Prominenter Karnevals-Moderator Guido Cantz als Botschafter des kölschen Humors bei einer Karnevalsveranstaltung.
Wer im Kölner Karneval unterwegs ist, kennt ihn seit Jahrzehnten: Guido Cantz. Der Entertainer mit den blonden Haaren und dem schnellen Wort gehört längst zu den festen Größen des rheinischen Fastelovends. Während viele ihn aus großen Fernsehshows kennen, liegt sein Herz nach wie vor dort, wo seine Karriere begann – auf den Bühnen des Kölner Karnevals. Hier hat Cantz über viele Jahre hinweg bewiesen, dass Humor, Tradition und echte Heimatverbundenheit wunderbar zusammenpassen.
Die ersten Schritte im Fastelovend
Der Weg von Guido Cantz in den Karneval begann Anfang der 1990er-Jahre eher unspektakulär, aber mit viel Leidenschaft. Der junge Kölner trat zunächst bei kleineren Veranstaltungen auf und entwickelte schnell ein Talent für pointierte Beobachtungen und spontanen Humor. Früh wurde er im Karneval als „Mann für alle Fälle“ eingesetzt – jemand, der moderieren, improvisieren und das Publikum mitnehmen konnte.
Diese ersten Jahre waren für Cantz eine wichtige Schule. Er lernte die Dynamik der Sitzungssäle kennen, entwickelte sein Gespür für Timing und baute sich Schritt für Schritt einen Namen in der Szene auf. Bald wurde er zu einem gefragten Büttenredner, der mit Wortwitz und Charme die Menschen zum Lachen brachte.
Heute blickt Cantz auf mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Karneval zurück. In manchen Sessionen steht er weit über hundert Mal auf der Bühne – ein Arbeitspensum, das nur wenige Künstler über so lange Zeit mit solcher Begeisterung bewältigen.
Der Mentor: „Dä Mann met däm Hötche“
Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg spielte eine echte Legende des Kölner Karnevals: Peter Raddatz, bekannt als „Dä Mann met däm Hötche“. Der erfahrene Büttenredner erkannte früh das Talent des jungen Cantz.
Die Begegnung der beiden ist im Karneval fast schon eine kleine Geschichte für sich. Bei einer Feier in Porz trat Cantz mit humoristischen Einlagen auf, während Raddatz zufällig im Nebenraum saß. Das Gelächter machte ihn neugierig – und so wollte er wissen, wer dort gerade auf der Bühne stand.
Was folgte, war ein Moment, der für Cantz’ Laufbahn entscheidend werden sollte. Raddatz ließ sich eine Aufnahme des Auftritts geben und nahm Kontakt zu dem jungen Nachwuchsredner auf. Kurz darauf stellte er ihn beim Stammtisch der Kölner Karnevalisten vor und verschaffte ihm erste wichtige Auftrittsmöglichkeiten.
Cantz hat später immer wieder betont, wie viel ihm diese Unterstützung bedeutete. Für ihn war Raddatz mehr als nur ein Förderer – eher eine Art karnevalistischer Ziehvater. Jemand, der sein Talent erkannte und ihm den Weg in die großen Säle öffnete.
Auf der Bühne und vor der Kamera
Mit den Jahren wurde Guido Cantz zu einer festen Größe im Karneval. Seine Büttenreden verbinden klassische Elemente des rheinischen Humors mit aktuellen Themen aus Alltag und Gesellschaft. Gerade diese Mischung macht seine Auftritte so beliebt: pointiert, aber nie verletzend, kritisch, aber immer mit einem Augenzwinkern.
Neben den Auftritten in den Sitzungssälen ist Cantz auch im Fernsehen zu einer wichtigen Stimme des Karnevals geworden. Immer wieder begleitet er große Karnevalsübertragungen und führt das Publikum mit Fachwissen und Humor durch das närrische Geschehen.
Dabei bleibt er stets nah am Publikum – eine Eigenschaft, die im Karneval besonders geschätzt wird. Cantz versteht es, Menschen zusammenzubringen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der gemeinsames Lachen im Mittelpunkt steht.
Verwurzelt in Köln
Trotz seiner Bekanntheit ist Guido Cantz seiner Heimatstadt stets treu geblieben. Aufgewachsen im Kölner Stadtteil Porz, ist der Karneval für ihn nicht nur ein berufliches Feld, sondern ein Teil seiner Identität.
Auch privat nimmt er regelmäßig am närrischen Treiben teil und unterstützt Veranstaltungen im Veedel. Diese Nähe zur Basis des Karnevals – zu den Vereinen, den kleinen Sitzungen und den lokalen Traditionen – macht ihn für viele Jecken besonders glaubwürdig.
Sein Engagement zeigt sich auch in symbolischen Gesten: Nach einer besonders intensiven Karnevalssession ließ Cantz für jeden seiner zahlreichen Auftritte Bäume pflanzen – ein Dankeschön an seine Heimatstadt und an das Publikum, das ihn über viele Jahre begleitet hat.
Ein Gesicht des modernen Karnevals
In einer Zeit, in der sich der Karneval ständig weiterentwickelt, steht Guido Cantz für eine gelungene Verbindung aus Tradition und Gegenwart. Er respektiert die Wurzeln des Fastelovends und bringt gleichzeitig frische Perspektiven auf die Bühne.
Viele Karnevalisten sehen in ihm deshalb einen wichtigen Botschafter des kölschen Humors – jemanden, der zeigt, wie lebendig und vielfältig der Karneval auch heute noch sein kann.
Oder, ganz kölsch gesagt: Guido Cantz ist nicht nur ein erfolgreicher Entertainer. Er ist ein echter Karnevalist – einer, der den Fastelovend liebt und lebt. Alaaf.
Link zu seiner Homepage: Guido Cantz Webpräsenz
Weitere bekannte Karnevalskünstler:“
- Marita Köllner
- Hans Süper
- Hans Zimmermann
- Weltenbummler Gerd Rück
- Kölsche Schutzmann Jupp Menth
- Colonia Duett
- Die 2 Schlawiner