Porträt

Jupp Schmitz – Der Schnäuzer des Kölner Karnevals

Jupp Schmitz war ein kölscher Musiker, der mit seinen humorvollen Liedern und seiner charmanten Art das Publikum begeisterte. Viele Jahre lang sorgte er mit seinen eingängigen Melodien und seinem humorvollen Stil für gute Stimmung bei Karnevalsfeiern und war ein wichtiger Teil der Kölner Karnevalstradition.

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Jupp Schmitz
Jupp Schmitz

Jupp Schmitz war einer der prägendsten Unterhaltungskünstler und Krätzchensänger des 20. Jahrhunderts. Mit seinen eingängigen Melodien und humorvollen Texten prägte er den Kölner Karneval nachhaltig. Noch heute werden seine Lieder in der fünften Jahreszeit begeistert gesungen.

Ein Leben für die Musik

Geboren am 15. Februar 1901 in Köln, entdeckte Josef „Jupp“ Schmitz früh seine Leidenschaft für die Musik. Bereits in jungen Jahren spielte er Klavier und entwickelte ein feines Gespür für mitreißende Melodien. Seine Karriere als Musiker nahm in den 1930er Jahren Fahrt auf, doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte er mit seinen humorvollen Karnevalsschlagern landesweite Berühmtheit.

Evergreens des Karnevals

Zu seinen bekanntesten Liedern gehören „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, „Wer soll das bezahlen?“ und „Es ist noch Suppe da“ – Lieder, die das Lebensgefühl der Kölner trafen und auch heute noch generationenübergreifend mitgesungen werden. Besonders der Hit „Wer soll das bezahlen?“ spiegelte in der Nachkriegszeit den Alltag vieler Menschen wider, die vor dem wirtschaftlichen Neuanfang standen, aber trotz aller Widrigkeiten den Karneval nicht missen wollten.

Der „Schnäuzer“ der Kölner

Mit seinem markanten Oberlippenbart, der ihm den Spitznamen „Schnäuzer“ einbrachte, wurde Jupp Schmitz zur Kultfigur des Karnevals. Sein Markenzeichen war nicht nur seine Erscheinung, sondern auch sein stets fröhliches Auftreten im dunklen Anzug mit Fliege, während er sich am Klavier begleitete.

Das Karnevals-Desaster von 1962

Doch auch ein Publikumsliebling wie Schmitz blieb nicht von Rückschlägen verschont. 1962 erlitt er sein persönliches „Waterloo“: Bei der Prinzenproklamation trat er in alpenländischer Tracht auf und präsentierte das Lied „Der Hirtenknabe von Sankt Kathrein“. Das Kölner Publikum reagierte unerwartet ablehnend und buhte ihn aus. Enttäuscht verließ Schmitz die Bühne und zog sich kurzfristig zurück. Doch typisch kölsch – schimpfen und lachen liegen nah beieinander. Kurze Zeit später versöhnte er sich wieder mit seinem Publikum, indem er das misslungene Lied als Parodie vortrug und so den Spott in Begeisterung umwandelte.

Ein Denkmal für die Karnevalslegende

Jupp Schmitz blieb bis ins hohe Alter aktiv und prägte den Kölner Karneval bis zu seinem Tod am 26. Juni 1991. Seine Grabinschrift auf dem Melaten-Friedhof trägt den Titel seines bekanntesten Liedes: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – eine liebevolle Hommage an sein musikalisches Erbe.

Zu Ehren des unvergessenen Karnevalisten wurde in der Kölner Altstadt das Jupp-Schmitz-Denkmal auf dem Jupp-Schmitz-Plätzchen in der Marspfortengasse errichtet. Dort erinnert eine Bronzestatue an den Mann, dessen Musik das rheinische Lebensgefühl so treffend einfing.

Auch heute bleibt Jupp Schmitz eine lebendige Legende des Karnevals. Seine Lieder werden nicht nur in Köln, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum gesungen – denn gute Laune kennt keine Grenzen.

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