Feiernder Mann im Partyhut beim Kölner Karneval, voller Freude und Tradition.
Karl Berbuer (* 26. Juli 1900 in Köln; † 17. November 1977 ebenda) war ein deutscher Komponist, Krätzchen- und Schlagersänger. Mit seinen Liedern prägte er die kölsche Musikszene und brachte das Lebensgefühl der Menschen in der Nachkriegszeit auf den Punkt. Sein musikalisches Erbe umfasst über 120 Lieder und Couplets, von denen viele bis heute fester Bestandteil des Kölner Karnevals und darüber hinaus geblieben sind.
Besondere Berühmtheit erlangte Berbuer mit zwei Evergreens: „Heidewitzka, Herr Kapitän“ (1936) – ein fröhliches Seemannslied, das längst Kultstatus genießt. „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ (1948) – ein humorvoller Kommentar zur Nachkriegszeit, der das neu erwachte Selbstbewusstsein der Deutschen gegenüber den Besatzungsmächten widerspiegelte.
Doch Karl Berbuer war weit mehr als nur ein Karnevalskomponist. Er verstand es meisterhaft, die Sehnsüchte, Sorgen und Freuden der Menschen in seinen Liedern einzufangen. Besonders in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg gab er den Menschen mit seinen Liedern Mut und Zuversicht.
Sein „Campinglied“ schildert mit humorvollem Blick die Urlaubsgewohnheiten einer Generation, die sich über einfache Dinge freute. Während Fernreisen nach Mallorca oder Thailand damals noch kein Thema waren, stand das Abenteuer Camping im Mittelpunkt des Sommervergnügens.
Mit „Agrippina, Agrippinensis“ setzte Berbuer dem kölschen Menschenschlag ein Denkmal und in „Et Arnödlche fleut“ feierte er ein Kölner Original. Schon nach dem Ersten Weltkrieg bewies er mit „Se kijje uns nit kapott“ seine rebellische Ader, was ihm unter der Besatzungsmacht nicht nur Freunde einbrachte.
Ehrungen und Andenken
Karl Berbuers Werk wurde mehrfach gewürdigt. Er war Träger der Willi-Ostermann-Medaille, einer der höchsten Auszeichnungen für kölsche Musikschaffende. In Köln erinnert heute der Karl-Berbuer-Platz im Severinsviertel an ihn. Dort wurde 1987 ein bronzerner Brunnen errichtet, der ein Narrenschiff darstellt – ein Symbol für die kölsche Lebensfreude und den Humor, den Berbuer in seinen Liedern so treffend einfing.
Karl Berbuer wurde auf dem Kölner Südfriedhof beigesetzt, doch seine Musik lebt weiter. Viele seiner Lieder sind heute noch Allgemeingut und werden auch von der jungen Generation gesungen – ein Zeichen dafür, wie zeitlos seine Werke sind.