Hintergrund
NeuNur Kölner verstehen diese Karnevals-Momente
Wenn um 11:11 Uhr plötzlich alles stillsteht
Weiberfastnacht ist der Moment, auf den viele das ganze Jahr warten. Punkt 11:11 Uhr kippt die Stimmung: Büros werden verlassen, Kneipen füllen sich, und selbst die seriösesten Menschen stehen plötzlich in einem abgefahrenen Kostüm auf der Straße. Wer kein Kostüm hat, merkt sehr schnell, dass er an diesem Tag etwas falsch gemacht hat. Für Kölner ist das kein „Event“, sondern der offizielle Start in den Ausnahmezustand.Der Auftakt der „tollen Tage“!
Wenn alle gleichzeitig „Viva Colonia“ singen
Viva Colonia von Höhner ist mehr als ein Lied. Sobald die ersten Töne laufen, passiert etwas Magisches: Die ganze Kneipe, der ganze Platz oder das ganze Zelt singt mit – egal ob 18 oder 80 Jahre alt. Man kennt den Text automatisch. Und wenn jemand die Zeile „Da simmerdabei, dat es prima!“ nicht mitsingen kann, merkt man sofort: Der kommt nicht von hier. Macht aber nix: Der wird untergehakt und zwangsgeschunkelt (siehe nachfolgender Punkt).
Wenn man plötzlich mit Fremden im Arm schunkelt
Wenn „das Veedel“ den Bläck Fööss läuft ist man Sekunden bildet sich binnen Sekunden ein Kreis von Menschen, die sich noch nie gesehen haben. Das ist typisch Köln: Fremde werden zu Freunden – zumindest für einen Abend. Schunkeln ist keine Option, es passiert einfach. Und Schunkeln ist gar nicht so einfach wie man denkt, insbesondere wenn die eine Reihe von links, die andere aber zeitgleich nach rechts zieht und man in der Mitte ist. Erfahrene Kölner postieren sich daher oftmals an den Rändern, um die Richtung vorzugeben.
Wenn der Ruf „Kölle Alaaf!“ durch die Straße hallt
Der typische Karnevalsgruß „Kölle Alaaf!“ gehört zu den Momenten, die sofort Gänsehaut erzeugen. Besonders beim Rosenmontagszug Köln. Tausende Menschen rufen ihn gleichzeitig, und plötzlich fühlt sich die ganze Stadt wie eine einzige große Familie an. Ein Ruf der verbindet, der eint. Wer „Helau“ ruft wird schnell zurechtgewiesen („Jung, in Kölle säht man Alaaf“!)
Wenn Kamelle wichtiger sind als Würde
Beim Rosenmontagszug fliegen Kamelle, Schokowaffeln, Pralinen und auch so manche „Flönz“ (Blutwurst) durch die Luft. Und egal wie alt man ist – plötzlich versucht man, zu fangen, als hinge das eigene Leben davon ab. Man sieht Erwachsene auf dem Boden nach Süßigkeiten greifen, während Kinder daneben schon ganze Taschen voll haben.
Wenn plötzlich alle Kölsch sprechen
Karneval ist die Zeit, in der auch Menschen, die sonst Hochdeutsch sprechen, plötzlich Dialekt benutzen. „Loss mer fiere“, „Drink doch eine met“ oder „Et hätt noch immer jot jejange“. Selbst Zugezogene versuchen es – manchmal mit sehr kreativen Ergebnissen.
Wenn am Ende alle heiser sind
Nach mehreren Tagen feiern, singen und rufen klingt die Stimme irgendwann wie Sandpapier. Aber genau dann weiß man: Der Karneval war gut.
Doch eins ist gewiss
Der Karneval in Köln ist mehr als die großen Umzügen und das Bühnenprogramm. Es sind diese kleinen Momente – das gemeinsame Singen, das spontane Schunkeln, das Gefühl von Zusammenhalt – die Fastelovend für Kölner so besonders machen. Und wer sie einmal erlebt hat, versteht plötzlich, warum die Kölner sagen:
„Kölle Alaaf!“
Jecken-Post
Neuigkeiten aus den Sälen, Probenräumen und Veedeln – unregelmäßig, dafür immer mit Anlass.
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