Gründung als Brüderduett
Die Geschichte von „Blom un Blömcher“ begann bei den Brüdern Jürgen und Johannes „Hannes“ Blum. Beide sangen bereits in den 1960er-Jahren gemeinsam in einem Kölner Männergesangverein. 1970 gründeten sie das Duett „Blom un Blömche“ und stellten sich beim Vorstellabend des Stammtischs Kölner Karnevalisten vor. Ihr Vortrag orientierte sich an der Tradition kölscher Duette und verband Gesang mit komischen Szenen. Die Brüder wurden Mitglieder des Stammtischs und etablierten ihre Figuren im Sitzungskarneval.
Neubeginn und Durchbruch
Als Jürgen Blum 1978 aus beruflichen Gründen ausschied, führte Hannes Blum das Projekt weiter. Wolfgang Vaupel und der erst 15 oder 16 Jahre alte Pianist Walter Trebst kamen hinzu; zugleich wurde der Name in „Blom un Blömcher“ geändert. Im Oktober 1979 trat die neue Formation beim Vorstellabend der Karnevalisten auf. Mit der Nummer „Scheißejal, ob do Hohn bes oder Hahn“ gelang der Durchbruch: Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen, und zahlreiche Buchungen folgten.
Parodie als Markenzeichen
Das Bühnenkonzept beruhte auf musikalischen Parodien und umgetexteten bekannten Liedern. Hannes Blum erwies sich als Verwandlungskünstler und schlüpfte unter anderem in die Rollen von Mireille Mathieu, Nana Mouskouri, Johnny Cash, Campino oder Mitgliedern von Dschinghis Khan. Teilweise wechselte er seine Kostüme direkt auf der Bühne, was im damaligen Karneval ungewöhnlich war. Bekannte Melodien erhielten kölsche Texte und wurden häufig in den wiederkehrenden Kosmos von Huhn und Hahn eingebaut. Musik, Mimik, Kostüm und komisches Spiel bildeten eine gemeinsame Show.
Erfolge und Medienpräsenz
Seit 1980 gehörte „Blom un Blömcher“ zum Programm der „Lachenden Sporthalle“ und später der „Lachenden Kölnarena“. 1986 erhielt die Gruppe den damals begehrten „Oskar“ des Kölner Express in Bronze.
Generationswechsel
1998/1999 übernahm Hannes Blums Sohn Oliver „Oly“ Blum die Gitarre und stand fortan gemeinsam mit seinem Vater auf der Bühne. 2011 kam Bernd Kreuz als Keyboarder hinzu, 2015 Christoph Freier am Schlagzeug. Anfang 2016 benannte sich die Gruppe in „Die Blömcher“ um. Hannes Blum kündigte nach 47 Bühnenjahren seinen Abschied an und absolvierte in der Session 2016/17 eine Ehrenrunde durch die Säle.
Fortführung als „Die Blömcher“
Oly Blum setzte die Tradition mit Bernd Kreuz und Christoph Freier fort, entwickelte das Programm jedoch moderner weiter. Da die Auftritte stark von der Persönlichkeit und den Verwandlungen seines Vaters geprägt gewesen waren, sollte keine bloße Kopie entstehen. Die neue Generation bewahrte musikalische Verzällcher, Parodie, Publikumsnähe und alte Gassenhauer, ergänzte sie aber durch zeitgemäße Themen und Formen. Auch nach dem Rückzug des Gründers blieb der Name „Blömcher“ damit im Kölner Karneval lebendig. Die jahrzehntelange Geschichte der Gruppe steht für familiäre Kontinuität, Wandelbarkeit und eine besondere Verbindung von kölscher Musik und Bühnenkomik.