Obwohl er schon immer eine große Leidenschaft für den Karneval hatte, trat Wicky Junggeburth erst 1990 in eine Karnevalsgesellschaft ein – die Nippeser Bürgerwehr, bei der er bis heute Mitglied ist. Bereits ein Jahr später äußerte er gegenüber dem Präsidenten seinen Wunsch, einmal Prinz zu werden, sollte die Gesellschaft die Gelegenheit haben, ein Dreigestirn zu stellen. Die Aussicht darauf war zunächst gering, doch 1992 bot sich tatsächlich die Gelegenheit: Zum 90-jährigen Jubiläum der Bürgerwehr 1993 wurde ein Dreigestirn gesucht – und Wicky wurde Prinz.
Als Prinz Karneval 1993 prägte er das Motto „Sinfonie in Moll“ auf ganz besondere Weise. Sein Lied „Eimol Prinz zo sin en Kölle am Rhing“, das er gemeinsam mit Dieter Steudter von den 3 Colonias komponierte und textete, wurde zur Hymne des Kölner Karnevals. Seine Gesangseinlage als Prinz war ein Novum und machte ihn unvergesslich. Bis heute ist Wicky Junggeburth eine feste Größe im kölschen Fastelovend.

Seine Wurzeln liegen tief im Herzen Kölns. Geboren im Severins-Klösterchen und aufgewachsen am Zugweg, war der Karneval schon immer Teil seines Lebens. Doch nicht nur als Sänger und Entertainer hat er sich einen Namen gemacht – auch als Moderator ist er aus dem kölschen Karneval nicht wegzudenken. Viele Jahre kommentierte er den Kölner Rosenmontagszug und überzeugte mit seinem Fachwissen, seinen Anekdoten und seiner unverkennbaren kölschen Art.
Besonders am Herzen liegt ihm die Bewahrung der kölschen Sprache und Musik. Sein umfangreiches Tonarchiv umfasst Aufnahmen aus der Zeit von 1946 bis 1960 und hält die Erinnerungen an den Fastelovend vergangener Jahrzehnte lebendig. Sein Engagement für das kölsche Liedgut spiegelt sich auch in seinen eigenen Werken wider. Mit Liedern wie „Mer schwade wigger Kölsch“ oder „Loß se schwade, wat se welle“ setzt er sich aktiv dafür ein, dass die kölsche Sproch nicht in Vergessenheit gerät. In bester Tradition von Willi Ostermann beschreibt er das kölsche Wesen mit viel Herz und Seele.
Doch Wicky Junggeburth ist mehr als nur ein Sänger oder Moderator. Seine Nostalgie-Sitzungen „Der Kölsche Fastelovend in Wort und Ton“, die er gemeinsam mit seiner Frau Catherine veranstaltet, sind ein echtes Highlight für alle Karnevalsliebhaber. Hier bringt er sein Wissen über die kölsche Karnevalsgeschichte an ein begeistertes Publikum und lässt die alten Zeiten aufleben.
Mit seiner unverwechselbaren Art, seinem Humor und seiner Liebe zur kölschen Kultur hat sich Wicky Junggeburth einen festen Platz in den Herzen der Kölner erobert. Ob auf der Bühne, im Radio oder als Moderator – er ist und bleibt eine Institution im Kölner Karneval. Ein Bilderbuch-Kölner, der den Fastelovend lebt und liebt.