Renate Fuchs – Callas von Niehl († 2024)

Renate Fuchs – Callas von Niehl († 2024)

Renate Fuchs gehörte über Jahrzehnte zu den markanten Frauenstimmen des Kölner Karnevals. Bekannt wurde die Sängerin als „Callas von Niehl“ oder „Callas von Köln“ – ein augenzwinkernder Beiname, der auf die berühmte Opernsängerin Maria Callas anspielte. Mit Temperament, Humor und fantasievollen Kostümen entwickelte Fuchs eine unverwechselbare Bühnenfigur.

Ihre Karriere begann in den 1970er-Jahren. Zu ihren bekanntesten Liedern zählen „Mutter Colonia“, „He Amigo spell“ und „Kommst du in die Wechseljahre“. Dabei verband sie kölsche Heimatverbundenheit mit komödiantischen Texten und einer gehörigen Portion Selbstironie. Die 1979 veröffentlichte Single „Mutter Colonia“ wurde zu einem ihrer musikalischen Erkennungszeichen. Auch Titel wie „Stand ens op“, „Ich danze nor met dir“ und „Wo sin uns schöne Kinderjohre“ gehören zu ihrem Repertoire. An einigen Liedern arbeitete sie mit dem bedeutenden kölschen Liedermacher Hans Knipp zusammen, wie die Liedersammlung der Akademie för uns kölsche Sproch dokumentiert.

Auf der Bühne war Renate Fuchs weit mehr als eine reine Stimmungssängerin. Ihre Auftritte lebten von ihrer Präsenz, ihren prachtvollen Kleidern und der Verbindung aus Musik, Schauspiel und Komik. Sie trat unter anderem in der Lachenden Sporthalle, der späteren Lachenden Kölnarena und im Millowitsch-Theater auf. Außerdem war sie regelmäßig in karnevalistischen und weihnachtlichen Fernseh- und Bühnenprogrammen zu erleben.

In einer Zeit, in der die großen Karnevalsbühnen überwiegend von Männern beherrscht wurden, behauptete sich Renate Fuchs neben Künstlerinnen wie Marie-Luise Nikuta und Marita Köllner. Damit gehörte sie zu den Frauen, die dem weiblichen Karnevalsgesang in Köln dauerhaft einen Platz verschafften. Mehr als 35 Jahre lang stand sie im Rampenlicht.

2008 veröffentlichte sie anlässlich ihres 60. Geburtstags das Album „Na und, jetzt bin ich 60!“. Die Sammlung mit 14 Titeln zeigte noch einmal die ganze Bandbreite ihres Schaffens: humorvolle Lieder, kölsche Geschichten und nachdenkliche Erinnerungen an frühere Zeiten.

Die späteren Jahre ihres Lebens waren von schweren persönlichen und gesundheitlichen Belastungen geprägt. Renate Fuchs überstand eine Krebserkrankung und verlor ihren Ehemann Martino. Im Jahr 2014 zog sie sich endgültig von der Bühne zurück. Den Kölner Karneval beobachtete sie jedoch weiterhin aufmerksam und meldete sich gelegentlich kritisch zu Wort. So setzte sie sich für verständliches Kölsch, abwechslungsreiche Sitzungsprogramme und leisere Töne im Fastelovend ein.

Im März 2024 wurde bekannt, dass Renate Fuchs nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben war. Zahlreiche Weggefährten erinnerten an ihre außergewöhnlichen Kostüme, ihren Humor und ihre Herzlichkeit.

Renate Fuchs war eine echte kölsche Diva – temperamentvoll, schlagfertig und unverwechselbar. Als „Callas von Niehl“ hinterließ sie im Kölner Karneval eine ganz eigene Spur. Ihre Lieder und ihre farbenprächtige Bühnenfigur bleiben als Teil der kölschen Unterhaltungskultur in Erinnerung.

Art: Künstler

Status: Historisch

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