Trauer um den verstorbenen Karnevals-Sänger, der nur benutzt wurde.
Köln | Fünf Jahre danach ist der Schmerz größer denn je. . .
Karnevals-Star Willi Herren verstarb vor fast genau fünf Jahren ohne Gewalteinwirkung. Der Kölner Partysänger, bekannt aus der TV-Serie „Lindenstraße“ und den Bühnen des „Ballermann“, wurde nur 45 Jahre und hatte seine besten Jahre auf der Überholspur verbracht.
Nun erhebt seine tapfere Schwester Annemie bittere Vorwürfe!
Willi Herren überstand den Party-Wahnsinn auf Mallorca nicht
„Ich denke jeden Tag an meinen Bruder. Einmal die Woche weine ich noch. Es ist nichts mehr wie es einmal war, die Menschen haben sich verändert, die angeblichen Freunde haben sich zurückgezogen, sie haben ja keinen Profit mehr. Dabei hat der Willi sie alle auf die Bühne geholt“, sagt sie uns.
Für die heute 62-jährige Kölnerin kam es im Frühjahr 2021 einfach knüppeldick. Sie erkrankte selbst an Krebs, dann starb ihr geliebter Willi. Und sie konnte, im Krankenhausbett liegend, nicht einmal zu ihm.
„Es geschah in der Nacht von Montag auf Dienstag. Vier Tage musste ich wegen der Strahlung allein mit mir umgehen“, erinnert sie sich. Die Nachricht des Todes erfuhr sie nicht einmal von einem Familienmitglied.
„Ich konnte mich von Willi nicht verabschieden“, sagt sie mit leiser Stimme und wird wütend, wenn sie an die vielen falschen Freunde denkt, die Willi wie Toilettenfliegen in den Zeiten des Erfolgs umschwirrten – und sich dann auf Monate wieder nicht meldeten, wenn er wieder in der Entzugsklinik an den Rand des Wahnsinns torkelte.
„Er hatte keinen guten Umgang. Mein Bruder ist für jeden gerade gestanden. Aber er ist von vielen Menschen nur benutzt worden“, stöhnt die Schwester, die Namen zu nennen tunlichst vermeidet.
In der klagefreudigen Ballermann-Szene, wo Menschen mit Posträuber-Mentalität auf selbsternannte Top-Manager machen, Billig-Animateure von einst schäbig die Stiftungsengel spielen und Porno-Luder sich als harmlose Spaßfiguren gerieren, fällt man sich allzugern um den Hals, nur um dem Gegenüber dann das Messer in den Rücken zu rammen.
Am Todestag im April will Annemie mit Willis Kindern und Enkeln zur Grabstätte auf Melaten gehen, dort liegt auch ihr Vater „Büggel“ direkt neben dem Bruder begraben.
„Es kam nichts von niemandem, Auch für seine Kinder ist niemand da gewesen. Wir wollen auch kein Geld oder Spenden, aber wir sind von verschiedenen Menschen richtig fertig gemacht worden als Übeltäter. Dennoch halten wir umso stärker jetzt zusammen. Alessia, Stefano, wir sind ein Team“, zieht Annemie Herren Kraft aus der Familie.
Und kündigt den Besuch am Todestag an: „Zum Grab gehen wir dann mit der ganzen Familie, nehmen Essen mit, Kuchen mit, lassen Musik laufen, das Lied, was in dem Grabstein per QR Code anzuklicken ist.“