Hintergrund
NeuNorbert „Nobby“ Campmann: Von den 3 Söck zu den Räubern
Norbert Campmann: Musiker mit kölschen Wurzeln
Norbert Campmann wurde 1959 geboren und war eng mit Köln und insbesondere dem Stadtteil Stammheim verbunden. Bevor er als Berufsmusiker bekannt wurde, ging er verschiedenen Tätigkeiten nach. Unter anderem betrieb er eine Gaststätte in Köln-Stammheim. In biografischen Darstellungen wird außerdem eine frühere Beschäftigung als Elektriker bei der Kölnischen Rundschau genannt.
Seine Leidenschaft galt jedoch der Musik. Schon früh fand Campmann Anschluss an die lokale Musikszene. Dabei zeichnete ihn nicht nur sein instrumentales Können aus, sondern auch seine Fähigkeit, Menschen zu unterhalten.
Er war ein Musiker, der den direkten Kontakt zum Publikum suchte. Humor, Spontaneität und eine unverwechselbare Bühnenpräsenz wurden zu seinen Markenzeichen.
Die 3 Söck: Norbert Campmanns musikalische Anfänge
Lange bevor Norbert Campmann bei den Räubern spielte, gehörte er zur Kölner Karnevalsformation 3 Söck. Die Gruppe entstand Mitte der 1980er-Jahre und entwickelte sich zu einem gefragten Bestandteil des Sitzungskarnevals.
Gemeinsam mit Detlef Lauenstein und Gero Karaschewski bildete Campmann das Trio. Die Musiker kannten sich aus dem Umfeld einer Jugendeinrichtung in Köln-Stammheim. Lauenstein übernahm Gesang und Akkordeon, Karaschewski spielte Gitarre und Campmann sorgte unter anderem mit dem Tamburin für Rhythmus und Unterhaltung.
Eine Karnevalsgruppe mit ungewöhnlichem Humor
Schon der Name 3 Söck verriet, dass die Musiker einen eigenen Weg gehen wollten. Socken wurden zu ihrem Markenzeichen. Bei einem frühen Vorstellabend vor Vertretern des Kölner Karnevals erschienen die drei sogar in Pyjamas und mit Socken um den Hals.
Auch musikalisch unterschieden sie sich von klassischen Karnevalsgruppen. Ihr Programm verband kölsche Lieder mit Rock ’n’ Roll, Coverversionen, Parodien und spontanen Einlagen.
Das Konzept kam beim Publikum an. Nach einem Rückblick des Kölner BilderBogens absolvierten die 3 Söck zeitweise rund 120 Auftritte pro Karnevalssession.
Warum Norbert Campmann die 3 Söck verließ
1993 endete Campmanns Zeit bei den 3 Söck. Nach Erinnerungen seines früheren Bandkollegen Detlef Lauenstein hatten sich die musikalischen Interessen auseinanderentwickelt.
Während Lauenstein stärker zu Schlagern und Showelementen tendierte, zog es Campmann zunehmend zur Rockmusik.
Der Wechsel erfolgte ohne persönlichen Bruch. Die Musiker blieben freundschaftlich verbunden. Für Campmann begann nun ein neues Kapitel bei einer jungen kölschen Band: den Räubern.
Die Räuber: 14 Jahre voller Musik und Karneval
Die Räuber waren 1991 von Karl-Heinz „Charly“ Brand und Kurt Feller gegründet worden. Als Norbert Campmann 1993 zur Band kam, befand sich die Gruppe noch im Aufbau.
Campmann brachte Erfahrung aus zahlreichen Karnevalsauftritten mit und wurde schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Formation.

Was viele nicht wissen: Norbert Campmann begann bei den Räubern als Schlagzeuger. Erst nach dem Einstieg von Wolfgang Bachem im Jahr 2001 widmete er sich verstärkt der Gitarre. Darüber hinaus spielte er Mandoline und beteiligte sich am Gesang.
Besonders geschätzt wurde er für seinen Humor. Innerhalb der Band übernahm er häufig die Rolle des Spaßmachers und sorgte mit spontanen Einlagen für Unterhaltung.
Große Erfolge mit kölschen Liedern
Mit Campmann entwickelten sich die Räuber zu einer der bekanntesten Bands des Kölner Karnevals.
Ihr Repertoire verband traditionelle Mundartmusik mit modernen Rhythmen, rockigen Elementen und humorvollen Texten. Zu den bekanntesten Liedern gehören „Denn wenn et Trömmelche jeit“, „Op dem Maat“, „Kölsches Bloot“, „Schau mir in die Augen“ und „Kölsche Junge bütze joot“.
Nicht alle diese Titel entstanden während Campmanns Zeit bei der Band. Doch er gehörte zu jener Besetzung, die viele dieser Lieder über Jahre hinweg auf die Karnevalsbühnen brachte.
Die Räuber etablierten sich neben den Bläck Fööss, den Höhnern und den Paveiern als eine der führenden Gruppen der kölschen Musikszene.
Campmann war dabei weit mehr als ein Begleitmusiker. Mit seiner Bühnenpräsenz und seinem Gespür für das Publikum prägte er das Erscheinungsbild der Band.
Vom Kölner Karneval bis nach New York
Der Erfolg der Räuber führte die Musiker weit über Köln hinaus. Neben zahlreichen Karnevalssitzungen und Konzerten gehörten auch internationale Auftritte zum Programm.
Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an der German-American Steuben Parade in New York im September 2006. Auf Einladung der New Yorker Funken präsentierten die Räuber dort kölsche Musik vor internationalem Publikum.
Für Campmann war dies einer der letzten großen Höhepunkte seiner Karriere. Nur wenige Monate später wurde die Band von seinem plötzlichen Tod erschüttert.
Der frühe Tod von Norbert Campmann
Im Mai 2007 starb Norbert „Nobby“ Campmann im Alter von nur 48 Jahren. Zeitgenössische Presseberichte nennen die Nacht zum 25. Mai 2007 als Todeszeitpunkt.
Als wahrscheinliche Todesursache wurde damals eine Lungenembolie genannt. Andere Berichte sprachen von Herzversagen infolge einer Lungenembolie.
Sein Tod kam überraschend und löste große Betroffenheit bei seinen Bandkollegen, Freunden und in der Kölner Karnevalsszene aus.
Für die Räuber bedeutete der Verlust einen tiefen Einschnitt. Campmann hatte die Gruppe vierzehn Jahre lang begleitet und war nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich ein wichtiger Bestandteil der Band gewesen.
Auch seine früheren Weggefährten von den 3 Söck erinnerten sich an ihn. Detlef Lauenstein sprach noch viele Jahre später über die gemeinsame Zeit und den Verlust seines Freundes.
Bastian Campmann: Das musikalische Erbe lebt weiter
Eine besondere Verbindung zur heutigen kölschen Musikszene besteht durch Norbert Campmanns Sohn Bastian.
Bastian Campmann wurde als Frontmann der 2011 gegründeten Band Kasalla bekannt. Mit Liedern wie „Pirate“, „Stadt met K“ und „Alle Jläser huh“ entwickelte sich Kasalla zu einer der erfolgreichen jüngeren Formationen der kölschen Musik.
Während Norbert Campmann mit den 3 Söck und den Räubern auftrat, entwickelte Bastian mit Kasalla einen eigenständigen, stärker rockorientierten Stil.
Norbert Campmann erlebte die Gründung von Kasalla nicht mehr. Dennoch bleibt die familiäre Verbindung ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie sich die kölsche Musik über Generationen hinweg weiterentwickelt.
Häufige Fragen zu Norbert Campmann
Wer war Norbert Campmann?
Norbert „Nobby“ Campmann war ein Kölner Musiker und Entertainer. Er spielte zunächst bei den 3 Söck und gehörte von 1993 bis 2007 zu den Räubern.
Wann wurde Norbert Campmann geboren?
Norbert Campmann wurde 1959 geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist anhand der verfügbaren Quellen nicht abschließend bestätigt.
Wann ist Norbert Campmann gestorben?
Er starb im Mai 2007 im Alter von 48 Jahren. Zeitgenössische Presseberichte nennen die Nacht zum 25. Mai 2007.
Woher kam Norbert Campmann?
Er stammte aus Köln und war besonders eng mit dem Stadtteil Stammheim verbunden.
Was war Norbert Campmann von Beruf?
Neben seiner musikalischen Tätigkeit arbeitete er als Gastwirt in Köln-Stammheim. Biografische Darstellungen nennen außerdem eine frühere Tätigkeit als Elektriker.
War Norbert Campmann Mitglied der 3 Söck?
Ja. Er gehörte Mitte der 1980er-Jahre zur ursprünglichen Formation der 3 Söck, gemeinsam mit Detlef Lauenstein und Gero Karaschewski.
Warum verließ Norbert Campmann die 3 Söck?
1993 wechselte er zu den Räubern. Hintergrund waren nach Erinnerungen seines ehemaligen Bandkollegen unterschiedliche musikalische Interessen.
Bei welcher Band spielte Norbert Campmann?
Seine bekanntesten musikalischen Stationen waren die 3 Söck und die Räuber. Bei den Räubern war er vierzehn Jahre lang Mitglied.
Welche Instrumente spielte Norbert Campmann?
Er spielte Schlagzeug, Gitarre, Mandoline und Tamburin. Bei den Räubern begann er als Schlagzeuger und wechselte später verstärkt zur Gitarre.
Welche bekannten Lieder gibt es von den Räubern?
Zu den bekanntesten Titeln gehören „Denn wenn et Trömmelche jeit“, „Op dem Maat“, „Kölsches Bloot“, „Schau mir in die Augen“ und „Kölsche Junge bütze joot“.
Welche Rolle spielte Norbert Campmann im Kölner Karneval?
Er war ein vielseitiger Musiker und Entertainer, der zunächst mit den 3 Söck und später mit den Räubern die Kölner Karnevalsszene mitgestaltete.
Ist Bastian Campmann der Sohn von Norbert Campmann?
Ja. Bastian Campmann ist der Sohn von Norbert Campmann und Sänger der Kölner Band Kasalla.
Was war die Todesursache von Norbert Campmann?
Zeitgenössischen Presseberichten zufolge war eine Lungenembolie die wahrscheinliche Todesursache. Teilweise wurde Herzversagen infolge einer Lungenembolie genannt.
Fazit: Ein Stück kölsche Musikgeschichte
Norbert „Nobby“ Campmann war weit mehr als der Gitarrist der Räuber. Seine musikalische Laufbahn führte ihn von den ungewöhnlichen Bühnenshows der 3 Söck bis zu den großen Karnevalsbühnen mit den Räubern.
Vierzehn Jahre lang prägte er die Band mit seinem musikalischen Können, seinem Humor und seiner Persönlichkeit. Sein früher Tod im Mai 2007 beendete eine Karriere, die eng mit der Entwicklung der modernen kölschen Musik verbunden war.
Seine Geschichte bleibt ein Stück Kölner Karnevalsgeschichte – und durch seinen Sohn Bastian Campmann besteht bis heute eine Verbindung zur nächsten Generation kölscher Musiker.
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