Vom Rockabilly zum Kölsch
Rockemarieche entstand aus der Rockabilly-Szene um Peggy Sugarhill. Seit 2008 trat sie mit Peggy Sugarhill & The Eldorado Tigerettes auf; 2012 stellte sie eine Frauenband zusammen. 2013 entwickelte Sugarhill die Idee, den Rockabilly der 1950er-Jahre mit kölscher Sprache und Karneval zu verbinden. Daraus ging Rockemarieche hervor.
Gründung und Bühnendebüt
Den Anstoß gab die alternative Karnevalsshow „Deine Sitzung“. Dort absolvierte Rockemarieche im Februar 2014 den ersten Auftritt. Gespielt wurden „Elvis lääv“, eine kölsche Bearbeitung von „Morgens bin ich immer müde“, und ein eigener Titel. Das positive Echo bestärkte die Band. Sie verstand sich als Kölns erste reine Frauen-Rockband.
Besetzung und Klangbild
Peggy Sugarhill wurde von Johanna Eicker an der Gitarre, Lea Randella am Kontrabass sowie wechselnden Musikerinnen an Schlagzeug und Keyboard begleitet. Till Kersting half bei Arrangements und Produktionen. Rockemarieche verband Rockabilly und Country mit kölschen Texten, Kontrabass, programmierten Beats und Pop-Einflüssen. Neben eigenen Liedern entstanden Coverversionen. Aus Beyoncés „Single Ladies“ wurde nach einer Idee von Carolin Kebekus „Alle lecker Mädche“.
Erfolge im Karneval
Die Debütsingle „Rockemarieche sin jeck“ erschien im Dezember 2014. Es folgten Auftritte als Vorgruppe der Höhner, von Kasalla und den Klüngelköpp sowie eine Einladung zur ZDF-Sendung „Karnevalissimo“. Mit „Hück Naach“ und „Ich han dat Marieche jebütz“ gelang 2016 der nächste Schritt. Letzterer Titel brachte der Band erstmals einen Platz auf „Karneval der Stars“. Weitere Singles waren „Ovends wenn et dunkel weed“, „Wenn ich danz“, „Hohenzollernbrück“, „Jeckes Ding!“ und „180 Grad“.
Das erste Album
Ende November 2019 erschien das durch Crowdfunding finanzierte Debütalbum „Darf et jet schärfer sin?“. Produzenten waren TOBAGO Music, André Tolba und Stefan Baader. Es verband kölsche Identität mit Rock ’n’ Roll, Humor und selbstbewusster weiblicher Bühnenpräsenz.
Auflösung und Neubeginn
2021 löste sich die Band auf. Peggy Sugarhill erklärte später, musikalische Ziele und persönliche Wege hätten sich auseinanderentwickelt; auch Gesundheit und seelisches Wohlbefinden spielten bei ihrer Entscheidung eine Rolle. Johanna Eicker und Trish Ross wirkten anschließend an der Gründung von Mätropolis mit.
Seit 2023 verwendet Peggy Sugarhill Rockemarieche als Namen ihres Soloprojekts. Mit Till Kersting nahm sie „Kein Stadt es wie du“ für die Reihe „Kölsche Heimat“ auf. Seit 2025 gehört sie fest zum Ensemble von „Deine Sitzung“ – jener Produktion, bei der Rockemarieche erstmals auf der Bühne stand.
Bedeutung:
Rockemarieche erweiterte die kölsche Musik um eine markante Verbindung aus Mundart, Rockabilly und weiblicher Bandkultur. Die Formation zeigte, dass Karnevalsmusik traditionsbewusst, rockig und stilistisch offen sein kann. Der Name steht heute sowohl für die frühere Band als auch für Peggy Sugarhills fortgeführte künstlerische Identität.