Köln | Es ist ein Anblick, der einfach traurig und sprachlos macht. . .
Charly Niedick (†1992) war eine ur-beliebte Größe des kölschen Fasteleer und als Nachfolger des großen Horst Muys in seinen dreißig Jahren als Bestandteil des legendären „Eilemann-Trios“ ein echter Kult-Jeck der Stadt und über ihre Grenzen hinaus bekannt.
Als er 1992 durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, glich die Zeremonie einem kleinen Staatsbegräbnis. So viele Kölnerinnen und Kölner waren gekommen, um Abschied vom frivolen Ausnahme-Bassisten zu nehmen, der immer wieder mit überraschenden, akrobatischen Aktionen auf der Bühne begeisterte. Bezeichnend, dass sich das Eilemann-Trio von seinem Tod nicht erholen sollte und nur eine Session darauf eingestellt wurde.

Aber wenn man dieser Tage heute über den Melaten-Friedhof im Kölner Westen spaziert, traut man seinen Augen in Gedenken an Charly kaum. Denn seine Grabstätte gleicht einem einzigen Unkraut-Dschungel! Konsternierte Bekannte spekulieren, dass länger da nichts mehr gepflegt worden sein könne. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass der Grabstein im grünen Dickicht fast untergeht.
Da sich zunehmend Beobachter wegen des für Jeden sichtbaren Missstands empörten, wurde offenbar nun die Friedhofsverwaltung eingeschaltet, die die Angehörigen benachrichtigen werde. Im Juli nämlich soll die Frist für Niedicks Grab auslaufen. Sofern sich niemand bis dahin rechtzeitig meldet, müsste es dann geräumt werden. „Schon bei der Elsa Scholten damals war der Aufschrei groß, dass das Grab geräumt wurde“, so eine Mitarbeiterin.

Hintergrund: Die beliebte Volksschauspielerin und Grande Dame wurde ebenfalls auf Melaten beerdigt, aber quasi vergessen – und das Grab ist längst Geschichte.
Damit das nicht bei Charly ebenfalls so endet, hoffen viele Weggefährten, dass das Unkraut nun doch noch beseitigt wird, das Grab verlängert wird – und die Legende einen würdigen Frieden finden kann. . .
