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Bunt kostümierte Karnevalsteilnehmer in Köln während des Karnevals.

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De Fetzer (aufgelöst)

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De Fetzer (aufgelöst)

Von den „Schweeß Fööß“ zu De Fetzer

Die Geschichte der Band begann 1975. Zu ihren Gründern gehörten Franz Kolbecher und Erich Kluth, die De Fetzer bis zum Ende begleiteten. Ursprünglich trat die Gruppe unter dem Namen „Schweeß Fööß“ auf – eine deutliche Anspielung auf die bereits erfolgreichen Bläck Fööss. Nach einigen Jahren entschied sich die Band für einen eigenständigeren Namen und wurde zu De Fetzer.

Von ihrer Heimat im Rhein-Kreis Neuss aus eroberten die Musiker die Bühnen des Rheinlands. Während sie sowohl im Kölner als auch im Düsseldorfer Karneval auftraten, entwickelte sich Düsseldorf im Laufe der Jahre zu ihrem wichtigsten musikalischen Zuhause. Die Band wurde dort zu einem festen Bestandteil zahlreicher Sitzungen, Bälle und Brauchtumsveranstaltungen.

Mundart, Stimmung und Rock ’n’ Roll

Musikalisch bewegten sich De Fetzer zwischen rheinischer Stimmungsmusik, Schlager, Mundart und Rock ’n’ Roll. Ihre Lieder waren in erster Linie für die Bühne geschrieben: leicht verständlich, tanzbar und mit Refrains ausgestattet, die das Publikum bereits nach wenigen Takten mitsingen konnte.

Dabei beschränkten sich die Musiker nicht auf klassische Karnevalsklänge. Bei längeren Auftritten und Konzerten zeigten sie regelmäßig ihre Begeisterung für Rock ’n’ Roll und populäre Tanzmusik. Gerade diese Mischung machte die Gruppe auch außerhalb der eigentlichen Karnevalssession zu einem gefragten Programmpunkt bei Schützenfesten, Stadtfesten und privaten Veranstaltungen.

Zur langjährigen Besetzung gehörten neben Franz Kolbecher und Erich Kluth unter anderem Josef „Jupp“ Kollenbroich am Schlagzeug, Thomas „Meffi“ Meffert und Udo Schillings an den Gitarren sowie Markus Loddenkemper, später Goran Kostic und Wolfgang Schloßmacher an Keyboard und Akkordeon. Für die Technik war über viele Jahre Ulli Adams verantwortlich.

Lieder mit Kultstatus

Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichten De Fetzer eine große Zahl an Stimmungsliedern. Zu den bekannten Titeln gehören „Schlittenfahr’n im Grafenberger Wald“, das „Insellied“, „Hausboot auf der Düssel“, „Dat is ming Stadt“, „Traumhaft Jeck“ und ihre Neuaufnahme des „Altbierliedes“.

Einen besonderen Stellenwert besitzt „Wenn ich träum in der Nacht“, die gesungene Fassung der bekannten Polka „Böhmischer Traum“. Das Lied entwickelte sich bei Düsseldorfer Karnevalssitzungen zu einem echten Klassiker und wurde weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Auch „Dat is uns janz ejal“ blieb durch ein ungewöhnliches Publikumsritual in Erinnerung. Bei den zahlreichen „Hey“-Rufen des Liedes warfen die Gäste ihre Bierdeckel in die Luft. Was zunächst spontan bei einem Auftritt entstanden war, wurde bald zum festen Bestandteil der Darbietung. Veranstalter und Wirte wussten deshalb: Wenn De Fetzer auftraten, mussten ausreichend Bierdeckel bereitliegen – und anschließend musste gründlich gefegt werden.

Mit diesen Liedern schufen De Fetzer nicht nur kurzlebige Sessionshits. Sie entwickelten ein Repertoire, das eng mit Düsseldorfer Orten, Gewohnheiten und Lebensgefühl verbunden war. Titel wie „Hausboot auf der Düssel“ oder „Dat is ming Stadt“ machten deutlich, wie sehr sich die Band inzwischen mit der Landeshauptstadt identifizierte.

Erfolge im Radio und Fernsehen

Seit 1998 waren De Fetzer regelmäßig in der großen Fernsehsitzung „Düsseldorf Helau“ zu sehen. Hinzu kamen Auftritte in WDR-Sendungen und bei der ZDF-Karnevalsgala „Karneval hoch drei“. Damit wurde die Gruppe auch außerhalb des Rheinlands einem größeren Publikum bekannt.

Einen ihrer größten Erfolge feierte sie 2007: Mit „Immer wenn Du vör m’r stehst“ gewann die Band die Närrische Hitparade des WDR. Der Wettbewerb hatte seit den 1970er-Jahren zahlreichen rheinischen Karnevalskünstlern zu überregionaler Bekanntheit verholfen.

2010 erhielten De Fetzer den Goldenen Violinschlüssel für ihre Verdienste um das rheinische Liedgut. Zur Düsseldorfer Session 2014/2015 steuerten sie außerdem mit „Traumhaft Jeck“ das offizielle Mottolied bei. Im selben Zeitraum feierten sie ihr 40-jähriges Bestehen mit großen Jubiläumskonzerten.

Abschied nach 48 Jahren

Im Mai 2020 kündigten De Fetzer an, ihre Karriere am Rosenmontag 2022 beenden zu wollen. Nach mehreren Jahrzehnten auf der Bühne wollten die Musiker selbstbestimmt und ohne internen Streit aufhören. Geplant waren eine Abschiedstournee, neue Lieder und eine Zusammenstellung ihrer größten Erfolge.

Die Corona-Pandemie durchkreuzte jedoch diese Pläne. Weil über lange Zeit keine normale Karnevalssession stattfinden konnte, verschob die Band ihren Abschied. Erst in der Session 2022/2023 gingen De Fetzer ein letztes Mal auf Tour. Bei ihren Auftritten wurden sie von zahlreichen Gesellschaften und ihrem Publikum noch einmal gebührend gefeiert.

Im November 2023 würdigte das Comitee Düsseldorfer Carneval die Musiker mit dem Großen CC-Verdienstorden. Die Auszeichnung galt einer Band, die 48 Jahre lang auf den Bühnen des Rheinlands gestanden und den Düsseldorfer Karneval mit zahlreichen Liedern bereichert hatte.

Einen schmerzlichen Verlust musste die frühere Bandgemeinschaft im Januar 2025 hinnehmen: Udo Schillings, der 28 Jahre lang als Gitarrist und Sänger den Klang der Fetzer mitgeprägt hatte, starb nach schwerer Krankheit.

Ein Stück Düsseldorfer Karnevalsgeschichte

De Fetzer gehörten zu den Bands, die ihre Wirkung vor allem im direkten Kontakt mit dem Publikum entfalteten. Ihre Musik verlangte nicht nach stillem Zuhören, sondern nach Mitsingen, Tanzen und Feiern. Ob Polonaise, Bierdeckelregen oder gemeinsamer Refrain – die Gäste wurden stets Teil des Auftritts.

Auch nach dem Ende der Band sind ihre Lieder weiterhin bei Karnevalsveranstaltungen zu hören. Damit bleiben De Fetzer ein Stück rheinischer Musikgeschichte: im Rhein-Kreis Neuss gegründet, auf den Bühnen von Köln bis Düsseldorf zu Hause und schließlich zu einer der prägenden Musikgruppen des Düsseldorfer Karnevals geworden.

Art: Band

Status: Historisch

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