge, im Karnevalstreiben könnten sich staatsgefährdende Elemente verbergen, untersagt die preußische Polizei 1851 den Rosenmontagszug.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  217. Narren-Reichstag im Zeichen der politischen Reaktion

    Die politische Reaktionszeit nach 1848 dämpft 1850 die Feierlaune der Kölner; eine Karikatur auf der Eintrittskarte zum Gürzenich-Maskenball thematisiert die lokalen Auseinandersetzungen im Karneval.

    Unter dem Motto „Narren-Reichstag“ leidet der Kölner Karneval 1850 unter der politischen Reaktionszeit, die den Kölnern die Feierlaune verdirbt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  218. Sechs Karnevalsgesellschaften prägen Köln

    Bis 1849 sind in Köln bereits sechs Karnevalsgesellschaften entstanden – von der Großen KG bis zum neu gegründeten „Hanswurstlichen Kasino“.

    Unter dem Zugmotto „Die Reise nach Californien“ zeigt sich 1849, wie vielfältig die Kölner Karnevalslandschaft inzwischen geworden ist: Neben der Großen KG und der 1844 gegründeten Allgemeinen KG bestehen das 1846 gegründete Bürger-Komitee, die 1847 entstandenen Vereine „Rosenfarben Blau-Montags-Kränzchen“ und „Caecilien-Karnevals-Gesellschaft“ sowie das 1849 gegründete „Hanswurstliche Kasino“.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  219. Karneval im Schatten der Revolution

    Im Revolutionsjahr 1848 wird zunächst diskutiert, ob angesichts der Pariser Februarrevolution überhaupt öffentlich gefeiert werden solle. Der Karneval findet schließlich statt, fällt aber klein und wenig einfallsreich aus.

    Während die Vorbereitungen 1848 in vollem Gange sind, bricht in Paris die Februarrevolution aus. Es werden Stimmen laut, die es angesichts der ernsten politischen Lage für unpassend halten, den Karneval öffentlich zu feiern. Die Feier findet dennoch statt, der Rosenmontagszug fällt jedoch klein aus und zeugt von wenig Inspiration – immerhin scheint bei gutem Wetter die Sonne.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  220. 25 Jahre Held Carneval: Große Carnevalsgesellschaft feiert Jubiläum

    1847 übernimmt wieder die Große Carnevalsgesellschaft von 1823 die Ausrichtung des Zuges und feiert zugleich das 25-jährige Jubiläum der Thronbesteigung des Helden Carneval.

    Die Große Carnevalsgesellschaft von 1823, die zugleich das Festkomitee stellt, richtet 1847 wieder den Rosenmontagszug aus und begeht dabei die Jubelfeier zur 25-jährigen Thronbesteigung des Helden Carneval.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  221. Wieder ein gemeinsamer Zug unter der Allgemeinen KG

    1846 gibt es unter der Regie der Allgemeinen Karnevalsgesellschaft erstmals seit der Spaltung wieder einen einheitlichen Rosenmontagszug.

    Unter dem Motto „Die hanswurstliche Colonie an der Weinküste“ veranstaltet 1846 die Allgemeine Karnevalsgesellschaft wieder einen einheitlichen Maskenzug.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  222. Erneut zwei Karnevalszüge mit eigenen Mottos

    Auch 1845 ziehen wieder zwei getrennte Karnevalszüge durch Köln: die Große KG mit dem Motto „Der Conkurs-Congreß aller Vereine“, die Allgemeine KG mit der „Hanswurstlichen Kirmes“.

    Wie im Vorjahr bleibt der Kölner Karneval 1845 gespalten: Die Große KG zieht unter dem Motto „Der Conkurs-Congreß aller Vereine“, die Allgemeine KG unter „Hanswurstliche Kirmes“ – erneut mit zwei getrennten Zügen durch die Stadt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  223. Endgültige Spaltung: Zwei Karnevalszüge, zwei Mottos

    1844 zerbricht das Festkomitee endgültig in zwei Lager: Selbst der preußische König Friedrich Wilhelm IV. kann die Spaltung nicht kitten. Fortan ziehen zwei Vereine mit je eigenem Motto durch Köln.

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    Aufblühendes Bürgertum und beginnende Industrialisierung lassen 1844 unterschiedliche Feiervorstellungen von Bürgern und Handwerkern aufeinanderprallen. Die Spaltung des Festkomitees ist diesmal endgültig – selbst König Friedrich Wilhelm IV. kann sie nicht beilegen.

    Damit endet die Zeit des einheitlichen romantischen Karnevals: Zwei Vereine, die Große KG und die Allgemeine KG, ziehen fortan mit jeweils eigenem Motto durch die Stadt – die Große KG unter „Die Großjährigkeit des Hanswurstes als Stellvertreter des Helden Carneval“, die Allgemeine KG unter „Hanswurst als Emanzipierter“.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  224. Versöhnung der zerstrittenen Karnevalsparteien

    Nach der Spaltung des Vorjahres gelingt es 1843 unter dem Motto „Die kölnische Hochschule“, die zerstrittenen Parteien im Karneval wieder zu versöhnen.

    1843 gelingt unter dem Motto „Die Köllsche Huhschull“ (Die kölnische Hochschule) die Versöhnung zwischen den zerstrittenen Parteien, die im Vorjahr das Festkomitee gespalten hatten.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  225. Erneute Spaltung im Festkomitee

    1842 fällt der Rosenmontagszug wegen anhaltender Uneinigkeit im Festkomitee erneut aus – es kommt zu einer Spaltung.

    Unter dem angekündigten Motto „Die ächt kölnische olympischen Spiele“ fällt der Zug 1842 erneut wegen Uneinigkeit im Komitee aus; es kommt zur Spaltung der Organisatoren.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  226. Der gordische Knoten und seine Lösung

    Für den Rosenmontagszug 1841 ist aus der Quelle nur das Motto „Der gordische Knoten und seine Lösung“ überliefert; weitere Details fehlen.

    Für das Jahr 1841 ist lediglich das Zugmotto „Der gordische Knoten und seine Lösung“ überliefert; weiterer Text zum Ablauf des Karnevals liegt nicht vor.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  227. Ein Ritterturnier zieht durch Köln

    1840 bringt der Maskenzug unter dem Motto „Das Turnier“ ein Ritterturnier nach Köln; über die Darsteller ist – wie zu Beginn des modernen Karnevals üblich – kaum etwas überliefert.

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    Über die Protagonisten des Karnevals 1840 und den genauen Ablauf des Zuges ist wenig bekannt. Das Motto „Das Turnier“ bringt ein Ritterturnier nach Köln; auch Held Carneval nimmt teil, seine Identität bleibt jedoch unbekannt. In dieser frühen Phase des „modernen“ Karnevals stehen die Figuren selbst im Vordergrund, nicht die Darsteller dahinter – entsprechende Aufzeichnungen fehlen daher oft.

    Auch der Maskenball im Gürzenich findet wieder statt. Die Eintrittskarte zeigt eine Karikatur mit pessimistischem Unterton: Während die Vergangenheit prächtig gefiedert erscheint, wird die Zukunft als gerupftes Huhn dargestellt, und dem Pegasus, dem Sinnbild der Dichtkunst, werden die Flügel gestutzt – vermutlich eine ironische Anspielung auf zeitgenössische Debatten über den künstlerischen Niedergang des Karnevals.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  228. Börsenfieber und Aktienschwindel als Zugmotto

    Das Motto des Rosenmontagszugs 1839, „Aller-Welt-Aktien-Börse“, greift das damalige Börsengetriebe und die verbreiteten Aktienschwindel satirisch auf.

    Das Börsengetriebe und die zahlreichen Aktienschwindel der Zeit liefern dem Maskenzug 1839 unter dem Motto „Aller-Welt-Aktien-Börse“ den Stoff für seine satirische Darstellung.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  229. Persiflage auf die Denkmalsmanie: ein Monument für den Helden

    Der Zug von 1838 nimmt die damalige Mode, allerorts Monumente zu errichten, humorvoll aufs Korn: Dem Helden Carneval wird ein kolossales Römerglas als Denkmal gewidmet.

    Der Maskenzug von 1838 persifliert die damals grassierende Mode, überall Denkmäler zu errichten – eine Anspielung auch auf die wachsende Beliebtheit von Herrscherdenkmälern in Preußen. Dem Helden Carneval wird ein kolossales Römerglas als Monument gewidmet, in dem er durch die Straßen gefahren wird.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  230. Tod des ersten Helden Carneval Emanuel Ciolina Zanoli

    Im Dezember 1837 stirbt Emanuel Ciolina Zanoli, der seit 1823 als erster Darsteller den Helden Carneval verkörpert hatte.

    Im Dezember 1837 stirbt Emanuel Ciolina Zanoli. Er hatte seit den Anfängen des organisierten Kölner Karnevals im Jahr 1823 über viele Jahre die zentrale Figur des Helden Carneval verkörpert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  231. Jubelfeier für Alterspräsident J.B. Farina

    Im Dezember 1837 feiert die Kölner Karnevalsgesellschaft den 79. Geburtstag ihres Alterspräsidenten J.B. Farina.

    Die Karnevalsgesellschaft begeht im Dezember 1837 eine Jubelfeier zum 79. Geburtstag ihres Alterspräsidenten J.B. Farina.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  232. Weisheit und Narrheit im Zugmotto vereint

    Unter dem Motto „Der Stein der Weisen“ versucht der Zug von 1836, augenzwinkernd zu zeigen, dass Weisheit auch Narrheit sei – und umgekehrt.

    Der Maskenzug von 1836 steht unter dem Motto „Der Stein der Weisen“ und will augenzwinkernd den Nachweis führen, dass Weisheit auch Narrheit und Narrheit auch Weisheit sein könne.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  233. Der Karneval als Gesundbrunnen

    Der Rosenmontagszug von 1835 inszeniert den Kölner Karneval selbst als heilenden Gesundbrunnen, zu dem die Reise führt.

    Unter dem Motto des „Kölner Carneval als Heilbrunnen“ wird der Karneval 1835 bildlich als Gesundbrunnen dargestellt, und der Rosenmontagszug selbst inszeniert die Reise dorthin.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  234. Der Held Carneval schlichtet den Komiteestreit

    1834 tritt der Held Carneval wieder in Erscheinung, schlichtet die Streitigkeiten im Festkomitee und wird im Zugmotto selbst zum befragten Orakel, dem Narren aus aller Welt Rat suchen.

    Nach den Zerwürfnissen der Vorjahre kümmert sich der wieder auftretende Held Carneval 1834 um die Streitigkeiten im Komitee und verhilft dem Karneval erneut zu Ansehen.

    Das Zugmotto zeigt Narren aus aller Welt, die zum Helden Carneval reisen, um sich bei ihm Rat zu holen. In den Folgejahren nehmen auch Bauer und Jungfrau wieder am Zug teil.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  235. Zehnjähriges Jubiläum verhindert: Streit im Festkomitee

    Statt das zehnjährige Jubiläum des organisierten Karnevals gebührend zu feiern, zerstreitet sich das Festkomitee 1833 über den Umgang mit behördlicher Zensur – ein einheitlicher Zug kommt nicht zustande.

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    Eigentlich soll 1833 das zehnjährige Bestehen des „geordneten“ Kölner Karnevals groß gefeiert werden. Über die Art der Feier entsteht im Komitee jedoch ein tiefer Streit, der in offener Entzweiung endet: Ein Teil der Mitglieder wirft den Festleitern vor, aus Furcht vor behördlichen Reaktionen die Freiheit von Reden und Darstellungen zu stark eingeschränkt zu haben.

    Statt eines einheitlichen Rosenmontagszugs ziehen am Ende mehrere kleine Züge getrennt durch die Stadt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  236. Der Zug zeigt die Kölner Messe der Zukunft

    Der Rosenmontagszug 1832 entwirft ein fantasievolles Bild der Kölner Handelsmesse, wie sie sich – so das Motto – erst hundert Jahre später, im Jahr 1932, zeigen werde.

    Der Maskenzug von 1832 stellt eine Kölner Handelsmesse dar, wie sie sich nach der Vorstellung der Karnevalisten hundert Jahre später, im Jahr 1932, entwickelt haben könnte – eine humorvolle Zukunftsvision der Stadt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  237. Nach dem Verbotsjahr: Der Hanswurst kehrt zurück

    1831 sind die Feierlichkeiten wieder erlaubt, und der preußische Generalgouverneur der Rheinprovinz wohnt dem Kölner Karneval persönlich bei. An die Stelle des vornehmen Helden Carneval tritt wieder der derbe Hanswurst – die Karnevalszeitung bleibt jedoch weiterhin verboten.

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    Nach dem Ausfall des Vorjahres sind 1831 alle Feierlichkeiten wieder zugelassen; der neue preußische Generalgouverneur der Rheinprovinz nimmt das Fest persönlich in Augenschein. Statt des vornehmen Helden Carneval steht wieder der derbe Hanswurst im Mittelpunkt – über seinen Darsteller ist nichts überliefert. Die Karnevalszeitung bleibt weiterhin verboten.

    Im Namen des Hanswurst kursieren launige Verse zu seiner Wiederkehr und dem neu erstandenen Glanz seiner Kappe.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  238. Zensurstreit: Karnevalszeitung verboten, Zug fällt aus

    1830 fällt der Karneval aus, weil die preußische Obrigkeit Lieder und Reden überwacht und die Kölner Karnevalszeitung verbietet. Das Festkomitee protestiert mit einer symbolischen Trauerfeier für den „toten“ Hanswurst.

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    Der wachsende staatliche Einfluss auf den Karneval führt 1830 zum Ausfall der Feierlichkeiten: Lieder und Reden werden überwacht, und die „Offizielle Karnevals-Zeitung von Köln“ wird wegen befürchteter staatsgefährdender Inhalte verboten.

    Das Festkomitee um Wittgenstein beschließt aus Protest, bis zu einer Wiederzulassung der Zeitung keine Sitzungen mehr abzuhalten; am Karnevalsdienstag wird demonstrativ ein toter, in Ketten gelegter Hanswurst durch Köln geführt und Totenzettel werden verteilt.

    Die Obrigkeit lenkt teilweise ein, hält aber am Verbot der Zeitung fest. In einer königlichen Direktive vom 30. Juni 1830 wird den Maskenzügen selbst grundsätzlich zugestanden, solange sie sich „in den Schranken des Anstandes und der guten Sitten“ hielten – die eigens gegründete, für die Zensurbehörde schwer kontrollierbare Karnevalszeitung bleibt jedoch verboten.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  239. Kritischer Ton in der Kölner Karnevalszeitung

    Unter dem Motto des „Großen Narrentags“ wird die Kölner Karnevalszeitung 1829 zunehmend kritisch – mit Beiträgen, die die Obrigkeit gegen die Zeitung aufbringen. Im Jahr darauf wird sie verboten.

    Held Carneval ist weiterhin Emanuel Ciolina Zanoli. Der Karneval wird politisch aufmerksamer beobachtet: In der Kölner Karnevalszeitung erscheinen Beiträge und Bilder mit der Zeile „Wie klug sich Thorheit auch versteckt, Der Narr sie dennoch bald entdeckt“ – im Folgejahr wird die Zeitung verboten.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  240. Tödliches Duell zweier Bonner Studenten beim Maskenball

    Beim Kölner Maskenball im Gürzenich fordern sich 1828 zwei Bonner Studenten zum Duell heraus – beide sterben an den Folgen.

    Beim Maskenball im Gürzenich kommt es 1828 zwischen zwei Bonner Studenten zu einer Auseinandersetzung, die in einem Duell endet. Beide Kontrahenten sterben an den erlittenen Verletzungen; ihre Namen sind in der Quelle nicht überliefert.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  241. Alte und neue Zeit ziehen gemeinsam durch Köln

    1828 stellen die Narren im Zug die „alte“ und die „neue Zeit“ dar; nach getrennten Umzügen zum Neumarkt vermittelt der Held Carneval zwischen beiden Lagern.

    Held Carneval ist erneut Emanuel Ciolina Zanoli. Die Narren gliedern sich 1828 in zwei Gruppen, die „alte“ und die „neue Zeit“ darstellen und getrennt zum Neumarkt ziehen, wo der Held zwischen ihnen vermittelt; anschließend vereinigen sich beide Gruppen zu einem gemeinsamen Zug durch die Stadt.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  242. Die Karnevalsmütze wird erfunden

    Auf der Generalversammlung vom 14. Januar 1827 schlägt ausgerechnet ein preußischer Generalmajor die gemeinsame Narrenkappe vor – die Geburtsstunde der bis heute getragenen kölschen Karnevalsmütze.

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    Unter dem Motto „Lit de Justice. Die Prüfung“ veranstaltet das Komitee 1827 vermutlich nur öffentliche Spiele statt eines eigentlichen Maskenzugs; die genauen Hintergründe sind nicht überliefert. Held Carneval ist wieder Emanuel Ciolina Zanoli, der die Kölner Bürger erfolgreich um Spenden bittet.

    Bedeutsamer ist ein Vorschlag auf der Generalversammlung vom 14. Januar 1827: Der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß regt an, nach dem Motto „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ bei den Sitzungen eine kleine, bunte Gesellschaftsmütze zu tragen. Der Vorschlag findet frenetischen Beifall – die Narrenkappe, die „Fastelovendsdmötz“, ist geboren und ziert von da an die Köpfe der Narren.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  243. Der Held Carneval reist zum Mond

    Angeregt von einer angeblichen Sternwarten-Entdeckung reist der Held Carneval 1826 im Zugmotto zum Mond und kehrt mit einer Kolonie von Narren nach Köln zurück.

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    Emanuel Ciolina Zanoli verkörpert erneut den Helden Carneval, wieder an der Seite der Venetia; Bauer und Jungfrau nehmen in diesem Jahr nicht am Zug teil.

    Anlass des Zugmottos ist eine Zeitungsmeldung über die angebliche Entdeckung einer Festung auf dem Mond durch einen Münchner Sternwarten-Professor. In der Zugerzählung reist der gelangweilte Held zum Mond, findet dort Narrheit und Tollheit vor und beschließt, sein Reich mit Mondnarren zu bevölkern; nach Wirren um eine zeitweilige Verbannung des Hanswurstes kehrt am Rosenmontag alles zur alten Ordnung zurück. Die Idee – eine Verhöhnung der zeitgenössischen Philosophie – stammt vom Präsidenten des Festkomitees, Heinrich von Wittgenstein. Am Abend im Gürzenich wird schließlich enthüllt, dass der Held Carneval selbst der geheimnisvolle „Mann im Mond“ war.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  244. Jungfrau und Bauer erstmals im Zug – Goethe dichtet für Köln

    1825 tritt neben der Jungfrau erstmals auch der Kölner Bauer im Rosenmontagszug auf, während historische Kölner Figuren an Erfolge der Stadt in Krieg, Kunst und Wissenschaft erinnern. Zudem erscheint die erste Kölner Karnevalszeitung, und Goethe verfasst für die Kölner Karnevalisten ein eigenes Gedicht.

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    Der Held Carneval selbst tritt 1825 nicht auf – er soll angeblich der Fürstin Venetia einen Gegenbesuch in Italien abstatten. An seiner Stelle steht wieder der Hanswurst im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.

    Im Zug erinnern historische Figuren wie der Reitergeneral Jan van Werth, der Maler Rubens und der Astronom Johann Adam Schall von Bell an bedeutende Kölner Erfolge in Krieg, Kunst und Wissenschaft. Erstmals nimmt auch der Kölner Bauer teil, der laut Zugprogramm für die 1288 bei Worringen tapfer verteidigten Stadtschlüssel und damit für die Wehrhaftigkeit Kölns steht; die Jungfrau ist ebenfalls im Zug vertreten.

    In diesem Jahr erscheint erstmals eine eigenständige Kölner Karnevalszeitung – zunächst nur als Spalte in der Kölnischen Zeitung, ehe sie sich zu einem eigenen kleinen Blatt entwickelt (verboten wird sie 1830). Zudem verfasst Johann Wolfgang von Goethe für die Kölner Karnevalisten sein Gedicht „Der Cölner Mummenschanz“.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  245. Fürstin Venetia besucht den Helden Carneval

    Das Festkomitee erfindet 1824 eine kunstvolle Rahmenerzählung: Die venezianische Karnevalsfürstin Venetia reist eigens nach Köln, um den Helden Carneval zu besuchen. Der feierliche Empfang am Severinstor und der gemeinsame Zug beider Hoheiten begründen zugleich den ersten Gürzenich-Maskenball.

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    Das noch junge organisierte Kölner Festkomitee erfindet 1824 eine kunstvolle Geschichte, um den Kölner Karneval mit dem berühmten venezianischen Karneval zu verbinden: Die Karnevalsfürstin Venetia aus Venedig soll, eingenommen von den Berichten ihres Gesandten Graf Geniosottile über den Helden Carneval, zu diesem reisen. Ab dem 6. Februar 1824 berichtet die Kölnische Zeitung über die bevorstehende Ankunft der Fürstin, tags darauf wird der 29. Februar 1824 – der Jahrestag der Thronbesteigung des Helden – als Ankunftstermin genannt. Zeitweise glauben viele Kölner sogar an die reale Existenz der Fürstin.

    Am Fastnachtssonntag durchfährt Venetia tatsächlich in einem sechsspännigen Wagen das reich geschmückte Severinstor; die Stadt ist trotz Tageslichts illuminiert. Am folgenden Fastnachtsmontag ziehen zunächst zwei getrennte Züge – der „nordische“ mit dem Helden Carneval und der „südliche“ mit Venetia – zum Neumarkt, wo beide Hoheiten Orden tauschen und der alte Kölner Bannerrat ihnen Ehrenwein kredenzt. Anschließend vereinigen sich die Züge; vierzehn rote Funken unter ihrem Kommandanten Künnigsfeld nehmen ebenso teil wie das Kölner „Hänneschen“.

    Am Abend eröffnen der Held und Venetia im großen Saal des Gürzenich den ersten Tanz eines Maskenballs – der Beginn des traditionsreichen Montagsfestballs. Den Helden verkörpert der Kölnisch-Wasser-Fabrikant Emanuel Ciolina Zanoli, der die Rolle bis 1830 innehat; die Fürstin Venetia stellt über mehrere Jahre der Bankier Simon Oppenheim dar.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1938 (Koelner-Karneval.info-Archiv)

  246. Originalprogramm des Maskenzuges von 1823
    Originalprogramm des ersten organisierten Maskenzugs von 1823

    Reform des Karnevals: erster organisierter Rosenmontagszug

    Kölner Bürger organisieren am Fastnachtsmontag 1823 erstmals einen geordneten Maskenzug unter der Führung des „Helden Carneval“ – die Geburtsstunde des bis heute gefeierten organisierten Kölner Karnevals.

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    Ende 1822 finden sich Männer aus dem Kölner Bildungsbürgertum in der Weinstube „Im Häuschen“ bei St. Ursula zusammen, um den in Rohheit und Zügellosigkeit abzugleiten drohenden Straßenkarneval neu zu ordnen. Mit nur 14 Tagen Vorbereitungszeit organisieren sie für den Fastnachtsmontag, den 10. Februar 1823, einen straff geführten Maskenzug – die Geburtsstunde des modernen, organisierten Kölner Karnevals.

    Der Zug beginnt mit der Inthronisation des „Helden Carneval“ auf dem Neumarkt und bewegt sich in fünfzehn Gruppen durch die Stadt, angeführt von Bannerträgern, Trompetern und der kölnischen Jungfrau (als Verkörperung der Stadtgöttin Colonia), gefolgt vom Helden Carneval selbst in einem prunkvollen Triumphwagen. Der Zug orientiert sich an höfischen und kirchlichen Umzügen und persifliert insbesondere den historischen Herrscherempfang, den „Adventus“.

    Aus Sorge vor dem Vorwurf der Majestätsbeleidigung wird die zunächst als „König Carneval“ bezeichnete Figur rasch in „Held Carneval“ umbenannt. Erster Darsteller ist der Kölnisch-Wasser-Fabrikant Emanuel Ciolina Zanoli von der Casino-Gesellschaft, der die Rolle bis 1830 innehat.

    Quelle: Chronik Köln 1823–1843 (Koelner-Karneval.info-Archiv); Wikipedia: Kölner Rosenmontagszug

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