Eine kreative Initiative sorgt derzeit für Aufsehen in Köln: Die Online-Petition „Warten, dass d’r Prinz kütt – jetzt ganzjährig an Kölner Straßen“ fordert die Einführung von Ampelmännchen im Design des Kölner Dreigestirns – Prinz, Bauer und Jungfrau – an ausgewählten Ampeln in der Stadt. Im Gespräch sind Fußgängerampeln vor dem Kölner Dom und an der Ecke Aachener Straße / Maarweg in der Nähe des Kölner Karnevalsmuseums. Bereits über 1.500 Bürgerinnen und Bürger unterstützen das Projekt.
Von der Karnevalstradition an die Ampel: „Warten, dass d’r Prinz kütt“
Die Idee hinter der Petition ist so einfach wie charmant: Die klassischen Ampel-Symbole sollen durch Figuren des Dreigestirns ersetzt werden. Symbolisch steht der Prinz für „Grün“ – also losgehen, während der strenge Bauer bei „Rot“ zum Stehen auffordert. Die Jungfrau zeigt die Richtung an.
Das Motto greift eine beliebte Redewendung auf, die alle Kölner vom Rosenmontagszug kennen: „Warten, dass d’r Prinz kütt“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Warten, dass der Prinz kommt“ – und das steht hier eben für das grüne Licht an der Fußgängerampel.
Große Resonanz aus der Bevölkerung
Die Sprecherin der Initiative Miriam Müller, selbst engagiertes Mitglied in einem bekannten Kölner Karnevalsverein, ist überwältigt von der positiven Resonanz: „Mit so viel Unterstützung haben wir nicht gerechnet. Es haben sich auch viele Menschen bei uns gemeldet, welche die Umgestaltung der Ampeln finanziell unterstützen würden.“
Die Petition ist auf der Plattform change.org zu finden. Bürger, die sich aktiv beteiligen oder spenden möchten, sind ausdrücklich willkommen. Auch lokale Unternehmen zeigen bereits Interesse, das Projekt zu fördern.
Kritik und Gegenargumente: „Köln hat andere Probleme“
Nicht alle zeigen sich begeistert: Der Kölner Künstler Roland Brück äußert Bedenken und verweist auf drängendere Probleme in der Stadt. Müller kontert: „Das eine schließt das andere doch nicht aus. Nach dieser Argumentation kann man nichts verändern, solange es in Köln noch Probleme gibt. Das wäre schlimm.“
Zudem betont sie, dass keine öffentlichen Gelder in Anspruch genommen werden müssen. Sponsoren für die Ampelmännchen gäbe es bereits genügend, womöglich könne die Stadt sogar Kosten sparen.
Anfragen aus dem Kölner Umland – Düsseldorf bleibt außen vor
Falls die Kölner Innenstadt sich für die Idee nicht begeistern sollte, würde man auf die umliegenden Städte ausweichen, heißt es hinter vorgehalter Hand in der Initiative. Dann regelt das Dreigestirn möglicherweise bald in Hürth, Frechen, Bergisch-Gladbach oder Leverkusen den Verkehr. Anfragen aus dem Umland gebe es bereits – und dort freue man sich auf eine Touristenattraktion. Offiziell gibt man sich dazu in der Bewegung zugeknöpft: „Ja, es gibt informelle Kontakte, auch außerhalb von Köln, aber von wo, sagen wir nicht. Solche Gespräche sind vertraulich. Am liebsten wäre uns Köln.“ Eine Anfrage aus Düsseldorf hingegen dementiert Müller entschieden mit einem Augenzwinkern: „Aus Düsseldorf hat sich niemand gemeldet.“
Zuspruch insbesondere von der „Schäl Sick“
Ein interessanter Aspekt: Von der „Schäl Sick“ kommt der größte Zuspruch. Sitzen entgegen aller Erwartungen etwa rechtsrheinisch die überzeugteren Karnevalisten? Oder liegt es schlicht daran, dass man dort noch Träume hat und an der Verwirklichung arbeitet.
Mitmachen und unterstützen
Wer die Petition unterstützen oder sich finanziell beteiligen möchte, findet alle Informationen hier: https://www.change.org/PrinzAmpel
Für direkten Kontakt zur Initiative:
Info@koelner-karneval.org
Pressespiegel:
Karneval pur: Kommt jetzt das Ampelprinzchen für Köln? – Köln0221.de
T-Online: Köln: Petition fordert Dreigestirn als Ampelmännchen
Rheinische Post: „Kölscher Frohsinn auch an der Ampel“ – Dreigestirn soll Ampelmännchen werden
General-Anzeiger Bonn: Petition in Köln Dreigestirn soll als Ampelmännchen erscheinen
Evangelische Zeitung: Petition fordert Dreigestirn als Ampelmännchen in Köln