Ein Verein, der Karneval neu denkt – mit Vielfalt, Haltung, Party und sozialem Engagement.
Mitten in der Kölner Südstadt, wo das Herz des alternativen Karnevals schlägt, hat sich in den letzten Jahren ein Verein etabliert, der auf den ersten Blick alles anders macht – und genau deshalb so erfolgreich ist: Die KG Ponyhof e.V.. Gegründet 2008 und seit 2013 offizieller Karnevalsverein, zählt die Gesellschaft inzwischen über 500 Mitglieder – liebevoll „Ponys“ genannt.
Karneval mit Haltung, Charme und Chanson – so könnte man das Konzept beschreiben. Keine Mariechen, kein Funkenmarsch – stattdessen stehen Offenheit, Vielfalt, moderne Musik und gesellschaftliches Engagement im Zentrum.
Karneval, Konfetti und Konsequenz
Bekannt ist die KG Ponyhof nicht nur für ihre Veranstaltungen, sondern auch für ihre klare Haltung. Ob beim Sessionsauftakt am Rhein („Ussjebüxx“), den legendären „Stallabriss“-Partys im Gloria Theater oder bei der Fußgruppe im Südstadtzug – hier wird gefeiert, gelacht, getanzt. Und zwar ohne Ausgrenzung, dafür mit ganz viel Herz.

„Wir machen Karneval, der Spaß macht – aber auch Haltung zeigt“, sagt Pony-Mitglied Jutta M., seit fünf Jahren aktiv dabei. „Bei uns ist Platz für alle, die Bock auf Karneval haben – egal woher du kommst, wen du liebst oder woran du glaubst.“
5 Euro für den guten Zweck
Der Verein versteht sich als „Karnevalsverein für alle“, der seine Strukturen bewusst niedrigschwellig hält. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei symbolischen 5 € im Monat. Wer Mitglied werden will, durchläuft allerdings ein besonderes Verfahren: zwei Jahre Probezeit, begleitet von einem Paten – und mindestens elf ehrenamtliche Einsätze bei den vielen Veranstaltungen.
Denn das Geld, das durch Glühwein, Weinschorle und Eintrittskarten gesammelt wird, fließt zu 100 % in soziale Projekte – von der Obdachlosenhilfe über Bildungsprojekte bis zur Flutopferunterstützung.
Weingarten, Weihnachtsmarkt und mehr
Besonders beliebt: der Weingarten an der Kartäuserkirche im Sommer – ein temporärer Open-Air-Treff mit Wein, Musik und Spendenziel. Oder der „kleinste Weihnachtsmarkt der Stadt“, bei dem Ponys mit selbst gebastelter Deko und selbst gebrautem Glühwein Spenden für gemeinnützige Organisationen sammeln.
Was die Veranstaltungen eint: alles wird ehrenamtlich organisiert, und die Stimmung ist herzlich – egal ob DJ, Chor, Blaskapelle oder Poetry Slam auf der Bühne steht.
Mehr als nur Jeck
Die KG Ponyhof zeigt, dass Karneval mehr sein kann als nur Kamelle und Kostüm: ein Ort des Zusammenkommens, des Ausdrucks, des Engagements. Und vielleicht auch ein Stück gelebte Utopie.

Oder wie Pony Jutta M. es formuliert:
„Es ist nicht alles Ponyhof – aber wenn doch, dann ist es ziemlich schön.“
Weitere Infos: www.kg-ponyhof.koeln
Nächste Veranstaltungen, Mitgliedsanträge und Spendenmöglichkeiten finden sich dort.
Vringsveedeler Dschungelbrööder mit ihrem Präses Andreas Frank. Hier wurde mit Herz fröhlich Karneval gefeiert und die Verkleidung nicht als Diskriminierend empfunden sondern als eine Persiflage auf die Naturvölker in Afrika.