Kommentar & Meinung

850 Millionen Euro – und einer spült hinterher ehrenamtlich die Gläser

Der Kölner Karneval bringt der Stadt 850 Millionen Euro. Beim Bezahlen wird er plötzlich zum Brauchtum, das Ehrenamtliche tragen sollen.

Meinungsbeitrag: gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder.

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Vorschaubild für Teil 4 der wöchentliche Kolumne von Peter Schwegmann

Der Kölner Karneval ist 850 Millionen Euro wert.

Für die Stadt ist das eine wunderbare Zahl. Volle Hotels, volle Kneipen, internationale Bilder, beste Werbung für Köln.

Nur beim Bezahlen wird das Verhältnis plötzlich kompliziert.

Dann ist der Karneval kein Wirtschaftsfaktor mehr, sondern Brauchtum. Und Brauchtum, so scheint es, funktioniert in der Kölner Verwaltung am besten, wenn andere die Arbeit machen und möglichst wenig dafür verlangen.

Security wird teurer. Säle werden teurer. Technik wird teurer.

Die städtische Wertschätzung bleibt dagegen erfreulich preisstabil.

Man lobt das Ehrenamt, hält Reden über kölsches Hätz und stellt sich fürs Gruppenfoto gern dazu.

Denn Anerkennung hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie kostet die Stadtkasse fast nichts.

850 Millionen Euro Wirtschaftskraft – und finanziert wird weiter nach dem Prinzip: Die Jecken werden et schon richten.

Das ist kommunale Wirtschaftsförderung – nur ohne den lästigen Teil mit der Förderung.

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