Entstehung und Name
Die 3 Söck sind eine Kölner Mundart-, Karnevals- und Unterhaltungsgruppe. Ihre Vorgeschichte begann 1973, als Detlef Lauenstein und Gero Karaschewski am Herder-Gymnasium die Coverband LKW gründeten. 1985 kam Norbert „Nobby“ Campmann hinzu. Für die neue Formation banden sie sich Socken um und nannten sich „3 Söck“. Aus dem Einfall wurde ein über Jahrzehnte bekannter Name.
Die ursprünglichen Musiker
Lauenstein wurde zum prägenden Kopf der Gruppe. Er sang, spielte Akkordeon, komponierte, textete und führte mit Improvisationstalent durch die Auftritte. Campmann wechselte 1993 zu den Räubern, blieb seinen früheren Kollegen aber freundschaftlich verbunden.
Schrille Bühnenshows
Die 3 Söck verstanden sich nie als klassische Schunkel- oder Walzergruppe. Ihre Auftritte verbanden kölsche Musik, Coverversionen, Rock ’n’ Roll, Parodie, frechen Humor und Publikumsaktionen. Beim ersten Vorstellabend des Festkomitees erschienen sie in Schlafanzügen. In den Sartory-Sälen lösten sie sogar die Sprinkleranlage aus und erhielten Hausverbot. Solche Geschichten begründeten ihren Ruf als Formation für Party und Randale.
Lieder und Stil
Zu den bekannten Titeln zählen „Kölle ming Stadt“, „Stimmung – Karneval en Kölle“ und „Kumm loss mer danze“, eine kölsche Bearbeitung von „La Cucaracha“. Das Lied erschien 1994 als Maxi-Single und gab 1995 der Jubiläums-CD „Kumm loß mer danze – 10 Jahre Drei Söck“ den Namen. Lauenstein schrieb viele Texte und Melodien selbst oder mit anderen Autoren. Das Repertoire verband eigene Mundartlieder mit bekannten Melodien, die für gemeinsames Singen kölsch bearbeitet wurden.
Spätere Besetzung
Peter Paschek kam um 1999 hinzu und spielte Keyboard, Klavier und Geige. Seit etwa 2018 ergänzte Klaus von der Weiden, Musiker des Gürzenich-Orchesters, das Trio. Als Ganzjahresband spielten sie bei Stadtfesten, privaten Feiern, auf Kreuzfahrtschiffen sowie auf Mallorca und in Griechenland. Ihre Instrumentierung erlaubte ausgelassene Partymusik ebenso wie leisere Programme.
Lauenstein entwickelte mit Dieter Steudter auch die Weihnachtsrevue „Kölle em Advent“, zunächst „Adventszick op Kölsch“ genannt. Sie verbindet besinnliche und humorvolle Geschichten mit Musik in Mundart und besteht organisatorisch neben der Karnevalsgruppe.
Jubiläum und Status
Für das 40-jährige Jubiläum planten die 3 Söck 2025 noch einmal 111 Auftritte. Lauenstein kündigte an, danach aufhören zu wollen, weil ihm der moderne Karneval zu laut geworden sei. Noch im Dezember 2025 trat das Trio jedoch öffentlich auf, und seine Internetseite nennt die 3 Söck weiterhin. Ob die Gruppe beendet wurde oder nur noch gelegentlich spielt, ist daher nicht eindeutig dokumentiert.
Die 3 Söck stehen für eine eigenwillige Seite des Kölner Karnevals: handgemachte Musik, anarchischer Humor, Rock ’n’ Roll und spontaner Kontakt zum Publikum. Ihre Geschichte verbindet die wilde Bühnenshow der Anfangsjahre mit einem vielseitigen kölschen Unterhaltungsprogramm.