Einweihung des Marie-Luise-Nikuta-Platzes in Köln, gewidmet der kölschen Seele.
„Wo man singt, do loss dich nieder – und ab jetzt auch auf dem Marie-Luise-Nikuta-Platz.“
Am Wochenende hat Köln einer seiner größten Stimmen ein bleibendes Denkmal gesetzt: Der Platz an der Severinstraße trägt nun den Namen von Marie-Luise Nikuta – jener Frau, die das kölsche Lied zur Herzenssprache gemacht hat. Mit Musik, Tränen und viel Alaaf wurde die Einweihung gefeiert.
Ein Platz mitten im Veedel – und mitten in Kölns Herz
Der frisch benannte Marie-Luise-Nikuta-Platz liegt unweit der Severinstorburg, im Herzen der Südstadt – dort, wo das kölsche Lebensgefühl so dicht in der Luft liegt wie der Duft von frisch gebackenem Röggelchen. Der Platz wurde in den vergangenen Monaten neu gestaltet: mit Sitzbänken, roten Pflastersteinen, einem kleinen Rondell und einer bronzenen Gedenktafel, die das typische Lächeln der Künstlerin zeigt.
„Dat is et, wat se verdient hät“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker in ihrer Ansprache. „Marie-Luise Nikuta war Stimme, Herz und Humor unserer Stadt. Mit diesem Platz bleibt sie mitten unter uns – so, wie sie es immer war.“
Ein Leben für die kölsche Musik
Marie-Luise Nikuta, geboren 1938 in Köln-Ehrenfeld, war über Jahrzehnte eine feste Größe im Kölner Karneval. Über 400 Lieder stammen aus ihrer Feder – viele davon wurden echte Ohrwürmer. Ihr bekanntestes Stück, „In Kölle verliebt“, wurde zu einer Hymne an die Stadt, die sie so sehr liebte.
Doch Nikuta war mehr als nur eine Sängerin: Sie war Chronistin, Kommentatorin und Mutmacherin. Mit Witz, Herz und Scharfblick besang sie das Stadtgeschehen, die Politik und natürlich den Karneval selbst. Besonders ihre jährlichen Sessionslieder, in denen sie mit spitzer Feder und viel Humor das aktuelle Geschehen aufs Korn nahm, wurden legendär. Ihre Texte waren oft bissig, immer liebevoll – und immer zutiefst kölsch.
Vom Ebertplatz bis zur Lachenden Kölnarena
Ob auf kleinen Veedelsbühnen oder vor zehntausenden Jecken in der Lachenden Kölnarena – Marie-Luise Nikuta blieb stets nahbar. Sie brachte Menschen zusammen, über Generationen hinweg. Viele erinnern sich an ihre unverwechselbare Stimme, ihren charmanten Eigensinn und ihre bunten Kostüme, die so farbenfroh waren wie ihr Charakter.
„Sie hat den kölschen Dialekt gepflegt wie kaum jemand“, sagt Musiker und Freund Ludwig Sebus. „Marie-Luise hat nie vergessen, wo sie herkommt – aus dem Herzen von Köln. Und jetzt bekommt sie ihren Platz genau dort zurück.“
Ein Denkmal für Lebensfreude und Haltung
Der Marie-Luise-Nikuta-Platz ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Ort des Lebens. Passend zu Nikutas Motto „Et hät noch immer jot jejange“ sind auf dem Platz bald regelmäßige kleine Musikveranstaltungen geplant. Schulklassen aus der Südstadt sollen hier kölsche Lieder lernen – ganz im Sinne der Frau, die sagte: „Wer singt, hat keine Angst.“
Ein QR-Code auf der Gedenktafel führt zu einer digitalen Ausstellung mit Liedern, Fotos und Interviews aus Nikutas Leben.
Zum Abschluss der Einweihung erklang – natürlich live – ihr Lied „In Kölle verliebt“. Die Menge sang mit, Schals wehten, und ein älterer Herr rief: „Marie-Luise, du häs et verdient!“
Und so wurde der neue Platz an diesem Tag mehr als nur ein Ort auf der Karte: Er wurde ein Stück kölsches Jeföhl – für immer.