Gründung und Herkunft
De Krageknöpp wurden am 1. Mai 1974 in Köln gegründet. Die Musiker kamen aus verschiedenen Rockbands und verbanden ihre Bühnenerfahrung mit der Liebe zur kölschen Mundart. Ältere Darstellungen nennen 1975 als Beginn der gemeinsamen Auftritte; als Gründungsjahr gilt 1974.
Mehr als eine Karnevalsband
Lange zogen die Krageknöpp während der Session in Kostümen kölscher Originale durch die Säle. Später verzichteten sie auf die Maskerade und rückten ihr musikalisches Können stärker in den Mittelpunkt. Ihr Selbstverständnis ist das einer Mundartband, die im Karneval auftritt, aber ebenso ganzjährig Konzerte, Straßenfeste und andere Veranstaltungen gestaltet.
Musik und Themen
Der Stil verbindet kölsche Liedtradition und Stimmungsmusik mit Einflüssen aus Rock und Pop. Die Band beschrieb ihr Repertoire als Lieder „zum Lache, zum Kriesche un ne Sack voll Rock ’n’ Roll“. Inhaltlich geht es um Köln, Veedelsleben, Freundschaft, Alltag, Freude und Leid. Die Texte sind direkt, lebensnah und häufig humorvoll, können aber auch leise Töne anschlagen.
Lieder und Tonträger
Zu den bekannten Titeln gehören „Colonia-Samba“, „Zoff em Stäuverhoff“, „E Kölsch – e lecker Kölsch“, „Freud und Leid“ und „Du wors noch nie bei uns am Rhing“. Bereits 1978 erschien die Single „Colonia-Samba“, 1979 folgte „Pippimann’s Boogie“. Seit 1980 veröffentlichte die Gruppe zahlreiche Alben, darunter „Do kanns do nix maache“, „Wat kütt, dat kütt“, „Welde Zigge“ und „Medden en Kölle“. Die Zusammenstellung „Wat söns“ vereinte 1993 zwanzig Erfolge; zum 25-jährigen Bestehen erschien 1999 eine Doppel-CD.
Bühnen und besondere Formate
Die Krageknöpp spielten bei Veedelsveranstaltungen und auf größeren Kölner Bühnen. Sie unterstützen regelmäßig Vereine und Karnevalsgesellschaften in den Stadtteilen. Für leisere Sitzungen und Weihnachtsfeiern entstand ein Unplugged-Programm. 2014 veranstaltete die Band ihr drittes Neujahrskonzert im Brauhaus Sion; mehrere Lieder wurden dort live von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt. 2015 trat sie außerdem im Kölner Hänneschen-Theater auf.
Besetzungen
Zu früheren Mitgliedern gehörten Herbert Reinhard, Rudolf H. Gies, Fred Zingsheim, Andy Tsangarakis und später der Flitschenspieler JP Weber. Als aktuelle Besetzung werden Sänger Daniel Herzog, Gitarrist und Mandolinenspieler Guido Braun, Schlagzeuger Stefan Ludmann sowie Thomas Mosbach an Keyboard, Saxophon und Akkordeon geführt. Alle vier übernehmen Gesang; Mosbach ist Bandleader.
Bedeutung und Gegenwart
Mehr als fünf Jahrzehnte nach der Gründung zählen die Krageknöpp zu den langlebigsten aktiven Mundartformationen Kölns. Ihre Geschichte zeigt, wie sich Musiker aus der Rockszene zu Bewahrern und Erneuerern kölscher Musik entwickelten. Handgespielte Musik, Dialekt, Humor und die Nähe zu den Veedeln prägen ihr Profil. Historische Aufnahmen sind weiterhin digital erhältlich, während die Band mit unterschiedlichen Bühnenformaten ihr Repertoire lebendig hält.