Lutz Schade bei seiner Antrittsrede nach der Wahl zum Präsidenten des Festkomitees.
Köln hat einen neuen karnevalistischen Spitzenrepräsentanten: Lutz Schade ist am heutigen Tag zum Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval gewählt worden. Damit übernimmt er eines der wichtigsten Ehrenämter der Stadt und tritt die Nachfolge von Christoph Kuckelkorn an, der das Amt über Jahre hinweg geprägt hat.
Die Wahl galt im Vorfeld als klar absehbar. Schade war der einzige Kandidat und genoss breite Unterstützung innerhalb der angeschlossenen Karnevalsgesellschaften. Entsprechend deutlich fiel das Votum aus. Für viele Beobachter markiert dieser Schritt weniger einen überraschenden Umbruch als vielmehr einen geplanten Übergang.
Vertrautes Gesicht an der Spitze
Der 50-jährige Jurist ist im Kölner Karneval kein Unbekannter. Bereits seit einigen Jahren gehört er dem Vorstand des Festkomitees an und war zuletzt als Vizepräsident tätig. In dieser Rolle konnte er sich nicht nur organisatorisch einarbeiten, sondern auch wichtige Netzwerke innerhalb der Szene aufbauen.
Schade steht für einen Stil, der als verbindend und pragmatisch gilt. Gerade in einem Umfeld, das stark vom Ehrenamt und von gewachsenen Traditionen geprägt ist, sind solche Eigenschaften entscheidend. Viele Vereine verbinden mit seiner Wahl die Hoffnung auf Stabilität – aber auch auf behutsame Weiterentwicklung.
Große Verantwortung
Mit dem Präsidentenamt übernimmt Schade eine zentrale Rolle im kulturellen Leben der Stadt. Das Festkomitee koordiniert die Aktivitäten zahlreicher Karnevalsgesellschaften und organisiert mit dem Rosenmontagszug eines der größten Volksfeste Europas. Gleichzeitig fungiert es als Stimme des Kölner Karnevals nach außen.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Nachwuchsgewinnung, gesellschaftliche Veränderungen und die Balance zwischen Tradition und Moderne werden auch in den kommenden Jahren zentrale Themen sein.
Zwischen Tradition und Zukunft
Schades Amtsantritt steht sinnbildlich für einen Generationswechsel, der ohne Bruch vollzogen wird. Er folgt einem Präsidenten, der ihm den Weg bereitet hat, und übernimmt ein gut bestelltes Haus. Die eigentliche Aufgabe beginnt jedoch erst jetzt: eigene Akzente zu setzen, ohne die gewachsene Struktur zu gefährden.
Ein leiser, aber wichtiger Wandel
Die Wahl von Lutz Schade ist kein lauter Umbruch – und genau darin liegt ihre Bedeutung. Sie steht für Kontinuität mit klarer Perspektive. Köln setzt auf Verlässlichkeit, Erfahrung und die Fähigkeit, Tradition in die Zukunft zu führen.
In das Präsidium rückt Zugleiter Marc Michelske auf. Das Team des geschäftsführenden Vorstands besteht damit künftig aus den bisherigen Mitgliedern Christine Flock (Vizepräsidentin und Kinder- und Jugendkarneval), Marc Michelske (Vizepräsident und Zugleiter), Michael Kramp (Kommunikation), Udo Marx (Mitgliederservice und Finanzen) sowie Gaby Gérard, die aus dem Mitgliederbeirat in den Vorstand wechselt und sich künftig um die interne Organisation sowie um Partner und Sponsoren kümmern wird.
In den erweiterten Vorstand wurden mit Britta Nassenstein und Ex-Prinz René Klöver (Kölner Dreigestirn 2025) ebenfalls zwei neue Mitglieder berufen. Marcus Gottschalk, Nadine Krahforst, Ralf Remmert, Ralf Schlegelmilch und Erich Ströbel bleiben weiterhin im Amt. Verabschiedet aus dem Festkomitee-Vorstand wurde Marcus Becker, dem der neue Präsident unter anderem für seine Tätigkeit im Jubiläumsjahr 2023 dankte.
Lutz Schade ist als Jurist in Köln tätig, verheiratet und Vater einer Tochter. Seine karnevalistische Heimat sind die Blauen Funken, deren Senatspräsident er von 2016 bis 2026 war.
„Ich habe als Vizepräsident des Festkomitees die Arbeit im Führungsgremium des Dachverbandes der Kölner Karnevalisten in den vergangenen drei Jahren bereits intensiv kennenlernen dürfen“, erklärte er nach der Wahl. „Durch dieses Vorwissen gehe ich die neue Aufgabe mit der richtigen Mischung aus Vorfreude und Demut an. Denn die Arbeit mit unseren Gesellschaften, aber auch der Politik und der Stadtgesellschaft ist interessant und unglaublich vielfältig. Gleichzeitig weiß ich aber auch um die große Verantwortung, die das Amt mit sich bringt und die Erwartungshaltung, die durch das erfolgreiche Wirken meines Vorgängers Christoph Kuckelkorn entstanden ist. Aber das bewährte Vorstandsteam wird mich bei den kommenden Aufgaben unterstützen und durch insgesamt drei neue Vorstandsmitglieder zusätzliche Impulse erhalten.“
Im Rahmen der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Festkomitees wurde auch ein neuer Karnevalistischer Beirat – also die Vertretung der insgesamt 82 ordentlichen und 35 hospitierenden Mitgliedsgesellschaften – gewählt. Dazu zählen künftig Stefan Kühnapfel (Reiter-Korps Jan von Werth), Dirk Wissmann (Rote Funken), Univ.-Prof. Dr. Dr. Joachim Zöller (Die Grosse von 1823), Ursula Brauckmann (Colombina Colonia), Dr. Veit Wasserfuhr (KKG Mer Blieve Zesamme), Marcus Schneider (Fidele Burggrafen) und Michael Everwand (Lesegesellschaft zu Köln).