Jupp Kürsch († 1998)
Jupp Kürsch (1918–1998) war Krätzchensänger, Sitzungspräsident und über Jahrzehnte eine der Organisationsfiguren des Kölner Karnevals hinter der Bühne.
Als „Gebrüder Kürsch“ trat er gemeinsam mit seinem Bruder Stefan auf. Ein Krätzche ist im Kölner Raum ein erzählendes Lied über eine lustige Begebenheit oder einen Streich — eine Form, die ohne großen Apparat auskommt und vom Text lebt.
Sein eigentliches Feld waren die Muuzemändelcher, jene Vereinigung, deren Mitglieder sich verpflichtet haben, das künstlerische Niveau im Karneval zu wahren. Die Gebrüder Kürsch sind dort bereits 1949 als Mitglieder verzeichnet; 1959 wurde Jupp Kürsch Schriftführer, am 25. März 1969 wählte man ihn zum Baas, zum Ersten Vorsitzenden. Er blieb es mindestens bis 1978 und war später Ehren-Baas. Als Moderator und Sitzungspräsident gestaltete er zahlreiche Veranstaltungen, darunter viele für Senioren und für Menschen mit Behinderungen. Zu den jüngeren Karnevalisten, die er förderte, gehörte Willibert Pauels.
Geehrt wurde er dafür vierfach: 1978 mit dem Ehrenring der Muuzemändelcher, dazu mit dem Rheinlandorden „Das goldene Herz“, 1988 mit der Goldenen Ostermann-Medaille — der höchsten Auszeichnung für Verdienste um das kölsche Liedgut — und 1995 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.
Art: Künstler
Status: Historisch
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