Feierlicher Abschied von Christoph Kuckelkorn beim Kölner Karneval, mit traditionellem Kostüm und festlicher Atmosphäre.
Beim traditionellen Präsidentenabend im Gürzenich hat Christoph Kuckelkorn überraschend angekündigt, sein Amt als Präsident des Festkomitees Kölner Karneval nach Aschermittwoch niederzulegen. Der 61-Jährige begründete den Schritt mit stark gewachsenen beruflichen Verpflichtungen in seinem Bestattungsunternehmen sowie in seiner Funktion als Vorsitzender eines bundesweiten Zusammenschlusses von Bestattern. Die Doppelbelastung lasse sich künftig nicht mehr mit der intensiven ehrenamtlichen Arbeit im Karneval vereinbaren.
Ein außergewöhnlicher Werdegang
Kuckelkorn entstammt einer traditionsreichen Kölner Bestatterfamilie, die seit Generationen eng mit der Stadt verbunden ist. Der besondere Spannungsbogen zwischen seinem Beruf – der Begleitung von Abschieden – und seiner Leidenschaft, dem Karneval, hat ihn stets ausgezeichnet. Seine Karriere im organisierten Karneval begann bereits viele Jahre vor seiner Präsidentschaft: 2005 übernahm er die Leitung des Rosenmontagszuges und prägte über ein Jahrzehnt die Organisation des größten deutschen Karnevalszugs.
2017 wurde er zum Präsidenten des Festkomitees gewählt und trat damit die Nachfolge von Markus Ritterbach an. Insgesamt war Kuckelkorn über zwei Jahrzehnte im geschäftsführenden Vorstand aktiv und gehörte damit zu den zentralen Gestaltern des kölschen Fastelovends.
Engagement mit Haltung
Während seiner Amtszeit betonte Kuckelkorn immer wieder die gesellschaftliche Bedeutung des Karnevals als verbindende Kraft – nicht nur als Fest des Frohsinns, sondern auch als Ort der Solidarität und des sozialen Miteinanders. Unter seiner Führung wurde der karitative Auftrag des Karnevals sichtbar gestärkt: Besuche von Dreigestirn und Karnevalsgesellschaften in sozialen Einrichtungen, Begegnungen mit Menschen in schwierigen Lebenslagen und eine stärkere Wahrnehmung des Karnevals als gesellschaftlicher Akteur gehörten zu seinen Leitlinien.
Auch organisatorisch setzte er Maßstäbe: Sei es als Zugleiter, als Repräsentant bei städtischen Empfängen oder als Stimme des Festkomitees nach außen – Kuckelkorn verkörperte den Karneval mit Professionalität, Feingefühl und einer tiefen Verbundenheit zu Köln.
Der richtige Zeitpunkt für den Abschied
Kuckelkorn machte deutlich, dass er nach 21 Jahren im geschäftsführenden Vorstand den Moment für ein Staffelholz-Weiterreichen gekommen sieht. Die beruflichen Entwicklungen in seinem Unternehmen sowie neue Aufgaben in der Bestatterbranche verlangten nach voller Konzentration – ein Schritt, den er mit Bedauern, aber auch mit klarer Überzeugung vollzieht.
Würdigung eines Mannes, der den Fastelovend geprägt hat
Sein Rückzug markiert das Ende einer Ära. Kaum ein anderer hat in den vergangenen Jahrzehnten das Gesicht des Kölner Karnevals so geprägt wie Christoph Kuckelkorn. Er verband Tradition mit Moderne, stellte den Menschen in den Mittelpunkt und sorgte dafür, dass der Fastelovend auch in herausfordernden Zeiten Stabilität, Lebensfreude und Zusammenhalt ausstrahlt.
Kuckelkorn selbst betonte, er bleibe „Jeck im Hätze“ – und viele Kölnerinnen und Kölner werden das gern hören. Der Karneval verliert einen Präsidenten, aber Köln behält einen leidenschaftlichen Botschafter.