King Loui gehört zu einer jungen Generation Kölner Bands, die das kölsche Liedgut mit modernen Pop-, Funk-, Rock- und Hip-Hop-Einflüssen verbindet. Ihre Musik funktioniert auf der Karnevalssitzung ebenso wie bei einem Clubkonzert. Statt ausschließlich über Dom, Rhein und Sonnenschein zu singen, beschäftigt sich die Gruppe auch mit Partys, Beziehungen, Freundschaft und dem Lebensgefühl junger Menschen in den Kölner Veedeln.
Von der Schülerband zu King Loui
Die musikalischen Wurzeln der Band reichen bis in die Kindheit ihrer Mitglieder zurück. Sänger Max Rohde, Gitarrist Kai Scharrenbroich und Bassist Julian Grossmann lernten sich in der Schule kennen und machten bereits als Kinder gemeinsam Musik. Zunächst spielten sie bekannte Rocktitel und später auch Klassiker des Kölner Karnevals.
Im Jahr 2016 schloss sich Schlagzeuger Pascal Boudali der Gruppe an – King Loui war geboren. Später kam Harun Berkovic als zweiter Sänger, Rapper und Textdichter hinzu. Seinen ersten Auftritt mit der Band absolvierte er während der Session 2019.
Auch der Bandname besitzt eine typisch kölsche Entstehungsgeschichte. Max Rohdes Vater kaufte regelmäßig ein Brot namens „König Ludwig“ und kündigte zu Hause an, er bringe einen „King Loui“ mit. Der Ausdruck blieb hängen und wurde schließlich zum Namen der Band.
Die fünf Musiker
King Loui besteht aus:
- Max Rohde – Gesang, Ukulele und Klavier
- Harun Berkovic – Gesang und Rap
- Kai Scharrenbroich – Gitarre
- Julian Grossmann – Bass
- Pascal Boudali – Schlagzeug
Die unterschiedlichen musikalischen Aufgaben prägen den Sound der Gruppe. Max Rohdes melodischer Gesang und Harun Berkovics Rap-Passagen treffen auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und elektronische Elemente. Dadurch entsteht ein Klang, den die Musiker als modernen kölschen Sound beziehungsweise Funk-Pop bezeichnen.
Mehr als klassische Karnevalsmusik
Anfangs orientierte sich King Loui noch stark an anderen Kölner Gruppen. Mit der Zeit entwickelte die Band jedoch eine eigene musikalische Sprache. Einen entscheidenden Schritt markierte 2018 der Titel „Tinda“, eine humorvolle Auseinandersetzung mit dem Onlinedating. Der Song verband kölschen Gesang mit Disco- und Funkelementen und zeigte, dass sich Mundartmusik auch mit Themen der digitalen Gegenwart beschäftigen kann.
King Loui möchte nicht in jedem Lied die üblichen Köln-Klischees wiederholen. Die Musiker schreiben über Liebe, Feiern, Freundschaft und Erfahrungen aus dem Alltag. Manche Titel sind vollständig op Kölsch, andere verbinden Dialekt und Hochdeutsch. Damit versucht die Band, ein jüngeres Publikum anzusprechen, ohne die Verbindung zur kölschen Tradition aufzugeben.
„Bliev He“ und das erste Album
Größere Aufmerksamkeit erhielt King Loui mit dem Titel „Bliev He“. Das Lied wurde in der Session 2020/21 auf den bekannten Sampler „Karneval der Stars 50“ aufgenommen. Dort war die junge Gruppe neben etablierten Namen der kölschen Musikszene vertreten.
Im Oktober 2021 erschien das Debütalbum „Hausparty“ mit elf Liedern. Es zeigte die stilistische Bandbreite der Band: von karnevalistischen Mitsingnummern über funkige Partysongs bis zu ruhigeren Stücken. Der Titel des Albums passte zur energiegeladenen, jungen Ausrichtung der Gruppe, die ihre Musik nicht allein auf den Sitzungskarneval beschränken wollte.
Zu den Liedern aus den ersten Jahren gehören unter anderem:
- „Noh Hus“
- „Klang der Stadt“
- „Tinda“
- „Shake Shake“
- „Bliev He“
- „Karneval“
- „Affsprung“
- „Koot Jesaat“
King Loui trat inzwischen bei zahlreichen Veranstaltungen in und um Köln auf. Dazu gehören Auftritte im Rosenmontagszug, bei „Jeck im Sunnesching“ und in der Lanxess-Arena. Das Festkomitee beteiligte die Band außerdem an Projekten für Kölner Schulkinder.
„Konfetti in der Hand“
Einen besonderen Erfolg feierte King Loui in der Session 2024/25 mit „Konfetti in der Hand“. Der Titel verbindet einen modernen Funk-Pop-Rhythmus mit einem Refrain, der sich schnell mitsingen lässt. Inhaltlich beschreibt das Lied ein buntes und weltoffenes Köln, dessen Identität vor allem in seinen Veedeln und den dort lebenden Menschen zu finden ist.
Der Song verschaffte der Band deutlich mehr Aufmerksamkeit bei Publikum, Veranstaltern und Literaten. Gleichzeitig zeigte er, dass zeitgemäßer Pop und kölsches Lebensgefühl keine Gegensätze sein müssen. King Loui gelang damit jener Titel, der einer jungen Band häufig den entscheidenden Schub im Karneval gibt.
Es folgten neue Lieder wie „Schenk mir noch ne Danz“ und „Irjendwann“. Im August 2026 erschien mit „Vielleicht“ die erste Auskopplung aus dem angekündigten zweiten Album. Die Veröffentlichung soll im Oktober 2026 mit einer eigenen Show im Club Bahnhof Ehrenfeld gefeiert werden.
Zwischen Karnevalssaal und Clubbühne
King Loui versteht sich nicht ausschließlich als Karnevalsband. Die Musiker wollen auch außerhalb der Session bestehen und genügend eigene Stücke für vollständige Konzerte anbieten. Gleichzeitig wissen sie, wie wichtig der Fastelovend für ihre Entwicklung ist. Auf den Sitzungsbühnen lernten sie, sehr unterschiedliche Altersgruppen innerhalb weniger Minuten für ihre Musik zu gewinnen.
Die Band steht damit beispielhaft für den Wandel der kölschen Musikszene. King Loui verbindet Mundart und Tradition mit Themen, Klängen und Ausdrucksformen einer jüngeren Generation. Das Ergebnis ist Musik, die nach Köln klingt, ohne nur von den bekannten Wahrzeichen der Stadt zu erzählen – modern, tanzbar und meistens mit reichlich Konfetti in der Hand.