Vom Eichsfeld ins Rheinland
Hinter „Feuerwehrmann Kresse“ steht der Büttenredner Klaus Bömeke. Er stammt aus Nesselröden bei Duderstadt und zog später in den Raum Rösrath. In seiner Heimat trat er bei plattdeutschen Abenden, Feiern und Schützenfesten als „Luschi“ auf und leitete eine Theatergruppe. Kölner Gäste erlebten ihn 1986 und ermunterten ihn, sich im Kölner Karneval vorzustellen.
Durchbruch im Karneval
1992 nahm Bömekes Laufbahn als Feuerwehrmann Kresse Fahrt auf. Nach eigener Erinnerung stieg die Zahl seiner Engagements binnen eines Jahres auf rund 100. Für die Bühne arbeitete er nur noch halbtags in einem Reisebüro. Seither tritt Kresse in Köln, Bonn, Düsseldorf, im übrigen Rheinland und darüber hinaus auf.
Die Bühnenfigur
Kresse erscheint in Uniform, mit Helm, Rundumleuchte, Schlauch und Rollschuhen. Schon der chaotische Weg auf die Bühne gehört zur Nummer. Er will als pflichtbewusster Retter auftreten, erweist sich jedoch als Tollpatsch, der mehr Unordnung stiftet, als er beseitigt. Seine Einsätze führen zu Pannen und absurden Erklärungen.
Rede, Slapstick und Situationskomik
Das Programm verbindet Büttenrede, Comedy und Slapstick. Bömeke erzählt aus einem erfundenen Feuerwehralltag und spielt mit seiner Ausrüstung. Rollschuhe und Schlauch werden zu Werkzeugen der Komik. Die Figur lebt von Unverständnis, trockenen Pointen und Selbstironie. Kresse hält sich für einsatzbereit, während das Publikum seine Überforderung erkennt. Ein typischer Auftritt dauert rund 25 Minuten und verbindet vorbereitete Pointen mit oft spontanen Reaktionen auf das Publikum.
Sprache und Herkunft
Bömeke spricht überwiegend Hochdeutsch. Zugleich fließen Plattdeutsch aus der Eichsfelder Heimat und Kölsch in seine Sprache ein. Diese Mischung unterstützt den Charakter eines Zugezogenen, der im rheinischen Fastelovend eine Heimat fand. Sein Humor bleibt auch außerhalb Kölns verständlich.
Fernsehen und große Bühnen
Fernsehauftritte machten Kresse einem größeren Publikum bekannt. Zu seinen Stationen zählen „Karnevalissimo“ im ZDF, „Karneval Hoch Drei“ und das „NRW-Duell“ des WDR. 2015 war er erneut bei „Karnevalissimo“ zu sehen. Hinzu kommen Prunk-, Herren- und Mädchensitzungen sowie Vereins- und Firmenfeiern.
Mitgliedschaften und Engagement
Bömeke ist Mitglied im Klub Kölner Karnevalisten und in der Vereinigung Bonner Karnevalisten. So ist er in zwei Künstlergemeinschaften verankert. Belegt sind auch Benefizauftritte, darunter eine alkoholfreie Sitzung zugunsten der Arbeit mit suchtkranken Menschen, bei der die Künstler ohne Gage auftraten.
Bedeutung der Figur
Seit mehr als drei Jahrzehnten verbindet Kresse die Rednerfigur mit Bewegungskomik. Uniform und Blaulicht schaffen Wiedererkennbarkeit, neue Programme liefern weitere Einsatzgeschichten. Bömeke zeigt, dass eine klar gezeichnete Type in der Bütt wie auf Fernseh- und Veranstaltungsbühnen funktioniert. Kresse gehört zu den beständigen Figuren des modernen rheinischen Karnevals.