Kommentar & Meinung

Tradition seit letztem Dienstag

Die „Karnevalsmaus“ zeigt, wie schnell aus einem neuen Lied Brauchtum wird: erst skeptisch gehört, kurz darauf von allen mitgetanzt.

Meinungsbeitrag: gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder.

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Kolumne von Peter Schwegmann Teil 3 vom 14.09.2026

Der Kölner hängt an seinen Traditionen.

Manche davon sind Jahrhunderte alt.

Andere seit Dienstag.

Bestes Beispiel: die „Karnevalsmaus“.

Kaum war das Lied da, konnte es jeder. Kurz darauf tanzte jeder dazu. Wenig später liefen die ersten Mäuse kostümiert durch die Säle.

Und spätestens da war klar:

Brauchtum.

Das geht im Kölner Karneval erstaunlich schnell.

Ein neues Lied wird beim ersten Mal skeptisch gehört, beim zweiten Mal mitgesungen und beim dritten Mal beschwert sich einer, dass die Band „ihren Klassiker“ nicht gespielt hat.

So entstehen kölsche Evergreens.

Nicht durch die Zeit.

Durch Wiederholung.

Vermutlich werden wir in zwanzig Jahren bei der „Karnevalsmaus“ sentimental die Arme umeinanderlegen und sagen:

„Weißte noch? Dat wor noch richtiger Fastelovend.“

Und irgendwo wird ein junger Jeck die Augen verdrehen.

Weil er lieber andere alte Klassiker hört. Die von 2030.


Kolumne zum Kölner Karneval von Peter Schwegmann

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