Heri Blum († 1997)
Heribert „Heri“ Blum (1939–1997) war als Büttenredner „Ne ärme Deuvel“ eine bekannte Persönlichkeit des Kölner Sitzungskarnevals. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er bei einer Pfarrsitzung von St. Bonifatius. Danach stand er mehr als 30 Jahre lang bei rund 3.000 Sitzungen in der Bütt.
Blums Markenzeichen waren seine hagere Erscheinung, eine trockene Mimik und ein zurückhaltender, präzise gesetzter Humor. Als vermeintlich bemitleidenswerter „armer Teufel“ nahm er die Sorgen des kleinen Mannes, den Alltag und das gesellschaftliche Geschehen aufs Korn. Dabei benötigte er weder große Gesten noch lauten Klamauk. Einer seiner bekanntesten Sätze bezog sich selbstironisch auf seine schmale Statur: „Applaus ist das Brot des Künstlers.“
Heri Blum engagierte sich außerdem für den karnevalistischen Nachwuchs. So unterstützte er unter anderem Marita Köllner beim Aufbau ihrer Bühnenfigur und gab ihr Hinweise zum Schreiben und Vortragen einer Rede. Damit steht er beispielhaft für die klassische kölsche Büttenrede: sprachgewandt, typensicher und eng mit dem Publikum verbunden. Nach seinem Tod wurde er auf dem Melatenfriedhof beigesetzt; sein Grabstein trägt die kölsche Würdigung: „Der Heri, dat wor ene Jode.“
Art: Redner
Status: Historisch
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