Fritz Schopps († 2022)
Fritz Schopps gehörte zu den letzten großen Reimrednern des Kölner Karnevals. Rund vier Jahrzehnte lang trat er als „Et Rumpelstilzje“ auf — in Lumpengewand und Filzhut, mit Geschichten aus dem Märchenwald, die als harmlose Reimerei begannen und regelmäßig in Politik- und Gesellschaftskritik mündeten. Die Figur entstand 1983, passend zum Sessionsmotto „Es war einmal … Kölner Karneval wie ein Märchen“.
Seine Bedeutung lag im Handwerk und im Zeitpunkt. Jupp Menth, selbst Büttenredner, beschrieb es im Nachruf so: Schopps sei „zu einer Zeit“ gekommen, „als auf der Bühne noch reine Witze-Erzähler standen“, und habe mit seinen Märchenwald-Geschichten „eine ganz neue Art der Erzählung“ gebracht. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn würdigte ihn als jemanden, der „sein Handwerk als Büttenredner beherrscht hat wie nur wenige“.
Zur kölschen Sprache hatte Schopps ein programmatisches Verhältnis: Er gehörte zu den Rednern, die konsequent auf Mundart bestanden, als deren Anteil auf den Sitzungsbühnen schon spürbar zurückging.
Hauptberuflich war Schopps Lehrer an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln-Höhenhaus; daneben spielte er in der Musikgruppe „Ärm Söck“. Dem Klub Kölner Karnevalisten 1950 e.V. stand er als Vorsitzender vor und war zuletzt dessen Ehrenvorsitzender.
2014 zeichneten ihn die Kölsche Grielächer als „Grielächer des Jahres“ aus. Fritz Schopps starb am 5. Juni 2022. Sein Sohn Martin Schopps ist selbst Redner im Kölner Karneval.
Art: Redner
Status: Historisch
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