Paula Zapf, erste echte weibliche Jungfrau im Kölner Karneval, mit Bauer Johannes Wiesbaum bei der Ehrengarde Köln
1938 werden Prinz, Bauer und Jungfrau erstmals gemeinsam als „Dreigestirn“ bezeichnet. Zugleich erzwingt die NSDAP eine grundlegende Änderung: Die Jungfrau, seit den Anfängen des organisierten Karnevals traditionell von einem Mann dargestellt, muss künftig von einer Frau verkörpert werden.
Hintergrund ist die NS-Kampagne gegen Homosexualität und „Transvestitismus“: Bereits 1935 waren die Karnevalsgesellschaften angewiesen worden, bei den Tanzkorps echte Frauen als Funkenmariechen auftreten zu lassen. Nun gibt auch das Festkomitee dem Druck nach, und die 19-jährige Paula Zapf aus Nippes, angestellt bei der Bekleidungsfirma Bierbaum & Proenen, wird als erste echte Frau Kölner Jungfrau. Prinz der Session ist Peter Hubert Schupp (Lindenthaler Husaren), Bauer Johannes Wiesbaum (Rote Funken). Paula Zapf selbst gilt bei den Jecken als beliebt und wird nach der Session als erfolgreiche Repräsentantin gewürdigt; mit der NSDAP wird ihr keine Nähe nachgesagt.
