Micky Brühl zeigt bei Weiberfastnacht emotionale Momente, während er um seinen verstorbenen Freund trauert.
Köln | Mitten im Sessionsstress, so kurz vor Wieverfastelovend, ploppte bei Micky Brühl am Dienstag eine SMS auf dem Handydisplay auf. Der Inhalt brachte den kölschen Sänger völlig aus der Contenance.
Denn jetzt weinen Micky und seine Claudia um einen der besten Freunde und Weggefährten von einst, der Micky in schwierigen Zeiten am Wörthersee die Stange hielt und treu beistand.
Franz Pfauser war nicht nur sein Lieblings-Kneipier, sondern auch sein direkter Nachbar. Beide wohnten nur wenige Meter neben dem legendären „Schloss am Wörthersee“ in der malerischen Veldener Bucht in einem schmucken Häuschen unter ein und demselben Dach: Pfauser betrieb lange Jahre erfolgreich im Erdgeschoss das Café 16-er, das ein Hotspot im Sommer vor allem für ältere Gäste, aber nicht nur die, war.
Top-Gastronom vom Wörthersee war enger Freund des Sängers
Man unternahm nahezu täglich Touren mit Brühls Motorboot über den wunderschönen See, spielte Backgammon und abends sang Karnevals-Star Micky für die Gäste von Franz auch schon mal gern spontan Lieder, er komponierte gar Hymnen auf das Lokal und den See und den charismatischen Gastgeber, den so schnell nichts aus der Ruhe brachte.
Als waschechter „Wiener Bua“, Gentleman im Stil von echten Hollywood-Größen a la Clark Gable oder Cary Grant ließ sich der entspannte Wahl-Kärntner Pfauser nicht mal eine aversive Reaktion auf nervige Besuche von Berufskölnern und selbsternannten Eventkönigen anmerken bzw. entlocken. Für wahre Freunde wie Micky war es unverständlich, dass er das so gut laufende Lokal und damit seinen Lebensinhalt vor einigen Jahren in fremde Hände gab.
Für ihn wohl letztlich auch selbst, denn anschließende Gastro-Versuche scheiterten. Die Google-Rezensionen, die man heute über den Nachfolgebetrieb im Netz öffentlich lesen kann, sprechen für sich. Auch Michael und Monika Richter aus Köln sagen: „Bei Franz auf der Terrasse hatten wir jahrelang unsere schönsten Zeiten am See. Mit dem Weggang von Gabriele und Franz war die schöne Atmosphäre der tollen Örtlichkeit wie weggeblasen.“
Karnevals-Idol gedenkt des Gastronomen Franz Pfauser
Für Koelner-Karneval.org erinnert Brühl an den großherzigen Gastgeber mit einem offenen Brief.
Franz war über viele Jahre nicht nur mein Vermieter sondern auch mein bester Freund am See.
Er war ein echter Wiener mit großer Liebe zum Wörthersee und zu seinem Traum, dem Cafe 16er direkt neben dem Schloss.
Über viele Jahre haben wir dort mit tollen Menschen gefeiert und Spaß gehabt, bis eine dunkle Wolke kam.
Nach über 50 Jahren habe ich dann meine Zelte dort abgebrochen, bin dann nur noch hin und wieder dort auf Kurzurlaub gewesen. Alleine auch schon um Franz und Gabriele zu besuchen.
Ich kann sagen, dass es mit die schönste Zeit meines Lebens war am See. Viel hat sich geändert am See und ich denke deshalb hat Franz auch seine Sachen dort gepackt und ist zurück nach Wien um dort den Ruhestand zu geniessen. Ich werde Ihn und die Zeit niemals vergessen.
Ich hatte ihm zu Weihnachten mal einen Song geschrieben mit einem kleinen Video. Ich habe rotz und Wasser geheult gerade beim anschauen und anhören.
Machs gut mein alter Freund. Pfauser Franz’l, a echts Wiena Kind.