Horst Muys (1925–1970) gehörte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den populärsten, zugleich aber auch umstrittensten Persönlichkeiten des Kölner Karnevals. Als Mitglied des Eilemann-Trios wurde er zum „Komiker mit dem Bass“. Später trat er als Solokünstler, Sänger und schlagfertiger Redner auf. Dabei löste er sich von der klassischen gereimten Büttenrede und setzte auf spontane Dialoge mit dem Publikum, Selbstironie und einen oftmals derben, anzüglichen Humor.
Seine Auftritte überschritten mitunter bewusst die damaligen Grenzen des bürgerlichen Sitzungskarnevals. Nach einer besonders gewagten Rede erhielt Muys 1968 sogar ein Auftrittsverbot, kehrte jedoch bereits im folgenden Jahr unter großem Jubel zurück. Neben seinen Reden war er als Sänger erfolgreich: Seine Interpretation von „Ich bin ene kölsche Jung“ und besonders das gemeinsam mit Lotti Krekel gesungene „Ne Besuch em Zoo“ wurden weithin bekannt. Muys verkörperte die volkstümliche, unangepasste und widersprüchliche Seite des Fastelovends. Sein früher Tod im Jahr 1970 löste große Anteilnahme aus; etwa 7.000 Menschen sollen ihn auf seinem letzten Weg begleitet haben. Bis heute gilt er als kölsches Original und als Grenzgänger, der die Entwicklung der Karnevalsrede nachhaltig beeinflusste. Portal Rheinische Geschichte des LVR