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Karl-Küpper-Preis 2026: Laura Nickel und Max Teske in Köln ausgezeichnet

Alles zum Karl-Küpper-Preis in Köln: Aktuelle Preisträger, Preisverleihungen und die Geschichte der Auszeichnung für Zivilcourage im Kölner Karneval.

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Karl-Küpper-Preis 2026: Laura Nickel und Max Teske in Köln ausgezeichnet
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Der Karl-Küpper-Preis 2026 geht an Laura Nickel und Max Teske. Die beiden Lehrkräfte aus Brandenburg wurden am 25. Oktober 2026 in Köln für ihre Zivilcourage und ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus geehrt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Kölner Karnevalisten Karl Küpper, der während der NS-Zeit mutig gegen das nationalsozialistische Regime auftrat. Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt der Kölner Rapper und Schauspieler Eko Fresh.

Mit der Ehrung würdigen die Stadt Köln, das Festkomitee Kölner Karneval und der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums zwei Menschen, die Missstände nicht einfach hingenommen haben. Nickel und Teske hatten rechtsextreme Vorfälle an ihrer damaligen Schule öffentlich gemacht und waren daraufhin selbst bedroht worden. Trotzdem setzen sie sich bis heute für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit ein.

Warum Laura Nickel und Max Teske den Karl-Küpper-Preis erhalten

Die beiden Preisträger machten im Frühjahr 2023 bundesweit Schlagzeilen. Damals unterrichteten Laura Nickel und Max Teske an der Grund- und Oberschule „Mina Witkojc“ im brandenburgischen Burg im Spreewald.

Dort wurden sie nach eigenen Angaben regelmäßig mit rechtsextremen, rassistischen und diskriminierenden Vorfällen konfrontiert. Auf Schulmöbeln tauchten Hakenkreuze auf, Schülerinnen und Schüler zeigten Hitlergrüße, rechtsextreme Musik wurde abgespielt und auf den Schulfluren waren demokratiefeindliche Parolen zu hören.

Hinzu kamen rassistische Beleidigungen sowie sexistische und homophobe Äußerungen. Besonders betroffen waren Schülerinnen und Schüler, die ausgegrenzt oder eingeschüchtert wurden.

Nachdem sich die beiden Lehrkräfte nach eigener Darstellung innerhalb der Schule nicht ausreichend unterstützt fühlten, entschieden sie sich zu einem ungewöhnlichen Schritt.

Im April 2023 veröffentlichten sie einen zunächst anonymen Brandbrief, in dem sie die Zustände schilderten und einen konsequenteren Umgang mit rechtsextremen Entwicklungen forderten.

Der Brief löste bundesweit eine Diskussion aus. Zahlreiche Medien berichteten über die Vorfälle, und auch der Brandenburger Landtag beschäftigte sich mit dem Fall.

Doch für die beiden Lehrkräfte hatte ihr öffentliches Engagement erhebliche persönliche Konsequenzen.

Nachdem ihre Identität bekannt geworden war, wurden sie aus der rechten Szene angefeindet und bedroht. Im Sommer 2023 verließen beide schließlich ihre damalige Schule.

Engagement für Demokratie auch nach dem Brandbrief

Mit ihrem Weggang endete das Engagement von Laura Nickel und Max Teske nicht.

Die beiden setzten sich weiterhin dafür ein, dass Schulen besser gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Einschüchterung vorgehen können.

Sie engagieren sich im Bündnis „Schule für mehr Demokratie“, das Lehrkräfte und Schulen beim Umgang mit demokratiefeindlichen Entwicklungen unterstützen soll.

2024 starteten sie zudem ein Hilfetelefon für Menschen, die an Schulen von rechter Gewalt und Einschüchterung betroffen sind. Das Angebot richtete sich insbesondere an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.

Auch politisch hatte die Debatte um den Brandbrief Folgen. In Brandenburg wurden die gesetzlichen Meldepflichten für bestimmte rassistische, antisemitische und nationalsozialistische Vorfälle an Schulen verschärft.

2026 veröffentlichten Nickel und Teske außerdem das Buch „Rechtsruck im Klassenzimmer“, in dem sie sich mit rechtsextremen Entwicklungen im Schulalltag und möglichen Gegenmaßnahmen beschäftigen.

Der Karl-Küpper-Preis würdigt damit nicht nur ihren Mut, die Vorfälle öffentlich zu machen, sondern auch ihr fortgesetztes Engagement für demokratische Werte.

Karl-Küpper-Preis 2026: Preisverleihung in Köln

Am Sonntag, 25. Oktober 2026, wurden Laura Nickel und Max Teske in Köln mit dem Karl-Küpper-Preis ausgezeichnet.

Die Ehrung wird gemeinsam von der Stadt Köln, dem Festkomitee Kölner Karneval von 1823 und dem Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums getragen.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Menschen verliehen, die sich durch besondere Zivilcourage auszeichnen.

Die Laudatio auf die beiden Preisträger hielt der Kölner Rapper und Schauspieler Eko Fresh. Der Künstler setzt sich seit vielen Jahren mit gesellschaftlichen Themen wie Identität, Vielfalt, Diskriminierung und Zusammenhalt auseinander.

Mit der Preisverleihung erinnert der Kölner Karneval zugleich an einen Mann, dessen Haltung bis heute als außergewöhnlich gilt: Karl Küpper.

Wer war Karl Küpper? Der mutige Büttenredner aus Köln

Karl Küpper wurde 1905 geboren und zählt zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Kölner Karnevalsgeschichte.

Als Büttenredner trat er unter dem Namen „D’r Verdötschte“ auf und war für seinen besonderen Humor und seine scharfzüngigen Auftritte bekannt.

Während der nationalsozialistischen Diktatur gehörte Küpper zu den wenigen Karnevalisten, die sich öffentlich über die Nationalsozialisten lustig machten.

Besonders bekannt wurde seine Persiflage auf den Hitlergruß. Wenn er die Hand hob, tat er so, als würde er prüfen, ob es regnete. Auf diese Weise machte er den nationalsozialistischen Gruß lächerlich.

Seine Auftritte blieben nicht ohne Konsequenzen.

1936 wurde Karl Küpper von der Gestapo verhört. 1939 erhielt er ein Redeverbot.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Küpper ein kritischer und unangepasster Karnevalist. Er starb 1970 in Köln.

Heute gilt er als Symbol für Zivilcourage im Kölner Karneval. Sein Beispiel zeigt, dass Humor nicht nur unterhalten, sondern auch eine Form des gesellschaftlichen Widerspruchs sein kann.

Warum der Karl-Küpper-Preis für den Kölner Karneval wichtig ist

Der Karl-Küpper-Preis wurde 2020 anlässlich des 50. Todestages des Karnevalisten ins Leben gerufen.

Mit ihm sollen Menschen ausgezeichnet werden, die sich für Demokratie, Menschlichkeit und gegen Rassismus, Antisemitismus sowie andere Formen der Diskriminierung einsetzen.

Der Preis erinnert zugleich an eine wichtige Seite der Kölner Karnevalsgeschichte.

Denn Karneval bedeutet nicht nur ausgelassenes Feiern, bunte Kostüme und große Umzüge. Zur Tradition gehört auch die Freiheit, gesellschaftliche Missstände anzusprechen, Autoritäten zu hinterfragen und sich mit Humor gegen Machtmissbrauch zu stellen.

Karl Küpper verkörperte diese Haltung in einer Zeit, in der öffentliche Kritik gefährlich war.

Mit der Auszeichnung von Laura Nickel und Max Teske wird sein Vermächtnis in die Gegenwart übertragen.

Die beiden Lehrkräfte haben gezeigt, dass Zivilcourage auch heute persönliche Konsequenzen haben kann. Ihre Erfahrungen sind historisch nicht mit der Situation während der NS-Diktatur gleichzusetzen. Die Verbindung liegt vielmehr in der Bereitschaft, öffentlich Haltung zu zeigen.

Diese Personen haben den Karl-Küpper-Preis bisher erhalten

Seit 2020 wird der Karl-Küpper-Preis alle zwei Jahre verliehen. Die bisherigen Preisträger kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen.

2020: Carola Rackete

Die Kapitänin und Menschenrechtsaktivistin wurde insbesondere durch ihren Einsatz für die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer bekannt. Sie war die erste Trägerin des Karl-Küpper-Preises.

2022: Rolly Brings

Der Kölner Musiker, Liedermacher und frühere Lehrer wurde für seinen langjährigen Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und gesellschaftliche Ausgrenzung ausgezeichnet.

2024: Gunter Demnig

Der Künstler erhielt die Auszeichnung für sein Erinnerungsprojekt „Stolpersteine“. Die kleinen Gedenktafeln im Straßenpflaster erinnern europaweit an Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt und ermordet

2026: Laura Nickel und Max Teske

Die beiden Lehrkräfte wurden für ihren mutigen Einsatz gegen Rechtsextremismus an Schulen und ihr fortgesetztes Engagement für Demokratiebildung geehrt.

Karl-Küpper-Preis 2026 setzt ein Zeichen für Zivilcourage

Mit der Auszeichnung von Laura Nickel und Max Teske würdigt Köln zwei Menschen, die trotz erheblicher persönlicher Widerstände für ihre Überzeugungen eingetreten sind.

Ihr Brandbrief machte rechtsextreme Vorfälle an einer Schule bundesweit bekannt. Anschließend setzten sie sich mit weiteren Initiativen dafür ein, dass Betroffene besser unterstützt werden und Schulen konsequenter gegen Diskriminierung vorgehen.

Für den Kölner Karneval ist die Verleihung des Karl-Küpper-Preises zugleich eine Erinnerung an die eigene Geschichte.

Karl Küpper bewies einst, dass Karneval mehr sein kann als Unterhaltung. Er nutzte seine Bühne, um Haltung zu zeigen, auch wenn ihm daraus persönliche Nachteile entstanden.

Der nach ihm benannte Preis trägt diesen Gedanken weiter und erinnert daran, dass Zivilcourage, Menschlichkeit und demokratische Werte nicht nur während der Karnevalstage Bedeutung haben.

Wer entscheidet über die Vergabe des Karl-Küpper-Preises?

Über die Preisträger entscheidet eine fünfköpfige Jury. Ihr gehören der Kölner Oberbürgermeister, der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, der Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln sowie eine Vertretung der Familie Karl Küpper an. Damit sind neben der Stadt und dem organisierten Karneval auch die historische Erinnerungsarbeit und die Familie des Namensgebers an der Auswahl beteiligt.

Quellen:

Koelnundmehr.de – Sie sind die neuen Karl-Küpper-Erben https://koelnundmehr.de/karneval-sie-sind-die-neuen-karl-kuepper-erben.php

Stadt Köln – Karl-Küpper-Preis 2024
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presseservice/karl-kuepper-preis-2024

Festkomitee Kölner Karneval – In Gedenken an Karl Küpper: Preis für Zivilcourage
https://koelnerkarneval.de/meldung/in-gedenken-an-karl-kuepper-preis-fuer-zivilcourage

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