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Karneval trauert um jecke WDR-Größe

Der Kölner Karneval trauert um Gisbert Baltes. Die WDR-Legende starb mit 75 Jahren. Festkomitee-Präsident Lutz Schade würdigt sein Lebenswerk.

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Karneval trauert um jecke WDR-Größe

Der Kölner Karneval verliert einen seiner großen Wegbegleiter: Der langjährige WDR-Journalist, Moderator und Redakteur Gisbert Baltes ist im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Über Jahrzehnte brachte er den Fastelovend in die Wohnzimmer von Millionen Menschen und prägte damit die Fernsehgeschichte des Kölner Karnevals.

Für viele Menschen gehörte seine Stimme zum Karneval wie das Dreigestirn, der Rosenmontagszug und der Straßenkarneval auf dem Alter Markt. Mit dem legendären Satz „Hier ist Köln, hier ist der Alter Markt!“ eröffnete Gisbert Baltes über viele Jahre die Fernsehübertragungen zum Auftakt des Straßenkarnevals. Ein Satz, der für Generationen von Jecken untrennbar mit dem kölschen Fastelovend verbunden bleibt.

Dabei war Gisbert Baltes gebürtiger Sauerländer. Seine Herkunft hat er nie verleugnet, doch Köln und das Rheinland wurden zu seiner Wahlheimat. Was zunächst berufliche Leidenschaft war, entwickelte sich zu einer tiefen Verbundenheit mit den Menschen, ihrer Musik, ihren Traditionen und ihrer besonderen Lebensart.

Seine journalistische Laufbahn beim Westdeutschen Rundfunk führte ihn zunächst zum Hörfunk. Zwölf Jahre moderierte er die beliebte WDR-2-Sendung „Zwischen Rhein und Weser“, bevor er auch im Fernsehen zu einem vertrauten Gesicht wurde.

Besonders der Kölner Karneval wurde zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Arbeit. Als Reporter begleitete er über viele Jahre den Rosenmontagszug, war für die Fernsehübertragungen großer Karnevalssitzungen verantwortlich und führte als Moderator und Redakteur durch zahlreiche Proklamationen des Kölner Dreigestirns im Gürzenich.

Gemeinsam mit Marita Köllner moderierte er über Jahre die „Närrische Hitparade“. Auch mit zahlreichen Porträts und Dokumentationen über Persönlichkeiten des rheinischen Brauchtums bewies er, dass für ihn hinter dem Karneval immer auch die Menschen und ihre Geschichten standen.

Ein Freund des Karnevals, der auch kritisch hinschaute

Gisbert Baltes verstand es, die Begeisterung für den Fastelovend mit journalistischer Professionalität zu verbinden. Er kannte die Traditionen, die Gesellschaften und die Menschen hinter den Kulissen. Dabei war er nicht nur begeisterter Beobachter, sondern auch ein kritischer Begleiter des organisierten Karnevals.

Diese besondere Rolle würdigt auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Lutz Schade:

„Gisbert Baltes galt in Karnevalskreisen über Jahrzehnte hinweg als großer Freund und zugleich als kritischer Begleiter des kölschen Fastelovends. Als WDR-Redakteur war er etwa für die Fernsehübertragungen der Festkomitee-Sitzungen zuständig – eine Aufgabe, die er nicht nur mit akribischer Kenntnis des Karnevals, sondern auch mit unheimlich viel Herzblut erfüllte. Er hat damit mit dazu beigetragen, den Kölner Karneval und die Kölsche Lebensart zu den Menschen in ganz Deutschland zu transportieren. Dafür gebührt ihm der große Dank aller Karnevalisten.”

Ein besonderer Abschied im Gürzenich

Wie eng Gisbert Baltes mit dem Kölner Karneval verbunden war, zeigte sich auch bei seinem Abschied aus der aktiven WDR-Redaktionsarbeit im Januar 2016.

Bei der ARD-Fernsehsitzung im Gürzenich erschien er als personifiziertes Kölner Dreigestirn: mit den Zöpfen der Jungfrau, dem Ornat des Bauern und den roten Schuhen des Prinzen.

Es war ein Abschied voller Humor, Selbstironie und kölschem Lebensgefühl. Für seine Verdienste erhielt er damals den Verdienstorden des Festkomitees Kölner Karneval in Gold.

Diese Ehrung machte deutlich, welche Wertschätzung ihm innerhalb der karnevalistischen Gemeinschaft entgegengebracht wurde.

Sein Vermächtnis bleibt

Mit Gisbert Baltes verliert der Kölner Karneval einen Journalisten, der das Brauchtum nicht nur dokumentierte, sondern dessen öffentliche Wahrnehmung über viele Jahre entscheidend mitprägte.

Er verstand, dass der Fastelovend weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Sitzungen, Liedern und bunten Kostümen. Er ist Ausdruck einer besonderen Kultur, einer tiefen Heimatverbundenheit und eines Lebensgefühls, das Menschen über Generationen hinweg zusammenführt.

Gisbert Baltes hat dazu beigetragen, dieses Lebensgefühl weit über die Grenzen Kölns hinaus bekannt zu machen.

Seine Stimme wird fehlen. Seine journalistische Arbeit, seine Begeisterung und seine Verdienste um den Kölner Karneval werden bleiben.

Unsere Gedanken gelten seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm persönlich und beruflich verbunden waren.

Mach et jot, Gisbert Baltes.

Kölle säät Danke.

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  1. Helmut Thielisch

    Das Interview mit Hans Süper im Gürzenich, über das Colonia-Duett, bleibt mir immer in Erinnerung. Danke für Alles im Karneval!!!

Jecken-Post

Neuigkeiten aus den Sälen, Probenräumen und Veedeln – unregelmäßig, dafür immer mit Anlass.

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