Der junge Mann bei Grielächern beim Karneval in Köln, der für gute Stimmung sorgt.
Köln | Wirbel bei den Grielächern!
Auf der gewohnt frivolen Miljöh-Sitzung am Sonntag (8.2.) wunderten sich nicht wenige der über hundert Jecken im Maritim Hotel, denn am Mikrofon stand als Sitzungsleiter für sie überraschend mit Udo Schaaf der Präsident der bekannten KG persönlich. Ihnen sei der Moderator „abhanden gekommen“, sagte er einsilbig und führte durch die Sitzung.
Anders als zuletzt, da hatte auf der Herrensitzung (5.Februar) Nachwuchsstar Stefan Dahm (22) noch die Leitung bei den Grielächern inne und im originalen Kölsch zur Freude aller Beteiligten durch den Ablauf geführt.

Auf unsere Nachfrage sagte Schaaf im Nachgang der Veranstaltung dazu jetzt nur: „Ich habe die Sitzungen zum ersten Mal komplett alleine geleitet. In der letzten Session habe ich die Begrüßungen, Ehrungen und Spenden etc. vorgenommen. Zu den Gründen werde ich mich nicht äußern.“
Aber warum nur? Tiefer blicken lässt da die Antwort von Dahm selbst, warum er diesmal nicht auf der Bühne war. „Ich habe von der Gesellschaft, in der ich Mitglied bin, die Aufforderung bekommen, auf Wunsch eines Künstlers bei seinem Auftritt die Bühne zu verlassen und ihn nicht anzumoderieren.
Und das in der Gesellschaft, in der ich „Sitzungspräsident“ bin? Danke… Nä!“, erklärt er.
Ein Fass aufmachen und Namen nennen will der junge Karnevalist dabei nicht weiter, seine Sachen hat die jecke Frohnatur allerdings längst bei der KG zurückgegeben: „Ich für meinen Teil bin damit ausgetreten. Ob das offiziell schon umgesetzt worden ist, weiß ich nicht.“

Zuvor hatte bereits Fastelovend-Legende Heinz Ganss (81) alias King Size Dick den vor zwei Jahren von den Grielächern erhaltenen Ehrenpreis zurückgegeben.
Der weiß offenbar mehr: „Die Grielächer waren durchaus eine meiner Lieblingsgesellschaften, aber deine/eure Entscheidung in Sachen JP Weber vs. Stefan Dahm mutet an, als hätte der Zentralrat der Fliesentisch-Besitzer eine unüberlegte und durchaus unqualifizierte Entscheidung getroffen. Meiner Meinung nach ist sie nicht nur ungeheuerlich, unprofessionell und charakterlos. Sie ist so aberwitzig, dat ich et nit jläuven wullt“, hatte Dick an den Vorstand geschrieben.
Und weiter ausgeführt: „Scheinbar ist Deiner/Eurer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen, dass die Individualität einzelner immer da endet, wo sie das Ansehen oder die Rechte anderer tangiert. So sehr ich mich seinerzeit über eure Auszeichnung gefreut habe, so wenig kann ich mich heute mit ihr identifizieren. Daher gebe ich sie hiermit zurück“.
Gerüchte um einen „Maulkorb“ im Gremium der KG zu den beiden Rücktritten machen seither hartnäckig die Runde. Keine guten Nachrichten fürs Image der Grielächer. . .