Wenn Axel Foppen und Frank Fander als „De Huusmeister vom Bundesdaach“ die Bühne betreten, bringen sie die angeblich neuesten Informationen aus Berlin mit. In grauen Arbeitskitteln und Schiebermützen berichten die beiden darüber, was hinter den Türen des Bundestages wirklich geschehen sein soll. Dabei verbinden sie politisches Zwiegespräch, kölschen Humor, kurze Lieder und musikalische Parodien.
Seit 1994 sind die beiden Huusmeister auf den Bühnen des rheinischen Karnevals unterwegs. Ihr Programm wird ständig an die politische Lage angepasst. Schließlich wechseln Regierungen, Minister und Streitfragen – und damit auch die Arbeit, die im Berliner Regierungsviertel angeblich auf die beiden Hausmeister wartet.
Eine gemeinsame Nummer auf einer Hauseinweihung
Die Geschichte des Duos begann nicht im Bundestag und auch nicht auf einer großen Karnevalssitzung. Obwohl sich Axel Foppen und Frank Fander bereits seit ihrer Kindheit kannten, hatten sie zunächst nur wenig miteinander zu tun. Das änderte sich im Herbst 1991 bei einer Hauseinweihungsfeier.
Für diese Feier studierten sie gemeinsam ein Lied ein. Axel Foppen hatte die Komposition bereits einige Zeit zuvor geschrieben, während Frank Fander weitere musikalische Ideen aus seinem eigenen Repertoire beisteuerte. Der Auftritt mit Gitarre und Gesang kam bei den Gästen so gut an, dass die beiden anschließend ein Programm für einen Frühschoppen der Bad Honnefer Karnevalsgesellschaft Halt Pol vorbereiteten.
Damit war der Grundstein für eine dauerhafte Zusammenarbeit gelegt. Zunächst standen Foppen und Fander unter dem Namen „Die 2 mit dem F“ auf der Bühne. Ihr damaliges Erscheinungsbild mit auffälligen karierten Sakkos und ungewöhnlichen Krawatten unterschied sich jedoch deutlich von den späteren Hausmeisterfiguren.
Seit 1994 als Huusmeister unterwegs
Nach ersten Auftritten entwickelten Axel Foppen und Frank Fander ihr Konzept weiter. Sie wollten keine gewöhnliche Sammlung von Witzen präsentieren, sondern politische Themen aufgreifen und der Obrigkeit auf humorvolle Weise den Spiegel vorhalten.
Daraus entstanden „De Huusmeister vom Bundesdaach“. Die auffälligen Sakkos verschwanden und wurden durch graue Arbeitskittel und Schiebermützen ersetzt. Als vermeintliche Hausmeister des Bundestages erhielten die beiden eine glaubwürdige Begründung dafür, weshalb sie angeblich über die geheimen Vorgänge in Berlin Bescheid wissen.
Im Jahr 1994 präsentierten sie die Figuren erstmals bei der Vereinigung Landrheinischer Karnevalisten in Hürth. Seitdem treten sie unter diesem Namen in kleinen und großen Sälen, in Kneipen sowie bei Veranstaltungen außerhalb der eigentlichen Karnevalssession auf. Die ausführliche Entstehungsgeschichte wurde 2009 anlässlich der Verleihung des Rheinlandordens „Das Goldene Herz“ dokumentiert.
Der Blick auf die Politik von unten
Die Huusmeister gehören zu den wenigen Karnevalsduos, deren Programm konsequent auf das politische Geschehen ausgerichtet ist. Als einfache Mitarbeiter im Bundestag begegnen ihre Figuren den vermeintlich wichtigen Entscheidungsträgern aus einer besonderen Perspektive.
Hausmeister sind überall im Gebäude unterwegs, öffnen Türen, reparieren Schäden und hören dabei so manches Gespräch. Diese Ausgangssituation gibt Foppen und Fander die Möglichkeit, politische Abläufe aus der Sicht zweier Menschen zu kommentieren, die nicht zur offiziellen Führung gehören, angeblich aber mehr wissen als Abgeordnete, Journalisten und politische Berater.
Die beiden greifen Regierungswechsel, Koalitionsstreit, Wahlkämpfe und die Auftritte bekannter Politiker auf. Weil sich die Nachrichtenlage schnell verändert, müssen sie ihre Texte regelmäßig überarbeiten. Das Duo bezeichnet sein Programm deshalb als politischen Verzäll mit „Frischegarantie“.
Auch aktuelle Auftritte beschäftigen sich weiterhin mit der Lage im Bundestag. Ein Bericht über einen Vorstellabend im Jahr 2025 erwähnte beispielsweise politische Passagen über die damalige Situation in Berlin und über Markus Söder.
Bekannte Melodien mit neuen Texten
Das Programm besteht nicht ausschließlich aus gesprochenen Dialogen. Kurze Lieder und musikalische Parodien gehören ebenfalls zur Darbietung. Dafür verwenden die Huusmeister häufig bekannte Melodien, die sie mit eigenen Texten über das politische Geschehen versehen.
Frank Fander begleitet die Nummern auf der Gitarre. Axel Foppen nutzt dagegen einen umgebauten Besen als Rhythmusinstrument. Der Besen passt nicht nur zur Hausmeisterfigur, sondern lässt ihm ausreichend Bewegungsfreiheit für Gestik, Mimik und körperliche Komik.
Aus dem Wechsel zwischen Zwiegespräch, Liedern und Krätzjern entsteht ein abwechslungsreicher Vortrag. Das Publikum muss aufmerksam zuhören, weil viele Pointen aus aktuellen Ereignissen, politischen Formulierungen oder bekannten Aussagen entstehen.
Die Kölschagentur beschreibt das Programm als Mischung aus kurzen Liedern mit bekannten Melodien, Krätzjern und Zwiegesprächen über das politische Berlin.
Bissige Pointen mit erkennbarem Respekt
Politische Satire darf deutlich und gelegentlich auch bissig sein. Axel Foppen und Frank Fander betonen jedoch, dass sie die dargestellten Personen nicht persönlich verletzen wollen. Ihr Credo lautet: „Et sin all Minsche.“
Dadurch soll das Programm für Zuschauer mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen funktionieren. Nicht die Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei ist entscheidend, sondern das Verhalten der Politiker und die mitunter widersprüchlichen Abläufe des politischen Betriebs.
Die Hausmeisterfiguren helfen dabei, Distanz zu schaffen. Foppen und Fander treten nicht als politische Experten oder Moralprediger auf. Sie betrachten die Ereignisse aus der vermeintlich einfachen Perspektive zweier Angestellter, die im Bundestag täglich aufräumen müssen – im wörtlichen und im übertragenen Sinne.
Erfolgreich beim WDR-Wettbewerb
In der Session 2003/2004 nahmen „De Huusmeister vom Bundesdaach“ am karnevalistischen Rednerwettbewerb „Ab in die Bütt“ des WDR teil. Unter mehr als 150 Bewerbern erreichten sie die Endrunde und belegten im Finale den vierten Platz.
Die Teilnahme verschaffte dem Duo zusätzliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bestätigte sie, dass ein politischer Vortrag mit musikalischen Elementen auch neben klassischen Typenrednern und Witzeerzählern bestehen kann.
Foppen und Fander sind außerdem seit vielen Jahren in verschiedenen Künstlervereinigungen aktiv. Dazu gehören die Vereinigung Bonner Karnevalisten, die KAJUJA Köln und die Vereinigung Landrheinischer Karnevalisten. Der Stammtisch Kölner Karnevalisten führt das Duo in seinem aktuellen Künstlerverzeichnis im Bereich Zwiegespräche und Duette.
Auszeichnung für soziales Engagement
Neben ihren regulären Auftritten unterstützten Axel Foppen und Frank Fander wiederholt soziale und karitative Veranstaltungen. Sie traten unter anderem in Seniorenheimen und Krankenhäusern sowie bei Benefizveranstaltungen zugunsten erkrankter Kinder auf.
Für dieses Engagement und ihre karnevalistische Arbeit erhielten sie 2009 den Rheinlandorden „Das Goldene Herz“ der Karnevalsgesellschaft Die Tönnisberger. Die Auszeichnung würdigte sowohl die Originalität ihrer Bühnenfiguren als auch ihren Einsatz für soziale Einrichtungen.
Nicht nur im Karneval gefragt
Das Programm der Huusmeister funktioniert auch außerhalb der klassischen Session. Politische Themen gibt es schließlich während des gesamten Jahres. Deshalb treten Axel Foppen und Frank Fander ebenfalls bei Betriebsfesten, Empfängen, Galaabenden und privaten Feiern auf.
Ihre Vorträge sind überwiegend hochdeutsch gehalten, besitzen aber einen deutlich hörbaren rheinischen Einschlag. Dadurch können sie auch außerhalb des Köln-Bonner Raumes verstanden werden, ohne ihren regionalen Charakter zu verlieren.
Zwei Huusmeister mit dauerhaftem Arbeitsauftrag
Seit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen. An Arbeit mangelt es den beiden Hausmeistern dennoch nicht. Solange im Bundestag diskutiert, gestritten, gewählt und eine Entscheidung später wieder infrage gestellt wird, finden Axel Foppen und Frank Fander neues Material.
„De Huusmeister vom Bundesdaach“ verbinden die Tradition der politischen Büttenrede mit musikalischer Parodie und einem klaren Rollenbild. Ihr Erfolg beruht auf der Aktualität der Texte, dem Zusammenspiel der beiden Künstler und einer einfachen, aber wirkungsvollen Idee: Wer im Bundestag täglich aufräumt, muss schließlich wissen, wo der politische Schmutz liegen geblieben ist.