Nonnefützje
Fützje kommt von Windchen (Furz). Gemeint ist mit Nonnefützje ein rundes Gebäck, ähnlich eines Krapfens, nur kleiner. Wird gerne als Wegzehrung zu den Karnevalsumzügen mitgenommen.
Nubbel
Nubbel, auch Zacheies genannt, ist eine mannsgroße Puppe, die zum Ende der Karnevalszeit unter Absingen von Liedern verbrannt wird. Dabei werden auch traurige Lieder intoniert: „Dä Nubbel es dut….“, weil die tollen Tage zu Ende sind. Gerne trinkt man dabei auch das geliebte Kölsch.
Pluutemann
Karnevalsjecke, die sich traditionell mit einem Kostüm zeigen, dass aus lauter bunten Stofffetzen besteht. Fremde bezeichnen den Träger häufig auch als Clown.
Baas
Ursprünglich eine Bezeichnung für Chef, Meister. Im Kölner Karneval werden Präsidenten von Karnevalsgesellschaften zuweilen so betitelt.
Büggel
Tasche oder Beutel, in dem die alkoholischen Getränke verstaut werden, der aber auch dazu dient, das während der Karnevalszüge ergatterte Wurfmaterial zu verstauen. Büggel wird aber auch einem unleidigen Zeitgenossen an den Kopf geworfen: „Du ahle Büggel“.
Böckem
Bückling, ein Fisch, der gerne zur Karnevalszeit gegessen wird (man glaubt, dadurch würde der Alkoholspiegel positiv beeinflusst). Beim Schwur der Rekruten der Roten Funken spielt auch der Böckem eine Rolle.
Knabbüß
Holzgewehr, das die Kölner Funken während des Appells und des Funkentanzes präsentieren.
Stippefötche
Tanz, bei dem zwei Funken mit gebeugten Knien Rücken an Rücken stehen und ihre Hinterteile aneinander reiben. Eine Persiflage auf preußischen Drill.
Wibbele
Ständiges Hin- und Herbewegen des Gesäßes. Von den Kölner Funken perfekt vorgeführt.
Möhn
Verkleidung als alte, zänkische Frau. Gerne auch als Schimpfwort benutzt.
Spetzebötzje
Spitzen/Rüschenunterhose züchtiger Dame des 19. Jahrhunderts. Gerne im Kostüm integriert und sogar besungen: Kölsche Mädche han Spetzebötzje an. Mit anderen Worten: Sie sind züchtig.
Bützje
Liebevoller, harmloser und oft verteilter Kuss während der Karnevalszeit. Ein Imi sollte nicht darauf bauen, dass sich daraus Weiterungen ergeben könnten.
Kaschöttche
Ursprüngliche Bezeichnung für eine Hatzelle (frz. cachot). Heute gebraucht für den Wagen mit dem „stillen Örtchen“ im Karnevalsumzug.
Muuzemändelche
Gebäck zu Karneval, in Schmalz zubereitet.
Divertissementche
Fastnachtsspiel, im Opernhaus vom Kölner Männergesangverein, vorgetragen. Bekannt auch unter dem Namen Cäcilia Wolkenburg.
Anbaggere
Der oftmals untaugliche Versuch, beim anderen Geschlecht zu landen.
Strüßje
Kleines Blumengebinde, das von Teilnehmern der Karnevalszüge gegen ein Bützje an die Zuschauer verteilt wird.
Bajasch
Zusammenschluss von Karnevalsjecken, die mit Kind und Kegel auftreten.
Schmecklecker
Jemand, der unter anderem im Karneval versucht, hübsche Frauen anzubaggern.
Schmölzje
Eine Truppe von nicht organisierten Karnevalsfreunden.
Wieverfastelovend
Donnerstag vor Weiberfastnacht. In Köln ein hoher Feiertag.
Spinat met Ei
Verballhornte Bezeichnung der Ehrengarde der Stadt Köln aufgrund der Farben in den Uniformen: Grün und Gelb.
Nünne
Gebraucht für gemächliches Trinken, Schlürfen: Kein Sturzsaufen.
Nöttelefönes
Nörgler, Kritiker, jemand, der dem Kölner Karneval partout nichts abgewinnen kann.
Kölsche Klaaf
Büttenrede nach altkölner Art, Milljöbeschreibung.
Krätzjessänger
Vortragender, der ein harmloses aber lustiges Gesangsstück mit Bezug auf Köln vorträgt. Heute eine seltene Spezies. Ostermann, Berbuer und aktuell Ludwig Sebus stehen dafür.
Appeltaat
Apfeltorte. Der Kölner behauptet, zu Karneval würde ein Küsschen von einem lecker Mädche so süß wie Appeltaat schmecken.
Bannerhär
In einigen Gesellschaften trägt der Präsident/Vorsitzende diesen Titel, abgeleitet von Bannerherr.
Fisternöll
Nicht ganz moralisches Miteinander, das auch die Karnevalszeit überdauern kann, aber, wenn es auffliegt, katastrophale Folgen haben kann.
Fisematentche
Ursprünglich gebraucht für unnützes Tun, im Karneval auch für „über die Stränge schlagen“.
Knubbel
Bezeichnung für eine Organisationseinheit innerhalb der Funkengemeinschaft, vergleichbar eventuell mit dem militärischen Zug.
Letsche loße
Jemanden auflaufen lassen. Auf Karnevalssitzungen Redner oder Sänger abstrafen.
Lamenteere
Über Alles und Jedes im Karneval klagen.
Jeföhl
Das sentimentale Gefühl der Kölner in Bezug auf ihre Heimatstadt, das besonders in den Karnevalsliedern immer wieder auftaucht: „Kölle, du bes e Jeföhl“.
Müffele un süffele
Essen und trinken halten auch beim Kölner Leib und Seele zusammen. Gerade zur Karnevalszeit.
Kaschemm
Despektierlich für einfache Kneipe: „jommer in en andere Kaschemm“ aus der Sultan hätt Doosch von den Höhner.
Schabau
Schnaps, Korn, gerne während der Karnevalsumzüge an jedermann verteilt. Aber Achtung: Sie wollen das Zugende ja noch erleben!
Knolli-Brandy
Besonders nach dem Krieg: Selbstgebranntes Feuerwasser, aus Kartoffeln.
Mahlsäck
Ursprünglich für unförmige Hosen gebraucht; heute werden die Mitglieder der Prinzengarde Köln so liebevoll betitelt. Das kommt von ihren Uniformen in Weiß, die aber keineswegs unförmig sind.
Zacheies
Eine andere Bezeichnung für den Nubbel – wahrscheinlich die ältere – der am Aschermittwoch unter Wehklagen verbrannt / begraben wird. Man lobt und beschimpft ihn, denn in einigen Reimen wird ihm vorgeworfen, dass er die Schuld daran trägt, dass nach Karneval der Geldbeutel leer ist, weil man das Geld vertrunken hat.
Fastelovend
Wörtlich: Fastnachtsabend. Kölscher Ausdruck für den gesamten Karneval, nicht nur für einen bestimmten Abend.
Schwatze Moderjoddes
Schwarze Muttergottes, ein Gnadenbild in einer Kölner Kirche (St. Maria in der Kupfergasse), vor dem die Fastnachtsjecken häufig eine Kerze aufstellen und um gutes Gelingen der Festtage bitten.
Kamelle
Bonbons, die in Hülle und Fülle durch die Teilnehmer der Karnevalsumzüge in die jubelnde Menge geworfen werden. Dabei entstehen wahre Schlachten unter den Zuschauern, insbesondere wenn statt der Kamelle Schokolade oder Pralinen geworfen werden.